Ich war also in DF mit ziemlich ramponierten Fuessen angekommen und hatte noch am Abend mich mit Berhard und Paola ueber mein kleines Problemchen unterhalten. Zwar taten meine Fuesse dank des Arztbesuchs am Vormittag nicht mehr weh, aber okay waren sie auch noch nicht. Ich wusste, dass die Beiden sich bei Problemchen jeglicher gesundheitlicher Art haeufig von einem Freund, einem 70jaehrigen Schamanen helfen lassen, und Paola schlug auch gleich vor, dass ich mich am naechsten Morgen gleich beim ihm auf die Pritsche legen sollte.
Also entschieden wir, unseren Reiseplan um einen Tag nach hinten zu verschieben und ich einen Wellness-Tag beim Schamanen einzulegen. Am naechsten Morgen machte mir Paola einen Termin bei Ibán fest und fuhr mich auf dem Weg zu ihrer Arbeit bei ihm vorbei.
Ein grauhaariger, aelterer, aber im Gesichtsausdruck Kindgebliebener Mann empfing uns freundlich in seinem Haus, dass an den Berghaengen oberhalb von DF liegt, und Paola uebergab mich in seine Haende. Ibán war gerade von einem Spaziergang mit seinem spnaischen Freund Ramón wiedergekehrt und fuehrte mich nach oben, ueber eine schmale Wendeltreppe in ein kleines Zimmer unter dem Dach, in dem es ein wenig unaufgeraeumt wirkte und Raeucherstaebchen einen mystischen Duft verbreiteten. Dei Sicht von diesem Zimmer aus ueber die Millionenmetropole war trotz tief haengenden Regenwolken beeindruckend.
Wir nahmen auf zwei Holzbaenken an den Waenden Platz, Ibán setzte sich mir gegenueber und bat mich, meine Haende zu oeffnen und ihm meine Handflaechen zuzuwenden. Sogleich meinte er: Du bist viel gereist in Deinem Leben – viele Geschichten hast Du erlebt. Er begann mir aus meinem Leben zu erzaehlen, sprach darueber, was mein Sinn auf der Welt sei, was mich in meiner Zukunft erwarten wuerde und was ich tun sollte. Schreiben, meinte er, solle ich, vor allem ueber Sexualitaet um festgefahrene Ansichten der Menschen zu aendern. Es koennte also nur eine Frage der Zeit sein, bis das Karma Sutra oder eine neue Version von Feuchtgebiete von Jakob Mueller auf dem Ladentisch landen
.
Nachdem er mir aus den Haenden gelesen hatte, legten mich die beiden auf einen laenglichen Holztisch, der nur mit einem Laken bedeckt war und begannen mich zu massieren. Ibán widmete sich meinem Kopf, den Schultern, meinem Bauch und meinem Ruecken, waehrend mir Ramón die Beine und die Fuesse massierte. Eine viertel Stunde lag ich so da und liess mich durchkneten, und Ibán attestierte mir beste Gesundheit: Este chico no tiene nada!, sagte er.
In einem Ritual reinigten mich die Beiden mit ein paar Spritzern Wasser und gemeinsam schlugen wir danach auf eine Bongo ein, um unsere Wuensche und Traeume in die Sphaeren zu schicken. Ramón und ich trommelten im Takt auf die Bongo ein, waehrend Ibán mit einem Stoeckchen helle Toene mit einem Metallschuesselchen erzeugte.
Danach war ich bereit, fuer eine weiter Massage und das anschliessende Temazcal. Mit Ramón ging ich in den unteren Bereich des Hauses und waehrend er das Temazcal vorbereitete, bat er mich, mich meiner Kleindung zu entledigen und mich auf einer Liege vor dem Temazcal hinzulegen. Ich tat, wie mir geheissen, und er deckte mich mit drei Lagen Decken zu, und schwang die Decke immer nur dort zurueck, wo er gerade massierte. Es folgte eine Ewigkeit Massage. Zunaechst auf dem Ruecken liegend die Fuesse und die Beine, jedes selbstverstaendlich fuer sich, dann ein Arm nach dem anderen, die Haende, das Gesicht, der Kopf, die Brust und der Bauch. Nach einer gefuehlten Stunde drehte ich mich auf den Bauch und die Prozedur begann von neuem und endete nach einer weiteren wunderbaren Ewigkeit. Das Temazcal, dass an sich wie eine Sauna mit Heilkraeutern vorstellen darf (aber nur in diesem Fall – die traditionelle Form findet auch in einem speziellen Temazcal-Gebaeude statt), hatte seine Temperatur erreicht und ich setzte mich in die kleine Kammer, die stark nach gesunden Kraeutern roch. Wenn mir zu heiss wurde, wechselte ich ueber eine kleine Verbindungstuer in die benachbarte Eisdusche und brachte das Blut in meinem Koerper ordentlich zum zirkulieren. Mehrere Mal wechselte ich zwischen Hitze- und Kaeltekammer hin und her, und als ich genug hatte, legte ich mich in der Wohnung in ein Bett, wurde erneut mit mehreren Lagen Decken warm eingewickelt und sollte weiter entspannen, so lang ich mich eben wohlfuehlen wuerde.
Und so verliess ich das Haus des Schamanen Ibáns nach gut vier Stunden erst wieder und fuehlte mich wie neu geboren. Eine spezielle Fussbehandlung hatte er mir zwar nicht gegeben, aber das war auch nicht die Idee. Er meinte, dass etwas in meinem Koerper ins Ungleichgewicht geraten sei, was sich nun an den Fuessen reflektiere, und mit seiner Behalndlung versuche er, den Koerper wieder ins Gleichgewicht zu bringen, dass er selbst wieder die Kraefte entwickeln koenne, um sich selbst zu kurieren – eine sehr generalistische Behandlung – aber gut – fuer ein doch so spezielles Problemchen.
Seitdem, aber das koennte auch mit dem Arztbesuch zusammenhaengen, will ich troz allem einraeumen, geht es meinen Fuessen besser, wenn auch nach wie vor noch nicht perfekt, aber die Schmerzen sind weg.
Und so fuhr ich vorgester mit Vater weiter nach Puebla, holte in meiner Uni meine Noten ab, traf mich mit meiner gerade wieder eingereisten chilenischen Mitbewohnerin Agostina und feierte mit ihr und zwei drei anderen Freunden in der Nacht wiedersehen und Abschied.
Gestern Nachmittag reiste ich dann bereits nach Oaxaca weiter, wo ich mit Vater noch bis morgen bleiben werde, und mich auch hier, so langsam. von einer meiner Liebliengsstaedte in Mexiko verabschieden werde.
d wir 5 Stunden mit dem Bus heraus aus DF gefahren und am Abend in San Luis Potosí (SLP) eingerollt, wo wir uns schnell ein Hotel und etwas zu Beissen suchten. Wir hatten die Stadt nur als Zwischenstopp ueber Nacht vorgesehen, sahen aber noch bei einem kleinem naechtlichem Spaziergang, dass sich auch ein laengerer Aufenthalt gelohnt haette. Grosse Plaetze, liebevoll und praechtig sanierte Kirchen, grosse Gebaeude von ehemaligen Einkaufszentren und Banken verwiesen auf die reiche Silbergeschichte der Stadt, die bedeutend schoener, als ihr Ruf ist. Bernahrd hatte noch gemeint, mich wuerde eine Art Chihuahua erwarten – aber das traf absolut nicht zu. Kein Vergleich die beiden Staedte.
r, 2,5 km langer Tunnel, durch den man das Pueblo Mágico Real de Catorce erreicht. Noch vor dem Tunnel wurden wir von unserem Reisebus auf einen kleinen Stadtbus umgeladen, weil der Grosse nicht durch den Tunnel passt, und der Kleine brauchte dann auch gute fuenf Minuten, um den abenteuerlichen, nicht belueftenten und kaum beleuchteten Tunnel zu druchqueren und uns am Ortseingang von Real de Catorce auszuspucken.
die Minen aufhoerten, reich zu sprudeln. In der Umgebung sind ueberall die Ueberreste alter Minen und Schaechte im Berg zu erkennen, und nur wenige Gebaeude wurden wieder richtig hergerichtet und dienen heute als Hotels oder Restaurants in Real de Catorce. Denn der Tourismus ist die einzige Einkommensquelle, die heute das Doerfchen nach seiner Wiederbelebung hat. Viele Kuenstler und Ruhesuchende haben sich heute hier niedergelassen, sich alte Gemaeuer gekauft und sie versucht, vor dem kompletten Verfall zu retten. Die Stadt hat Cárisma, auch wenn sie fast an allen Enden zusammenfaellt – eine lebendige Geisterstadtatmosphaere.
n gebliebene Mauer nach einem Hotel ab und am Ende von Real standen wir vor dem Rincón del Pintor – einem kleinen netten Hotelchen mit Blick über die Innenstadt.
men, biß die Zähne zusammen und machte mich doch mit Vater auf eine kleine Entdeckungs-Wandertour rund um Real de Catorce. Ein alter, seit Ewigkeiten gepflasterter Weg führte uns oberhalb des Ogarrío- Tunnels nach oben in die Berge aus Real heraus, vorbei an weiteren alten Gemäuern, die meist unbewohnt wirkten, aber doch häufig noch jemanden beherbergten udn schlägelten uns immer weiter nach oben in die Höhe. Die wenigen, unbewohnt ausschauenden, aber denoch bewohnten Gemäuer, die wir aus der Entfernung oder in der Nähe passierten, schauten aus, als seien sie vor Jahren verlassen worden, aber dann fing auf einm
al doch hinter einer Mauer ein Esel an zu brüllen und man sah noch irgendwo einen Wäscheleine oder andere Anzeichen eines (oder mehrerer) Bewohner in der Nähe.
hengeblieben, eine alte Kirchenruine markierte immernoch die Ortsmitte und herum standen weitere Mauern, die auf teils große Gebäude anno dunnemals schließen ließen. Von hieraus konnte man Real nun nicht mehr sehen und wir schlichen uns durch die Ruinen und wunderten uns und bewunderten, wie die Natur sich Stück für Stück ein einst besiedeltes Stück Erde zurückholte. Und so alt, das muss man dazu sagen, waren auch diese Sachen noch nicht, vielleicht ein Jahrhundert ist vergangen, seitdem hier niemand mehr wohnte.
egenschauer ein, der uns bereits am Anfang des Aufstiegs ein Wegbegleiter gewesen ist und wir beschleunigten so unseren Schritt nach unten und standen bald wieder in Real , wo wir einen kleinen Mittagsimbiss zu uns nahmen. Am Nachmittag spazierten wir noch in eine andere Talrichtun aus Real heraus und erkundeten noch eine andere alte Kupfermine, die uns gegenüber am Berghang von unserem Hotel aus schon aufgefallen war.
Balken vom dem Einstürzen abgehalten und zwei alte Schächte, die noch immer offen und geheimnisvoll weit und dunkel in den Berg hineinreichten.
eben) kamen wir in der Spätnachmittagssonne im wunderschönen Bergstädtchen Guanajuato an. Italienisches Flair – dachten wir nahezu synchron. Kleine Plätzchen, viele Restaurants und Cafés mit Biergärten, enge, schmale Strassen und Gassen, bunte, alte Häuser und das Ganze in einem engen Tal gelegen, dass sich die Häuser an den steilen Hängen bis hoch nach oben an die Berge bunt schmiegten. Überflüssig zu erwähnen, dass Guanajuato Weltkulturerbe ist – schätze ich mal. Das Städtchen ist nur über Tunnel (kennen wir ja schon) zu erreichen, die offenkundig teilweise aus ihrer Silbervergangenheit herrühren und einem im engen Gewirr von Gassen und Sträßlein im Zentrum ans Tageslicht bringen.
günstiges Hotel empfehlen lassen und checkten in eben jenem im Zentrum ein. Sein Preis ließ einen besseren Standart erwarten, als es dann schließlich gab, aber vielleicht hatten sich auch Preis und Qualität über die Jahre auseinandergelebt – ein Phänomen, dass man hier in einigen alten Hotels/Pensionen oder Posadas häufiger antrifft.
durchqueren, während ich mich einfach nur ins Bett legte, und hoffte, dass dieser unerklärliche Schmerz in meinen Fersen nachließ.
Holzhäuser, nicht mehr als zwei Etagen, eine große alte Kupferfabrik, die Sonne tief über den Bergen, die Santa Rosalía umgeben und eine staubig-heiße Luft. 40 Grad im Schatten und das am frühen Abend – wir sind also an unserem nördlichsten Punkt unserer Baja-Rundreise angekommen. Nach unserem kleinen Stelldichein mit den lokalen Rabauken von der Policia fanden wir nach einigem Suchen doch ein recht nettes Hotel und es stellte sich rasch heraus, dass es kaum mehr als zwei Restaurants gibt. Wir verbrachten den Abend in Ruhe, ich schrieb den vorhergehenden Artikel und am nächsten Morgen machten wir uns ein letztes Mal auf, weiter nach Norden, um unsere vorletzte Jesuiten-Mision zu sehen, die wir noch auf dem Plan hatten.
demgegenüber San Ignacio stand. Wir blieben einige Zeit in dem Dörfchen , sahen uns die alte Mission (in meinen anderen Artikeln findet man die spanische Schreibweise mit einem “s” – war also kein Fehler) an und aßen einen Salat in einem Restaurantito gegenüber. Auf der Rückfahrt durchquerten qir erneut die karge Landschaft, aber machten einen kleinen Abstecher zum Vulkan Las Tres Virgenes, an den wir aber letztendlich doch nicht wirklich herankonnten. Unser Weg in die Wildnis endete an einer Hütte, die gerade für Öko-Tourismus aufgebaut wurde und die beiden Verantwortlichen schienen doch sehr erfreut über unseren unerwarteten Besuch und erklärten uns das Projekt.
Am frühen Abend kamen wir durch Ciudad Constitución und wenige Kilometer später jagten wir den kleinen Aveo noch einmal 80 Kilometer Off-Road durch die Wüste, Richtung unserer letzten Mision: San Luis Gonzaga. Ein kleines Kirchlein, daneben noch ein Gebäude, in dem das Dach halb heruntergekommen war, und ansonsten noch drei weitere Häuser zeugten davon, dass dieser Siedlungsort mitten in der Pampa wohl auch schon einmal bessere Zeiten und vor allem Leben gesehen hatte.

Am Donnerstag versuchten wir noch einmal das Meer zu sehen, aber unser versuch an den Strand zu fahren, endete in einer Sackgasse, die vor einem noch im entstehen befindlichen Hotel-Resort-Komplex endete. Also tankten wir unseren kleinen Kampf-Aveo noch ein letztes mal voll und fuhren ihn völlig verstaubt bei der Mietwagenfirma wieder vor. Trotz des Drecks waren die zufrieden mit dem Wagen und chauffierten uns die paar hundert Meter weiter zum Flughafen, wo wir später mit einer 737 in Richtung DF wieder abhoben.





Gestern dann stand wieder ein kleiner Off-Road-Tag fuer unseren kleinen Sportwagen an, und wir fuhren am Morgen in Richtung Mision San Francisco Javier – eine alte Mision die mitten in den Felsen und Bergen im Hinterland Loretos liegt. Die ersten 16 Kilometer bekamen wir noch Asphalt unter die Raeder, bevor uns der Weg weiter auf Schotter, Staub und Sand fuehrte.







