El pasaporte – mein neuer Schnüffelpass

Es sind tausend Dinge, an die ich denken muss, um mein kleines Jährchen in Mexiko vorzubereiten. Nachdem ich nun wenigstens meinen Flug gebucht habe und damit zumindest gefühlt das Wichtigste bei mir habe stehen noch weitere wichtige Dinge an. Gestern beispielsweise habe ich mich um einen neuen Reisepass gekümmert. Meiner wäre nicht mehr lang genug gültig gewesen, also brauchte ich einen neuen. Einen, der mich zum Verdächtigen macht. Mit biometrischen Daten. Fingerabdrücken. RFID-Chip, der kontaktlos ausgelesen werden kann und das ganze für den Schnäppchenpreis von 59 Euro. Und weil er jetzt teurer ist, weil die da so viel Technik reingepackt haben, um meine Daten, falls ich mal was Böses mache, zu speichern und weil das jetzt für alle etwas aufwendiger ist, schreiben mich die Behörden auch nicht mehr an, wenn der Pass fertig ist, nein: Man muss das selbst immer mal wieder online checken, wie der Status des neuen Passes bei der Bundesdruckerei so ist. Also wenn schon teurer, dann muss man auch selbst ein bißchen mitmachen. Kleiner Trost, das rote Büchlein ist von nun an für mich 10 Jahre gültig. So nicht vorher schon voll. Achja und weil der neue Reisepass ja so toll viele elektronische Daten über mich enthält, sie über den kleinen, feinen und auch ein bißchen hinterhältigen RFID-Chip ausgelesen werden können, muss ich mir natürlich auch Gedanken darüber machen, wie ich meine Daten vor unberechtigtem Zugriff schützen kann. Denn – so sicher, wie von Herstellern und Politikern immer gepriesen ist die RFID-Technologie bei Leibe nicht! Schon im vergangenen Jahr haben Experten belegt: Wer will und kann und Ahnung hat, kann die Daten unbemerkt abgreifen und damit schindluder treiben. Und übrigens scheinen auch nicht mehr alle Behörden an die Sicherheit der Technologie zu glauben: Die Hansestadt Lübeck bietet inzwischen schon im Passamt eine Aluhülle zum Reisepass an, damit dieser vor unberechtigtem elektronischem Zugriff geschützt ist. Da schient das Vertrauen in die moderne Technologie auch alles andere als gefestigt zu sein. Und dies eben zurecht.

Wer jetzt keine spezielle Hülle kaufen möchte, kann seinen Reisepass auch künftig in herkömmliche Alufolie einwickeln – auch das soll helfen, Lesegeräten den Zugriff auf den Chip zu erschweren bzw. zu verhindern.

Wem die Sicherheit seines Reisepasses Schnurz ist und wer lieber flach und geschmacklos ein bißchen provozieren möchte, beispielsweise bei der Einreise nach Deutschland, der kauft sich eben auf einer amerikanischen Internetseite ein edles Nazi-Reisepass-Cover.

Ohhh Mann – wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Ami her….. ts ts ts

Aber vorsicht, Freunde der Plattitüden, in Deutschland dürfte der Gebrauch eines solchen Covers den Sicherheitsbehörden eher kein Lächeln abringen. Und auch dies: Zurecht!

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