Un (primer) fin de semana.
Ja, was soll ich schreiben. Die Nacht von Freitag auf Samstag ließ uns vor allem lang in den Samstag hineinschlummern. Gegen Mittag kehrte langsam Leben in die Wohnung ein, und wir hatten eigentlich auch nicht viel vor. Bernhard und Paola wollten lediglich am Nachmittag den neuen Mietvertrag für ihre neue Wohnung in San Angel unterschreiben, mehr stand eigentlich nicht auf dem Plan. Am Abend wollten wir zum Argentinier Essen gehen. Den Plan verschoben wir aber später auf Sonntag. (Photo links: Das aktuelle Wohnhaus von Bernie und Paola – ganz unten der erste Balkon gehört zu dieser Wohnung)
Paola startete am frühen Nachmittag zu ihren Eltern und Bernhard und ich fuhren mit dem Metrobus in Richtung C.U. – Ciudad Universitario – ein Stadtteil nur für die UNAM – die größte Uni Lateinamerikas. Die Zahlen der eingeschriebenen Studenten schwanken zwischen 250.000 und 300.000 – und so eine Uni braucht natürlich auch ein entsprechend großes Gelände. Es ist sehr grün da, mit in einem Bioreservat und viele der Gebäude stehen seit einer Weile auf der Liste des UNESCO Welterbes. Wir spazierten bestimmt ein/zwei Stunden über das Gelände, aßen eine Kleinigkeit in einer Art besseren Mensa und schnappten uns ein Taxi nach San Angel.
Das Viertel ist Coyoacán ganz ähnlich. Nur koloniale Gebäude, flach, gepflasterte Strassen, Bäume an der Seite, die das Pflaster anheben, die Strassen schmal und die Häuser bunt. Das wird die neue Heimat von Berhard und Paola ab in wenigen Tagen sein – Anfang August steht ihr Umzug an. Bernhard und ich verpassten die Vertragsunterzeichnung und trafen später in der nähe eines Künstlermarktes in San Angel auf Paola. (Photo rechts: Ein Ausschnitt aus dem Gelände der UNAM) Gemeinsam spazierten wir über den Markt, wunderschöne Malereien und andere kunstvolle Objekte – man hätte glatt hier und da zuschlagen können. Später kehrten wir bei einem Franzosen ein und aßen leckere herzhafte Crepes. Den Argenitinier cancelten wir genau bei diesem Franzosen. Später machten wir uns auf den Heimweg mit einem kleinen Bus, sackten an der Metro noch drei wunderbare DVD-Kopien ein (Y tu mama tambien, El asesino perfecto und eine andere pelicula), schnappten uns beim Superama noch einen Weißwein und einen wunderbaren Tequila und ließen den Abend mit den Filmen ausklingen. Zuvor stiegen wir noch in der Abendsonne auf das Dach unseres Wohnhauses und genossen die Aussicht über das Tal von D.F., die grüne Mega-City und die Berge im Hintergrund.
(Photo links: Aussicht vom Dach von unserem Wohnhaus auf den Norden von D.F.) Gestern dann war wieder lang schlafen angesagt. Später packten wir nach dem Essen unsere Klettersachen zusammen und fuhren in den Norden der Stadt. Dort ist ein toller Klettergarten, an dem man doch für eine künstliche Anlage angenehm hoch hinaus kann. Das einzige, was ein wenig stört, ist, dass man vom hauseigenen Personal gesichert wird, dass sich lieber unterhält als ein Auge auf die Wand zu haben. Geschweigedenn macht irgendjemand einen Sicherheitscheck, ob man auch richtig eingehangen ist oder ähnliches – da muss man sich schon selbst vertrauen. Naja, wir bevorzugten dann später die Kletterrouten, die mit Fliehkraftbremsen ausgestattet waren – lieber dem Gerät vertrauen, als einem Mexikaner, der sich unten mit irgendwelchen Chicas unterhält, und dabei vergisst, das Seil nachzuziehen….
Nach ein paar Stunden waren wir dann auch kräftmäßig ganz gut ausgepowert. Der richtige Zeitpunkt für Parrillada beim Argentinier. Schon fast Kiloweise bestellten wir das gute und lecker argentinische Rindfleisch – al punto por favor – einen leckeren Sauvignon (Malbec war leider nicht zu bekommen) und stärkten unsere Kräfte wieder. (Dia-Show: Eindrücke vom Wochenende)
Am Abend stand dann auch nur noch ein Video auf dem Plan und ab ins Bett. Heute ist wahrscheinlich mein vorerst letzter Tag in D.F.. Werd morgen nach Puebla weiterziehen und meine Sachen wie Migracion, Uni und Wohnung klären. Meine Zielvorstellung ist, dass ich bis zum Ende der Woche eine etwas dauerhaftere Bleibe gefunden haben werde. Und dann bin ich spätestens Anfang August wieder in D.F. – zum einen, um Bernie und Paola beim Umzhug zu helfen, zum Anderen um meinen ersten deutschen Gast vom Flughafen abzuholen.
PS: In der Seitenleiste gibt es für Photo-Liebhaber und jene, die nicht nur Minibilder genießen wollen einen wichtigen Link. Unter „…mehr Mexico“ liegt der Link „Mexico in Bildern“. Dort findest Du eine Diashow bei Flickr mit ausgewählten Bildern, die ich gemacht habe, por supuesto im Großformat! Kleiner Tipp – nach dem Klicken F11 drücken – für den Genuss im Vollbildformat.


22. Juli 2008 um 02:14
ola, meine güte du hinterlässt hier ja endlose romane:)
Schön, dass du so unglaublich schnell anschluss und coole leute gefunden hast! Die arbeit hier nervt grad mal wieder tierrisch und die outdoor am we brachte nichts wirklich großes:(
genieß die zeit!!!
22. Juli 2008 um 23:02
Hi Jakobus!
Fühle mich, als wäre ich ein Stückchen mit dabei.
Dickes Lob an Deine tollen Berichte, Fotos und das Video. Bei der vielen Arbeit im trüben Bonn kommt das gerade richtig!
Gruß Miriam