Update: Flugzeugabsturz in D.F. und US-Wahl in Lateinamerika

Absturz in D.F.

Ein Tag nach dem Absturz einer mexikanischen Regierungsmaschine in Mexico City hat sich die Zahl der Todesopfer erhöht. Insgesamt kamen bei dem Flugzeugunglück mitten in Mexiko Stadt 14 Menschen ums Leben. Unter ihnen war auch der mexikanische Vizepräsident und weitere ranghohe Regierungsvertreter.

Die Regierung schließt unterdessen ein Attentat auf den Learjet weitgehend aus. Das war insofern für möglich gehalten worden, als das in dem Flugzeug auch der ehemalige Chef der Verbrechensbekämpfung organisierter Kriminalität mit ums Leben kam. Er hatte erst vor zwei Wochen nach wiederholten Morddrohungen sein Haus aus Sicherheitsgründen räumen müssen und an einen unbekannten Ort umziehen müssen.

Inzwischen wurden auch Blackbox und Voicebox des Jets gefunden. Sie sollen in den USA vom National Transportation Safety Board untersucht werden und somit Aufschluß über den Absturz des Kleinjets geben.

US-Wahl: Stimmen in Lateinamerika

Nach dem gestern in den mexikanischen Zeitungen kaum Platz für die US-Wahl war, wird dies heute nun nachgeholt. Mexico hat bereits Verhandlungen mit der Obama-Mannschaft aufgenommen, daß er noch vor seiner offizielle Amtseinführung in das Nachbarland kommen möge. Von Obama erhofft man sich hier vor allem weitere Unterstützung im Zuge des Planes Merida, der den Mexikanern US-Unterstützung im Kampf gegen den Drogenhandel und die Drogenkriminalität zusichert. Bislang sind von US-Seiten Millionen für die Verbrechensbekämpfung nach Mexiko geflossen, das soll weiter so bleiben und im besten Fall noch mehr werden. Außerdem unterstützen die USA beratend den Kampf gegen die Drogenkartelle.

Was allerdings für die Mexikaner noch wichtiger ist, ist die Migrationspolitik der USA. Hier erhofft man sich vor allem erhebliche Fortschritte und neue Übereinkünfte. Bislang strömen jedes Jahr tausende Mexikaner illegal über die Grenze im Norden in die Staaten. Viele werden wieder abgeschoben, ohne Papiere, und können auch in Mexiko dann kaum ein geregeltes Leben fortsetzen. Andere haben weniger Glück und kommen beim illegalen Grenzübertritt ums Leben. Die Grenze zwischen den USA und Mexiko ist nach wie vor eine der gefährlichsten und am meisten Gesichertsten in der Welt. Von Obama erhofft man sich nun, dass er die strikte Einwanderungspolitk ein wenig lockern wird, bisher illegalen Einwanderern bessere Möglichkeiten schafft, den Weg aus der illegalen Existenz in den USA zu finden und legal in den Staaten zu leben. Denn kämpfen die USA auch energisch gegen die mexikanische Migration, so brauchen sie sie auf der anderen Seite auch. Ganze Industriezweige in den Staaten können nur bestehen, weil sie auf die billigen und meist illegalen mexikanischen Arbeitskräfte zurückgreifen. Diese leiden unter schlechten Arbeitsbedingungen und haben kaum Schutz vor Ausbeutung. Gerade auf diesem Feld werden hohe Erwartungen in Obama gesetzt, diese Misere zu verbessern.

Aber auch in den anderen Ländern Lateinamerikas wurde mit Freude auf die Wahl Obamas reagiert. Kuba, beispielsweise, hofft nun auf eine Aufhebung des Wirtschaftsembargos und verbesserte Beziehungen zu den USA. In diesem Wunsch werden die Kubaner von zahlreichen anderen Ländern unterstützt:

So forderte auch der brasilianische Präsident eine Aufhebung des Embargos der Staaten gegenüber der Karibikinsel. Lula da Silva erhofft sich außerdem eine neue Ära in den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und den Ländern Lateinamerikas – eine bessere Zusammenarbeit in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen und eines vor allem: Verhandlungen auf Augenhöhe.

Auch aus Bolivien, dass vor nicht allzu langer Zeit den US-Botschafter aus dem Land geworfen hatte, kommen optimistische Töne der Hoffnung auf eine bessere Zusammenarbeit und auf eine Ende egoistischer, manchmal unter neokolinialen Zügen leidender Politik der Staaten.

Venezuela, einer der erklärtesten Feinde der USA in Südamerika, begrüßte ebenso die Wahl Obamas und sieht darin neue Perspektiven. Hugo Chávez wünscht sich ganz neue Beziehungen zu den Vereinigten Staaten, eine gleichberechtigte Zusammenarbeit und Abkommen zwischen beiden Ländern, die beide Völker nach vorn bringen. Auch Venezuela hatte den amerikanischen Botschafter aus Solidarität mit Bolivien erst vor Monaten aus dem Land gejagt. Das sind ganz neue Töne aus Venezuela und sie zeigen auch die Hoffnungen, die an den ersten afroamerikanischen Präsidenten geknüpft werden.

Aus Kolumbien und weiteren Teilen Südamerikas wurden ebenso Gartulationen in Richtung Washington gesendet. Kolumbien, daß seines Zeichens der engste Verbündete der Vereinigten Staaten in Südamerika ist, hofft auf eine fortgesetzte enge Zusammenarbeit, auch hier vor allem auf dem Gebiet im Kampf gegen die Drogenkriminalität.

Zurückhaltende Töne kommen indes aus Ecuador. Präsident Correa warnte vor überzogenen Hoffnungen und Erwartungen an den neuen US-Präsidenten. Obama bedeute keinen “radikalen Wandel” in der Politik der Vereinigten Staaten. Er träume nach wie vor von dem Tag, an dem man in den Ländern Lateinamerikas nicht voller Sorgen verfolgen müssten, wer in den USA Präsident werde.

Eine Antwort zu “Update: Flugzeugabsturz in D.F. und US-Wahl in Lateinamerika”

  1. [...] zum Flugzeugabsturz habe ich bereits hier und hier geschrieben. Und zu den Narcos findest Du hier einen weiteren Artikel von [...]

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