In den vergangenen Wochen hatte ich immer wieder die einschlägigen Verkaufsseiten für Fußballtickets abgegrast und nach Eintrittskarten für die WM-Quali Mexico gegen Costa Rica gesucht – und: Nichts gefunden. Am Freitag Morgen dann kam die Wende. Ohne große Hoffnung surfte ich mal wieder den Ticketmaster an und baffff: Sie hatten Eintrittskarten freigeschaltet! Mit Roman machte ich mich auf den Weg, die Tickets zu sichern und mit einer gehörigen Portion Glück grifffen wir uns am Ticketschalter in Puebla die letzten fünf Eintrittsttickets für $158 PES – umgerechnet 8,31 €.
Gestern Mittag dann zog ein Hauptteil der Quince los: Thaela und ihr Freund Matthias, der ein paar Tage zu Besuch ist, Roman, Enora und ich. Mit dem Bus gings direkt nach México-Sur, dem Terminal, das am nächsten zum drittgrößten Stadion der Welt liegt – dem Estadio Azteca.
Mit einem Mikro näherten wir uns der Mega-Schüssel, die immerhin 105 000 Fußballfans Platz bietet. Vor dem Stadion wurde es ein wenig dränglig – bevor wir hineinstürmten mussten wir uns noch entprechend einkleiden. An Trikot-Ständen, Fahnenverkäufern und Stirnbandanbietern mangelte es nicht – die Fakes der Trikot waren mal besonders billig verarbeitet, mal ganz gut gemacht – und für $100 PES war die Uniform für alle perfekt: Gruppe Marquéz mit der Nummer 4 zog ins Stadion ein. Nunr fünf Minuten vor Anpfiff bezogen wir die Ränge und genossen den Blick auf das nahezu komplett gefüllte Aztekenstadion. Eine Stimmung – unglaublich – ein Lärm – göttlich – und wenn man nur einen Moment lang inne hielt und auf die Räneg achtete: Das Stadion bebte tatsächlich.
Der Fußball-Tag in Bildern. (Zwei davon sind von Roman)
Die Partie ging ein wenig lahm los, México vergab mehrere Tor-Chancen und setzte die Kugel dann aber doch noch nach einer halben Stunde in das Costa Ricanische Tor und ging mit 1:0 in die Halbzeitpause.
Auch nach der Pause floppten viele Pässe der Mexikaner, keine besonders gute Show, der Torwart war aber sichtlich gut drauf und beschützte das mexikanische Tor vor möglichen Gegentreffern – die allerdings auch nicht gerade zu häufig drohten. Mit einem Foul im Strafraum kassierte Costa Rica beim Elfer den nächsten Treffer und mit 2:0 ging das Spiel dann auch zu Ende. Aus Angst, in rund 100 000 Fans unterzugehen und nicht mehr den Weg nach Puebla zurückzufinden, gingen wir füfn Minuten vor Shcluss und mussten uns so nur mit rund 10.000 Fans wieder auf den Weg ins Zentrum machen.
Gegen halb 11 waren wir wieder in der Quince -dressten uns lange Hosen an und zogen nun mit dem gesamten Haus in einem Taxi (wie immer – da passen doch locker 7 Leute rein) auf eine Studi-Party. Das ging lang und entsprechend lang blieb es heute Morgen dann auch ruhig – in unserem Haus.



„Sag JA zur Piraterie – NEIN zum Raub meiner Ware!“
eben einer Fotocollage wollten wir Pedro ein Poker-Spiel zukommen lassen, und weil die Fertig-Sets in Mexiko recht kostspielig und obenrein schwer zu bekommen sind, entschieden wir uns, Karten und Chips einzeln zu kaufen und ein Set selbst zusammenzustellen. Wir kreierten also eine nette Box für Karten und Chips und mir kam die Aufgabe zu, den Spielteppich professionell zu gestalten. Punkt Mitternacht hatten wir alles fertig und belagerten das Zimmer von Pedro, der gerade beim 24-h-Shop OXXO ums Eck Bier kaufen war. Die Überraschung gelang, Pedro war hin und weg über das Gschenk und wir feierten noch ein wenig in seinem Zimmer. Allerdings nicht übermäßig lang, wollten wir doch den Samstag in Teotihuacán auf den Pyramiden verbringen, um dort den Frühlingsanfang mit eine Menge weiterer Sonnenanbeter dort zu feiern.
Also fielen wir bereits am Samstag um halb 5 wieder aus den Betten und die gesamte Quince machte sich auf den Weg nach DF, wo wir gegen 9 mit einem weiteren Bus zu den Pyramiden weiterfuhren.
e offenbar am Besten kann: Mit großen Waffen herumlungern, böse gucken, als wären die Besucher Verbrecher, die jederzeit einen Anschlag verüben würden und mit gezogenem Schlagstock dafür sorgen, dass man sich an keinem Ort zuviel Zeit für Fotos ließ. Die Schilder, die sie bei sich trugen habe ich bislang noch nicht erwähnt, aber ich denke, man kann sich ganz gut vorstellen, dass es sich unter diesen sicherheitspolitischen Vorkehrungen so richtig wohlfühlen ließ, auf den Pyramiden.
n an diesem Tag auf die Pyramide, weil man sagt, dass man dort am Besten die Energie der Frühlingssonne empfangen würde. Wir standen uns also die Beine in den Bauch und kamen nur zögerlich voran und nach oben. Ich persönlich hielt unser gesamtes Vorhaben, an jenem Tag nach Teotihuacán zu fahren, von anfang an für ein wenig übertrieben und hielt auch die tausenden von Sonnenanbeter, die ihre Handflächen der Sonne entgegen reckten, für wunderliche Gesellen. Mir persönlich gefällt Teotihuacán an jedem a
nderen Tag im Jahr besser, als wenn es überfüllt und mit schwer bewaffneten Polizisten belagert ist – aber gut, Pedro hatte sich den Besuch zum Geburtstag mit uns zusammen gewünscht, also hieß es: Durch da!
den Pyramiden und langsam gen Puebla wieder aufmachten. Vorher speisten wir noch in einem Strassenrestaurant (Hase – klein, aber lecker!) und fuhren mit dem Bus nach México zurück. Von Da sprangen wir in den nächsten Direktbus nach Puebla, wo wir recht müde gegen 7 Abends aus dem Bus fielen. Alles in allem war es eine witzige Aktion gewesen – aber ich würde keinem empfehlen, es uns gleich zu tun. Auch wenn die Vorhersagen unseres Guides, der uns eine Woche zuvor über die Anlage führte, nicht eintraten und man die angekündigten 2 Millionen Menschen nicht so wirklich auffinden konnte, war es doch genug. Und ohne die mexikanischen Rambos sieht die Anlage auch schöner aus und man fühlt sich irgendwie auch sicherer.
Am Abend stand dann noch Pedros Geburtstagsfeier an, die entsprechend müde begann. Wir waren alle schon viel zu lange auf, um irgendwie aufgeweckt in Partystimmung zu sein, aber Wodka und Bacardi taten nach einigen Stunden das Ihre und schaukelten noch die Party auf ein sinnvolles Feierniveau.

