Mal wieder DF. Und mein neues Auge.

Also, wie drunter angekündigt, kommt hier der Wochenendbericht.

Am Freitag, ich hatte mich am Donnerstag noch etwas grippig gefühlt, stieg ich mit meinem Mitbewohner Roman in den Bus und fuhr nach México, um dort die letzten zwei Tage mit Norman und Sally zu verbringen. Wir nahmen einen Bus am Vormittag und trafen und trafen uns, nachdem wir die obligatorischen Tacos al Pastor noch am Busbahnhof in uns hineinschoben, mit den beiden vor der Kathedrale. Der eigentliche Plan, ein Fußallspiel im Azteca zu sehen, war leider am Tag zuvor gestorben, weil man mir seitens des Stadions mitteilte, dass sämtliche Zweitligaspiele im Azteca „a puerta cerrada“, also ohne Publikum, stattfinden. Die Sicherheitskosten für das schließlich drittgößte Stadion der Welt wären wohl höher, als die Einnahmen. Auch das gibt es.

Lancha in XochimilcoAlso hatte ich einen Alternativpan ausgeheckt und, nachdem Roman und ich im Hotel eingecheckt hatten, fuhren wir zu viert nach Xochimilco im Süden von DF. Xochimilco, das sind wohl die Überreste des ursprünglichen Mexico Citys, wie es wohl aussah, noch bevor es jemals jemand so nannte, zu den glorreichen Zeiten der Azteken – eine Stadt im Wasser, in der man sich mit Booten und Flößen hin und her bewegte. In Xochimilco (sprich: Sotchi-milko) kann man das noch heute bewundern, und sich auf einer Lancha (Stechboot) durch die Kanäle schippern lassen, vorbei an Händlern, Musikern und anderen Party-Flößen und bei einem Bierchen die Seele baumeln lassen. Genauso taten wir das dann auch – mieteten uns eine Lancha samt Bootsjungen und ließen uns durch die Kanäle treiben.

Am Abend dann fuhren wir wieder zurück in die Stadt und trafen uns am Torre Latino mit Thaela, meiner weiteren deutschen Mitbewohnerin aus Puebla. Gemeinsam bestiegen wir in der Dämmerung das einstmals höchste Gebäude Lateinamerika und sahen dabei zu, wie die Sonne über der Millionenmetropole langsam das Licht ausknippste, und sich glühend hinter den Bergen verabschiedete.

Sonnenuntergang über México - oder Mordor hinter den Bergen :-)Wir hatten keine Zeit zum Bummeln auf dem Torre Latino, da mein eigentliches Alternativ-Programm zum Fußballspiel das mexikanische Wrestling sein sollte – die Lucha Libre. Und so saßen wir auch schon wenig später in der Arena Mexico und schauten maskierten Männern beim Tanz… ähm – beim Kampfe zu. Als Kampfsport mag das Ganze eher lächerlich sein, weil alles fingiert ist, aber artistisch wertvoll und ein bißchen lustig war es allemal. Und dank meiner am Eingang nicht entdeckten Kamera in der Hosentasche, konnte ich sogar ein kleines Filmchen drehen und es hier hineinstellen.

Der Samstag sollte als letzter Tag für Norman und Sally dann auch lang und voll werden. Damit auch wirklich alle Hebel in DF gezogen werden, entschieden wir uns für ein Frühstück in  Coyoacán mit einem Streifbesuch am Haus von Frida Kahlo vorbei und dann, mit allem Gepäck bereits, in die entgegengesetzte Himmelsrichtung nach Norden – zum Terminal del Norte, wo wir mit einem Bus zu den Pyramiden von Teotihuacán fahren wollten.

Teotihuacán - in der TrockenzeitAlso verstauten wir das Gepäck bei einem Guarda-Equipaje am Busbahnhof und fuhren mit dem nächsten Camion nach Teotihuacán. Mein bereits zweiter Besuch. Aber diesmal sollte es wieder anders sein. Nicht nur, dass wir weniger Zeit als bei meinem ersten Besuch hatten, dieser Besuch fiel auch in die Regenzeit – weshalb die Pyramiden in ausgetrockneter Vegetation stehen – ein neues Bild. Bei meinem ersten Besuch hatte die alte Olmekenstadt noch in saftigem grün gestanden (vergl. auch hier) – es war eben Regenzeit.

Unser Guide - "sprecke auk deutsss"Mit Norman, Sally und Roman leisteten wir uns einen englischsprachigen Führer, der uns knappe anderthalb Stunden durch die Anlage führte und mehr oder minder interessante Punkte ansprach. Um 5 packten wir uns zusammen und machten uns auf den Weg zum Rückbus. Der Flieger von N&S sollte um 21 Uhr abheben, und wir hatten von daher gegen 7 am Flughafen sein wollen.

Das Timing klappte faszinierend gut und pünktlich um 19 Uhr standen wir am IBERIA-Check-In und verabschiedeten Norman und Sally aus México.

Jakob, Sally, Norman und Roman auf der Mondpyramide - Photo: Von Romans KameraMit Roman fuhr ich dann wieder nach Puebla, wo ich weiter meine Erkältung kurierte, die ich heute fast schon hinter mir habe.

Die vergangenen drei Tage gingen dann auch recht ruhig zu. Ich habe bis Donnerstag keine Uni und somit die Zeit anderweitig genutzt. Seit gestern habe ich ein neues Spielzeug – eine Samsung S1050 – die meine pilzbefallene alte Camera ersetzt. Und dies, nach bisheriger, erster Erfahrung – großartig. Konnte ich an meiner alten Samsung Blende und Verschlusszeit manuell auswählen, gewährt mir diese Kamera jetzt auch manuelles fokussieren, was zu wirklich tollen Ergebnissen bei Nacht führt. Ein, zwei Beispiele drunter und bald dann mehr.

Kathedrale Puebla von meiner Terasse aus Zimmertür bei Nacht in meiner WG15 Poniente bei Nacht - von meiner Terasse aus fotografiert

2 Antworten zu “Mal wieder DF. Und mein neues Auge.”

  1. Grüsse ins sicherlich immer noch sonnig-warme Mexico. Hier hats vor zwei Tagen mal wieder ein wenig geschneit, in höheren Lagen ist sogar was liegen geblieben. Unglaublich!

  2. Ja so unterschiedlich ist das: Wir haben uns gerade alle (ich glücklicherwieise kaum, der Rest dafür aber umso mehr) bei unserem neuerlichen Teotihuacán-Besuch verbrannt. Der Sommer ist hier schon längst da (und war nie weg).
    Ich hoffe, Du hast meine Glückwünsche bekommen – falls nich: Nochmal alles Guade zum neuen Lebensjahr. Ich erleb ein bißchen was für Euch in Mex mit :-)

    Beste Grüße in den Schnee,
    JKB

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