Mexikanische Grippe: Jetzt merken wir’s auch in Puebla

+++ unis und schulen jetzt auch in puebla dicht +++ Mundschütze ausverkauft +++ grippe ist thema nr.1 +++

Den gestiegenen Zugriffszahlen auf mein Blog vor allem in den vergangenen Puebla heute - die Mundschütze sind ausverkauftzwei Tagen, einigen Mails und Skyponaten entnehme ich, dass einige meiner Leser sich sehr dafür interessieren, wie das Leben denn vor Ort in Mexiko zur Zeit aussieht und wie es denn in Puebla im Speziellen so ist.

Habe ich bis gestern noch sagen können, dass man hier davon nichts mitbekommt, so lang man nicht in die Nachrichten schaut, hat sich doch heute viel verändert.

Heute morgen bin ich noch, wie gewohnt, zur Uni gegangen und auf dem Weg im Mikro wurde mir bereits klar:  In Puebla nimmt man die Grippegefahr jetzt auch ernster als am Wochenende. Schon im Bus saßen vereinzelt Menschen mit den blauen Tapabocas, also mit Mundschutz, der inwischen in den deutschen Medien schon als neues „Wahrzeichen“ Mexikos bezeichnet werden. In der Uni verlief der Unterricht noch ganz normal und auf dem Hof wurden die Menschen mit den blauen Mundschützen dann auch immer mehr.

Nicht gerade modisch, aber trotzdem ausverkauft. Die Tapabocas in Mexiko.Kaum zu Hause wieder reingekommen, drückte mir auch Enora einen solchen blauen Mundschutz in die Hand, die inzwischen in fast allen Apotheken der Stadt ausverkauft sind. Pedro und Norma, unsere beiden Mitbewohner, hatten irgendwo welche aufgerissen und für uns mitbesorgt. Zumindest das unangenehme Gefühl, dass die Grippe nicht weit weg ist, ist inzwischen in Puebla angekommen.

Kurze Zeit später dann kam die nächste Meldung: Die Universitäten und Schulen haben heute Mittag auch in Puebla die Tore geschlossen und sämtlichen Unterricht abgesagt. Vorerst bis nächsten Mittwoch.

Also hat sich unser Haus wieder gefüllt und alle sind aus den Unis nach Hause gekommen.

Tacoverkäufer mit Tapaboca. Puebla 27.4.09Heute Nachmittag habe ich dann eine kleine Runde durchs Zentrum gedreht und festgestellt: Immer mehr Leute laufen mit den Atemschutzmasken herum – noch ist es aber nicht die Mehrheit. Vor allem in Restaurants und Cafés haben die Angestellten die Masken im Gesicht. Das Zentrum selbst rund um den Zócalo war aber gut gefüllt. Hauptsächlich Schüler und Studenten nutzen die Zwangspause, um Kaffee trinken zu gehen oder ein Eis zu essen. Denn warm ist es auch wieder. Und das macht die Tapabocas nicht gerade zum bequemsten Utensil.

Der Mundschutz - auch jetzt im Straßenbild von PueblaVon meinen Verantwortlichen aus den Relaciones Internacionales bekam ich heute eine Mail: Bitte regelmäßig Hände waschen, das Haus nicht unnötig verlassen, Begrüßungsküsse und Handschläge vermeiden, Tapabocas tragen.

Es ist also nicht mehr ganz so ruhig, wie es gestern noch aussah. Und dass allerorts die Mundschütze ausverkauft sind, deutet daraufhin, dass die Menschen jetzt auch in Puebla Angst haben.

Gestern hatte ich noch mit meinen Freunden in Mexico City gechattet, und sie sagten, dass auch sie inzwischen von zu Hause aus arbeiten. Inzwischen wird in DF überlegt, notfalls sogar den öffentlichen Nahverkehr einzustellen. Das wäre wirklich Wahnsinn.

Die Zeitungstitel - dominiert von der GrippewelleAlles in allem geht es uns in der Quinze aber allen gut. Und wir hoffen auch, dass das so bleibt. Erste Ideen gehen um, wie wir die Zwangsferien nutzen könnten und so denke ich inzwischen darüber nach, vielleicht mit ein paar Leuten in den Nationalpark Ixta-Popo zu flüchten und ein paar Tage in der Natur zu wandern.

Ich hoffe allerdings sehr, dass sich die Situation so schnell wie möglich wieder entspannt. Auch dass das Auswärtige Amt inzwischen von unnötigen Reisen nach Mexiko abrät macht mich ein wenig nachdenklich. Angst habe ich allerdings keine – ich denke, dass wird alles vorbeigehen.

Soweit die aktuelle Situation hier in Puebla. Ich halt Euch auf dem Laufenden.

PS: Seit einigen Tagen kann man die neusten Schlagzeilen über Mexiko auch in meinem Blog verfolgen – oben rechts, noch über dem Willkommenstext.

5 Antworten zu “Mexikanische Grippe: Jetzt merken wir’s auch in Puebla”

  1. el padre y mamá Sagt:

    Klingt doch nicht so harmlos!
    Denk’ an euch alle in der Quinze; bleibt verschont und behütet!!!
    mutsch

  2. Wurde heute schon wieder von zwei Leuten angesprochen ob ich nicht irgendwelche Krankheitserscheinungen habe. Tja keine Ahnung ob das alles hier nur übertriebene Massenhysterie ist, oder ob es tatsächlich so ernst ist.

    Viel Glück und Gesundheit euch! Kommt denn der Danson trotz Horrorgeschichten?

  3. Hey Jakob, Danke für die guten Infos aus erster Hand, schließe mich den anderen an: passt auf Euch auf und bleibt gesund. Mal ganz abgesehen davon, dass Du mit dem Mundschutz aussiehst wie Sascha Hehn in einem Schwarzwaldklinik-Outtake. Das muss aufhören. ;) Viele Grüße!

    • Danke für Dein Mitgefühl. Und wie Sascha Hehn aussehn – neee! DAS muss ein Ende haben!

      Hüstel hüstel, keuch keuch,

      Grüße ins gesunde (noch, harr harr) Deutschland!

  4. Danson hat bislang keine Planädernung. Hat ja noch ein wenig Zeit. Hier schwankt alles zwischen Hysterie und Vorsichtsmaßnahmen.
    Ich glaub aber, dass die Befürchtungen in Dtl wirklich übertrieben sind. Da kann man easy die Grippe behandeln. HIER sterben die Leute. Hier gibts weder Medikamente noch wirksame Impfungen. In den Staaten verlaufen die Grippefälle viel glimpflicher, als hier in Mexiko. Leider zeigt sich gerade an so einem Fall, dass dieses Land eben doch nicht über den Stand eines Entwicklungslandes hinaus ist.
    Aber Angst in Europa? Halt ich für absolut übertrieben. Ich hab übrigens auch keine. :-)

    Soweit, keep on coughing :-)
    bye und hüstel…

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