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Eine Kupferstadt wie im wilden Westen

Posted in Adios México, baja california, mexico city, pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 27. Juni 2009 by Jakob

Das Rathaus von Sta. RosalíaHolzhäuser, nicht mehr als zwei Etagen, eine große alte Kupferfabrik, die Sonne tief über den Bergen, die Santa Rosalía umgeben und eine staubig-heiße Luft. 40 Grad im Schatten und das am frühen Abend – wir sind also an unserem nördlichsten Punkt unserer Baja-Rundreise angekommen. Nach unserem kleinen Stelldichein mit den lokalen Rabauken von der Policia fanden wir nach einigem Suchen doch ein recht nettes Hotel und es stellte sich rasch heraus, dass es kaum mehr als zwei Restaurants gibt. Wir verbrachten den Abend in Ruhe, ich schrieb den vorhergehenden Artikel und am nächsten Morgen machten wir uns ein letztes Mal auf, weiter nach Norden, um unsere vorletzte Jesuiten-Mision zu sehen, die wir noch auf dem Plan hatten.

Los Bomberos - im Zeitalter der Kupferminen hängen geblieben

Am Vormittag stiegen wir ins Auto und bewegten uns recht schnell wieder weg vom Golf ins Halbinselinnere und kamen nach einer guten Stunde weiter in einem kleinem Dorf an, dass einen schattigen Zócalo hatte und Eine andere Perspektive auf San Ignaciodemgegenüber San Ignacio stand. Wir blieben einige Zeit in dem Dörfchen , sahen uns die alte Mission (in meinen anderen Artikeln findet man die spanische Schreibweise mit einem „s“ – war also kein Fehler) an und aßen einen Salat in einem Restaurantito gegenüber. Auf der Rückfahrt durchquerten qir erneut die karge Landschaft, aber machten einen kleinen Abstecher zum Vulkan Las Tres Virgenes, an den wir aber letztendlich doch nicht wirklich herankonnten. Unser Weg in die Wildnis endete an einer Hütte, die gerade für Öko-Tourismus aufgebaut wurde und die beiden Verantwortlichen schienen doch sehr erfreut über unseren unerwarteten Besuch und erklärten uns das Projekt.

Las Tres Virgenes - Vulkan nördlich von Sta. Rosalía

Am Abend schlenderten wir noch einmal durch das kleine Wild-West-Städtchen mit seiner von Gustav Eifel konzipierten Kirche und machten ein paar Fotos, bevor wir uns zur Ruhe betteten.

Und dann stand schon die Rückfahrt unserer Rundreise ins Haus. Über 1200 Kilometer hatten wir bereits auf dem Tacho, als wir uns am Dienstag morgen zu einem reinen Fahrtag aufmachten. La Paz sollte das Ziel erneut sein – 630 Kilometer durch karge Wüstenlandschaft, und vorher noch einen Badestopp in einer der einsamen Strände des warmen Golfes nahe Loreto.

Der Zahn der Zeit nagt an San Luis GonzagaAm frühen Abend kamen wir durch Ciudad Constitución und wenige Kilometer später jagten wir den kleinen Aveo noch einmal 80 Kilometer Off-Road durch die Wüste, Richtung unserer letzten Mision: San Luis Gonzaga. Ein kleines Kirchlein, daneben noch ein Gebäude, in dem das Dach halb heruntergekommen war, und ansonsten noch drei weitere Häuser zeugten davon, dass dieser Siedlungsort mitten in der Pampa wohl auch schon einmal bessere Zeiten und vor allem Leben gesehen hatte.

Wir fuhren zurück zur großen MEX 1 und spulten die letzten 160 Kilometer nach La Paz ab und checkten dort im Hotel Yeneka ein – ein Hotel, dass man auf jeden Fall weiterempfehlen kann. Nachdem man durch einen kleinen Durchgang die Rezeption hinter sich läßt, steht man in einem kleinen Patio, in dem sich die Sammlerleidenschaft des Besitzers widerspiegelt. An den Wänden hängen alte Pfluggeräte, Hammer, Eisenketten, Töpfe, Pfannen, Schöpfkellen, Pferdegeschirr, Öllampen und sogar ein altes Auto, wohl aus den 20er oder 30 Jahren. Zwischen dem ganzen „Schrott“ befinden sich die Eingänge zu den 20 großzügigen Zimmern, die einfach gehalten, aber nett eingerichtet sind.

Das alte Auto neben unserem Zimmereingang im Yeneka

Am Mittwoch fuhren wir dann auch aus La Paz raus und nahmen die Ostroute nach Los Cabos. In San Antonio, einem verschlafenem Nest, dass früher wohl im Silberbergbau blühte, heute aber weitesgehend vergessen wurde, aßen wir eine unverschämt teure Pizza und tranken dazu völlig überpreiste Cola aus Dosen – und zogen weiter, über einen letzten Meeresstopp in Los Barriles nach San José del Cabo.

Ein Kaktus - mal im Close-Up

Ich hatte ein völlig vom Tourismus umgestülptes Örtchen an der Südspitze Baja Californias erwartet, wurde aber positiv enttäuscht. Der Tourismus hatte sich wohl mehr in Cabo San Lucas, rund 30 Kilometer weiter, breit gemacht und dort seine unschönen Hotelkomplex-Auswüchse getrieben. In San José war ein kleines, nettes, historisches Zentrum übergelieben, ein kleines Kirchlein am Hauptplatz und die idyllische Optik des Platzes wurde lediglich durch ein überproportioniertes Krieger-Helden-Denkmal am Ende des Platzes gestört.

Wir checkten in ein kleines, unerwartet (für diese Breiten) günstiges Hotelchen ein und aßen lecker zu Abend.

Unsere 737 in SJCAm Donnerstag versuchten wir noch einmal das Meer zu sehen, aber unser versuch an den Strand zu fahren, endete in einer Sackgasse, die vor einem noch im entstehen befindlichen Hotel-Resort-Komplex endete. Also tankten wir unseren kleinen Kampf-Aveo noch ein letztes mal voll und fuhren ihn völlig verstaubt bei der Mietwagenfirma wieder vor. Trotz des Drecks waren die zufrieden mit dem Wagen und chauffierten uns die paar hundert Meter weiter zum Flughafen, wo wir später mit einer 737 in Richtung DF wieder abhoben.

Am Abend checkten wir wieder bei Bernhard und Paola ein und gestern gestaltete sich dann der Tag für mich ruhig. Vater hatte ich ins Anthropologische Museum geschickt, um in Ruhe die Planung der nächsten Wochen machen zu können und am Abend traf ich mich noch einmal mit einer meiner ehemaligen Puebla-15-Mitbewohnerinnen und machte mit ihr Party auf einer Fiesta in der Innenstadt.

So, heute, es ist schon wieder spät, aber mein Rucksack schon wieder gepackt, geht unsere Tour weiter, zunächst noch einmal in den Norden für ein paar Tage, bevor wir uns zur finalen Süd-Tournee in Richtung Oaxaca, Chiapas und Karibik aufmachen. Soweit – mein Bus wartet. Dran bleiben!

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Cabeza y madre de las misiones…

Posted in Adios México, baja california, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 21. Juni 2009 by Jakob

Am Freitag morgen zogen wir schliesslich wieder aus unserem kleinem, einfachen Hotel in La Paz aus, packten unsere Rucksaecke wieder in den Kofferraum unseres kleinen Chevy Aveo und machten uns nach einem Fruehstueck am Malecon auf den Weg, Kurs Richtung Norden. 350 Kilometer weiter wollten wir am Abend in Loreto einlaufen, der aeltesten Misionsstadt und aeltesten Siedlungsstaette auf Baja California.

Raus aus La Paz - Kurs auf Loreto

Zunaechst gibg es heraus in karge, weite, kakteendurchsetzte Landschaft, einige hundert Kilometer fast nur gerade aus. Vor dem Verlassen La Paz‘ hatte ich leider davon abgesehen, den Tank wieder aufzufuellen und so kam die Nadel auf menschenleerer Strecke doch bedrohlich dem „Leer“ nahe, als endlich ein Restaurant-Stopp nahte, an dem wir nach Benzin fragten. Der Wirt hatte gluecklicherweise ein wenig Treibstoff da und fuellte uns zwei Kanister in unseren Tank. Wir waren vorerst gerettet und schworen, nicht wieder ungetankt loszufahren. Mein Fehler, Vater hatte vorher noch gemeint, wir sollten was in den Tank lassen und ich hatte es auf spaeter verschieben wollen.

Eine PEMEX-Tankstelle - aus vergangenen Zeiten

Aber dann kam eben doch fast 200 Kilometer keine Tankstelle mehr. An einer fuhren wir vorbei, sie hatte Jahre zuvor dicht gemacht. Eine andere befand sich in Bau – wohl schon seit zwei Jahren, wie uns der Benzin-Retter-Wirt erklaerte.

Mit frischem Benzin im Tank rollten wir weiter auf der Piste, die Landschaft lebensfeindlich karg, kein bisschen Wasser weit und breit in Sicht, an Schatten ebenso wenig zu denken. Kein Ort, um leeren Tankes zu verweilen.

Ciudad Constitución - die Hauptattraktion: Der Weg raus.

Wir durchkreuzten die staubige Piste von Ciudad Constitución und beschlossen, dem Waal-Beobachtungs-Mekka San Carlos am Pazifik einen Besuch abzustatten. Es war uns klar, dass keine Saison ist, aber wir wollten die Bucht dennoch sehen und wir wurden entsprechend bestrafft. Denn der Lonely Planet sagt: Ausserhalb der Waal-Saison gibt es in San Carlos nichts, aber auch gar nichts zu sehen. Und dem war dann auch nichts hinzuzufuegen. Ein verschlafenes Nest, ueberall geschlossene Agenturen, die zur Saison Waal-Touren anbienten, Wind fegte ueber den leicht herunter gekommenen Hauptplatz und an einem Supermarkt wartete man vergeblich auf Kundschaft – aber man verkaufte uns wenigstens eine Cola.

Ein Waal-Skelett ist alles, was San Carlos derzeit zu bieten hat

Knapp 100 Kilometer durch die Kakteen-Wueste hatte uns diese Erfahrung gekostet – und danach wussten wir: Der Lonely hatte recht. Nicht einmal ein kleines Restaurant war in dem Nest auszumachen, drei vier Ruinen und abgewrackte Palapas-Bars deuteten auf bessere Zeiten hin und wir machten uns schleunigst auf den Rueckweg und auf unsere Zielstrecke in Richtung Loreto.

In Ciudad Insurgentes, ein ebenso staubiges Strassen-Kaff, bogen wir rechts der MEX 1 folgend in Richtung Golf ab und fuhren in die wohl bisher spektakulaerste Landschaft, die an unserem Auto vorbeiziehen durfte.

Wie im wilden Westen - die Berge am Golf, vor Loreto

Nach 40 Kilometern erreichten wir die felsigen Berge, die uns noch vom Golf trennten, und von nun an kamen wir nur noch schleppend voran. Nicht, weil es die Strassensituation nicht anders zugelassen haettes, denn vielmehr weil wir staendig neue, beeindruckende Blicke auf die schroffen Felsen geboten bekamen, die mal Canyon-artig, mal wir Tafelberge in der Landschaft standen, und wir die Kameras kaum mehr wegzustecken wagten.

Der Blick zurueck - Berge, Felsen, Berge...

Fotostopp hinter Fotostopp schlichen wir uns nun der Golfkueste und damit auch Loreto naeher und erreichten in der Daemmerung die aelteste Mision, Cabeza y Madre de las Misiones de las Californias, Loreto.

Loreto ist einer der aeltesten nachgewiesenen menschlichen Siedlungspunkte Californiens und seine Geschichte reicht ueber 12.000 Jahre zurueck. Aber auch in der Neuzeit spielte der Ort mit der ersten gegruendeten Jesuiten-Mision 1697 eine bedeutende Rolle in den Californias, weil von hier aus weitere Misionen aufgebaut wurden und sich die Jesuiten und spaeter die Dominikaner und Franziskaner dieses kargen Landstriches und der Eingeborenen bemaechtigten. Direkt gegenueber der Mision checkten wir in einem wunderbaren und fuer hiesige Preiskonditionen guenstiges Hotel ein und genossen die Sonne hinter den Bergen in der Ferne untergehen. Der Himmel faerbte sich ueber den Felsen goldgelb und ging in ein reines, klares blau nach oben hin ueber.

Die Mision von LoretoGestern dann stand wieder ein kleiner Off-Road-Tag fuer unseren kleinen Sportwagen an, und wir fuhren am Morgen in Richtung Mision San Francisco Javier – eine alte Mision die mitten in den Felsen und Bergen im Hinterland Loretos liegt. Die ersten 16 Kilometer bekamen wir noch Asphalt unter die Raeder, bevor uns der Weg weiter auf Schotter, Staub und Sand fuehrte.

Die Landschaft so beeindruckend wie am Vorabend, nur, dass wir nun mittendrin waren. Ausgetrocknete Flussbetten, abgemagerte Kuehe, die am Wegesgrand „grasten“ und immer wieder nur duerre Straeucher und Buesche ohne Blaetter, vor allem aber immer wieder die gerade in die Hoehe geschossenen Kakteen. Nach zwei Stunden Fahrt erreichten wir eine kleine Oase am Ende der Schotterpiste. Die Strassen der kleinen Siedlung waren frisch gepflastert, es sah geleckt und sauber aus, wie in einem Kurort.

Kakteen am Wegesrand

Mangos, Mangos, Mangos

Hier waren wir angekommen, an der Mision San Francisco Javier. Am Ende der Hauptstrasse des Dorfes, die keine 200 Meter lang war, stand die alte, aus Naturstein gemauerte Misionskirche, vor einem felsigem Hintergrund, inmitten einer kleinen Oase an einem kleinen Baechlein, der sogar noch zu dieser Jahreszeit ein kleines Rinnsal aufwies.

Misión Francisco Javier

Rundherum standen Mangobaeume in voller Frucht und wir erkundeten in Ruhe die Mision und das wenige-Seelen-Dorf. Auch hier waren kaum Menschen unterwegs, vereinzelt zwei drei mexikanische Familien auf Samstags-Ausflug – sonst aber kein Mensch. Der Ort schien zu schlafen. Und man hatte den Eindruck, er wolle auch nie geweckt werden.

Rueckweg ueber die Staubpiste...

..und immernoch: beeindruckende Landschaft.

Auf dem Rueckweg machten wir die ueblichen Fotostopps und bauten so den Tripp von 70 Kilometern doch zu einer vollwertigen Tagestour aus.

Heute morgen verabschiedeten wir uns dann wieder von Loreto und steuerten weiter nach Norden. Die Kuestenstrasse bot abwechselnd immer wieder spektakulaere Berg- und Felspanoramen und dann wieder Blicke auf
das zarte Blau glitzerndem Wassers, dass auf weissem Korallensand in kleinen Buchten sanft hin und her wiegte. Diesem Anblick konnten auch wir nicht lang wiederstehen und machten eine laengere Badepause in einer der paradiesischen Buchten, bevor wir weiter durch Mulegé nach Santa Rosalía fuhren.

Baden in einer idyllischen, ruhigen Golfbucht - Erfrischung in 40 Grad Hitze

Kaum in der Stadt angekommen, war ich suchend auf dem Seitenstreifen langsam hergefahren, hatte neben einem Tope mich an einem Auto ein wenig vorbeigeschoben und schon schnappte die Polizeifalle zu.

Ein Pick-Up der uns entgegengekommen war, wendete unsanft hinter uns, machte das Horn an und folgte uns. Als er so nah war, dass ich sicher war, dass seine Aufregung uns galt, hielt ich an und wartete darauf, was man uns vorzuwerfen hatte. 80 Dollar war die liebliche Forderung der beiden Polizisten, die kaum aelter als ich waren, fuer angebliches Ueberholen auf dem Seitenstreifen. Vater wusste gar nicht so recht, was die Jungs wollten, aber mir war klar – hier kommen wir jetzt nur mit Schmieren raus. Ich bot 200 Peso ohne Quittung an, aber der Bad-Guy-Part der beiden Polizisten draengte nervoes zu mehr. Wir „einigten“ uns auf 300 Pesos ohne Quittung und waren die beiden wieder los. Willkommen in Santa Rosalía dachte ich mir, und: Willkommen in México – so laeuft das eben hier. Und ich kann nicht sagen, ich haette es nicht gewusst….

Der Heilige Geist und die Robben

Posted in Adios México, baja california, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , on 18. Juni 2009 by Jakob

Strandtag, Strandtag, Baden, Schnorcheln, Robben gucken, Fotos machen und was leckeres Essen. Ungeduldige koennen nach diesem Satz schon mit dem Lesen des Artikels Schluss machen, weil eigentlich schon alles drin ist, was ich hier gerade mit meinem Papa so auf Baja California treibe.

La Isla del Espiritu Santo

Wir  sind also gestern mal wieder, was haetten wir hier, eingeklemmt zwischen zwei berauschend schoenen Meeren, auch besseres zu tun, mal wieder raus aus La Paz und auf Erkundungstour in Richtung Sueden gefahren. Weitere Straende wollten wir sehen – und wir bekamen, was wir wollten. Keine Menschenseele weit und breit, ein Strand, weiss wie Schnee, dass Wasser jungfraeulich tuerkisblau und die einzigen mit uns im Sand: Fischerboote und Pelikane. Wir verbrachten fast den ganzen Tag an zwei solcher Straende, kauten Mangos und liessen uns die Sonne auf den Ruecken und auf den Bauch scheinen und genossen lesend die Ruhe. Es ist herrlich hier in Baja California, hinter jeder Ecke lauert ein kleiner Traumstrand, weisser Sand und klares Wasser inklusive – und keine Menschenseele weit und breit.

Die Insel der Robben

Heute wollten wir dann raus auf den Golf. Mit einem kleinen Boetchen und sieben weiteren Touristen stachen wir am Vormittag in See, Kurs auf la Isla del Espiritu Santo und La Partida – zwei Inseln die der Bucht von La Paz vorgelagert, Naturschutzgebiet und fuer ihre Robbeninseln rundherum bekannt sind. Ein Grund, fuer den man eigentlich nach La Paz in BCS (Baja California Sur) kommt.

Faultiere - aehm... Robben

Wir steuerten also mit unserem Kaptn Javier suedlich um die Insel des Heiligen Geistes, die karg und trocken an uns vorbeirauschte. Roter Felsen, ausgewaschene Ufer, steinig-trockener Boden und ganz selten ein Kaktus darauf – so praesentierte sich uns die Insel. Wir legten die erste Stunde fast komplett im Boot zurueck, fegten an der noerdlich gelegenen La Partida vorbei und kamen endlich zu den Robben, den Lobos Marinos, die eine kleine Felseninsel vor den beiden Inseln zahlreich bevoelkerten. 4-500 Robben, die meisten am rumfaulen im Wasser, auf dem Ruecken treibend und noch nicht einmal einen Fisch fangend hingen die Fleischberge im Wasser herum und machten, was sie am besten konnten: Bruellen und sich in der Sonne aalen. Sonst nix.

Ein Seeloewe.

Tuerkisblaues Wasser - geniiiiiiiiiessssssssen!

Wir umrundeten die Insel und machten auf einer Seite mit dem Anker fest und stuelpten uns Flossen und Tauchermasken ueber. Das Wasser (hab ich es schon erwaehnt?) tuerkisblau und glasklar unter uns, schwammen ganze Schwaerme bunter Fischleins vorbei und ganz in der Naahe faulenzten die Robben.

In einer der Buchten

Beim Schnorcheln kam eine Kleine dicht an mir vorbeigeschwommen, waehrend ich lila-gelbe Fische, die mit schwaren Streifen verziert waren, haette mit der Hand streicheln koennen.

Ausgespuelte Felsufer

Wir fuhren weiter und machten an einer kleinen Playa halt, wo Javier binnen weniger Minuten Sonnenschirme und einen Tisch mit einem kleinen kalten Buffet hinzauberte – und wir essend im (hatte ich es schon erwaehnt?) tuerkisblauen, warmen Wasser des Golfes baden konnten.

La mascara

Auch hier packten wir irgendwann wieder zusammen und machten ueber la Mascara (eine Steinformation, die einer Maske aehnelt) und einem weiteren Schnorchelstopp in Korallengewaessern uns ueber die Nordflanke der beiden Inseln wieder auf den Heimweg an unseren Strand, an dem wir gestartet waren. Knapp fuenf Stunden verbrachten wir insgesamt auf dem Wasser und genossen die Tour sehr. Die Robben, die man ganz aus der Naehe betrachten und neben sich schwimmend beobachten konnte, waren sicherlich das beeindruckendste, wenn auch die Landschaft aus ihrem rotem und schroffem Fels sich beeindruckend rund um die Insel praesentierte. Und das Wasser …. hatte ich es schon erwaehnt …. der Neckermann-Katalog ist nichts dagegen. Schlicht: Es war schoen!

La Paz, BCS – plantschen im warmen Golf von Californien

Posted in Adios México, baja california, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 17. Juni 2009 by Jakob

Die knapp einhundert Kilometer von Todos Santos ueber die MEX19 legten wir in einer guten Stunde zurueck und dann erreichten wir die industriellen Auslaeufer und Gewerbegebiete von La Paz. Die Mittagshitze hatte inzwischen voll aufgedreht und ohne die Klimaanlage im Wagen waeren wir wahrscheinlich an Hitzeschlag gestorben – die Luft stand in La Paz und die Sonne im Zenit.

Die Seebruecke von La Paz - hinaus ins tuerkisblaue Wasser

Wir fanden recht schnell, was wir suchten – ein guenstiges Hotel, zentrumsnah und nicht zu laut, und machten uns auf Spaziergang, La Paz zu erkunden. Die Stadt hat kaum mehr historisches zu bieten, alles scheint in den letzten 50 Jahren mal aufgezogen und wieder abgerissen worden zu sein, aber der Malecon, die Strandpromenade blitzt und blinkert – sie scheint nur wenige Jahre alt zu sein und saeumt die gesamte Bucht vor der Stadt. Das Wasser des Golfes oder des Mar de Cortez liegt tuerkisblau in der Bucht vor der Stadt, kaum Bewegung gibt es auf der Oberflaeche und es ist warm. Schoen warm.

Wir beschlossen also, nach unserem Spaziergang, sofort zum Strand zu fahren und fuhren die Bucht nach Sueden aus, auf der Suche nach Zugaengen zum blauen Waesserchen.

Endlich waaaarmes Wasser.

Schon kurz hinter dem Stadtausgang fanden wir die erste Playa Publica, wir parkten den Wagen und schmissen uns ins Badewannenwasser des Golfs.

Der Mann und der Sonnenuntergang

Spaeter reisten wir weiter ans Ende der Bucht von La Paz und fanden einen Strand mit ganz wenigen Menschen. Hier kauften wir uns ein grosses Pacifico, stellten uns die Stuehle ins Wasser und genossen das kuehle Bier mit den Fuessen im lauwarmen Wasser.

Pelikane am Abendhimmel ueber dem Golf von Kalifornien

Wir blieben an diesem Ort, bis die Sonne hinter den Bergen verschwand und machten uns auf die Rueckreise zu unserem Hotel.

Von D.F. nach Baja California – der naechste Road-Trip

Posted in Adios México, baja california, mexico city, pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 16. Juni 2009 by Jakob

Vater war puenktlich gelandet und hatte als erster meiner Besucher das Pech, beim Zoll sich durch die Sachen wuehlen zu lassen. Das bedeutete das Aus fuer meine heiss-ersehnte Salami aus Deutschland, weil die Mexikaner solcherlei Delikatessen direkt am Flughafen in den Muell befoerdern. Schade.

Father and son - auf dem Weg nach Baja California

Mit dem Taxi ging es zu Bernhard in die Wohnung und die kommenden Tage gab ich meinem Vater eine Tour durch D.F. von der gruensten Seite. Am Donnerstag ging es durch Coyoacán und San Angel und wir schauten in die Wohnhaeuser von Frida Kahlo, Diego Rivera und Leon Trotzky. Schon fast Standard-Programm. Am Freitag lernten wir im Castillo Chapultepec ein wenig ueber mexikanische Geschichte und genossen den schattigen Park rundherum. Am Abend assen wir leckerst beim Argentinier Bife de Chorizo zu mundendem Malbec und am Samstag hoben wir mal wieder ab.

Unser Jet auf dem Flughafen von San José del Cabo

Um kurz nach 3 stieg unsere Embraer 145, eine kleine Maschine der AeroMexico Connect, in die Luefte und brachte uns einige hundert Kilometer weiter Nordwestlich auf Baja California wieder sicher auf den kargen Wuesten-Boden. Mangels Touristen war ein Leihwagen zu einem unanstaendig guenstigem Preis schnell verhandelt und wir konnten uns bereits vom Flughafen mit einem „eigenen“ Auto wegbewegen. In den kuenstlichen Touristenhochburgen von den Los Cabos wollten wir uns nicht lang aufhalten und nahmen bereits ueber die Westkante der Halbinsel in den Abend hinein Kurs auf La Paz. Ueber eine weite, gerade Strasse fuhren wir bis in die Dunkelheit hinein, umgeben von Duerre, karger Landschaft, hohen Bergen im Osten und Kakteen.

Die MEX 19 von Los Cabos nach La Paz

Bei Dunkelheit rollten wir in Todos Santos ein, wo wir momentan immernoch sind. Nach einigem Gesuche fanden wir ein Hotel, dass uns die Reisekasse nicht auf einem Schlag pluenderte und checkten ein. Tacos standen noch auf dem naechtlichen Speiseprogramm und dann begann schon die Nacht in BC.

Gottesdienst in Todos Santos - Verstaerker zu laut gedreht

Am Sonntag schauten wir nach dem Fruehstueck in einen Gottesdienst hier im Ort vorbei, eine sehr lebhafte Veranstaltung – viel und laut wurde gesungen und mitgeklatscht, den Pfarrer konnte man allerdings kaum verstehen, weil sich der Schall der viel zu laut gedrehten Lautsprecher doppelte. Am Nachmittag entschieden wir, das Hotel noch weitere zwei Tage zu halten und das Zimmer auf eine Nummer groesser zu wechseln und dann fuhren wir ein wenig die Strecke zurueck und suchten Zugang zum Pazifik.

Die Strasse, die zum Pazifik fuehrt.

Strand von Todos Santos - zu wild fuer die Pelikane

Der war bald gefunden und den Nachmittag verbrachten wir in der prasselenden Sonne am Strand. Eine kuehle Brise liess es frisch erscheinen und das Wasser war fuer mich, nach Zipolite-Warmwasser-Pazifik und Piswarmen Golf eindeutig  zu eisig, um laenger drin zu bleiben, als zum Befeuchten.

...und endlich - am wilden, rauhen Pazifik. Mal wieder.

Den Abend verbrachten wir Fisch-essend in einem kleinen Restaurant im Zentrum von Todos Santos und heute machten wir eine rund 120km lange Tour in den noerdlichen Kuestenbereich der Stadt.

Nicht gerade ein Jeep - aber er schlaegt sich nicht schlecht.

Asphaltierte Strassen sah unser Leihwagen kaum, dafuer unendlich viel Staub, Kakteen, Sand und vertrocknete Graeser – und einmal mussten wir ihn auf einer Staubpiste zu einem wirklich einsamenn, kilometerlangen Strand auch wieder freibuddeln, weil er sich im Sand eingegraben hatte.

Krebs - zum Sterben in die Sonne gelegt - kein schlechter Ort dafuer.

Am Strassenrand der MEX 19

Am Nachmittag schauten wir an der Lagune und am Strand von Todos Santos vorbei, wo man leider nicht schwimmen kann, weil die Wellen zu hoch, zu wild und zu heftig auf den Strand knallen.

Leben in der Wueste

Und weil mir hier gerade die Zeit im Internetcafé weglaeuft, mach ich es kurz – wir wollen gleich noch was zum Abend essen und morgen ziehen wir weiter noerdlich nach La Paz. So weit – aus der Wueste!

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