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WG-Revival, Pizzas und unglaublich klare Sicht

Posted in Bienvenidos!, Festejando!, mexico city, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , on 10. Februar 2010 by Jakob

Witzigerweise habe ich am Samstag Morgen nur ganz kurz meinen Jetlag bemerkt: Ich wachte pünktlich um 7 Uhr morgens auf und hätte sofort in den Tag starten können. Allerdings entschied ich mich dazu, ein bißchen zu lesen, was mich nach einer Stunde wieder ausreichend müde machte, um mich wieder umzudrehen und mich an die mexikanische Uhr zu gewöhnen.

Am späten Vormittag gings dann also doch aus dem Bett und Enora und ich machten uns auf den Weg zum TAPO, einem der großen Busterminal in D.F. Dort „frühstückten“ wir noch schnell im Taco Inn und schnappten uns den nächsten Bus nach Puebla. Der Verkehr raus aus D.F. war mal wieder unglaublich dick. Und dann kam es noch besser: Die Autobahn zwischen D.F. und Puebla ist dicht – sie ist auch von den heftigen Überschwemmungen der letzten Tage betroffen und wird wahrscheinlich auch so schnell nicht wieder aufgemacht. Wir fuhren also einen großen Umweg und brauchten so für die Strecke gut die doppelte Zeit. Das wunderbare: Die Luft ist in dieser Jahreszeit so klar, dass die Sicht auf die Berge rund um das Valle de México unglaublich beeindruckend ist. Wir genossen atemberaubende Blicke auf die beiden 5000er Ixta und Popo, die sich in der Abendsonne und schneebedeckt stolz präsentierten.

Wir fuhren erst am frühen Abend in Puebla ein und schnappten uns ein Taxi, daß uns direkt vor Agos Wohung im Zentrum absetzte. Und irgendwie fühlte sich das alles an, als wär ich erst gestern aus Puebla weg. Alle Straßen so vertraut, der Taxipreis noch im Kopf und irgendwie hat sich kaum etwas verändert, so dass man meinen könnte, man war doch nur kurz im Urlaub und kommt gerade wieder.

In der Wohnung erwarteten uns bereits Agostina, Luciana und Mónica. Wobei Mónica und Lula uns schon im Eingang abpassten und die Freude war riesig. Unglaublich! Wir alle nach einem guten Jahr wieder zurück und vereint in Puebla. Großartig. Enora und ich sprangen schnell zum OXXO, dem altbekannten 24/7-Laden mexikanischer Herkunft, und besorgten leckeren José Cuervo, zwei Six und Limetten beim Elote-Verkäufer (Maiskolben) im Hauseingang. Paulina stieß inzwischen auch zu uns und so war die alte WG aus 2008 auch schon fast vollständig. Néstor hatte aus irgendwelchen Gründen ab- bzw. nie so richtig zugesagt (man(oder besser frau) munkelte, er stehe jetzt unter gewissen Pantoffeln)  und Vivi blieb verhindert, weil sie mit ihrem Baby ein bißchen weniger flexibel geworden ist. Wir tranken also Chelas und Tequila, spaßten, erzählten lachten viel und später holten uns Freunde von Pau mit dem PickUp ab – auf in eine Bar. Dort machten wir das weiter, was wir schon den ganzen Abend getan hatten. Spät fuhren uns die beiden Jungs wieder in Agos‘ Wohnung, wir sprangen von der Ladefläche und fielen in die Betten.

Am Sonntag gönnten wir uns dann erstmal ein klassisch mexikanisches Frühstück in der brennenden Sonne des Zócalos. Huevos a la mexicana – Rührei also mit verschiedenen Chillisorten, schön pikant und verpackt in Tortillas, begleitet vom üblichen Bohnenbrei.

Danach sprangen wir in einen Colectivo und rumpelten über die Straßen Pueblas stadtauswärts nach Tonantzintla. Tonantzintla ist bekannt für seine reich dekorierte Kirche, die allerdings nicht dem üblichen katholischen Verzierungsregeln gehorcht, sondern komplett nach indianischer Tradition gestaltet wurde. Und so sind die Gewölbe mit tausenden indianischen Figuren, Gesichtern, Chilis, Kaffee, Heiligen und anderen Bildern verziert, bunt angemalt und wunderschön zu betrachten. Ein Kirche, in der auch dann nicht langweilig wird, wenn die Predigt mal wieder zu lang ausfällt.

Nach diesem kurzen Stop wanderten wir quer über Felder auf einen kleinen Hügel, wo das Haus von Mónicas Freund steht – wir wurden dort zum Pizzabacken erwartet. Schon auf dem Weg zum Hügel bot sich uns wieder ein majestätischer Blick – rundrum schneebedeckt Popocatépetl, Ixtaccíhuatl, der Citlaltépetl (auch Pico de Orizaba – Mexicos höchste Spitze mit 5747m) und mein persönlicher Hausberg La Malinche.

Bei Toño angekommen war der Steinofen bereits angefeuert, die Beläge geschnipselt und die ersten Pizzaböden wurden dem Ofen bereits wieder entzogen – bereit dafür belegt zu werden. Wir machten uns also alle an die Arbeit, belgten die Pizzen nach Herzenslust, eine nach der anderen wanderte in den Ofen und kam nach 3 Minuten knusprig wieder heraus. Bestimmt zehn Pizzen schoben wir durch den Ofen und am Ende schafften wir gut zwei Drittel. In der Nachmittagssonne machten Lula, Móni, Enora, Negro (Mónis Hund) und ich einen kleinen Verdauungsspaziergang über den Hügel und genossen die wunderbare Aussicht.

Am Abend wollte Toño uns dann mit seinem alten VW-Bus wieder nach Puebla bringen. Allerdings machte der gute alte Bulli nach wenigen Kilometern die Hufe hoch, so daß wir schlussendlich doch mit dem Colectivo zurück zum Busbahnhof und später nach DF weiterreisen mussten. Auch die Rückfahrt dauerte wieder 4 Stunden und so kamen Enora und ich erst spät wieder in D.F. an – den ersten Sonnenbrand im Gepäck.

Montag und Dienstag hab ich eher ruhig verbracht, gestern bin ich mal wieder ins Zentrum, hab nachgeschaut, ob der Zócalo, die Kathedrale und der Präsidentenpalast, Bellas Artes und der Torre Latino noch steht – und ja – es steht noch. Und es fühlt sich wirklich an, als wär man zu Haus. Die komplette Orientierung ist da, das Metrosystem vertraut (wenn auch jetzt einen Peso teurer, also 3 Peso pro Untergrund-aufenthalt) und die Freunde wohnen um die Ecke. Hatt‘ ich ganz vergessen: Bernhard und Paola, welche mich ja zu Anfang meines Mexiko-Aufenthaltes 2008 und zum Ende vergangenes Jahr sehr lange beherbergt hatten, wohnen von uns hier nur zwei Straßen entfernt, so dass wir vorgestern Abend mit Ihnen Essen waren und danach noch bei ihnen auf ein Weinchen vorbeischauten. Ist schon wunderbar und ich genieße es sehr, wieder hier zu sein.

So. Jetzt aber Kaffee und Frühstück, der Magen knurrt.

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De vuelta…. zurück in DF

Posted in Bienvenidos!, mexico city with tags , , , , , , , , , on 6. Februar 2010 by Jakob

Der Abendhimmel ist orange-rot, die Sonne hat gerade ihre letzten Strahlen über México gejagt, als unsere 747-400 zum Anflug auf das Valle de México ansetzt. Knapp 12 Stunden ruhiger Flug über die Außenkante der Nordhalbkugel, weit verschneite Teile Alaskas (Foto links), später die Westflanke der Großen Seen und über die Verneinigten Staaten liegen hinter uns. Auch den Golf von México haben wir diesmal nicht überflogen, sondern hangelten uns an der mexikanischen Küste entlang fast bis auf die Höhe von Cd. d. México, DF.

Und irgendwie fühlte sich das gut an, als ich endlich auf dem Aeropuerte Internacional de la Ciudad de México aufsetzte – es war ein bisschen wie nach Hause kommen, Schließlich bin ich genau hier doch schon recht häufig aufgesetzt, meist nach Kurztrips durch México – und nun, nach sieben Monaten wieder einmal. Es ist großartig.

Nach einer Stunde bin ich durch die Migraciones, am Zoll drücke ich den Zufallsbuzzer und bekommen glücklicherweise „grün“ und komme hinaus ins Terminal. Ich entdecke Enora nicht sofort, aber nach einer kleinen Runde durch die Wartenden, sehe ich sie – den Blick fixiert auf die Türen hinter der Zollkontrolle – und überrasche sie.

Wir nehmen ein Taxi nach La Condesa und gehen noch auf ein paar Tacos. Leckere al pastór…. mmmhhhhh und dazu ein wässiriges Pacifico – hatte es doch gar nicht sooo dünn in Erinnerung… aber offenbar doch…

Später fallen wir todmüde ins Bett.

Heute geht es in die alte Zweitheimatstadt Puebla – die Quinze wartet auf uns – Tequila und Fiesta auch.. hoffe ich. Aber jetzt knurrt schon wieder der Magen, wir müssen los!

Come on over…

Posted in Adios México, am Rande, Bienvenidos! with tags , , , , , , on 11. August 2009 by Jakob

…have some fun!

Hey, dieses Blog ist weitesgehend fertig, ist Geschichte und Erinnerung, aber auch sicherlich eine Fundgrube, um sich auf Mexiko vorzubereiten.

Vielen lieben Dank, daß Du mit mir gereist bist, und Dich für meine Bilder, Artikel und Töne interessiert hast. Aber jetzt geht es woanders weiter.

Muchísimas gracias por viajar conmigo por éste medio. Ahorita sigo escribiendo en otro lugar.

Thanks so much for reading my blog and for travelling with me through Mexico. But I continue somewhere else.

Wer weiter bei mir am Ball bleiben möchte, den lade ich ein, an der Nachbartür zu klingeln und ab und zu mal wieder unter http://news.jakobmueller.de vorbeizuschauen.

Ya se terminó mi blog sobre México, porque también se terminó mi estancia en este país. Casi ya no voy a escribir nuevos artículos aqui en esta página. Pero si te interesa lo que estoy haciendo ahorita – psss.. haz click en http://news.jakobmueller.de

This blog has come to an end. It will still be online but I won’t write any new articles here. Or almost not. But if you wanna know, what and how I’m doing – just come on over to  http://news.jakobmueller.de – that’s where I go on blogging. Have fun!

Bienvenidos a la BUAP

Posted in Bienvenidos!, puebla, uni with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , on 28. August 2008 by Jakob

Nach zwei Wochen Uni sind wir, die ausländischen Studenten nun auch offiziell an der Uni begrüßt worden. Am Dienstag wurden wir zu einem Cocktail ins Edificio Carolino in der Altstadt eingeladen und ich machte mich dorthin auf den Weg mit meinen beiden Mitbewohnerinnen, Luciana und Enora.

Nach einem ellenlangen trockenen Begrüßungsteil in einer beeindruckenden Aula, einem schlecht gemachten Promo-Film über die BUAP und einem etwas besser gemachten Film über den Staat Puebla (Tú estado ideal!) wurden wir endlich ans Buffet im Innenhof geladen. Hier gab es dann Cemitas, eine Art Sandwiches mit interessanten und unbeschreiblichen Dingen darin und dazu mexikanischen Tanz. Eine Tanzgruppe führte diverse traditionelle Tänze vor und wir, die Ausländer, durften sich so poco a poco kennenlernen. Insgesamt sind in der BUAP momentan 150 ausländische Studierende, was eher wenig ist. Der Großteil kommt aus Lateinamerika, Spanien und Frankreich – aus Deutschland sind 17 Stundenten da und ein Prof von der FU Berlin. Ich habe zwei Deutsche kennengelernt und bin eher mit Luciana und Enora über das Fest gestreunt, dass bereits nach einer Stunde schon wieder vorbei war. Immerhin, man hatte uns mit ganz besonders chiquen BUAP-Beuteln ausgestattet mit Infomaterial und einem darin und einem Stadtplan darin.

(La noche de Jenga – Eindrücke aus dem WG-Küchenleben)

Ansonsten läuft die Uni eher ruhig weiter. Der ein oder andere Kurs fällt aus, weil der Prof nicht da ist, und andere Kurse beginnen mit einstündiger Verpätung. Aber das ist eben Uni in Mexico. Man wird schon fast komisch angeschaut, wenn man pünktlich vor dem Seminarraum steht. Aber das werd ich mir sicherlich auch noch abgewöhnen.

Anonsten muss man ganz schön viel zu Hause machen. Die Kurse drehen sich immer um irgendwelche Lektüre, die zu Hause zu lesen ist, und die man in einem Papel dann zusammenfassen muss. Für die mexikanischen Studenten sollte das bei der Schwere der Texte eigentlich kein Thema darstellen, allerdings nehmen sie die Hasuaufgaben nicht ganz so ernst. Ich brauch dafür allerdings noch eine ganze Weile und es ist sicher nicht immer einfach, die Texte dann in eigenen Worten zusammenzufassen. Aber glücklicherweise bleibt ein kleiner Ausländerbonus, den einem die Profes einräumen. Und außerdem bin ich sicher, dass mit jedem Text das ganze auch ein wenig einfacher wird.

PS: Mein Gott Deutschland, wie gehst Du mit Deinen Daten um? Eine NDR-Sendung hat mich dazu veranlasst, einen Artikel in meinem Bonnblog zu verfassen – lesen, schauen, staunen, weinen – oder lachen, wenn es nicht zum Weinen reicht!

Schnaps… ähm Tequilaidee!

Posted in Bienvenidos!, El Golfo, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 25. August 2008 by Jakob

Nachdem vergangene Woche so langsam die Uni so richtig begonnen hat, Professoren und Studenten wahlweise mit bis zu einer Stunde Verspätung kamen, beginnt in unserem Häuschen, der Quinze, so langsam das richtige Leben.

Seit einer Woche sind wir Jenga-Professionelle. Als wir feststellten, dass wir leider über gar keine Spiele verfügen würden, entschieden wir kurzer Hand, einen Einkaufsbummel mit der WG zu machen, um ein Spiel zu kaufen. (Bild links: Nestor und Agostina im Jenga-Fieber) Für 50 Peso kauften wir einem kleinen Mädchen in der Stadt eine Jenga-Kopie ab und seitdem ist das Aktivität Nummero 1 in unserer Küche. Abend für Abend wurden Jenga-Meisterschaften in unserer WG ausgetragen, und seit Donnerstag natürlich nicht ohne Tequila.

Das Wochenende begann dann absolut ruhig. Nach meinem Seminar über die mexikanische Revolution (Ich muss nicht erwähnen, dass der Kurs, der 12 Uhr beginnen sollte, um ein Uhr erst einsetzte – ich war bis Viertel vor eins der Einzige und der Profe meinte: „Dann warten wir eben noch ein bißchen…“) wurde erstmal auf der Terasse entspannt. Unsere neuen argentinischen Mitbewohner leisteten Gesellschaft und erzählten über ihre wahnsinnig interessanten Wurzeln, woher ihre Großeltern, Eltern und und und stammen. Was für eine mezcla! Am Abend trödelten so langsam alle von Arbeit oder Studium ein und wir überlegten, was wir in der Nacht machen könnten. Schnell war die Idee geboren, dass die gesamte WG ausgeht. Allerdings ist das in Puebla nicht so einfach, weil die Party in einer Nachbarstadt, in Cholula, stattfindet. Nachdem wir wieder in der Küche Jenga-spielend überlegten, was zu tun sei, (Bild rechts: v.l.n.r. Nestor, Paulina, Pedro, Viviana, Jakobo und Enora beim Jenga-Spiel) krsitallisierte sich heraus, dass wir einfach ein Taxi nehmen und dann Cholula unsicher machen würden. Zu Acht, was in Deutschland natürlich ein klarer Fall für 2 Taxen oder zumindest eine Großraumtaxe wäre, bestiegen wir ein(!) kleines Taxi und düsten über die nächtliche Autobahn nach Cholula. Dort schauten wir in mehrere Bars rein, den ein oder andereen Club und feierten bis in den frühen Morgen. Wie der Zufall es wollte, lief mir in Cholula in einem Club Roberto über den Weg. Roberto hatte ich in Puerto Escondido am Pazifik kennengelernt und wir feierten unser zufälliges Wiedersehen. Die Party setzte sich später in unserer Küche fort bis gegen 5 so langsam alle Richtung Waagerechte verschwanden. Übrig blieben Enora und ich und wir schnappten uns den Rest des Tequilas, ein großes Wasser und quatschten in die ersten Sonnenstrahlen hinein auf dem Dach.

Mit der Sonne und dem Tequila (der sicher ein wenig Mitschuld an jener Locura trug), kam uns ein Idee. Wie genial es jetzt wäre, am Meer zu sein, durchs Wasser zu schlendern, den Sand unter den Füßen zu haben und in den Wellen zu schwimmen. (Bild links: Playa Mocambo, Veracruz, Golfo) Es brauchte nicht viel und wir stellten die essentielle Frage: Por qué no nos vamos? Ahorita? Bueno – vamonos! Binnen zehn Minuten warfen wir ein paar Sachen in unsere Rucksäcke, schnappten uns vor dem Haus ein Taxi und düsten, mit einem breiten Grinsen auf den Lippen, zum Terminal de los Autobuses. Dort schnappten wir uns den nächsten Langstreckenbus in Richtung Veracruz und ließen uns in Richtung Golfküste schaukeln. Knapp fünf Stunden später, gegen 5, erreichten wir Veracruz. Als wir aus dem Bus ausstiegen, bließ uns zunächst ein Schwall warmer und feuchter Luft fast zurück in den Bus. Wir waren angekommen und das Wetter fühlte sich tropisch an. Mit Hunger im Bauch suchten wir uns einen Colectivo, der uns zum nächsten Playa bringen würde. Im Süden der Stadt erreichten wir Playa Mocambo und stellten fest, dass die Playas in Veracruz wirklich nicht schön sind. Egal, wir waren am Meer! Der Hunger trieb uns in ein piekfein-aussehendes Restaurant, wo die Preise diese Erscheinung unterstrichen. Aber wir hatten keine Wahl, Restaurants waren rar. Ganz im Gegensatz zu den Preisen war das Essen dann alles andere als zufriedenstellend. Egal. (Bild rechts: PLaya de Chachalacas) Mit dem nächsten Collectivo düsten wir wieder ins Zentrum von Veracruz. Wir wollten nicht unbedingt in der Stadt bleiben und uns lieber einen kleinen ruhigeren Strand suchen. Also fragten wir in der Tourist-Informacion nach, die sich als wenig hilfreich herausstellte. Mit dem Lonley-Planet in der Hand, der sich ebenfalls als nicht gerade hilfreich erwies, entschieden wir uns in blaue hinein nach Norden zu fahren, nach Chachalacas. Ein pueblito mit Strand, dass ist alles, was wir wussten. In der Nacht kamen wir in der Nachbarstadt Cardel an, schnappten uns mangels Collectivos (der letzte war wohl um 9 Uhr gefahren) ein Taxi und ließen uns nach Chachalacas bringen. (A qué parte quieren irse? No sabemos – a Chachalacas. Centro… – Kommunikation mit dem Taxifahrer). Der Taxifahrer ließ und schließlich an einer Strassenecke im Ort heraus und wir schlenderten durch die Nacht, noch nicht so richtig wissend, wohin. Einziges Ziel: La Playa y el mar! Schließlich fanden wir, was wir suchten, bezogen ein kleines Hotel und machten uns mit einem Cerveza Sol auf an den Strand. Clarop que si, dass wir noch ins Wasser mussten und so plantschten wir eine halbe Ewigkeit in der Nacht im warmen Golf von Mexiko. Was für eine Locura – aber sehr sehr fein! Gestern dann gingen wir den Tag an, als müssten wir nicht wirklich zurück nach Puebla. (Bild links: Enora am Golfo) Wir suchten uns einen ruhigen Strandabschnitt, das Wasser war hier bedeutend sauberer, als in Veracruz, und aalten und verbrannten uns gehörig. Erst am Abend kam uns die Idee, dass wir wieder zurück müssten, und wir für unser Abenteuer nun mal nicht viel Zeit geplant hatten. Mit einem Combi düsten wir durchgeschwitzt zurück nach Cardel, schnappten uns einen vollgepackten Bus nach Veracruz und erreichten dort gerade so den 8-Uhr-Bus zurück nach Puebla. Gegen Mitternacht standen wir wieder im Patio der Quinze und waren ziemlich stolz auf uns, dass wir diese verrückte Idee durhcgezogen hatten. In der Küche rechnete noch Nestor an Studienaufgaben. Er wirkte ziemlicj erleichtert, als er uns in der Tür entdeckte. Die WG hatte uns wohl vermisst und sich ein wenig Sorgen gemacht, weil wir einfach über den Morgen verschwunden waren. Aber als wir heute von unserem Spontan-Trip erzählten, meinten alle bloß, wir seien ganz schön verrückt. Bueno, ich hab heute zum Glück erst spät Uni, aber das ist in genau zehn Minuten. Also werd ich hier jetzt mal Schluss machen und mich auf den Weg in die Uni machen. Ich hoffe, Euch allen anderen in allen anderen Teilen der Welt gehts ähnlich gut, wie mir. Saludos y hasta la próxomima!

Lucha Libre

Posted in Bienvenidos!, puebla with tags , , , , , , , , , , on 20. August 2008 by Jakob

Lucha Libre ist eine ziemlich mexikanische „Sportart“. Wir kennen ähnliches vielleicht aus den Staaten unter dem Namen Wrestling, aber hier zieht der Showkampf Woche für Woche Massen in kleine, provisorisch-erscheinende Arenen. Gestern Abend wollten sich meine zwei Mitbewohnerinnen, Jessica und Enora, und ich ein Bild vom Maskenmännerkampf machen. Um 9 sollte es losgehen, das Ticket kostete 50 Pesos. Schon vor der Arena, die nur wenige Strassen von unserer 15 entfernt ist, tummelten sich massenweise kleine Stände, die Masken im Stile der Kämpfer anboten. Wir kamen ohne solche Reliquien aus und setzten uns direkt neben DEN Fanclub am oberen Ende der Arena. Und so schaute der Spaß aus:

Zugegeben, die ersten Kämpfe waren recht nett anzuschauen. Zwischenzeitlich konnten wir uns vor Lachen kaum halten, weil die Jungs so genial lächerlich durch die Gegend taumelten, um kurz danach wieder quietschfidel dem nächsten auf die Brust zu patschen. Wirklich beeindruckend dagegen kamen ein paar Würfe rüber, bei denen offenbar beide immer sehr genau wissen mussten, wie man am besten fällt. Nach anderthalb Stunden wurde uns dennoch langeweilig, weil der letzte Kampf irgendwie nicht enden wollte. Der Schieri wurde immer wieder mit einbezogen, teilte selber aus und wir fürchteten, dass das eine Ewigkeit so weiter ginge. Die Masse war in Stimmung und schien sich an der eher mageren Vorstellung des letzten Paarkampfes nicht zu stören. Als kurz nach 11 der Kampf endlich aus war, waren wir eine Erfahrung reicher und mächtig gelangweilt. Aber immerhin, einmal muss man das schon gesehen haben.

PS: Sonst so? Ein bißchen genervt, weil die Mexikaner es irgendwie nicht auf die Reihe bekommen, mir meine Kontaktlinsen zu besorgen und wahrscheinlich über einen Monat dafür brauchen werden. Ohh Mann!

Uni…. oder so ähnlich.

Posted in Bienvenidos!, puebla, uni with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 19. August 2008 by Jakob

Bueno jetzt habe ich also auch den ersten Tag in meiner Uni als Student hinter mir und durfte feststellen, dass die Kurse wirklich schon alle angefangen haben. Heute morgen um 7 klingelte bereits der Wecker und riß mich jäh aus meinen Träumen. Um sieben Uhr. Für die Uni. Alles andere, als gewöhnlich für mich. Aber gut, was will man machen – ist nicht immer alles Urlaub in Mexico. Nach einer Dusche und einem Tee machte ich mich mit Enora auf den Weg. Sie hat den gleichen Kurs wie ich, und so muss man wenigstens nicht allein in aller Herrgottsfrühe aufstehen und durch die gerade erwachenden Strassen Pueblas taumeln.

Punkt acht standen wir vor unserem Raum, aber natürlich war kein Profe in Sicht. Wenigstens aber andere Studenten, wenn auch nur 3 weitere. Nach einer viertel Stunde (offiziell existiert hier kein akademisches Viertel – es ist eher die gewöhnliche mexikanische Unpünktlichkeit und die kann bis zu anderthalb Stunden dauern) stand ein älterer Mann in der Tür, Strohhut auf dem Kopf und einen Leinenbeutel über die Schultern. Er sollte uns zwei Stunden über Nahuatl erzählen. Die Sprache der Atzteken. Das tat er dann auch und zwar aus voller Überzeugung. Sprach von SEINER Kultur, die total logisch aufgebaut sei, dass alles im Leben Arbeit sei und die Feigen (Spanier) sich böse Geschichten über die Atzteken ausgedacht haben, damit man ein möglichst schlechtes Bild von ihnen bekomme. Aber, dass sei nicht korrekt, sie seien buena gente, ehrlich und fleißig – alles andere seien Lügen. Das ganze erinnerte mehr an eine politische Rede und ein Plädoyer für seine Kultur, als an Unterricht, aber das machte es nicht uninteressanter. Dazwischen erklärte er immer wieder, wie sich Worte im Nahuatl zusammensetzten und hoffte, dass wir auch alles verstanden. Sprach über Mathematik, den Körper, die Sonne, den Mond und die Erde und dass sich schlussendlich alles um die Vereinigung zweier Dinge drehe. Aber gut, ich will nicht weiter ins Detail gehen.

Danach presste ich mich in einen anderen, kleinen und stickigen Raum und sollte dort etwas über COLONIA hören. Konkret konnte ich mir darunter noch nichts vorstellen, aber es ging dann schließlich um die Eroberung Nueva Espanas. Alles erinnerte mehr an Schulunterricht, als an Uni und irgendwie wurde zuvor auch schon Lektüre ausgeteilt, die ich nach wie vor nicht habe. Aber gut, man muss auch ein bißchen auf den Ausländerbonus setzen.

Als ich dann am Mittag nach Hause kam, merkte ich, dass ich es schlicht nicht gewohnt bin, mich um 7 Uhr zu erheben. Nach dem Mittag fiel ich in mein Bett und schlief den Schlaf der Gerechten.

4 Uhr stand der nächste Kurs an: Historia de América Latina. Der Profe kam mit halbstündiger Verspätung und auch hier gab es bereits die ersten Hausaufgaben in der vergangenen Woche. Inhaltlich scheint es sehr básico zuzugehen. Einigen Studenten muss noch erklärt werden, welche Länder zu Lateinamerica gehören, anderen, dass Patagonia kein Land ist und wieder anderen, dass Mexiko keine Grenze zu Argentinien besitzt.

Trotz allem ist es nicht so einfach allem im Kurs zu folgen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich circa 25Leute in einem 30 Quadratmeter-Zimmer drängeln und es keine Fenster gibt. Nicht einzuschlafen ist also harte Arbeit. Ich merkte immer wieder, dass ich ab und zu mal ausstieg aber gut – man muss sich an alles gewöhnen. Nach dem Kurs sprach ich kurz mit dem Profe und ließ mir erklären, welche Lektüre wir benötigen würden. Zwei Chicos erwiesen sich dann schließlich als hilfreich und nahmen mich und eine Engländerin an die Hand, zeigten uns die Bib und erklärten uns im Schnelldurchlauf, wie man Bücher findet und sie sich ausleiht. Einziges Problem: Man benötigt einen Studentenausweis und den habe ich bislang nicht. Also vorerst keine Ausleihe. Morgen steht aber der Studentenausweis auf dem Plan.

Bueno, nach einem Kaffee bin ich nun auch langsam wieder wach und werd wohl heut Abend mal noch mit Enora zu Lucha Libre gehen. Das ist so ähnlich wie Wrestling und soll typisch mexikanisch sein. Claro que si, dass wir uns das mal anschauen müssen. Und schließlich ist die nächste Kampfarena nur zwei drei Blocks entfernt. So schauts für den Moment.

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