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Über El Tajín zum Golf und zurück

Posted in Adios México, El Golfo, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 4. Juni 2009 by Jakob

Das Leben in Puebla ist vorbei. Mein Leben in Puebla ist nach gut zehn Daniel und ich über PapantlaMonaten am Wochenende endgültig zu Ende gegangen.Und jetzt, gerade als ich das hier schreibe, sitze ich wieder im Bus nach México, DF – zwei große Reisetaschen im unterem Stauraum und dazu einen großen Trekkingrucksack. Regen prasselt an die Frontscheibe unseres Primera-Clase-Busses und wir fahren in den Abend hinein in die Hauptstadt. Meine Sachen, die nach einem Jahr Mexico mit nach Deutschland wollen, sollen hier zunächst eine Interimsbleibe bekommen. Bei Bernhard und Paola. Die beiden, die mir bereits bei meinem Mexiko-Start im Juli vergangenen Jahres als Startbasis so hilfreich waren.

Und der Plan bei den beiden aufzuschlagen, sollte eigentlich erst am FreitaDas etwas heruntergerockte Terminal von Papantlag eintreten, aber meine kleine Golfküsten-Tour mit Daniel hat sich als schneller herausgestellt, als geplant, und so sind wir heute bereits wieder aus Veracruz raus, haben in Puebla einen Gepäck-Aufnehm-Stopp gemacht und werden die kommenden Tage in und um DF verbringen. Wenig zu tun ist da ja auch nicht.

Am Sonntag, nachdem ich problemlos meine Wohnung, bzw. mein Zimmer wieder zurückgegeben hatte, waren Daniel und ich in einen Bus nach Poza Rica gestartet. Poza Rica, dass ist eine Mega-Raffinerie mit einer 160tausend-Einwohner Stadt rundrum, mitten in den Bergen des nördlichen Veracruz (Staat) und lohnt laut LP keine Übernachtung. Wir schenkten den Ausführungen des LP glauben und setzten uns, kaum an einem recht minimalistisch, aber groß anmutenden Busterminal angekommen, in den nächsten Bus nach Papantla. Das ein Städtchen in der Nähe und ganz nah dran an El Tajín, eine spEl Tajin - im tropischen Wald verstecktektakuläre archeologische Stätte der Totonaken. Allerdings mussten wir auch in Papantla feststellen, dass die Nachfahren der Totonaken wohl nicht mehr so große Städtebauer waren, wir ihre Vorfahren und so stellte sich auch Papantla als verdreckte, stinkende kleine Stadt heraus, in der überall der Gestank von Kompost und frittiertem Essen in der Luft lag und ihm zuweilen eine Prise Hund oder Urin beigemischt wurde. Ganz aus diesem Bild fiel der völlig blitzblank und hübsch herausgeputzte Zócalo – der so gar nicht in das Bild passen wollte, dass sich uns ergabm wenn man ihn einfach über eine Seitenstrasse hinter sich ließ.
Wir checkten in einem der besten (was nicht „sauber“ und „hübsch“ und auch nicht „teuer“ heißen soll) Hotels ein, handelten den Preis ein wenig herunter (zum Glück, denn den vollen wäre dieses Zimmer wirklich nicht wert gewesen) und genossen ein Bierchen auf einer Restaurant-Terasse mit Blick über den Zócalo. Das Klima war bereits wieder tropisch, heiß und feucht, auch in der Nacht, ganz so, wie wir es von der vergangenen Woche vom Pazifik gewohnt waren.

Am Montag wollten wir uns El Tajín, die alte Stadt der Totonaken in der Nähe anschauen, und wir hatten guten Grund zu hoffen, dass die Stätte nicht überlaufenDie Nieschen-Pyramide sein wird. Seit der Schweinegrippen-Panik ist in Mexiko eigentlich keine Touristenattraktion mehr überlaufen – was gut für uns, aber schlecht für das Land ist.

Wir starteten am Dienstag morgen mit einem Frühstück auf dem Markt und einem großen Saft, checkten aus unserem Zimmer aus und parkten unsere kleinen Rucksäcke im Hotel. Dann schnappten wir uns einen kleinen Mikrobus, der uns nach 20 Minuten direkt vor den Ruinen herauswarf. Der Eingangbereich ist architektonisch gewagt, monumental mit viel Beton und irgendwann war das wohl auch mal modern.
Auf dem Platz vor dem Haupteingang waren totonakische Nachfahren gerade damit beschäftigt, ihr Voladores-Ritual an einem metallernen Pfahl vorzuführen und wir setzten uns in den Schatten und schauten ihnen bei ihrem fliegenden Tanz um den Mast zu. Die Voladores, ich hattte bereits am Anfang meiner mexikanischen Zeit einmal über eine Gruppe in Cholula berichtet, sind hier in Papantla eigentlich zu Haus und bei ihrem kleinen fliegendem Musik-Spektakel dreht es sich um ein Fruchtbarkeitsritual heranwachsender junger Männer.

Nachdem uns einer der Jungs fürs Zugucken eine nicht ganz freiwillige, weil obligatrorische Spende in einer von ihm festgesetzten Höhe abgefordert hatte, verschwanden wir im Haupteingang und machten uns daran, die Stadt zu erkunden. El Tajín, dass ist eine vergleichsweise große Ansammlung von Pyramiden und Ballspielplätzen (17 hat man bislang gefunden), die in vielen Fällen weitesgehend restauriert wurden und immernoch von einer beeindruckenden und gewaltigen Architektur zeugen. Die größe der Bauwerke sollte auch die Macht der jeweiligen Herrscher widerspiegeln, und wenn man durch diese Anlage läuft, bekommt man eine entfernte Ahnung davon, dass die Totonaken in ihrer Region wohl bis ins 12. Jh. keine unbedeutende Rolle zwischen Golf und Inland spielten. Und dazu kommt, dass bis heute nur ein geringer Prozentsatz der Anlage freigelegt und erschlossen ist.

Das wunderbare optisch, aber auch sonst erfrischende an der Anlage ist, dass sie im völligen Grünen liegt, umgeben vom einem dichten, buschartigen, tropischen Wald und die Pyramidenstümpfe ragen über eine kurze, saftig-grüne Wiese.

Die bekannteste Pyramide der Anlage ist die „Piramide de los nichos“, die „NiscVersteckt im Dschungel - El Tajinhenpyramide“, die sich heute auch noch auf den Autokennzeichen des Bundesstaates Veracruz wiederfindet. Sie ist zwischen 20 und 30 Meter hoch, und am kompletten Körper von Nischen durchsetzt. Und wenn man vor ihr steht und sie so vor diesem dichten, grünen Wald stehen sieht, hat man das Gefühl, mal wieder in einem Indiana Jones-Film zu sein. Alles in Allem, und das hätte ich vorher nicht gedacht, empfand ich die gesamte El Tajín-Anlage als so beeindruckend, dass sie ohne Weiteres in die Liste Teotihuacan, Palenque, Monte Albán und Chíchen Ítza mit aufgenommen werden muss, wenn man gefragt wird, welche archeologische Stätten man sich in Mexiko auf jeden Fall anschauen müsste.

Am Nachmittag, und weil wenig Schatten auf den Pyramiden auch mit ein wenig mehr Farbe, rollten wir mit einem Taxi zurück ins unangenehm riechende Papantla und schnappten uns (dummerweise) einen 2.Klasse-Bus nach Veracruz. Dummerweise deshalb, Veracruz - PEMEX-Tower und Hafenweil der Bus alle fünfzig Meter Passagiere aufnahm, lange Stopps machte und so das Doppelte der normalen Fahrzeit in die wichtigste Hafenstadt Mexikos, nämlich 6 Stunden, benötigte.

Wir hatten uns zunächst überlegt, einen Strandtag am Golf einzulegen, dass aber angesichts der nicht vorhandenen Schönheit der Golfstrände dann doch schnell verworfen und hatten uns so direkt nach Veracruz durchgeschlagen.

Hier stiegenAlte Pracht - das Zivilregister aus den Glanzzeiten wir spät in der Nacht in einem günstigem und passablem Hotel ab und wollten den nächsten Tag ein wenig die Stadt und den Hafen erkunden. Wir starteten am Vormittag und etwas später als am Vortag in den Tag und wechselten zunächst das Hostel. Eine Ecke weiter betrieb ein Galizier das Casa Blanca, dass nicht nur bedeutend aufgeräumter, sondern auch wirklich einen gemütlichen Charme und obendrein über eine Dachterasse verfügte.

Dann machten wir uns auf Erkundungstour. Die Besichtigung des Fort Ulúa, dDaniel und ich auf einer der Hafenkais in Veracruzass den Spaniern als wichtige Ankunftsstation während der Kolonialzeit und der mexikanischen Diktatur unter Porfirio Díaz als Gefängnis diente, musste ausfallen, weil das Zubringerboot, von dem uns die Touristinfo berichtet hatte, einfach nicht fahren wollte. Also durchliefen wir den Hafen, spazierten über lange Molen und sparten uns so am Ende die auch eher weniger spektakuläre Hafenrundfahrt, die man allerdings wesentlich spektakulärer gesGlanz vergangener Zeiten - koloniale Häuser verfallen in Veracruztalten könnte, wenn man dies als Tourismusanbieter auch wollen würde. Aber gut.

Am Nachmittag, nachdem wir uns nocheinmal unseren Teint um 2 Stufen abgedunkelt (oder gerötet) hatten, schlürften wir eine Coronita auf unserer Terasse und beschlossen, der Hitze mit einem Bad im Golf Abhilfe zu verschaffen. Der Himmel hatte sich bereits bedrohlich zu einem Gewitter zugezogen, dass bereits am Morgen die Straßen mit Wasser gefüllt hatte, aber die Tropfen wollten nicht fallen. Wir starteten an einen der eher schmutzigen, öffentlichen Srtände, die eigentlich noch viel zu nah am Übersee-Hafen liegen und „erfrischten“ uns in lauwarmen Golfwasser. Und froren, als wir herauskamen, weil das Wasser wirklich an Badewanne erinnerte.

Am Abend machten wir Nägel mit Köpfen. Wir studierten die Mexikokarte und den Lonely Planet und kamen zu dem Schluss, genug von Veracruz gesehen zu haben. Also packten wir uns huete morgen wieder Das Travelteam beim Frühstück im Hotelbett :-)zusammen und machten uns auf, die Golfküste und das feucht-heiße, tropische Klima wieder zu verlassen. Und so sitzen wir jetzt noch immer im Bus, kommen Mexiko City immer näher, während sich die Nacht inzwischen vollständig über Mexiko ausgebreitet hat.
Und in den kommenden Tagen steht uns ein Mix aus Kultur, Geschichte, Sightseeing, Natur und Freizeitspaß (Six Flags) bevor.

So weit.

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Auf der Flucht vor dem Wetter.

Posted in El Golfo, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 30. September 2008 by Jakob

An’s Meer. Nichts wie an’s Meer. Dort wird das Wetter besser sein. So dachten wir uns das am Donnerstag Abend in Puebla. Die Temperaturen waren inzwischen nächtlich auf unter zehn Grad gefallen, ein kräftiger und kalter Wind machte das Klima in Puebla wirklich ungemütlich. Die gesamte Woche hatte es nur am Vormittag Sonne gegeben und gegen 2/3 Uhr verdunkelten dicke, schwarze Wolken die Stadt. In meinem Zimmer konnte ich nur noch mit Licht arbeiten und später konnte man das Zimmer über den Patio nicht mehr verlassen, ohne gleich klitschnass zu werden. Und das in Mexico. So hatte ich nicht gewettet. Und in Deutschland glauben alle, dass einem hier die Sonne auf den Pelz scheint, und man ein wunderbares Wetter hat. Täglich. Aber nein. Irrtum Freunde, Irrtum. Der Klimawandel, so sagen zumindest die Mexicaner, hat längst auch Mexico erreicht und so sollte die Regenzeit eigentlich schon längst vorbei sein – allerdings kümmert sich das Wetter hier einen feuchten F…z darum.

Also entschieden sich Enora und ich noch in der Nacht zum Freitag einen der frühesten Busse nach Veracruz zu nehmen, ein bißchen weiterzuziehen nach Anton Lizardo in den Süden und dort ein ruhiges Wochenende am Strand zu verleben.

Kurz nach Mittag errichten wir mit einem klapprigen Lokalbus von Veracruz kommend das kleine, (nett ausgedrückt) verschlafene Nest Anton Lizardo. Der Himmel grau und wolkenverhangen, eine steife Brise wehte straff vom Meer aufs Land und wir kämpften uns gegen den Wind vom „Zócalo“ (Fünf Bänke im Kreis auf einer Wiese mit zwei Papierkörben) in Richtung „Strand“. Sand fegte uns ins Gesicht und als wir schließlich den „Strand“ erreichten, sahen wir, dass es ihn nicht gab. Zehn Tage Sturm und Regen hatten den gesamten Strand gefressen und so blib nur ein kleiner Streifen, in dem sich der gesamte Müll sammelte, den das Meer an Land gespült hatte – wartend darauf, dass die nächste Brise ihn weiter ins Dorf trägt. Ein kleines Restaurant trotzdem dem starken Wind vom Meer her und wir kehrten ein, um wenigstens unseren Hunger zu stillen. Während wir aßen, rüttelte der Sturm ungnädig am Palmendach und fegte durch die Ritzen, so dass man auch im Innern des Restaurants nicht vergessen konnte, dass draussen Herbst herrschte. (Hörma!)

Nach dem Essen entschieden wir uns, mangels Alternativen, den kleinen Ort Anton Lizardo wieder den Rücken zu kehren. Außer Strand hätte es hier nichts gegeben – wenn ich mal den Flottenstützpunkt der mexikanichen Marine nebenan unterschlagen darf. Übrigens ein Stützpunkt von zweien, die es in Mexico gibt. Die Marine scheint nicht groß zu sein, denn nur in Veracruz liegen noch ein paar Militärschiffchen mehr, das wars dann. Aber zurück zum Thema.

(Photos: Rund um Anton Lizardo)

Wir entschieden uns, dem Wetter besser in Veracruz trotzen zu können und fuhren mit dem nächsten Klapperbus zurück in die Stadt. In Veracruz ließ es sich dann mit dem warmen Sturmwetter aushalten. Wir schnappten uns ein kleines, günstiges und zentral gelegenes Hotel und genossen das Leben in Veracruz. Die Stadt steckt voller Musik, an jeder Strassenecke spielen Bands auf, zwischen Bossa, Buena Vista Social Club, Salsa und Mariachis wird schlicht alles gespielt und die Menschen tanzen… wunderbar.

(Photos: Veracruz y más)

Den Samstag verbrachten wir schließlich auch noch in der Stadt, machten eine Hafenrundfahrt durch den wichtigsten Atlantik-Hafen Mexicos – der wirklich beeindruckend groß ist. Am Abend wollten wir jedoch wieder die Hektik der Stadt verlassen und das Wetter, dass inzwischen in Sonne und WInd umgeschlagen war, veranlasste uns zu einem neuen Versuch, einen ruhigen Ort aufzusuchen. Wir entschieden uns für Catemaco – was uns in einer Broschüre als relaxter und entspannter Ort an einer wunderbr großen Laguna angepriesen wurde. Erst nachdem wir unsere Bustickets gekauft hatten, kamen wir auf die glorreiche Idee, uns nach der Länge der Busfahrt zu erkundigen – 3,5 Stunden offiziell – am Ende landeten wir bei 4,5h. Und zu unserem Pech war der Ort auch alles andere als ruhig. Eine kleine Stadt an der Lagune, mit jedoch jeder Menge Lärm in der Nacht und am nächsten Morgen wieder das Wetter vom Freitag – Wolken, tief hängend, und Regen.

Wir machten das Beste daraus und schnappten uns ein kleines Boot und machten eine Rundfahrt in der Lagune. Schauten uns verschiedene Plätze an, unter anderem die völlig überdimensionierte Villa eines Tabakfarmers am Ufer der Lagune, in der auch schon mal Presidente Calderon logiert, ein Dschungel-Ökoreservat, was wirklich ganz nett gemacht war und die die Isla des los Changos – die Affeninsel.

(Photos: La Laguna de Catemaco)

Weil wir aber nun mal inzwischen am A…h der Welt waren, blieb uns nicht super viel Zeit und so setzten wir uns nach einem leckeren (wirkich unvergleichlich leckeren) MIttagessen bei einem Italiener, bei dem es überraschenderweise auch wie beim Italiener schmeckte (und das zu mexikanischen Preisen), wieder in einen Klapperbus nach Veracruz. Die Direktbusse, die auch ein ganzes Stück bequemer sind, als die Bummelbusse, die an jeder Ecke Leute aufnehmen, waren leider ausgebucht und wir hätten so erst am Dienstag zurückkehren können.

In Veracruz bekamen wir dann auch erst Tickets für den Mitternachtsbus nach Puebla und so schauten wir wieder ins Zentrum, um noch ein leckeres Essen vor der neuerlichen 4-Stunden-Fahrt in den Bauch zu bekommen.

Heute morgen um 4 standen wir dann schleißlich wieder in der Quince und freuten uns aufs Schlafen. Und so haben wir am Wochenende wohl fast mehr Zeit in diversen Bussen verbracht, als am Strand, oder so. Das nächste Mal haben wir hoffentlich mehr Glück. Oder mehr Meer. Und mehr Sonne. Aber dennoch, es hat sich gelohnt und heute brannte wenigstens in Puebla wieder die Sonne. Mit der Nacht sind die Temperaturen zwar wieder gefallen – aber wie’s ausschaut bessert sich das Wetter. Na bitte.

Wenn das Meer…

Posted in El Golfo, Viajando! on 26. September 2008 by Jakob

… nicht zu Dir kommt, musst Du eben zum Meer gehen!

In diesem Sinne, schönes Wochenende.

Schnaps… ähm Tequilaidee!

Posted in Bienvenidos!, El Golfo, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 25. August 2008 by Jakob

Nachdem vergangene Woche so langsam die Uni so richtig begonnen hat, Professoren und Studenten wahlweise mit bis zu einer Stunde Verspätung kamen, beginnt in unserem Häuschen, der Quinze, so langsam das richtige Leben.

Seit einer Woche sind wir Jenga-Professionelle. Als wir feststellten, dass wir leider über gar keine Spiele verfügen würden, entschieden wir kurzer Hand, einen Einkaufsbummel mit der WG zu machen, um ein Spiel zu kaufen. (Bild links: Nestor und Agostina im Jenga-Fieber) Für 50 Peso kauften wir einem kleinen Mädchen in der Stadt eine Jenga-Kopie ab und seitdem ist das Aktivität Nummero 1 in unserer Küche. Abend für Abend wurden Jenga-Meisterschaften in unserer WG ausgetragen, und seit Donnerstag natürlich nicht ohne Tequila.

Das Wochenende begann dann absolut ruhig. Nach meinem Seminar über die mexikanische Revolution (Ich muss nicht erwähnen, dass der Kurs, der 12 Uhr beginnen sollte, um ein Uhr erst einsetzte – ich war bis Viertel vor eins der Einzige und der Profe meinte: „Dann warten wir eben noch ein bißchen…“) wurde erstmal auf der Terasse entspannt. Unsere neuen argentinischen Mitbewohner leisteten Gesellschaft und erzählten über ihre wahnsinnig interessanten Wurzeln, woher ihre Großeltern, Eltern und und und stammen. Was für eine mezcla! Am Abend trödelten so langsam alle von Arbeit oder Studium ein und wir überlegten, was wir in der Nacht machen könnten. Schnell war die Idee geboren, dass die gesamte WG ausgeht. Allerdings ist das in Puebla nicht so einfach, weil die Party in einer Nachbarstadt, in Cholula, stattfindet. Nachdem wir wieder in der Küche Jenga-spielend überlegten, was zu tun sei, (Bild rechts: v.l.n.r. Nestor, Paulina, Pedro, Viviana, Jakobo und Enora beim Jenga-Spiel) krsitallisierte sich heraus, dass wir einfach ein Taxi nehmen und dann Cholula unsicher machen würden. Zu Acht, was in Deutschland natürlich ein klarer Fall für 2 Taxen oder zumindest eine Großraumtaxe wäre, bestiegen wir ein(!) kleines Taxi und düsten über die nächtliche Autobahn nach Cholula. Dort schauten wir in mehrere Bars rein, den ein oder andereen Club und feierten bis in den frühen Morgen. Wie der Zufall es wollte, lief mir in Cholula in einem Club Roberto über den Weg. Roberto hatte ich in Puerto Escondido am Pazifik kennengelernt und wir feierten unser zufälliges Wiedersehen. Die Party setzte sich später in unserer Küche fort bis gegen 5 so langsam alle Richtung Waagerechte verschwanden. Übrig blieben Enora und ich und wir schnappten uns den Rest des Tequilas, ein großes Wasser und quatschten in die ersten Sonnenstrahlen hinein auf dem Dach.

Mit der Sonne und dem Tequila (der sicher ein wenig Mitschuld an jener Locura trug), kam uns ein Idee. Wie genial es jetzt wäre, am Meer zu sein, durchs Wasser zu schlendern, den Sand unter den Füßen zu haben und in den Wellen zu schwimmen. (Bild links: Playa Mocambo, Veracruz, Golfo) Es brauchte nicht viel und wir stellten die essentielle Frage: Por qué no nos vamos? Ahorita? Bueno – vamonos! Binnen zehn Minuten warfen wir ein paar Sachen in unsere Rucksäcke, schnappten uns vor dem Haus ein Taxi und düsten, mit einem breiten Grinsen auf den Lippen, zum Terminal de los Autobuses. Dort schnappten wir uns den nächsten Langstreckenbus in Richtung Veracruz und ließen uns in Richtung Golfküste schaukeln. Knapp fünf Stunden später, gegen 5, erreichten wir Veracruz. Als wir aus dem Bus ausstiegen, bließ uns zunächst ein Schwall warmer und feuchter Luft fast zurück in den Bus. Wir waren angekommen und das Wetter fühlte sich tropisch an. Mit Hunger im Bauch suchten wir uns einen Colectivo, der uns zum nächsten Playa bringen würde. Im Süden der Stadt erreichten wir Playa Mocambo und stellten fest, dass die Playas in Veracruz wirklich nicht schön sind. Egal, wir waren am Meer! Der Hunger trieb uns in ein piekfein-aussehendes Restaurant, wo die Preise diese Erscheinung unterstrichen. Aber wir hatten keine Wahl, Restaurants waren rar. Ganz im Gegensatz zu den Preisen war das Essen dann alles andere als zufriedenstellend. Egal. (Bild rechts: PLaya de Chachalacas) Mit dem nächsten Collectivo düsten wir wieder ins Zentrum von Veracruz. Wir wollten nicht unbedingt in der Stadt bleiben und uns lieber einen kleinen ruhigeren Strand suchen. Also fragten wir in der Tourist-Informacion nach, die sich als wenig hilfreich herausstellte. Mit dem Lonley-Planet in der Hand, der sich ebenfalls als nicht gerade hilfreich erwies, entschieden wir uns in blaue hinein nach Norden zu fahren, nach Chachalacas. Ein pueblito mit Strand, dass ist alles, was wir wussten. In der Nacht kamen wir in der Nachbarstadt Cardel an, schnappten uns mangels Collectivos (der letzte war wohl um 9 Uhr gefahren) ein Taxi und ließen uns nach Chachalacas bringen. (A qué parte quieren irse? No sabemos – a Chachalacas. Centro… – Kommunikation mit dem Taxifahrer). Der Taxifahrer ließ und schließlich an einer Strassenecke im Ort heraus und wir schlenderten durch die Nacht, noch nicht so richtig wissend, wohin. Einziges Ziel: La Playa y el mar! Schließlich fanden wir, was wir suchten, bezogen ein kleines Hotel und machten uns mit einem Cerveza Sol auf an den Strand. Clarop que si, dass wir noch ins Wasser mussten und so plantschten wir eine halbe Ewigkeit in der Nacht im warmen Golf von Mexiko. Was für eine Locura – aber sehr sehr fein! Gestern dann gingen wir den Tag an, als müssten wir nicht wirklich zurück nach Puebla. (Bild links: Enora am Golfo) Wir suchten uns einen ruhigen Strandabschnitt, das Wasser war hier bedeutend sauberer, als in Veracruz, und aalten und verbrannten uns gehörig. Erst am Abend kam uns die Idee, dass wir wieder zurück müssten, und wir für unser Abenteuer nun mal nicht viel Zeit geplant hatten. Mit einem Combi düsten wir durchgeschwitzt zurück nach Cardel, schnappten uns einen vollgepackten Bus nach Veracruz und erreichten dort gerade so den 8-Uhr-Bus zurück nach Puebla. Gegen Mitternacht standen wir wieder im Patio der Quinze und waren ziemlich stolz auf uns, dass wir diese verrückte Idee durhcgezogen hatten. In der Küche rechnete noch Nestor an Studienaufgaben. Er wirkte ziemlicj erleichtert, als er uns in der Tür entdeckte. Die WG hatte uns wohl vermisst und sich ein wenig Sorgen gemacht, weil wir einfach über den Morgen verschwunden waren. Aber als wir heute von unserem Spontan-Trip erzählten, meinten alle bloß, wir seien ganz schön verrückt. Bueno, ich hab heute zum Glück erst spät Uni, aber das ist in genau zehn Minuten. Also werd ich hier jetzt mal Schluss machen und mich auf den Weg in die Uni machen. Ich hoffe, Euch allen anderen in allen anderen Teilen der Welt gehts ähnlich gut, wie mir. Saludos y hasta la próxomima!

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