Archive for the pacifico Category

Acapulco und… schon Schluss.

Posted in Adios México, mexico city, pacifico, Viajando! with tags , on 13. März 2010 by Jakob

Jetzt war am Ende doch so wenig Zeit, sich vor den Rechner zu klemmen, und einen Artikel hier zu hinterlassen. Das erste Mal, seitdem ich jemals mexikanischen Boden unter den Füßen hatte, hatte ich mich in die pazifische Bade-  und Urlaubsmetropole Acapulco begeben.
Mit Enora hatte ich einen Nachtbus am vergangenen Freitag im Morgengrauen des Samstags genommen und nach 5 Stunden Fahrt waren wir endlich an der Küste, in der Sonne und am Meer angekommen. Aus dem Bus ausgestiegen kamuns ein Schwall warmer Luft entgegen und wir hatten Mühe richtig aufzuwachen – war es doch erst 10 vor 8, als uns der Bus am Terminal Central ausspuckte. Wir informierten uns an einem kleinen Schalter über günstige UNterkünfte und hatten uns damit auch sofort eine Begleiterin eingehandelt. De Dame, von der wir eigentlich nur eine Auskunft haben wollten, schloss ihren Schalter und wollte uns selbst zu den 3 oder 4 günstigen Hotels führen, die sie uns nannte. Nur kurz konnten wir sie loswerden, weil wir zuvor noch Toilette und Bankomaten aufsuchen wollten, aber eine Strasse allein gelaufen, tauchte sie auch schon wieder auf der gegenüberliegenden Strassenseite auf und winkte uns zu sich.
Wir schauten uns mit ihr 3 Hotels an und stiegen im letzten ab. Ein kleines, von einer Familie geführtes Hotelchen mit einem Pool im Hof in einer etwas ruhigeren Seitenstrasse nur einen Block vom Strand entfernt. Wir liessen unsere Rucksäcke im Hotel zurück, wechselten die Sachen auf „Sommer“ und machten uns auf den Weg zum Strand.
Acapulco ist malerisch gelegen. Eine Bucht, fast abgeschlossen und kreisrund, das Wasser blau, warm und still und im Hinterland erheben sich sofort grüne Hügel, die bis zu richtigen Bergen heranwachsen. Man hätte viel machen können, aus diesem wunderbar gelegenen Ort, aber offenkundig zug man es vor, das schnelle Geld zu machen, bei der Bebauung nicht auf die Landschaft zu achten und einfach einen Hotelklotz neben den nächsten an den Strand zu setzen. Immerhin: Der Strand ist immernoch für einen solchen Ort breit und nicht so abgeschnitten, wie beispielsweise in Cancún – aber man muss die Betonburgen ausblenden, um sich wohlzufühlen.
Auch wird man den Eindruck nicht los, dass die Stadt als Urlaubsort seine besten Tage bereits gesehen hat – oder dass man sich mehr vom Toursismus erwartet hatte. Überall bereits wieder geschlossene Geschäfte, Cafés und Bars – fast ausschließlich mexikanische Touristen.
Wir stellten schnell fest, dass wir nichts verpasst hatten, uns diese Stadt früher anzuschauen. Aber was wir wirklich wollten gab es. Strand, Sonne, Meer! Und das war das wichtigste in diesem Moment für uns. Schließlich hatten wir ja nur das Wochenende und mit 5 Stunden Busfahrt liegt Acapulco unschlagbar nah an DF. Wenn wir mal Veracruz, dass zwar als Stadt hübsch, aber als BAdeort am grauen Golf wenig taugt, ausblendet.
Wir verbrachten also den kompletten Samstag am Meer, ruhten uns aus und machten eigentlich nichts. Und am Strand liegend und die Augen auf das offene Ende der Bucht ausgerichtet, sahen wir auch nicht die Betonklötze.

Am Sonntag wollten wir an der Quebrada die Clavadistas – die legendären Klippenspringer von Acapulco – bei ihren tollkühnen Sprüngen beobachten. Wir suchten unseren Weg an die Klippen, mussten ein paar Blöcke durch das „alte“ Acapulco laufen und am Ende des Berges zeichnete sich ein leerer große Parkplatz ab. Von dort aus gingen einige betonene Aussichtsterrassen zum Meer hinab und wir mussten feststellen, dass die Klippenspringer nicht immer und zu jeder beliebigen Tageszeit ihrem wagemutigem Sport nachgingen, sondern nur zu bestimmten Zeiten und man zu diesen Zeiten dann Eintritt auf die Terrassen zahlen musste. Wir entschieden uns also am Montag wiederzukommen und erlebten dann eine mittelprächtige Vorstellung. 5 Springer stürzten sich von unterschiedlich hohen Felsen in die Fluten. Das ganze Spektakel dauerte kürzer, als wir auf die SPringer warten mussten und irgendwie war es fast spektakulärer, die Jungs die Felsen hinaufklettern, als sie da wieder runterflattern zu sehen.
Alles in allem bleibt für mich das Fazit: Acapulco ist in Mexico wirklich kein Muss! Aber wenn man in Mexico DF ist und schnell ans warme Wasser will – dann kann man da schon hinfahren. Wenn man aber mehr Zeit hat, sollte man sich definitiv schönere Orte aussuchen. Und die gibt es zu hauf – von der Pazifikküste, über die Küste des Mar de Cortés in Baja California und die Karibik.
Montag Nacht kamen wir wieder in DF an und ich nutzte die Woche in Mexico City, um noch ein paar Mitbringsel zu besorgen. Am Mittwoch lud ich zum Abschieds-Gulasch-Essen in Bernhard und Paolas Wohnung und am Donnerstag ging es weder mir, noch Enora besonders gut. Was allerdings nicht am Gulasch lag, der allen vorzüglich schmeckte. Ich hatte irgendwie nachts furchtbar schlecht geschlafen und mit „Rücken“ aufgewacht und Enora setzten am Tag ihre Allergien so sehr zu, dass sie von ihrer Arbeit nach Haus geschickt wurde. Wir nutzten den Tag, uns in eine ruhigere Ecke von DF zurückzuziehen und ich zeigte ihr die Ciudad Universitaria der UNAM – die Universitätsstadt von Mexico City. Wobei „Stadt“ eigentlich der faksche Ausdruck ist – bei der CU der UNAM handelt es sich eigentlich um ein riesiges Parkgelände, dass eine großes Ökoreservat mitten im Süden der Millionenmetropole umfasst. Ein Fleckchen, an dem man mal kein Hupen, Sirenenjaulen, Autobrummen, Hupen oder Gebrüll hört. Ein wahres Idyll der Ruhe. Nicht leicht sonst zu finden, mitten in Mexico City.
Gestern dann gönnten wir uns noch einen Besuch beinm Schamanen, der uns die Knochen langzog. Ein krätfige Massage ließ uns später wieder bedeutend besser fühlen und das dazugehörige Temazcal tat auch seine entspannende Wirkung.
Und so ging es mir schon wieder ganz gut, als ich gestern Abend in Mexico City wieder in den Flieger stieg und mich nach 5 Wochen mal wieder aus Mexico verabschiedete. Wieder einmal war es schön. Wieder einmal ist es schön zurckzukehren. Alles in Allem hatte ich ein bißchen zu viel DF und Großstadt und ein bißchen zu wenig Natur und Ruhe. Aber das nächste Mal Mexico werde ich bestimmt nicht soviel Zeit dem Distrito Federal widmen. Aber gut, diesmal ließ es sich auch nicht wirklich ändern – Enoras Praktikum ist nunmal dort und wahrscheinlich ist es eher kompliziert ein gutes Praktikum zu finden, dass irgendwo so plaziert ist, dass man nur wenige Meter zum Strand und hinter dem Haus die Berge hat 🙂 .

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Paradies.

Posted in pacifico, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , on 23. Februar 2010 by Jakob

Unweit von meinem Balkon brandet das Meer an. Die Wellen prallen auf den weißen Sand, es rauscht, braust, kracht. Am Himmel rennen die weißen Wolken am hellen Mond vorbei, der sie in ein weißlich-gelbes Licht taucht und am Strand sorgt der Wind da oben für ein rasches Licht-Schatten-Spiel auf dem sandigen Boden. Durch die Palmen weht der warme, abendliche Seewind, es ist so warm, dass ein T-Shirt überflüssig ist und ich liege in der Hängematte auf meinem Balkon und genieße den Abend bei einer frischen und kühlen Flasche Modelo Especial.

Endlich bin ich wieder in Zipolite und auch diesmal habe ich mich in meinem Lieblings-Hostel niedergelassen. Ein bißchen fühle ich mich schon wie ein Stammgast – als ich gestern nacht hier auftauchte, und ich die Treppen hoch durch den parkähnlichen Palmengarten zur Reception ging, strecke mir freudig Toño den Kopf aus dem Häuschen entgegen – ihm und seiner Frau gehört das kleine Paradies hier, sie haben es geschaffen. Erinnerte sich noch an mich und freute sich mich wiederzusehen – ich freute mich auch, wieder da zu sein und auch ihn wiederzusehen. Es ist jetzt knapp ein Jahr her, na gut, drei Monate fehlen dafür noch, dass ich hier war – und es ist noch genau so paradiesisch. Der Strand weit, lang und heiß, unter den Palmen des Lo Cosmico ist es angenehm im Schatten und das Dörfchen hat sich auch nicht wesentlich verändert. Man könnte meinen, die Zeit findet hier keine Anwendung – sie steht hier schlicht still.

Am Montag hatte ich mich von Puebla aus über Oaxaca auf die Reise in mein kleines Paradies gemacht und nach knapp 12 Stunden stand ich da, wo ich hinwollte.

Das Wochenende hatte ich mit Enora und den ehemaligen Mitbewohnern aus unserer Puebla-Wg, der famosen 15, in Puebla weitsgehend feiernd verbracht. Am Freitag waren wir auf den Geburtstag eines Freundes von Lula eingeladen, am Samstag im Haus von Paulinas Eltern zum mexikanischen Asado – von 14 Uhr bis 4 Uhr morgens. Viele Erinnerungen wurden ausgetauscht, neue Leute kamen hinzu, es wurde gespielt (und ich gewann gegen Agos im Jenga und bin damit offizieller Quinze-Jenga-Maestro 2010!) und getanzt.

Am Sonntag fuhren wir dann ins Nachbarstädtchen Cholula, wo der traditionelle Karneval seinen großen Höhepunkt mit viel Gewehrsalven, Musik, Tanz und als Europäer verkleideten Cholultecen fand. Eine interessante Tradition, in denen sich die meisten in Engländer, bzw. Franzosen verkleiden, Gesichtsmasken von Weißen aufhaben und wild in der Gegend mit Salutsalven, die wahrlich durch Mark und Bein gehen, sich über die Europäer lustig machen, natürlich vor dem Hintergrund der Kolonialzeit, und, mehr noch, vor dem Hintergrund der blutigen Schlacht bei Puebla im Jahr 1862.

Kleine Szene vom ruhigeren Teil des Karnevals – der Einzug der Truppen.

Es ihre Art, der Geschichte die Ehre zu erweisen und sie tut weh, in den Ohren. Der Tag fühlte sich an, als hätten wir ihn auf dem Schlachtfeld verbracht – richtig zum Feiern wurde mir vor lauter zusammenzucken unter den Salven nicht zu Mute und meine Ohren hatten auch leiden müssen. Nichts destotrotz – ein sehenswertes Spektakel, auch wenn ich es aus dieser Nähe meinen Ohren nicht unbedingt noch einmal zumuten möchte. Mexikaner sind da Lärmresistenter.

Und nun: Erhole ich mich hier in meinem kleinen Paradies. Werde arbeiten und auspannen miteinander verknüpfen und mich ab morgen wieder in die Politischen Wissenschaften stürzen und in diesem paradiesischen Ambiente versuchen, eine Arbeit für die Uni zu schreiben. Was sollte ich sonst hier tun – und was könnte es besseres geben, als einfach ins Meer springen, wenn man nicht mehr tippen möchte.

Vielleicht werde ich in den nächsten Tagen auch noch ein paar Bilder hinzufügen – momentan kommt mir die Internetverbindung dafür hier zu langsam vor – aber ich denke, ich konnte auch schon mit Worten einigermaßen ein Bild dieses herrlichen Fleckchen Erdes geben.

Soweit, bis bis.

Eine Kupferstadt wie im wilden Westen

Posted in Adios México, baja california, mexico city, pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 27. Juni 2009 by Jakob

Das Rathaus von Sta. RosalíaHolzhäuser, nicht mehr als zwei Etagen, eine große alte Kupferfabrik, die Sonne tief über den Bergen, die Santa Rosalía umgeben und eine staubig-heiße Luft. 40 Grad im Schatten und das am frühen Abend – wir sind also an unserem nördlichsten Punkt unserer Baja-Rundreise angekommen. Nach unserem kleinen Stelldichein mit den lokalen Rabauken von der Policia fanden wir nach einigem Suchen doch ein recht nettes Hotel und es stellte sich rasch heraus, dass es kaum mehr als zwei Restaurants gibt. Wir verbrachten den Abend in Ruhe, ich schrieb den vorhergehenden Artikel und am nächsten Morgen machten wir uns ein letztes Mal auf, weiter nach Norden, um unsere vorletzte Jesuiten-Mision zu sehen, die wir noch auf dem Plan hatten.

Los Bomberos - im Zeitalter der Kupferminen hängen geblieben

Am Vormittag stiegen wir ins Auto und bewegten uns recht schnell wieder weg vom Golf ins Halbinselinnere und kamen nach einer guten Stunde weiter in einem kleinem Dorf an, dass einen schattigen Zócalo hatte und Eine andere Perspektive auf San Ignaciodemgegenüber San Ignacio stand. Wir blieben einige Zeit in dem Dörfchen , sahen uns die alte Mission (in meinen anderen Artikeln findet man die spanische Schreibweise mit einem „s“ – war also kein Fehler) an und aßen einen Salat in einem Restaurantito gegenüber. Auf der Rückfahrt durchquerten qir erneut die karge Landschaft, aber machten einen kleinen Abstecher zum Vulkan Las Tres Virgenes, an den wir aber letztendlich doch nicht wirklich herankonnten. Unser Weg in die Wildnis endete an einer Hütte, die gerade für Öko-Tourismus aufgebaut wurde und die beiden Verantwortlichen schienen doch sehr erfreut über unseren unerwarteten Besuch und erklärten uns das Projekt.

Las Tres Virgenes - Vulkan nördlich von Sta. Rosalía

Am Abend schlenderten wir noch einmal durch das kleine Wild-West-Städtchen mit seiner von Gustav Eifel konzipierten Kirche und machten ein paar Fotos, bevor wir uns zur Ruhe betteten.

Und dann stand schon die Rückfahrt unserer Rundreise ins Haus. Über 1200 Kilometer hatten wir bereits auf dem Tacho, als wir uns am Dienstag morgen zu einem reinen Fahrtag aufmachten. La Paz sollte das Ziel erneut sein – 630 Kilometer durch karge Wüstenlandschaft, und vorher noch einen Badestopp in einer der einsamen Strände des warmen Golfes nahe Loreto.

Der Zahn der Zeit nagt an San Luis GonzagaAm frühen Abend kamen wir durch Ciudad Constitución und wenige Kilometer später jagten wir den kleinen Aveo noch einmal 80 Kilometer Off-Road durch die Wüste, Richtung unserer letzten Mision: San Luis Gonzaga. Ein kleines Kirchlein, daneben noch ein Gebäude, in dem das Dach halb heruntergekommen war, und ansonsten noch drei weitere Häuser zeugten davon, dass dieser Siedlungsort mitten in der Pampa wohl auch schon einmal bessere Zeiten und vor allem Leben gesehen hatte.

Wir fuhren zurück zur großen MEX 1 und spulten die letzten 160 Kilometer nach La Paz ab und checkten dort im Hotel Yeneka ein – ein Hotel, dass man auf jeden Fall weiterempfehlen kann. Nachdem man durch einen kleinen Durchgang die Rezeption hinter sich läßt, steht man in einem kleinen Patio, in dem sich die Sammlerleidenschaft des Besitzers widerspiegelt. An den Wänden hängen alte Pfluggeräte, Hammer, Eisenketten, Töpfe, Pfannen, Schöpfkellen, Pferdegeschirr, Öllampen und sogar ein altes Auto, wohl aus den 20er oder 30 Jahren. Zwischen dem ganzen „Schrott“ befinden sich die Eingänge zu den 20 großzügigen Zimmern, die einfach gehalten, aber nett eingerichtet sind.

Das alte Auto neben unserem Zimmereingang im Yeneka

Am Mittwoch fuhren wir dann auch aus La Paz raus und nahmen die Ostroute nach Los Cabos. In San Antonio, einem verschlafenem Nest, dass früher wohl im Silberbergbau blühte, heute aber weitesgehend vergessen wurde, aßen wir eine unverschämt teure Pizza und tranken dazu völlig überpreiste Cola aus Dosen – und zogen weiter, über einen letzten Meeresstopp in Los Barriles nach San José del Cabo.

Ein Kaktus - mal im Close-Up

Ich hatte ein völlig vom Tourismus umgestülptes Örtchen an der Südspitze Baja Californias erwartet, wurde aber positiv enttäuscht. Der Tourismus hatte sich wohl mehr in Cabo San Lucas, rund 30 Kilometer weiter, breit gemacht und dort seine unschönen Hotelkomplex-Auswüchse getrieben. In San José war ein kleines, nettes, historisches Zentrum übergelieben, ein kleines Kirchlein am Hauptplatz und die idyllische Optik des Platzes wurde lediglich durch ein überproportioniertes Krieger-Helden-Denkmal am Ende des Platzes gestört.

Wir checkten in ein kleines, unerwartet (für diese Breiten) günstiges Hotelchen ein und aßen lecker zu Abend.

Unsere 737 in SJCAm Donnerstag versuchten wir noch einmal das Meer zu sehen, aber unser versuch an den Strand zu fahren, endete in einer Sackgasse, die vor einem noch im entstehen befindlichen Hotel-Resort-Komplex endete. Also tankten wir unseren kleinen Kampf-Aveo noch ein letztes mal voll und fuhren ihn völlig verstaubt bei der Mietwagenfirma wieder vor. Trotz des Drecks waren die zufrieden mit dem Wagen und chauffierten uns die paar hundert Meter weiter zum Flughafen, wo wir später mit einer 737 in Richtung DF wieder abhoben.

Am Abend checkten wir wieder bei Bernhard und Paola ein und gestern gestaltete sich dann der Tag für mich ruhig. Vater hatte ich ins Anthropologische Museum geschickt, um in Ruhe die Planung der nächsten Wochen machen zu können und am Abend traf ich mich noch einmal mit einer meiner ehemaligen Puebla-15-Mitbewohnerinnen und machte mit ihr Party auf einer Fiesta in der Innenstadt.

So, heute, es ist schon wieder spät, aber mein Rucksack schon wieder gepackt, geht unsere Tour weiter, zunächst noch einmal in den Norden für ein paar Tage, bevor wir uns zur finalen Süd-Tournee in Richtung Oaxaca, Chiapas und Karibik aufmachen. Soweit – mein Bus wartet. Dran bleiben!

Von D.F. nach Baja California – der naechste Road-Trip

Posted in Adios México, baja california, mexico city, pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 16. Juni 2009 by Jakob

Vater war puenktlich gelandet und hatte als erster meiner Besucher das Pech, beim Zoll sich durch die Sachen wuehlen zu lassen. Das bedeutete das Aus fuer meine heiss-ersehnte Salami aus Deutschland, weil die Mexikaner solcherlei Delikatessen direkt am Flughafen in den Muell befoerdern. Schade.

Father and son - auf dem Weg nach Baja California

Mit dem Taxi ging es zu Bernhard in die Wohnung und die kommenden Tage gab ich meinem Vater eine Tour durch D.F. von der gruensten Seite. Am Donnerstag ging es durch Coyoacán und San Angel und wir schauten in die Wohnhaeuser von Frida Kahlo, Diego Rivera und Leon Trotzky. Schon fast Standard-Programm. Am Freitag lernten wir im Castillo Chapultepec ein wenig ueber mexikanische Geschichte und genossen den schattigen Park rundherum. Am Abend assen wir leckerst beim Argentinier Bife de Chorizo zu mundendem Malbec und am Samstag hoben wir mal wieder ab.

Unser Jet auf dem Flughafen von San José del Cabo

Um kurz nach 3 stieg unsere Embraer 145, eine kleine Maschine der AeroMexico Connect, in die Luefte und brachte uns einige hundert Kilometer weiter Nordwestlich auf Baja California wieder sicher auf den kargen Wuesten-Boden. Mangels Touristen war ein Leihwagen zu einem unanstaendig guenstigem Preis schnell verhandelt und wir konnten uns bereits vom Flughafen mit einem „eigenen“ Auto wegbewegen. In den kuenstlichen Touristenhochburgen von den Los Cabos wollten wir uns nicht lang aufhalten und nahmen bereits ueber die Westkante der Halbinsel in den Abend hinein Kurs auf La Paz. Ueber eine weite, gerade Strasse fuhren wir bis in die Dunkelheit hinein, umgeben von Duerre, karger Landschaft, hohen Bergen im Osten und Kakteen.

Die MEX 19 von Los Cabos nach La Paz

Bei Dunkelheit rollten wir in Todos Santos ein, wo wir momentan immernoch sind. Nach einigem Gesuche fanden wir ein Hotel, dass uns die Reisekasse nicht auf einem Schlag pluenderte und checkten ein. Tacos standen noch auf dem naechtlichen Speiseprogramm und dann begann schon die Nacht in BC.

Gottesdienst in Todos Santos - Verstaerker zu laut gedreht

Am Sonntag schauten wir nach dem Fruehstueck in einen Gottesdienst hier im Ort vorbei, eine sehr lebhafte Veranstaltung – viel und laut wurde gesungen und mitgeklatscht, den Pfarrer konnte man allerdings kaum verstehen, weil sich der Schall der viel zu laut gedrehten Lautsprecher doppelte. Am Nachmittag entschieden wir, das Hotel noch weitere zwei Tage zu halten und das Zimmer auf eine Nummer groesser zu wechseln und dann fuhren wir ein wenig die Strecke zurueck und suchten Zugang zum Pazifik.

Die Strasse, die zum Pazifik fuehrt.

Strand von Todos Santos - zu wild fuer die Pelikane

Der war bald gefunden und den Nachmittag verbrachten wir in der prasselenden Sonne am Strand. Eine kuehle Brise liess es frisch erscheinen und das Wasser war fuer mich, nach Zipolite-Warmwasser-Pazifik und Piswarmen Golf eindeutig  zu eisig, um laenger drin zu bleiben, als zum Befeuchten.

...und endlich - am wilden, rauhen Pazifik. Mal wieder.

Den Abend verbrachten wir Fisch-essend in einem kleinen Restaurant im Zentrum von Todos Santos und heute machten wir eine rund 120km lange Tour in den noerdlichen Kuestenbereich der Stadt.

Nicht gerade ein Jeep - aber er schlaegt sich nicht schlecht.

Asphaltierte Strassen sah unser Leihwagen kaum, dafuer unendlich viel Staub, Kakteen, Sand und vertrocknete Graeser – und einmal mussten wir ihn auf einer Staubpiste zu einem wirklich einsamenn, kilometerlangen Strand auch wieder freibuddeln, weil er sich im Sand eingegraben hatte.

Krebs - zum Sterben in die Sonne gelegt - kein schlechter Ort dafuer.

Am Strassenrand der MEX 19

Am Nachmittag schauten wir an der Lagune und am Strand von Todos Santos vorbei, wo man leider nicht schwimmen kann, weil die Wellen zu hoch, zu wild und zu heftig auf den Strand knallen.

Leben in der Wueste

Und weil mir hier gerade die Zeit im Internetcafé weglaeuft, mach ich es kurz – wir wollen gleich noch was zum Abend essen und morgen ziehen wir weiter noerdlich nach La Paz. So weit – aus der Wueste!

Road-Trip an den Pazifik

Posted in Adios México, pacifico, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 30. Mai 2009 by Jakob

Vergangene Woche begannen bei mir, mehr und mehr Besucher einzutrOn the road to pacificoudeln und am Samstag Nacht waren wir dann auch alle so weit vollständig. Kathi war am Dienstag in Puebla angekommen, Daniel am Freitag und am Samstag Abend kam noch eine Freundin von Kathi nach und wir waren bereit für unseren geplanten kleinen Road-Trip für eine Woche an den Pazifik. Daniel und ich hatten uns am Samstag Abend noch auf eine Abschiedsparty einer Freundin hier in Puebla gemacht und hatten den Abend angesichts unserer Tourenpläne für Sonntag Morgen auch früh beendet.

ADurch die Berge von Puebla ins Oaxaca-Talm Sonntag Morgen dann packten wir unsere sieben Sachen und Daniel und ich holten den VW Jetta von einem kleinem Autoverleiher hier in Puebla. Und damit waren wir für unsere kleine Tour auf mexikanischer Tierra auch gut ausgerüstet, denn der Jetta ist der moderne Käfer Mexikos. Er wird ebenso in Puebla zusammengeschraubt und in einer eher einfachen Version hier ausgeliefert. Automatik ist drin, Airbags wurden aber wohl als überflüssig empfunden. So ist das nun mal, auf dem mexikanischen Markt.

Wir stiegen also gegen 11 in den Wagen, tankten ihn voll und machten uns auf den Weg nach Süden in Richtung Oaxaca. Mehrere Mautstationen mussten wir passieren, aber die Tarife waren übersichtlS1053207ich und die Zustände der Straßen in einem ausgesprochen gutem Zustand. Und so fuhren wir auch um 3 Uhr direkt oberhalb von Oaxaca in Monte Albán vor, wo wir noch zwei Stunden Zeit hatten, uns die Anlage anzuschauen. Für mich war es nun schon lange nicht mehr das erste Mal, aber trotzdem wieder schön. Und später quartierten wir uns in unserem Stamm-Hotel in Oaxaca ein. Der Wagen brauchte auch eine Pension für die Nacht, weil man in Mexiko leider nachts keine Autos auf der Strasse parken kann, wenn man es am nächsten Morgen vollständig weiterbenutzen möchte. Aber auch das war schnell gefunden und wir verbrachten den Abend auf der Dachterasse bei ein paar kühlen Dosen-Bit. Soetwas bekommt man nämlich in Oaxaca.

Oaxaca im MorgenlichtAm nächsten Morgen stiegen wir recht früh aus den Federn. Das Meer rief und Oaxaca wollten wir auch noch einmal bei Morgensonne genießen und so schlenderten wir zunächst ein wenig durch die koloniale Altstadt und genossen die bunt angemalten, alten Gemäuer.

Dann ging es wieder auf die Piste und wir rollten den Bergen, der Sierra, entgegen, die das Meer von Oaxaca mit Höhen über 3.000m trennt.

Nach zwei Stunden schraubten wir uns über enge Serpentinen nachMangos pflücken am Strassenrand oben und verbrachten dann drei Stunden in der Bergquerung, die durch die Kurven nicht der angenehmste Teil ist, zumindest für den Teil der Mitfahrer, die nicht hinterm Steuer sitzen.Wir machten einige, wenige Pausen, weil wir ja immer noch schnellstmöglich an den Pazifik wollten und um halb 5 Uhr Abends rollten wir dann auch in meinem Lieblings-Hütten-Hostel in Zipolite ein – im Lo Cosmico.

Wir wurden bereits erwartet, weil ich uns vorher angemeldet hatte und wir bekamen wieder wunderbare Meerblick-Hütten. Und kaum am Strand, kam mir auch schon ein bekanntes Weißbrot entgegengejoggt – Matthias, der Freund von Thaela, meiner Mitbewohnerin in Puebla.

Die beiden waren ein paar Tage zuvor in Zipolite eingetrudelt und hatten schon ordentlich Sonne getankt und bei ihnen verbrachten wir dann auch den Abend. Lecker Bierchen trinkend auf deren Terasse, die keine 20 Meter vom Meer entfernt für eine wunderbare Aussicht sorgte.

Am nächsten Morgen frühstückten die Beiden noch mit uns und machten sich dann schon wieder auf den Weg nach Puebla.

Wir verbrachten den Tag zwischen Hängematte und Str...mal wieder Schildkröten freilassenand und machten uns am Abend auf den Weg nach La Ventanilla, um einer Liberación von Schildkröten beizuwohnen. Ich hatte das ja bereits schon einmal im April gemacht und fand das aber so schön, dass ich das meinen vier Mitreisenden auf gar keinem Fall vorenthalten wollte.

Gegen Sieben schnappten wir uns jeder eine 2-Stunden-alte Schildkröte (unter Anleitung natürlich) und setzten sie auf ihren letzten Landgang in Richtung Meer in Bewegung. Bis sich die Sonne dann gänzlich im Strand eingegraben hatte, hatten es dann auch alle Sonnenuntergang über La Ventanilla - Blick von Punta CometaSchildkröten ins Meer geschafft und wir machten uns auf die Suche nach einem Restaurant. Das war in der vergangenen Woche schwerer, als ich je vermutet hätte. In Zipolite, Mazunte und San Augustinillo – das sind die drei Örtchen an der Küste direkt nebeneinander – war fast alles geschlossen. Kein Tourist weit und breit – und wir hatten, das war das gute daran – den Strand nahezu komplett für uns.

Auch am Mittwoch genossen wir den leeren Strand, verbrachten die Zeit mit Lesen und ein wenig Baden und am AbeDer Anfang der Mangroven-Tournd mit dem obligatorischen Sonnen-Untergangs-Schauen in Punta Cometa in Mazunte.

Am Donnerstag gingen es dann Daniel, Roman und ich ein wenig sportlicher an. Wir fuhren nach San Augustinillo, liehen uns ein paar Boogie-Boards und machten die Wellen in der Bucht vor Zipolite unsicher. Die Wellen waren sicherlich nicht die höchsten, aber wir hatten einen Mordsspaß und powerten uns im Wasser aus, bis wir (fast) nicht mehr konnten. Am Nachmittag, so hatte ich meinen Mitfahrern versprochen, stand die Krokotour anDie Hobby-Boogie-Boarder in Zipolite, bei der wir aus viel zu großer Nähe eigentlich uns Krokodile anschauen wollten. Aber diesmal war die Tour nur halb so spektakulär ausgefallen, als bei meiner Letzten und wir sahen nur zwei Krokos aus der Entfernung. Die Mangroven waren trotzdem wieder beeindruckend und für die Vielfalt der Vögel und Leguane hatte sich die Tour doch auf jeden Fall wieder gelohnt.

Gestern dann wollten wir den Tag ruhig angehen, Aufstehen, in Ruhe Frühstücken und dann noch einmal baden gehen und dann uns auf die Rückreise machen. Bis Oaxaca.Abschieds-Cocktail in Playa Zipolite. Photo Daniel Josten. Unser Plan ging am Ende aber besser auf, als wir dachten und so fuhren wir um halb 12 in Zipolite vom Hof und schraubten und ein wenig flinker als auf der Herfahrt in die Berge und beschlossen bald, bis Puebla durchzufahren. Um 17 Uhr rollten wir, nach einem unerklärlichen und scheinbar grundlosen Stau, in Oaxaca ein und bekräftigten unseren Beschluss, durchzufahren. Aus Oaxaca raus ging es wieder auf die ausgebauten und breiten Strassen in die Berge, die es noch einmal nach Puebla zu überqueren gilt und bei Einbruch der Rückfahrt durch die tropische Sierra MadreDunkelheit hatten wir bereits über die Hälfte der Strecke zwischen Oaxaca und Puebla im Sack. Blieben also nur noch anderthalb Stunden Nachtfahrt und die meisterten wir auch noch, so dass wir um 10 Uhr nachts wieder vor der Quinze in Puebla standen. Da parkten wir schnell den Wagen in einer Auto-Pension und heute Vormittag schaffte ich ihn dann wieder wohlbehalten zum Vermieter zurück und seitdem bin ich am Putzen, schrubben und Wienern in meiner Wohnung. Morgen ist Übergabe und bis dahin muss alles glänzen und dann gehen die letzten anderthalb Monate Nomadentum für mich los. zunächst mit Daniel in den Staate Veracruz nach El Tajín und dann mal schauen, wo es uns noch hinträgt.

5TVNZO

…das Paradies verlassen

Posted in pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 22. April 2009 by Jakob

Es gibt auf der Welt bislang genau zwei Orte, an denen ich, vorausgesetzt ich hätte das nötige Kleingeld, mir eine kleine Hütte (Wahlweise auch Hacienda – je nach Klingelbeutel) als Zweitwohnsitz hinsetzen würde: Vilcabamba in Ecuador der Berge und des angenehmen Klimas wegen und Zipolite, des Pazifiks, seiner Buchten und  der Ruhe wegen. Es sind zwei traumhafte Orte auf diesem Teil der Erde, und Zipolite ist wohl der definitv beste Ort Mexikos.

Punta Cometa - Sonneruntergang am südlichsten Punkt Oaxacas

Den Rest der Osterwoche verbachten wir mit Lesen, Schwimmen, Sonnen, Ausruhen (ich) und Arbeiten (Enora). Jeden Tag Meer, jeden Tag aufstehen, wenn man aufwacht, und ins Bett gehen, wenn man müde ist – der Tagesablauf nur von der Helligkeit des Tages abhängig.

La Ventanilla bei Sonnenuntergang - von Punta Cometa aus gesehen

Ich las und vertiefte mich weiter in das Barcelona der 1920er Jahre und tauchte erneut ab auf den Friedhof der vergessenen Bücher. Meine langen Lesephasen unterbrach ich lediglich für einen ausgedehnten Strandspaziergang, zum Schwimmen oder zum Essen. Carlos Ruiz Záfon zieht mich mal wieder in seinen Bann.

Echse auf einem Zweig - auf einem meiner Spaziergänge

Allerdings haben wir uns nicht nur im Umkreis von 30 Metern um unsere Hütte aufgehalten. Am Mittwoch Abend fuhren wir mit dem Collectivo nach Ventanilla um die Ecke, um uns dort eine „Liberación de Tortugas“ – also eine Schildkrötenfreilassung anzuschauen. Am frühen Abend und an einigen Tagen der Woche setzt das ansässige Schildkrötenschutz-Team Baby-Schildkröten aus und wer möchte, kann dabei behilflich sein und dabei zuschauen, wie die kleinen bepanzerten Tierchen, die kaum die Größe einer Zigarettenschachtel haben, in die Freiheit schlürfen.

Ich mit einer der kleinen Panzertierchen

Bei Sonnenuntergang werden sie an einem abgelegenen Strand in Reichweite der Wellen ausgesetzt und schleifen sich dann nach und nach in Richtung Pazifik. Mit ihrer Größe sind sie noch völlig der Gewalt des Meeres ausgesetzt, dass sich die kleinen Schildkröten Welle für Welle einverleibt, und wo sie lernen müssen, allein zu überleben.

...auf dem Weg in die Freiheit

Bei unserer Freilassung gewöhnten sich ungefähr 30 kleine Baby-Schildkröten an die Naturgewalten. Allerdings überleben nur die wenigsten von ihnen, weil Pelikane und Möven nur darauf warten, die wehrlosen Geschöpfe zu verspeisen. Nachdem Mazunte über Jahrzehnte das Zentrum der mexikanischen Schildkrötenjagd war, was seit Anfang der 90er Jahre verboten ist, haben sie nur noch natürliche Feinde – die ihnen allerdings das Leben und Überleben schwer genug machen. Dennoch müssen sie sich so früh wie möglich an die Freiheit gewöhnen, wenn sie lange in Freiheit leben wollen. Und so entscheiden das Schicksal, die Wellen und die Möwen und die Pelikane, welche der Schildkröten schließlich durchkommen.

Sonnenuntergang über dem Pazifik

Am Sonntag gönnte sich dann Enora einen komplett freien Tag und wir fuhren nach Huatulco, was in Mexiko als Öko-Urlaubsparadies mit ruhigen und jungfräulichen Stränden gepriesen wird. Doch wir mussten mal wieder feststellen, dass wie so oft in Mexiko, zwischen Werbung und Wirklichkeit eine kleine Schlucht klafft, etwa in der Größe des Landes. Das einst als Natur-Urlaubsparadies konzipierte Örtchen mit seinen Buchten hat nichts, aber auch gar nichts von dem, was es verspricht. Hotelklötzer säumen die Buchten, überall Neubauten, die meisten im Rohbau wieder fallen gelassen und nur wenig Ruhe. Also waren wir froh, dass wir die Woche doch in Zipolite verbracht und nicht, um mal etwas Neues zu machen, uns von der Werbung für Huatulco den Blick vernebeln ließen.

Pt. Angél - der nächstgrößere Ort neben Zipolite

Am Montag, nach einer guten Woche Ruhe und Entspannen, packten wir dann am frühen Vormittag unsere Rucksäcke zusammen und machten uns mit einem Van auf den Weg zurück nach Oaxaca. Unser Fahrer war so sehr die Ruhe selbst, dass wir leider 8 statt wie geplant 5 Stunden bis Oaxaca brauchten und wir so einen Zwangsstopp in der Stadt einlegen mussten. Wir quartierten uns erneut im Chocolate ein, einem Hotel, deren Besitzer sich dem Herstellen traditioneller Chocolate Oaxaceña widmen und in dem es stets nach dem frisch gemalenem, braunem, süßen Pulver riecht. Die Zimmer sind einfach und günstig und wir entschieden uns für eine verkürzte Nachtruhe.

am Meer - Kleinod in Bahía del Camarón

Bereits um 5 Uhr saßen wir am gestrigen Morgen dann schon wieder im Bus nach Puebla, durchquerten die Sierra mit ihren hohen, felsigen Bergen und ihren schroffen Tälern und kamen am Vormittag wieder in Puebla an.

Zurück im Tal von OaxacaMorgensonne über den Bergen in Richtung Puebla

Heute war ich dann bereits schon wieder in der Uni und mein Prof bemerkte auch schon, dass uns nur noch wenige Seminare bis zum Ende des Semesters blieben – und entschied, ab sofort ein wenig den Plan abzuarbeiten. Dass wir das schaffen, wage ich zu bezweifeln, hinken wir doch zu sehr hinterher – aber sei es drum – mir geht es gut und den letzten Wochen mexikanischer Uni sehe ich entspannt entgegen – folgt doch dann der wohl längste Sommer meiner Studienzeit – Mai bis Oktober – wirklich frei.

Osterwoche in Zipolite

Posted in pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , on 14. April 2009 by Jakob

Ich bin also schliesslich aus dem voellig ueberlaufenem Puerto Escondido wieder abgereist, als am Sonntag alle wieder ihre Sachen packten und habe mich knapp 70 km weiter sued-oestlich an der Kueste mal wieder in Zipolite eingenistet.

Enora hatte bereits die reservierte Cabaña bezogen und bei meinem dritten Besuch der Palmenhuettenanlage ist die Huette wieder einmal paradiesischer ausgefallen. Wir haben Strom, WLAN vom Café etwas weiter weg und sogar diesmal ein kleines Bad mit in der Huette, was uns die langen Wege ueber die parkaehnliche Anlage erspart.

Das schoene ist damit, dass Enora wie geplant ihre Arbeiten machen kann und trotzdem am Meer ist. Gerade einmal dreissig Meter trennen uns vom Pacificwasser und so sind Strand und Arbeit fuer sie gut zu vereinbaren.

Das Entspannteste hier ist mal wieder die Ruhe. Nur das Meer schaeumt und rauscht laut neben uns, sonst hoert man tagsueber nur die Voegel zwitschern, den Seewind durch die Palmen fahren oder Geckos ueber den Sand schleichen  und jetzt gerade auch mal die Nachbarn schnacken, die sonst aber eher ausser Haus sind.

Beine hoch in Zipolite - Blick aus meiner Hängematte

Und so verbringen wir die Tage sehr in Ruhe und geniessen das kleine Paradies hier, dass ich zuletzt vor einem Monat mit Norman und Sally besucht hatte.

Ich selbst mache nicht viem, liege am Strand, mach Einkaeufe oder verschlinge ein Buch nach dem naechsten und nach Isabel Allendes „Zorro“, der mich in den letzten Tagen um so mehr in seinen Bann gezogen hatte, da er zum Grossteil in Mexico spielt, werde ich mit Carlos Ruiz Zafon nach Barcelona zurueckkehren, durch dass ich mich auch schon it dem jungen Zorro bewegt hatte und nun mir „Das Spiel des Engels“ zu Gemuete fuehren. Ich bin froh, dass ich mir die beiden dicken Buecher mitgenommen hab, denn einen angenehmeren Ort, als die Haengematte, die mir den Blick aufs Meer und die Felsen freigibt, gibt es kaum.

La Ventanilla - Bucht in der Nähe von Zipolite

Beschauliche Ostern also und in diesem Sinne noch an alle, die dies hier lesen, ein angenehmes Osterfest aus meinem kleinen mexikanischen Paradies.

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