Archiv für bus

Eine einzige Sardinenbüchse.

Posted in am Rande, mexico city with tags , , , , , , , , on 12. Februar 2010 by Jakob

Es gibt Zeiten, da sollte man in DF, also in Mexiko Stadt, einfach an dem Ort bleiben, an dem man gerade ist. Das sind die Zeiten, in denen sich die Straßen in riesige Blechkolonnen verwandeln, die sich nur noch zentimeterweise auf den kilometerlangen, geradeaus geführten, 5-spurigen Straßen voranschieben.

Die Zeiten, in denen die Metrostationen zu Sardinenbüchsen werden. Menschen nur noch ihren Vorwärtstrieb kennen. Den Willen haben, selbst mitzukommen, die Ellenbogen in alle Richtungen einsetzend. Drückend, schiebend. Egal, ob irgendwas geht.

Die Zeiten, in denen Du zehn Metrobusse an der Haltestelle vorbeibrausen lässt. Du ihre Türen sich öffnen und wieder schließen siehst. Menschen, die durch die nur noch Milimeter großen Abstände zwischen anderen Menschen nach Außen und andere, die in der gleichen Zeit nach Innen dringen wollen. Menschenmasse. Fast eins geworden und doch gegeneinander kämpfend.

Wenn Du vorwärts kommen willst, musst Du mitmachen. Mitschieben. Mitdrücken. Aufpassen, dass Du immer im richtigen Fluß bist, der Dich in der richtigen Station auch wieder nach draussen bringt.

Nein, das macht kein Spaß. Aber wenn man sich in Mexico Stadt bewegen möchte, kommt man nicht drumrum. Auch das Taxi bietet zu diesen Zeiten keine Alternative. Es steckt in den bereits erwähnten kilometerlangen Staus fest.

20 Millionen Menschen. Eine Stadt. Und noch mehr, die nur tagsüber zum Arbeiten hierherkommen. Ein völlig überlastetes Strassensystem. Das Metro- und Bussystem am Rande seiner Kapazitäten. Vor einem halben Jahr konnte man diesen Eindruck nur zur Rushhour gewinnen.

Jetzt scheint es so den ganzen Tag zu sein. Von 8 bis 23 Uhr. Die ganze Stadt eine reine Sardinenbüchse. Und wir – mittendrin.

Opel behauptete einmal, Straßen seien die Adern unserer Welt. Wenn das so ist, dann leidet diese Stadt an Bluthochdruck.

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WG-Revival, Pizzas und unglaublich klare Sicht

Posted in Bienvenidos!, Festejando!, mexico city, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , on 10. Februar 2010 by Jakob

Witzigerweise habe ich am Samstag Morgen nur ganz kurz meinen Jetlag bemerkt: Ich wachte pünktlich um 7 Uhr morgens auf und hätte sofort in den Tag starten können. Allerdings entschied ich mich dazu, ein bißchen zu lesen, was mich nach einer Stunde wieder ausreichend müde machte, um mich wieder umzudrehen und mich an die mexikanische Uhr zu gewöhnen.

Am späten Vormittag gings dann also doch aus dem Bett und Enora und ich machten uns auf den Weg zum TAPO, einem der großen Busterminal in D.F. Dort „frühstückten“ wir noch schnell im Taco Inn und schnappten uns den nächsten Bus nach Puebla. Der Verkehr raus aus D.F. war mal wieder unglaublich dick. Und dann kam es noch besser: Die Autobahn zwischen D.F. und Puebla ist dicht – sie ist auch von den heftigen Überschwemmungen der letzten Tage betroffen und wird wahrscheinlich auch so schnell nicht wieder aufgemacht. Wir fuhren also einen großen Umweg und brauchten so für die Strecke gut die doppelte Zeit. Das wunderbare: Die Luft ist in dieser Jahreszeit so klar, dass die Sicht auf die Berge rund um das Valle de México unglaublich beeindruckend ist. Wir genossen atemberaubende Blicke auf die beiden 5000er Ixta und Popo, die sich in der Abendsonne und schneebedeckt stolz präsentierten.

Wir fuhren erst am frühen Abend in Puebla ein und schnappten uns ein Taxi, daß uns direkt vor Agos Wohung im Zentrum absetzte. Und irgendwie fühlte sich das alles an, als wär ich erst gestern aus Puebla weg. Alle Straßen so vertraut, der Taxipreis noch im Kopf und irgendwie hat sich kaum etwas verändert, so dass man meinen könnte, man war doch nur kurz im Urlaub und kommt gerade wieder.

In der Wohnung erwarteten uns bereits Agostina, Luciana und Mónica. Wobei Mónica und Lula uns schon im Eingang abpassten und die Freude war riesig. Unglaublich! Wir alle nach einem guten Jahr wieder zurück und vereint in Puebla. Großartig. Enora und ich sprangen schnell zum OXXO, dem altbekannten 24/7-Laden mexikanischer Herkunft, und besorgten leckeren José Cuervo, zwei Six und Limetten beim Elote-Verkäufer (Maiskolben) im Hauseingang. Paulina stieß inzwischen auch zu uns und so war die alte WG aus 2008 auch schon fast vollständig. Néstor hatte aus irgendwelchen Gründen ab- bzw. nie so richtig zugesagt (man(oder besser frau) munkelte, er stehe jetzt unter gewissen Pantoffeln)  und Vivi blieb verhindert, weil sie mit ihrem Baby ein bißchen weniger flexibel geworden ist. Wir tranken also Chelas und Tequila, spaßten, erzählten lachten viel und später holten uns Freunde von Pau mit dem PickUp ab – auf in eine Bar. Dort machten wir das weiter, was wir schon den ganzen Abend getan hatten. Spät fuhren uns die beiden Jungs wieder in Agos‘ Wohnung, wir sprangen von der Ladefläche und fielen in die Betten.

Am Sonntag gönnten wir uns dann erstmal ein klassisch mexikanisches Frühstück in der brennenden Sonne des Zócalos. Huevos a la mexicana – Rührei also mit verschiedenen Chillisorten, schön pikant und verpackt in Tortillas, begleitet vom üblichen Bohnenbrei.

Danach sprangen wir in einen Colectivo und rumpelten über die Straßen Pueblas stadtauswärts nach Tonantzintla. Tonantzintla ist bekannt für seine reich dekorierte Kirche, die allerdings nicht dem üblichen katholischen Verzierungsregeln gehorcht, sondern komplett nach indianischer Tradition gestaltet wurde. Und so sind die Gewölbe mit tausenden indianischen Figuren, Gesichtern, Chilis, Kaffee, Heiligen und anderen Bildern verziert, bunt angemalt und wunderschön zu betrachten. Ein Kirche, in der auch dann nicht langweilig wird, wenn die Predigt mal wieder zu lang ausfällt.

Nach diesem kurzen Stop wanderten wir quer über Felder auf einen kleinen Hügel, wo das Haus von Mónicas Freund steht – wir wurden dort zum Pizzabacken erwartet. Schon auf dem Weg zum Hügel bot sich uns wieder ein majestätischer Blick – rundrum schneebedeckt Popocatépetl, Ixtaccíhuatl, der Citlaltépetl (auch Pico de Orizaba – Mexicos höchste Spitze mit 5747m) und mein persönlicher Hausberg La Malinche.

Bei Toño angekommen war der Steinofen bereits angefeuert, die Beläge geschnipselt und die ersten Pizzaböden wurden dem Ofen bereits wieder entzogen – bereit dafür belegt zu werden. Wir machten uns also alle an die Arbeit, belgten die Pizzen nach Herzenslust, eine nach der anderen wanderte in den Ofen und kam nach 3 Minuten knusprig wieder heraus. Bestimmt zehn Pizzen schoben wir durch den Ofen und am Ende schafften wir gut zwei Drittel. In der Nachmittagssonne machten Lula, Móni, Enora, Negro (Mónis Hund) und ich einen kleinen Verdauungsspaziergang über den Hügel und genossen die wunderbare Aussicht.

Am Abend wollte Toño uns dann mit seinem alten VW-Bus wieder nach Puebla bringen. Allerdings machte der gute alte Bulli nach wenigen Kilometern die Hufe hoch, so daß wir schlussendlich doch mit dem Colectivo zurück zum Busbahnhof und später nach DF weiterreisen mussten. Auch die Rückfahrt dauerte wieder 4 Stunden und so kamen Enora und ich erst spät wieder in D.F. an – den ersten Sonnenbrand im Gepäck.

Montag und Dienstag hab ich eher ruhig verbracht, gestern bin ich mal wieder ins Zentrum, hab nachgeschaut, ob der Zócalo, die Kathedrale und der Präsidentenpalast, Bellas Artes und der Torre Latino noch steht – und ja – es steht noch. Und es fühlt sich wirklich an, als wär man zu Haus. Die komplette Orientierung ist da, das Metrosystem vertraut (wenn auch jetzt einen Peso teurer, also 3 Peso pro Untergrund-aufenthalt) und die Freunde wohnen um die Ecke. Hatt‘ ich ganz vergessen: Bernhard und Paola, welche mich ja zu Anfang meines Mexiko-Aufenthaltes 2008 und zum Ende vergangenes Jahr sehr lange beherbergt hatten, wohnen von uns hier nur zwei Straßen entfernt, so dass wir vorgestern Abend mit Ihnen Essen waren und danach noch bei ihnen auf ein Weinchen vorbeischauten. Ist schon wunderbar und ich genieße es sehr, wieder hier zu sein.

So. Jetzt aber Kaffee und Frühstück, der Magen knurrt.

Über El Tajín zum Golf und zurück

Posted in Adios México, El Golfo, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 4. Juni 2009 by Jakob

Das Leben in Puebla ist vorbei. Mein Leben in Puebla ist nach gut zehn Daniel und ich über PapantlaMonaten am Wochenende endgültig zu Ende gegangen.Und jetzt, gerade als ich das hier schreibe, sitze ich wieder im Bus nach México, DF – zwei große Reisetaschen im unterem Stauraum und dazu einen großen Trekkingrucksack. Regen prasselt an die Frontscheibe unseres Primera-Clase-Busses und wir fahren in den Abend hinein in die Hauptstadt. Meine Sachen, die nach einem Jahr Mexico mit nach Deutschland wollen, sollen hier zunächst eine Interimsbleibe bekommen. Bei Bernhard und Paola. Die beiden, die mir bereits bei meinem Mexiko-Start im Juli vergangenen Jahres als Startbasis so hilfreich waren.

Und der Plan bei den beiden aufzuschlagen, sollte eigentlich erst am FreitaDas etwas heruntergerockte Terminal von Papantlag eintreten, aber meine kleine Golfküsten-Tour mit Daniel hat sich als schneller herausgestellt, als geplant, und so sind wir heute bereits wieder aus Veracruz raus, haben in Puebla einen Gepäck-Aufnehm-Stopp gemacht und werden die kommenden Tage in und um DF verbringen. Wenig zu tun ist da ja auch nicht.

Am Sonntag, nachdem ich problemlos meine Wohnung, bzw. mein Zimmer wieder zurückgegeben hatte, waren Daniel und ich in einen Bus nach Poza Rica gestartet. Poza Rica, dass ist eine Mega-Raffinerie mit einer 160tausend-Einwohner Stadt rundrum, mitten in den Bergen des nördlichen Veracruz (Staat) und lohnt laut LP keine Übernachtung. Wir schenkten den Ausführungen des LP glauben und setzten uns, kaum an einem recht minimalistisch, aber groß anmutenden Busterminal angekommen, in den nächsten Bus nach Papantla. Das ein Städtchen in der Nähe und ganz nah dran an El Tajín, eine spEl Tajin - im tropischen Wald verstecktektakuläre archeologische Stätte der Totonaken. Allerdings mussten wir auch in Papantla feststellen, dass die Nachfahren der Totonaken wohl nicht mehr so große Städtebauer waren, wir ihre Vorfahren und so stellte sich auch Papantla als verdreckte, stinkende kleine Stadt heraus, in der überall der Gestank von Kompost und frittiertem Essen in der Luft lag und ihm zuweilen eine Prise Hund oder Urin beigemischt wurde. Ganz aus diesem Bild fiel der völlig blitzblank und hübsch herausgeputzte Zócalo – der so gar nicht in das Bild passen wollte, dass sich uns ergabm wenn man ihn einfach über eine Seitenstrasse hinter sich ließ.
Wir checkten in einem der besten (was nicht „sauber“ und „hübsch“ und auch nicht „teuer“ heißen soll) Hotels ein, handelten den Preis ein wenig herunter (zum Glück, denn den vollen wäre dieses Zimmer wirklich nicht wert gewesen) und genossen ein Bierchen auf einer Restaurant-Terasse mit Blick über den Zócalo. Das Klima war bereits wieder tropisch, heiß und feucht, auch in der Nacht, ganz so, wie wir es von der vergangenen Woche vom Pazifik gewohnt waren.

Am Montag wollten wir uns El Tajín, die alte Stadt der Totonaken in der Nähe anschauen, und wir hatten guten Grund zu hoffen, dass die Stätte nicht überlaufenDie Nieschen-Pyramide sein wird. Seit der Schweinegrippen-Panik ist in Mexiko eigentlich keine Touristenattraktion mehr überlaufen – was gut für uns, aber schlecht für das Land ist.

Wir starteten am Dienstag morgen mit einem Frühstück auf dem Markt und einem großen Saft, checkten aus unserem Zimmer aus und parkten unsere kleinen Rucksäcke im Hotel. Dann schnappten wir uns einen kleinen Mikrobus, der uns nach 20 Minuten direkt vor den Ruinen herauswarf. Der Eingangbereich ist architektonisch gewagt, monumental mit viel Beton und irgendwann war das wohl auch mal modern.
Auf dem Platz vor dem Haupteingang waren totonakische Nachfahren gerade damit beschäftigt, ihr Voladores-Ritual an einem metallernen Pfahl vorzuführen und wir setzten uns in den Schatten und schauten ihnen bei ihrem fliegenden Tanz um den Mast zu. Die Voladores, ich hattte bereits am Anfang meiner mexikanischen Zeit einmal über eine Gruppe in Cholula berichtet, sind hier in Papantla eigentlich zu Haus und bei ihrem kleinen fliegendem Musik-Spektakel dreht es sich um ein Fruchtbarkeitsritual heranwachsender junger Männer.

Nachdem uns einer der Jungs fürs Zugucken eine nicht ganz freiwillige, weil obligatrorische Spende in einer von ihm festgesetzten Höhe abgefordert hatte, verschwanden wir im Haupteingang und machten uns daran, die Stadt zu erkunden. El Tajín, dass ist eine vergleichsweise große Ansammlung von Pyramiden und Ballspielplätzen (17 hat man bislang gefunden), die in vielen Fällen weitesgehend restauriert wurden und immernoch von einer beeindruckenden und gewaltigen Architektur zeugen. Die größe der Bauwerke sollte auch die Macht der jeweiligen Herrscher widerspiegeln, und wenn man durch diese Anlage läuft, bekommt man eine entfernte Ahnung davon, dass die Totonaken in ihrer Region wohl bis ins 12. Jh. keine unbedeutende Rolle zwischen Golf und Inland spielten. Und dazu kommt, dass bis heute nur ein geringer Prozentsatz der Anlage freigelegt und erschlossen ist.

Das wunderbare optisch, aber auch sonst erfrischende an der Anlage ist, dass sie im völligen Grünen liegt, umgeben vom einem dichten, buschartigen, tropischen Wald und die Pyramidenstümpfe ragen über eine kurze, saftig-grüne Wiese.

Die bekannteste Pyramide der Anlage ist die „Piramide de los nichos“, die „NiscVersteckt im Dschungel - El Tajinhenpyramide“, die sich heute auch noch auf den Autokennzeichen des Bundesstaates Veracruz wiederfindet. Sie ist zwischen 20 und 30 Meter hoch, und am kompletten Körper von Nischen durchsetzt. Und wenn man vor ihr steht und sie so vor diesem dichten, grünen Wald stehen sieht, hat man das Gefühl, mal wieder in einem Indiana Jones-Film zu sein. Alles in Allem, und das hätte ich vorher nicht gedacht, empfand ich die gesamte El Tajín-Anlage als so beeindruckend, dass sie ohne Weiteres in die Liste Teotihuacan, Palenque, Monte Albán und Chíchen Ítza mit aufgenommen werden muss, wenn man gefragt wird, welche archeologische Stätten man sich in Mexiko auf jeden Fall anschauen müsste.

Am Nachmittag, und weil wenig Schatten auf den Pyramiden auch mit ein wenig mehr Farbe, rollten wir mit einem Taxi zurück ins unangenehm riechende Papantla und schnappten uns (dummerweise) einen 2.Klasse-Bus nach Veracruz. Dummerweise deshalb, Veracruz - PEMEX-Tower und Hafenweil der Bus alle fünfzig Meter Passagiere aufnahm, lange Stopps machte und so das Doppelte der normalen Fahrzeit in die wichtigste Hafenstadt Mexikos, nämlich 6 Stunden, benötigte.

Wir hatten uns zunächst überlegt, einen Strandtag am Golf einzulegen, dass aber angesichts der nicht vorhandenen Schönheit der Golfstrände dann doch schnell verworfen und hatten uns so direkt nach Veracruz durchgeschlagen.

Hier stiegenAlte Pracht - das Zivilregister aus den Glanzzeiten wir spät in der Nacht in einem günstigem und passablem Hotel ab und wollten den nächsten Tag ein wenig die Stadt und den Hafen erkunden. Wir starteten am Vormittag und etwas später als am Vortag in den Tag und wechselten zunächst das Hostel. Eine Ecke weiter betrieb ein Galizier das Casa Blanca, dass nicht nur bedeutend aufgeräumter, sondern auch wirklich einen gemütlichen Charme und obendrein über eine Dachterasse verfügte.

Dann machten wir uns auf Erkundungstour. Die Besichtigung des Fort Ulúa, dDaniel und ich auf einer der Hafenkais in Veracruzass den Spaniern als wichtige Ankunftsstation während der Kolonialzeit und der mexikanischen Diktatur unter Porfirio Díaz als Gefängnis diente, musste ausfallen, weil das Zubringerboot, von dem uns die Touristinfo berichtet hatte, einfach nicht fahren wollte. Also durchliefen wir den Hafen, spazierten über lange Molen und sparten uns so am Ende die auch eher weniger spektakuläre Hafenrundfahrt, die man allerdings wesentlich spektakulärer gesGlanz vergangener Zeiten - koloniale Häuser verfallen in Veracruztalten könnte, wenn man dies als Tourismusanbieter auch wollen würde. Aber gut.

Am Nachmittag, nachdem wir uns nocheinmal unseren Teint um 2 Stufen abgedunkelt (oder gerötet) hatten, schlürften wir eine Coronita auf unserer Terasse und beschlossen, der Hitze mit einem Bad im Golf Abhilfe zu verschaffen. Der Himmel hatte sich bereits bedrohlich zu einem Gewitter zugezogen, dass bereits am Morgen die Straßen mit Wasser gefüllt hatte, aber die Tropfen wollten nicht fallen. Wir starteten an einen der eher schmutzigen, öffentlichen Srtände, die eigentlich noch viel zu nah am Übersee-Hafen liegen und „erfrischten“ uns in lauwarmen Golfwasser. Und froren, als wir herauskamen, weil das Wasser wirklich an Badewanne erinnerte.

Am Abend machten wir Nägel mit Köpfen. Wir studierten die Mexikokarte und den Lonely Planet und kamen zu dem Schluss, genug von Veracruz gesehen zu haben. Also packten wir uns huete morgen wieder Das Travelteam beim Frühstück im Hotelbett :-)zusammen und machten uns auf, die Golfküste und das feucht-heiße, tropische Klima wieder zu verlassen. Und so sitzen wir jetzt noch immer im Bus, kommen Mexiko City immer näher, während sich die Nacht inzwischen vollständig über Mexiko ausgebreitet hat.
Und in den kommenden Tagen steht uns ein Mix aus Kultur, Geschichte, Sightseeing, Natur und Freizeitspaß (Six Flags) bevor.

So weit.

Antigua – heisse Asche und raus aus Guatemala

Posted in Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 30. Dezember 2008 by Jakob

Ja, inzwischen sitz ich schon wieder in México und schreibe den naechsten Eintrag mal wieder aus San Cristóbal de las Casas.  Aber was ist in Guatemala noch so passiert? Einiges.

Antigua GuatemalaNachdem ich aus Pana (in Guatemala wird jeder Ort abgekuerzt. Richtig waere: Panajachel) abgereist bin, habe ich mich mit einem kleinen (teuren) Toursitenshuttle direkt nach Antigua bringen lassen. Antigua ist die ehemalige Hauptstadt Guatemalas und war einst DIE Metropole Zentralamerikas, bis sie 1773 bei einem Erdbeben im wahrsten Sinne des Wortes verschuett gegangen ist. Die Stadt war dann eine Weile verlassen worden und ist spaeter aber wiederaufgebaut und neu besiedelt worden. Heute ist Antigua fuer seinen beeindruckenden kolonialen Stil bekannt. Die Haeuser sind flach und bunt, die Strassen gepflastert, holprig und alt.  Umgeben wird die Stadt von hohen Bergen und der Vulkan Agua ragt weit ueber die flachen Daecher hinaus. Der Zócalo, der hier Parque Central und nicht Zócalo wie in México heisst, ist wunderschoen gruen und versammelt um sich herum die wichtigsten Verwaltungsgebaeude, die auch heute noch in ihrem kolonialem Glanz erscheinen.

Markt in AntiguaIch bin also am Freitag nach Antigua gekommen und mir hatte die Stadt auf Anhieb gefallen. Einziges Manko: Die Preise. Sie aenderten sich im Vergleich zum LAgo Atitlán nicht. Nachdem ich viel durch die Strassen der Stadt geschlendert war, buchte ich mir fuer den Samstag eine Vulkan-Besteigung auf den Pacaya. Der Pacaya ist mit 2552m nicht besonders hoch, aber dennoch spektakulaer. Er gilt weltweit als einer der aktivsten Vulkane und man kann ihn besteigen und auf heisser Asche und neben Lavastroemen herspazieren.

Vulkanpanorama vom Pacaya ausAm Samstag ging es dann auch relativ frueh los. Noch ein kanadisch-amerikanisch-russisches Paerchen hatte die gleiche Tour gebucht, wie ich uns so liessen wir uns um 10 vor 6 von unserem Tourbus abholen. Nach einer knappen dreiviertel Stunde kamen wir am Nationalparkeingang Pacaya an. Dort am Eingang verkauften kleine Kinder fuer fuenf Quetzales Stoecke, die beim Auftstieg helfen sollten. Zwei Niederlaender schlugen zu und der Rest blieb bei der Ueberzeugung, dass es auch ohne Stoecke gehen wird. Und es ing auch. Auf dem ungefaehr anderthalbstuendigem Aufstieg eroeffnet sich uns ein beeindruckendes Bergpanorama. Drei Vulkane, davon ein weiterer Aktiver erblickten wir von den Flanken des Pacaya und der Vólcan del Fuego tat uns sogar den Gefallen und stiess ab und zu ein Woelkchen in die Hoehe. Nachdem wir ein Lavafeld ueberquert hatten und noch ziemlich steil auf loser Asche nach oben gerutscht waren, erreichten wir endlich eine Lavaquelle. Lavastrom am PacayaDie Temperatur war beeindruckend gestiegen, das Fleece wurde abgestreift und die Marshmallows ausgepackt und an Stoecke gespiest. Die Lava quoll direkt unter unserem Fuessen aus der Erde heraus und bahnte sich gemaechlich ihren Weg nach unten. Das war wirklich wahnsinn – gluehende Lava – ich glaub, dass hatte ich vorher noch nicht gesehen.

Am fruehen Nachmittag waren wir wieder in Antigua zurueck und ich brauchte unbedingt einen Mittagsschlaf. Den machte ich dann auch und spaeter traf ich mich mit Clemens noch einmal, den ich auf der Vulkan-Tour kennengelernt hatte. Clemens macht zur Zeit seinen Zivi in Guatemala. Mit ihm war ich dann abends noch auf das ein oder andere Bierchen gegangen bevor ich am Sonntag bereits Antigua wieder den Ruecken kehrte.

Ich auf dem Pacaya vor weiteren guatemaltekischen VulkanenWeil Reisen in Guatemala (wenn man nicht die Touri-Shuttle nutzt) doch recht beschwerlich ist, und ich auch keine Lust mehr hatte, viel zu viel Geld in Touristenshuttle zu stecken, entschied ich mich, meinen Rueckweg nach Mexiko zweizuteilen. Also fuhr ich mit einem voellig ueberfuelltem (fuer Guatemala aber durchaus normal besetzten) Huehnerbus (das sind die alten amerikanischen Schulbusse mit einem Sitzabstand von 15 cm. Platz haben sie offiziell fuer 40 Schueler (!), also Kinder – wir waren mit wenigstens 80 Menschen an Bord gequetscht) nach Xela (Sche-la). Es war die wohl unkomfortabelste Bustour in meinem ganzen Leben und ich glaube dass Vieh auf europaeischen Strassen drei Mal komfortabler reist, als die Menschen in Guatemala in ihren alten Schulbusse. Drei Stunden stand ich im Gang, konnte meine Fuesse nicht bewegen, weil es schlicht keinen Platz fuer sie gab, wurde von vorn, hinten und von beiden Seiten von Guatemalteken zusammengepresst und hatte dazu noch meinen schweren Trekkingrucksack die ganze Zeit ueber auf den Schultern. Xela angekommen, war ich froh, dass ich meine Beine noch bewegen konnte und sie scheinbar auch noch funktionierten. Auf der Fahrt hatten mich drei Amerikaner aus Alaska angesprochen und mich gefragt, ob ich schon wuesste, wo ich in Xela unterkommen wuerde und da ich verneinte, boten sie mir an, mich mit zu ihrem Hostel zu nehmen.

Das stellte sich als gut heraus, war endlich mal billig (30 Quetzales das Einzelzimmer – also rund 3 EUR) und ich verbrachte noch den Abend mit den Dreien.

Busterminal in XelaGestern setzte sich dann mein Ruecktrip nach México fort. Um elf stieg ich in einen, zum Glueck nicht ganz so bepackten, Huehnerbus und fuhr zunaechst zweieinhalb Stunden nach Huehue (Huehuetenango). Auf dem ausgesprochen dreckigem Terminal (was aber in Guate nichts besonderes ist) fand ich dann ganz schnell auch meinen Anschlussbus nach La Mesilla (ich hatte vom Schmutz dieses Fleckchen Erdes bereits berichtet) brachte. Nach weiteren zwei Stunden kam ich endlich in La Mesilla an, checkte aus Guatemala aus, nahm mir ein Taxi zur mexikanischen Grenze und checkte in México wieder ein.

Ich war, dank meines Footprints, ungerechtfertigten Grenzuebergangskosten in Guatemala entkommen. Als ich nach Guatemala reinkam, wollten die Grenzer von mir 10 Quetzales oder 20 Peso fuer den Einreisestempel kassieren. Ich hatte davon gelesen, dass es sich dabei um keine offizielle Gebuehr handele. Also hatte ich das Geld herausgezogen und nach einer Quittung verlangt. Und schwups meinte der Grenzer, ich solle doch die Gebuehr bei der Ausreise zahlen. Haha. Und bei der Ausreise gibt es definitiv keine Gebuehr auf dem Landweg. Er hatte sich also so lediglich ehrenvoll aus der Affaere gezogen und mir die Gebuehr erlassen. Dabei scheine ich wirklich grosses Glueck gehabt zu haben: Andere, die ich in Guatemala traf, mussten fuer ihren Einreisestempel bis zu 20 US-Dollar zaheln und taten die aus brav, ohne zu fragen wofuer, oder gar nach einer Quittung zu verlangen. Sie waren dann etwas baff, als ich ihnen erzaehlte, dass die Gebuehr lediglich in die eigenen Taschen der Grenzer wandere, und sie sie nicht verlangen wuerden, sobald man nach einer Quittung fragt. Wie gesagt, ich hatte Glueck und danke meinem Footprint fuer eine wirklich hilfreiche Information.

In México schnappte ich mir sofort einen kleinen Camion nach Comitán und setzte mich dort in einen grossen Bus zurueck nach San Cristóbal. Ich hatte inzwischem mit Paola und Bernhard ausgemacht, dass wir uns in San Cristóbal treffen wuerden und wir spaeter weiter an die Lagunas de Montebello ziehen wuerden. Das klappte auch ganz gut und so trafen wir uns gesterm vor der Kathedrale. Und das beste ist: Sie schlafen hier im Haus eines Freundes und der hatte sogar noch einen Platz fuer mich. Morgen also werden wir wahrscheinlich an die Seen im Sueden fahren und dort Silvester verbringen. Wenn nicht dort schon alles voll ist. Wir werden sehen.

Weiter nach Sueden… und schon fast raus aus México

Posted in Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , on 23. Dezember 2008 by Jakob

Ja, die Artikel sind einmal wieder ein wenig haeufiger und das liegt daran, dass ich nun in einer Kleinstadt namens Comitán haenge und darauf warte, morgen frueh mit einem PickUp an die guatemaltekische Grenze bugsiert zu werden. Ich habe meinen Plan, Weihnachten in der Karibik zu verbringen, geaendert und werde nun morgen in aller Fruehe nach Guatemala einreisen und dann irgendwie mich zum Lago de Atitlán durchschlagen. Der See gilt, laut Aldous Huxley, als „der schoenste See der Welt“, und ist umgeben von hohen Vulkanen. Ich werde wohl zwei drei Tage dort verbringen und dann wieder nach México zurueckreisen.

Meine Planveranederung ergab sich, weil Paola und Bernhard Silvester an den Lagunas de Montebellos verbringen wollen und ich sie dort aufsuchen moechte. Die Lagunas sind hier von Comitán nicht allzuweit entfernt, und so entschied ich mich, nicht weiter in Richtung Palenque und Yucatán weiterzuziehen, sondern nach Sueden zu gehen, um dann auf dem Rueckweg bei den Beiden vorbeizuschauen.

Meiner im Sumidero CanyonNach meiner eher unerfreulichen Ankunft in San Cristóbal de las Casas in Chiapas habe ich meine drei Tage schliesslich doch noch sehr genossen. Nachdem ich mich vorgestern zunaechst in der wunderbaren Stadt, die mich an Cajamarca (Perú), Cuenca (Ecuador) und Cúzco (Perú) zugleich erinnerte, umgesehen hatte, hatte ich eine Tour fuer den Sumidero-Cañon klargemacht. Gestern Morgen startete ich mit einer kleinen Gruppe in einem Van in Richtung Tuxtla de Gutierrez und kurz davor stiegen wir in ein Boot um. Zwei Stunden wurden wir durch den Cañon geschippert, der beeindruckend hohe und steile Felswaende hat. Was weniger beeindruckend war, war der Muell, der zu Hauf im Wasser schwamm, Plastikflaschen ueber Plastikflaschen – und das in einer aérea protegida.

Nachdem wir wieder in San Cristóbal waren, kaufte ich mir ein Ticket fuer die Abendvorstellung im Theater. „Palenque Rojo“ stand auf dem Programm und das Stueck sollte die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Staedten Palenque und Tonina im 10. Jahrhundert erzaehlen. Letztendlich war es eine sehr lebendige Vorstellung, mit lustig verkleideten Menschen, vielen Trommeln und schoen gemachten Tierkostuemen.

Cañon del SumideroAls ich dann aus dem Theater rausging, hoerte ich von der Seite ein „Mexico ist klein! Sehr klein!“. Christine und Julia, zwei Maedels, die wir auf der Waal- und Delphin-Tour in Mazunte kennengelernt hatten, standen neben mir. Ja, es sind eben alle immer auf der gleichen Strecke unterwegs. Die beiden studieren auch in Puebla, aber auf einer anderen Uni. Naja, ich hab dann den Abend mit denen und noch einer ganzen Menge mehr Leute in ihrem Hostel verbracht und bin heute morgen dann erst etwas spaeter rausgekommen.

Am Vormittag bin ich dann mit einem VW-Bulli-Colectivo in das kleine Doerfchen San Juan Chamula gefahren und hab mich dort auf dem bunten Markt umgeschaut. Die indigene Bevoelkerung hat dort einen ganz eigenen Kleidungsstil: Die Frauen tragen schwarze Roecke aus einer Art Plueschfell mit langen Zottelhaaren und die Maenner haben den gleiche Stoff als Jackets an. Die Gesichter der Menschen waren beeindruckend, aber mit Fotos habe ich mich zurueck gehalten. Denn, aehnlich wie bei einigen Voelkern in Asien, glauben auch die Bewohner von Chamula, dass ein Foto ihnen die Seele rauben koennte. Krokodile im Sumidero CanyonMan muss mit der Kamera also eher in der Tasche halten. Ausserdem ist das Doerfchen fuer seine kleine Kirche San Juan bekannt. Man darf sie als Tourist nur mit einer Genehmigung des Tourismusbueros betreten, fuer die man 20 Peso bezahlt. Drinnen herrscht ebenso stricktes Fotoverbot. In dieser Kirche praktizieren die Menschen von Chamula einen Mix aus katholischen und althergebrachten Indigenen Ritualen. Es stehen keine Baenke in derf Kirche, dafuer flankieren die Seiten aber tausende Kerzen. Auch in der Mitte und ueberhaupt auf fast jedem Fleck. Egal ob wegen Krankheiten, anderer schlechter Nachrichten oder um Fuerbitte zu halten, kommen die Menschen in Familie in die Kirche, bauen auf dem Boden einen kleinen Altar aus mindestens zehn Kerzen auf und beginnen dann gfemeinsam zu beten, opfern Coca Cola, Fanta, Kekse oder auch schon mal Eier oder ein Huhn. Ich selbst bekam nur Cola und Fanta-Opfer zu sehen, Christine und Julia hatten mir aber schon von einem halbtoten Huehnchen erzaehlt, dass sie in der Kirche gesehen hatten.

Die Ruinen der San Sebastians-Kirche und der Friedhof von ChamulaNachdem ich mir dann noch den doerflichen Friedhof anschaute, auf dem man weder wusste, ob man auf einem Weg oder auf einem Grab geht (so eng lagen die Graeber), schnappte ich mir einen etwas moderneren VW-Colectivo zurueck nach San Cristóbal. Der VW-Bus wurde von einem Jungen gelenkt, der kaum mit den Fuessen an die Pedalen kam, Arme und Haende wie ein zwoelfjaehriger hatte, aber den Wgen doch behaend durch den Verkehr manoevrierte. WAhrscheinlich erschien er auch nur so jung – aber am Anfang hatte ich da wirklich meine Zweifel, ob er nicht heute nur seinen Papa vertritt….

Ja, und dann wollte ich eigentlich direkt an die guatemaltekische Grenze nach Ciudad Cuathémoc fahren, erfuhr aber am Bus-Terminal, dass es fuer heute keine Tickets mehr gaebe. Also kaufte ich mir mein (erstes) Studententicket und dueste fuer einen Euro nach Sueden nach Comitán, wo ich jetzt hocke. Eine Grenzueberquerung ueber Nacht wollte ich mir ersparen, zumal auch voelligunklar ist, wie ich von der Grenze weiter zum Lago de Atitlán komme. Also bin ich jetzt in einer Stadt, in der es eigentlich nichts (!) gibt und warte nur auf den naechsten Morgen. Das tolle daran: Ich habe nichts besseres zu tun, als einen neuen Blogartikel zu verfassen und ihr muesst Euch am heiligen Abend nicht vor Rechner langweilen. Ausserdem bleibt so fuer Weihnachten nicht meine schlechter-Erlebnisbericht als letzter Blogeintrag stehen.

Ich hoffe, dass ich morgen bereits am Nachmittag am See ankomme und eine Unterkunft finde und dann doch ein bisschen Weihnachten auf guatemaltekische Weise (wer weiss, was das bedeutet?!) feiern kann.

Bis dahin, von mir so weit! Ich wuensche allen ein gesegnets und frohes Weihnachtsfest, wo auch immer ihr seid. Vor 2009 gibts hier bestimmt nocheinmal Neuigkeiten von mir. Feiert schoen, ciao ciaooooo!

Sonne, Palmen, Meer und 25 Grad…

Posted in pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 14. Dezember 2008 by Jakob

… und ich rede hier natuerlich nicht von Luft-, sondern von Wassertemperatur. Ja ja ja, ich weiss, waehrend Ihr im kalten Deutschland sitzt und Euch den Hintern wegfriert, faellt mir mal wieder nichts anderes ein, als Euch von Palmen, hohen Wellen, blauem Wasser und strahlender Sonne vorzuschwaermen. Und da will ich den schicken kleinen Pool in unserem Hotel gar nicht erwaehnen, der da still im Halbschatten der Palmen auf Geaeste wartet.

Atlantida-Van von Oaxaca nach Pt. EscondidoIhr seht, es geht mir wunderbar und ich geniesse mal wieder Puerto Escondido. Diesmal ist das Wetter noch bestaendiger, als im August, aber auch das liegt an der Trockenzeit.

Wir sind am Donnerstag mit einem Van nach San José hoch in die Sierra gefahren und haben uns dort eine Nacht in einer kleinen Huette gegoennt. Die Vegetation erinnerte dot eher an Suedfrankreich – Pinienwaelder, Laubbaeume, Straeucher und, na gut, auch Palmen und Agaven. Blick ueber die Berge bei San JoséWir haben die Freitag Vormittag fuer eine Wanderung in den Bergen genutzt und sind am Nachmittag mal wieder in einen dieser dicken, weissen Ford-Vans gesprungen, der uns dann schlussendlich an den Pazifik brachte. Mit einem Micro wackelten wir dann noch eine gute Stunde die Kuestenstrasse von Pochutla nach Puerto Escondido hinauf und checkten dann in eben jenem oben beschriebenen kleinen Hotel ein.

Ich neben einer Riesen-AgaveDas Hotel hatte ich schon im August mit Martin besucht und ich hatte es in guter Erinnerung behalten – und die Besitzer erkannten mich schliesslich auch wieder. Hier werden wir noch anderthalb Tage am Strand verbringen, bevor wir wieder nach Sueden, oder besser, Osten starten und uns nocheinmal an einem anderen Strand in Mazunte niederlassen. Die Saison der Waale und Delfine ist angebrochen, und so wollen wir uns die springenden Riesen und die lustigen kleinen Kerle nicht entgehen lassen.

Was die Fotos angeht, so muss ich mal wieder enttaeuschen: Das letzte Inet-Cafe hat auf meinem USB-Stick meine Fotoordner zerstoert und so musste ich ihn eben ersteinmal neu formatieren. Das ist hier eine echte Plage: steckst Du einmal einen USB-Stick in einen oeffentlichen Rechner, ist er voll mit Wuermern, Trojanern und Viren. Das passiert mir schon jedes Mal, wenn ich in Puebla drucken muss, aber zerstoert wurde bislang noch nichts. Auch diesmal habe ich Glueck im Unglueck: Alle Bilder, dich ich auf meinem USB abgelegt hatte, sind noch in meiner Kamera. Hatte wohl irgendwie den richtigen Riecher, als ich sie nicht direkt nach der ersten Sicherung von der SD-Karte loeschte. Aber: Ich hab sie nicht hier.

Also, das naechste Mal mit mehr Zeit – und hoffentlñuch einer besserbn Tastatur, diese hier raubt mir den letzten Nerv – jede dritte Taste schreibt wann sie will – ist also nich meine Schuld…. i

Einheitsfeier, Manu Chao und die UDAL

Posted in Festejando!, mexico city, puebla, uni, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 9. Oktober 2008 by Jakob

Nachdem ich hier schon seit einer Woche nichts mehr hab von mir hören lassen, will ich mal wieder ein Lebenszeichen von mir aus Puebla geben.

Nachdem wir ausführlich die Nationalfeiertage Mexicos und Chiles gefeiert hatten, stand am Freitag die Deutsche Einheit zur Feier an. Eine kleine Deutschlandfahne hatte unsere Küche geschmückt und am Abend wollten wir in eine Bar gehen, in der es angeblich deutsches Bier geben sollte. Hach was hatte ich mich auf ein echtes Pils oder ein wunderbar schmackhaftes Weißbier gefreut und dann wurde ich schließlich doch enttäuscht. Die Bar, nicht weit von unserer Quince entfernt und unter belgischer Flagge betrieben, hatte alle internationalen Biere im Angebot, außer: genau! Das Deutsche war aus. Und schon seit zwei Wochen nicht mehr geliefert worden. Also mussten wir notgedrungen belgisches und holländisches Bier trinken, welches aber immernoch bedeutend mehr Geschmack hatte, als das flüssig-wässrige Sol oder Indio.

Später zog ich mit Viviana, Agostina und Enora weiter in eine kleine Bar im Zentrum. Dort wechselten sich ungefähr zehn junge Musiker an den verschiedensten Instrumenten ab. Einen Musiker hatten wir bereits in der Bar kennengelernt, in der wir den chilenischen Nationalfeiertag gefeiert hatten. Und weil er, Leon, uns nicht wiedererkannte, lud er uns später, als die Bar schließen wollte, zu sich nach Hause ein, um dort weiterzufeiern. Also packten sich alle Musiker und wir in diverse Taxen und wir fuhren ein paar Blocks durch die Nacht zu Leons Wohnung. Eines großzügiges Apartment in einem kolonialen Haus, mindestens 100 Quadratmeter, kaum Möbel, aber jede Menge Platz für Gäste, Party und Feiern. Nach einer Weile trafen die letzten Gäste ein und brachten Sixpacks mit, die der Spontanparty die Trockenheit rauben sollten. In der Runde wurde weiter munter die Gitarre rumgereicht, einer nach dem anderen gab teils selbstkomponierte Stücke und Lieder zum Besten und die Feier dauerte ungeplanterweise bis weit in den Morgen hinein.

Das machte uns dann am Samstag das Aufstehen nicht leicht. Wir wollten am Vormittag nach DF durchstarten, um dort am Abend bei Manu Chao vor der Bühne zu stehen. Müde machten sich Enora und ich auf den Weg zum CAPU (Busbahnhof) und schnappten uns den nächsten Service nach DF. Gegen 2 kamen wir an und schlugen uns mit der Metro nach Condesa durch. Dort wohnt eine Freundin von Enora, mit der sie in Frankreich zusammen studiert hat, und sie sollte unsere Gastgeberin für die kommende Nacht werden. Dort warteten bereits die Freundin und zwei weitere Französinnen auf unser Ankommen, damit wir gemeinsam in Richtung Foro Sol (Konzertstadium in DF, dass eigens für große Konzerte gebaut wurde, heute aber auch für Baseball genutzt wird) starten wollten. Es gesellten sich weitere 5 Franzosen zu uns und wir starteten noch in ein anderes Viertel, um dort auf noch mehr Konzertgänger zu stoßen. In einer Wohnung tranken wir einen Schluck und machten uns dann in Hordenstärke auf den Weg ins Foro Sol. Kaum angekommen, zog eine schwarze Wand auf. Punkt 18 Uhr brach dann einer der heftigsten Gewitterstürme los, den ich bislang hier in Mexico erlebt habe. Es schüttete aus Fässern, Bindfäden wurden zu Seilen oder gar zu Tauen, Blitze zuckten rund um das Stadion und schlugen immer wieder in der Nähe ein. Wir hatten uns an die Seiten unter das Dach eines Hamburgerstand geflüchtet und warteten dort auf das nicht absehbare Ende des Unwetters. Schon fast in den Glauben, dass das Konzert bei diesem Wetter abgesagt werden würde, stieg dann doch um 8 Uhr die Vorband auf die Bühne und fing an, den durchweichten Fanaticos, die trotz Blitzen und Regen vor der Bühne ausgeharrt hatten, einzuheizen. Für uns hatte es nach wie vor noch zu sehr geregnet, um sich der Bühne weiter zu nähern und so fädelten wir uns erst mit dem Auftritt von Manu selbst in die Massen ein. Durchweicht und in der Kälte der Nacht wurden dann doch unsere Erwartungen ein wenig enttäuscht und gegen Mitternacht machten wir uns wieder auf den Heimweg.

Am Sonntag bummelten wir dann nicht lang in DF herum und machten uns recht bald auf den Rückweg nach Puebla, wo uns die Sonne hell strahlend erwartete. Na bitte, es geht doch.

Am Montag war ich dann mal wieder als assistierender Dozent in der UDAL. Die UDAL ist die Universidad de América Latina und sitzt unweit der Quince. Einer meiner Kommilitonen hatte mich vor Wochen bereits gefragt, ob ich seinem Bruder, der Deutsch-Prof an der UDAL ist, nicht ein wenig zur Hand gehen könnte. Ich hatte zugesagt und seitdem bereits zwei Mal in seinen Kursen den Unterricht geschmissen. Am Montag wurde ich dann zunächst mit Studenten aus dem 1. Semester konfrontiert, die kaum ein Wort auf Deutsch sprachen. Der Sinn war hier mehr, dass sie so früh wie möglich mal mit einem Muttersprachler in Kontakt kommen, ein wenig Deutsch hören können und sich dann mit mir über Deutschland und alles Mögliche unterhalten können. Nach einer Stunde stand der übliche Fototermin mit vorrangig weiblichen Studentinnen an, die gern ein Foto mit „dem Deutschen“ haben wollten. In der darauffolgenden Stunde gesellten sich Stundenten aus dem dritten Semester dazu und die Runde erhöhte sich auf rund 50 Personen. Paco, der Prof, hatte sich weitesgehend zurückgezogen und sich darauf verlassen, dass ich den Unterricht schmeiße. Die Jungs und Mädels aus dem Dritten hatten dann auch ein paar mehr Worte drauf und ich hielt die Stunde komplett auf Deutsch. Fragte nach Vorurteilen, musste die Deutschen erneut gegen das (in Mexico erstaunlicherweise) allgegenwärtige Rassismusvorurteil verteidigen, Fragen zu Oktoberfest und Nazideutschland, aber auch zu Ausbildung und Austauschmöglichkeiten beantworten. Danach stand erneut der obligatorische Fototermin an und ich machte mich auf den Weg in meine Uni, um dort Seminare zu hören.

An der UDAL werde ich in Zukunft öfter sein und dort mit den Studenten ein wenig Deutsch praktizieren. Der Kontakt, der Paco so verdammt wichtig ist, scheint auch seine Berechtigung zu haben. Die Stundenten haben kaum die Möglichkeit, mit Deutschen zu sprechen, kennen kaum Ausländer und sind auch nicht gerade die Engagiertesten, wenn es darum geht, sich deutsche Medien beispielsweise im Internet zu suchen. Allerdings schien ihnen bislang die Stunden mit mir gefallen zu haben und ich stelle fest, dass es den Jungs und Mädels jedes Mal ein wenig leichter fällt, Hemmungen abzulegen und zu sprechen. Die wichtigsten Fragen für die weiblichen Studentinnen fehlten bislang zumindest noch nie: Bist Du solo? Suchst Du eine Freundin? Wier findest Du die mexikanischen Frauen? Wobei ich bei der letzten Frage immernoch an einer charmant-diplomatischen Antwort feile… 🙂

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