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Mexicana bleibt am Boden

Posted in Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , on 28. August 2010 by Jakob

Die Flieger der mexikanischen Airline Mexicana de Aviación und ihrer Töchter Click und Link bleiben ab sofort am Boden. Die Gesellschaft, mit der ich auch in Mexiko gern geflogen bin, ist seit geraumer Zeit insolvent. Mexicana hatte viele Ziele innerhalb Mexikos, aber auch nach Zentralamerika, die Vereinigten Staaten und nach Europa im Programm.

In einer Pressekonferenz wurde aber klargestellt, dass die Airline nicht von der Bildfläche verschwinden soll, sondern im Rahmen des Konkursverfahrens ein Rettungsplan entwickelt werden soll.

Mexicana hat einmal 40% des innermexikanischen Flugaufkommens bestritten, in letzter Zeit war der Anteil der in Mexiko durchgeführten Inlandsflüge aber langsam auf 11% gesunken.

Die ganze Nachricht auf Spanisch bei der Jornada exakt hier!

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De vuelta…. zurück in DF

Posted in Bienvenidos!, mexico city with tags , , , , , , , , , on 6. Februar 2010 by Jakob

Der Abendhimmel ist orange-rot, die Sonne hat gerade ihre letzten Strahlen über México gejagt, als unsere 747-400 zum Anflug auf das Valle de México ansetzt. Knapp 12 Stunden ruhiger Flug über die Außenkante der Nordhalbkugel, weit verschneite Teile Alaskas (Foto links), später die Westflanke der Großen Seen und über die Verneinigten Staaten liegen hinter uns. Auch den Golf von México haben wir diesmal nicht überflogen, sondern hangelten uns an der mexikanischen Küste entlang fast bis auf die Höhe von Cd. d. México, DF.

Und irgendwie fühlte sich das gut an, als ich endlich auf dem Aeropuerte Internacional de la Ciudad de México aufsetzte – es war ein bisschen wie nach Hause kommen, Schließlich bin ich genau hier doch schon recht häufig aufgesetzt, meist nach Kurztrips durch México – und nun, nach sieben Monaten wieder einmal. Es ist großartig.

Nach einer Stunde bin ich durch die Migraciones, am Zoll drücke ich den Zufallsbuzzer und bekommen glücklicherweise „grün“ und komme hinaus ins Terminal. Ich entdecke Enora nicht sofort, aber nach einer kleinen Runde durch die Wartenden, sehe ich sie – den Blick fixiert auf die Türen hinter der Zollkontrolle – und überrasche sie.

Wir nehmen ein Taxi nach La Condesa und gehen noch auf ein paar Tacos. Leckere al pastór…. mmmhhhhh und dazu ein wässiriges Pacifico – hatte es doch gar nicht sooo dünn in Erinnerung… aber offenbar doch…

Später fallen wir todmüde ins Bett.

Heute geht es in die alte Zweitheimatstadt Puebla – die Quinze wartet auf uns – Tequila und Fiesta auch.. hoffe ich. Aber jetzt knurrt schon wieder der Magen, wir müssen los!

Eine Kupferstadt wie im wilden Westen

Posted in Adios México, baja california, mexico city, pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 27. Juni 2009 by Jakob

Das Rathaus von Sta. RosalíaHolzhäuser, nicht mehr als zwei Etagen, eine große alte Kupferfabrik, die Sonne tief über den Bergen, die Santa Rosalía umgeben und eine staubig-heiße Luft. 40 Grad im Schatten und das am frühen Abend – wir sind also an unserem nördlichsten Punkt unserer Baja-Rundreise angekommen. Nach unserem kleinen Stelldichein mit den lokalen Rabauken von der Policia fanden wir nach einigem Suchen doch ein recht nettes Hotel und es stellte sich rasch heraus, dass es kaum mehr als zwei Restaurants gibt. Wir verbrachten den Abend in Ruhe, ich schrieb den vorhergehenden Artikel und am nächsten Morgen machten wir uns ein letztes Mal auf, weiter nach Norden, um unsere vorletzte Jesuiten-Mision zu sehen, die wir noch auf dem Plan hatten.

Los Bomberos - im Zeitalter der Kupferminen hängen geblieben

Am Vormittag stiegen wir ins Auto und bewegten uns recht schnell wieder weg vom Golf ins Halbinselinnere und kamen nach einer guten Stunde weiter in einem kleinem Dorf an, dass einen schattigen Zócalo hatte und Eine andere Perspektive auf San Ignaciodemgegenüber San Ignacio stand. Wir blieben einige Zeit in dem Dörfchen , sahen uns die alte Mission (in meinen anderen Artikeln findet man die spanische Schreibweise mit einem „s“ – war also kein Fehler) an und aßen einen Salat in einem Restaurantito gegenüber. Auf der Rückfahrt durchquerten qir erneut die karge Landschaft, aber machten einen kleinen Abstecher zum Vulkan Las Tres Virgenes, an den wir aber letztendlich doch nicht wirklich herankonnten. Unser Weg in die Wildnis endete an einer Hütte, die gerade für Öko-Tourismus aufgebaut wurde und die beiden Verantwortlichen schienen doch sehr erfreut über unseren unerwarteten Besuch und erklärten uns das Projekt.

Las Tres Virgenes - Vulkan nördlich von Sta. Rosalía

Am Abend schlenderten wir noch einmal durch das kleine Wild-West-Städtchen mit seiner von Gustav Eifel konzipierten Kirche und machten ein paar Fotos, bevor wir uns zur Ruhe betteten.

Und dann stand schon die Rückfahrt unserer Rundreise ins Haus. Über 1200 Kilometer hatten wir bereits auf dem Tacho, als wir uns am Dienstag morgen zu einem reinen Fahrtag aufmachten. La Paz sollte das Ziel erneut sein – 630 Kilometer durch karge Wüstenlandschaft, und vorher noch einen Badestopp in einer der einsamen Strände des warmen Golfes nahe Loreto.

Der Zahn der Zeit nagt an San Luis GonzagaAm frühen Abend kamen wir durch Ciudad Constitución und wenige Kilometer später jagten wir den kleinen Aveo noch einmal 80 Kilometer Off-Road durch die Wüste, Richtung unserer letzten Mision: San Luis Gonzaga. Ein kleines Kirchlein, daneben noch ein Gebäude, in dem das Dach halb heruntergekommen war, und ansonsten noch drei weitere Häuser zeugten davon, dass dieser Siedlungsort mitten in der Pampa wohl auch schon einmal bessere Zeiten und vor allem Leben gesehen hatte.

Wir fuhren zurück zur großen MEX 1 und spulten die letzten 160 Kilometer nach La Paz ab und checkten dort im Hotel Yeneka ein – ein Hotel, dass man auf jeden Fall weiterempfehlen kann. Nachdem man durch einen kleinen Durchgang die Rezeption hinter sich läßt, steht man in einem kleinen Patio, in dem sich die Sammlerleidenschaft des Besitzers widerspiegelt. An den Wänden hängen alte Pfluggeräte, Hammer, Eisenketten, Töpfe, Pfannen, Schöpfkellen, Pferdegeschirr, Öllampen und sogar ein altes Auto, wohl aus den 20er oder 30 Jahren. Zwischen dem ganzen „Schrott“ befinden sich die Eingänge zu den 20 großzügigen Zimmern, die einfach gehalten, aber nett eingerichtet sind.

Das alte Auto neben unserem Zimmereingang im Yeneka

Am Mittwoch fuhren wir dann auch aus La Paz raus und nahmen die Ostroute nach Los Cabos. In San Antonio, einem verschlafenem Nest, dass früher wohl im Silberbergbau blühte, heute aber weitesgehend vergessen wurde, aßen wir eine unverschämt teure Pizza und tranken dazu völlig überpreiste Cola aus Dosen – und zogen weiter, über einen letzten Meeresstopp in Los Barriles nach San José del Cabo.

Ein Kaktus - mal im Close-Up

Ich hatte ein völlig vom Tourismus umgestülptes Örtchen an der Südspitze Baja Californias erwartet, wurde aber positiv enttäuscht. Der Tourismus hatte sich wohl mehr in Cabo San Lucas, rund 30 Kilometer weiter, breit gemacht und dort seine unschönen Hotelkomplex-Auswüchse getrieben. In San José war ein kleines, nettes, historisches Zentrum übergelieben, ein kleines Kirchlein am Hauptplatz und die idyllische Optik des Platzes wurde lediglich durch ein überproportioniertes Krieger-Helden-Denkmal am Ende des Platzes gestört.

Wir checkten in ein kleines, unerwartet (für diese Breiten) günstiges Hotelchen ein und aßen lecker zu Abend.

Unsere 737 in SJCAm Donnerstag versuchten wir noch einmal das Meer zu sehen, aber unser versuch an den Strand zu fahren, endete in einer Sackgasse, die vor einem noch im entstehen befindlichen Hotel-Resort-Komplex endete. Also tankten wir unseren kleinen Kampf-Aveo noch ein letztes mal voll und fuhren ihn völlig verstaubt bei der Mietwagenfirma wieder vor. Trotz des Drecks waren die zufrieden mit dem Wagen und chauffierten uns die paar hundert Meter weiter zum Flughafen, wo wir später mit einer 737 in Richtung DF wieder abhoben.

Am Abend checkten wir wieder bei Bernhard und Paola ein und gestern gestaltete sich dann der Tag für mich ruhig. Vater hatte ich ins Anthropologische Museum geschickt, um in Ruhe die Planung der nächsten Wochen machen zu können und am Abend traf ich mich noch einmal mit einer meiner ehemaligen Puebla-15-Mitbewohnerinnen und machte mit ihr Party auf einer Fiesta in der Innenstadt.

So, heute, es ist schon wieder spät, aber mein Rucksack schon wieder gepackt, geht unsere Tour weiter, zunächst noch einmal in den Norden für ein paar Tage, bevor wir uns zur finalen Süd-Tournee in Richtung Oaxaca, Chiapas und Karibik aufmachen. Soweit – mein Bus wartet. Dran bleiben!

Von D.F. nach Baja California – der naechste Road-Trip

Posted in Adios México, baja california, mexico city, pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 16. Juni 2009 by Jakob

Vater war puenktlich gelandet und hatte als erster meiner Besucher das Pech, beim Zoll sich durch die Sachen wuehlen zu lassen. Das bedeutete das Aus fuer meine heiss-ersehnte Salami aus Deutschland, weil die Mexikaner solcherlei Delikatessen direkt am Flughafen in den Muell befoerdern. Schade.

Father and son - auf dem Weg nach Baja California

Mit dem Taxi ging es zu Bernhard in die Wohnung und die kommenden Tage gab ich meinem Vater eine Tour durch D.F. von der gruensten Seite. Am Donnerstag ging es durch Coyoacán und San Angel und wir schauten in die Wohnhaeuser von Frida Kahlo, Diego Rivera und Leon Trotzky. Schon fast Standard-Programm. Am Freitag lernten wir im Castillo Chapultepec ein wenig ueber mexikanische Geschichte und genossen den schattigen Park rundherum. Am Abend assen wir leckerst beim Argentinier Bife de Chorizo zu mundendem Malbec und am Samstag hoben wir mal wieder ab.

Unser Jet auf dem Flughafen von San José del Cabo

Um kurz nach 3 stieg unsere Embraer 145, eine kleine Maschine der AeroMexico Connect, in die Luefte und brachte uns einige hundert Kilometer weiter Nordwestlich auf Baja California wieder sicher auf den kargen Wuesten-Boden. Mangels Touristen war ein Leihwagen zu einem unanstaendig guenstigem Preis schnell verhandelt und wir konnten uns bereits vom Flughafen mit einem „eigenen“ Auto wegbewegen. In den kuenstlichen Touristenhochburgen von den Los Cabos wollten wir uns nicht lang aufhalten und nahmen bereits ueber die Westkante der Halbinsel in den Abend hinein Kurs auf La Paz. Ueber eine weite, gerade Strasse fuhren wir bis in die Dunkelheit hinein, umgeben von Duerre, karger Landschaft, hohen Bergen im Osten und Kakteen.

Die MEX 19 von Los Cabos nach La Paz

Bei Dunkelheit rollten wir in Todos Santos ein, wo wir momentan immernoch sind. Nach einigem Gesuche fanden wir ein Hotel, dass uns die Reisekasse nicht auf einem Schlag pluenderte und checkten ein. Tacos standen noch auf dem naechtlichen Speiseprogramm und dann begann schon die Nacht in BC.

Gottesdienst in Todos Santos - Verstaerker zu laut gedreht

Am Sonntag schauten wir nach dem Fruehstueck in einen Gottesdienst hier im Ort vorbei, eine sehr lebhafte Veranstaltung – viel und laut wurde gesungen und mitgeklatscht, den Pfarrer konnte man allerdings kaum verstehen, weil sich der Schall der viel zu laut gedrehten Lautsprecher doppelte. Am Nachmittag entschieden wir, das Hotel noch weitere zwei Tage zu halten und das Zimmer auf eine Nummer groesser zu wechseln und dann fuhren wir ein wenig die Strecke zurueck und suchten Zugang zum Pazifik.

Die Strasse, die zum Pazifik fuehrt.

Strand von Todos Santos - zu wild fuer die Pelikane

Der war bald gefunden und den Nachmittag verbrachten wir in der prasselenden Sonne am Strand. Eine kuehle Brise liess es frisch erscheinen und das Wasser war fuer mich, nach Zipolite-Warmwasser-Pazifik und Piswarmen Golf eindeutig  zu eisig, um laenger drin zu bleiben, als zum Befeuchten.

...und endlich - am wilden, rauhen Pazifik. Mal wieder.

Den Abend verbrachten wir Fisch-essend in einem kleinen Restaurant im Zentrum von Todos Santos und heute machten wir eine rund 120km lange Tour in den noerdlichen Kuestenbereich der Stadt.

Nicht gerade ein Jeep - aber er schlaegt sich nicht schlecht.

Asphaltierte Strassen sah unser Leihwagen kaum, dafuer unendlich viel Staub, Kakteen, Sand und vertrocknete Graeser – und einmal mussten wir ihn auf einer Staubpiste zu einem wirklich einsamenn, kilometerlangen Strand auch wieder freibuddeln, weil er sich im Sand eingegraben hatte.

Krebs - zum Sterben in die Sonne gelegt - kein schlechter Ort dafuer.

Am Strassenrand der MEX 19

Am Nachmittag schauten wir an der Lagune und am Strand von Todos Santos vorbei, wo man leider nicht schwimmen kann, weil die Wellen zu hoch, zu wild und zu heftig auf den Strand knallen.

Leben in der Wueste

Und weil mir hier gerade die Zeit im Internetcafé weglaeuft, mach ich es kurz – wir wollen gleich noch was zum Abend essen und morgen ziehen wir weiter noerdlich nach La Paz. So weit – aus der Wueste!

México, DF – una semana de locura

Posted in Adios México, mexico city, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 10. Juni 2009 by Jakob

Der Bahnsteig ist brechend voll, nur noch in der Mitte kann man sich zu einer Stelle durchschieben, von wo aus man in die Metro einsteigen möchte. Oder besser: Von wo aus man in die Metro reingepresst werden möchte. Ich bin in Pantitlan, eine Metro-Endstelle am Ostende von DF und auf dem morgendlichem Heimweg vom Aeropuerto Internacional Benito Juárez, wo ich gerade Daniel wieder in einen Flieger über New York nach Frankfurt gesetzt habe.

Eine Metro fährt ein, und die menschliche Masse auf dem engen und völlig überfüllten Bahnsteig kommt in Bewegung. Ich lasse mich in Richtung eine der aufgehenden Türen schieben, komme so stark ins Gedrängel, daß ich selbst nun nicht mehr über Richtungsänderungen bestimmen kann, hoffe, Metro in DF - hier in einer leeren Stationdass ich nicht nur an die Wand der Metro neben der Tür gedrückt werde, schiebe ein wenig nach links und komme in den Strudel, der sich wie eine einzige zusammenhängende Masse ins Innere der Metro ergießt. Drinnen schiebt es weiter – nun von außen – alle wollen irgendwie mit – aber auch der Metro-Waggon hat nur eine begrenzte Größe. Als die Glocke zum Türen schließen schellt, bin ich erleichtert, wenn auch sich der Druck von allen Seiten nicht ändert. Eine Alte neben mir fordert mich auf, meine Arme aus meinen Hosentaschen zu nehmen und sie nach oben über die Köpfe zu halten, damit sie besser stehen kann. Ich kann nicht, weil ich sie unter dem Druck der anderen Passagiere nicht bewegen kann. Und ich will nicht, weil man so viel Druck auf allen Körperstellen hat, dass wer auch immer nur wollte mir mit Leichtigkeit meine Geldbörse aus meiner Hosentaschen rauben könnte, und ich es nicht annäherungsweise mitbekommen würde. Nach anderthalb Stunden Stoßzeit-U-Bahn-Fahren und im festen Glauben, dass Sardinen in ihrer Büchse alle Freiheit der Welt haben, komme ich endlich wieder in San Angél an – in der Wohnung von Bernhard und Paola, wo ich am Morgen noch mit einem Taxi in Richtung Flughafen gestartet bin; Morgens Metro fahren in einer 20 Millionen Stadt, wo das Ticket 2 Peso kostet, eine Erfahrung, die ich allerdings kein zweites Mal brauch.

Ich bin durchgeschwitzt und brauch eine Dusche.

IDaniel und ich vor der Batman-Achterbahn. Photo: Una Mexicana.ch war seit Mittwoch Abend mit Daniel bei Bernahrd eingezogen und wir wollten seine letzte Woche hier im Großraum DF verbringen. Eine Woche DF, das klingt viel – aber an Langeweile ist nicht zu denken. Nachdem wir in Veracruz ein wenig Kultur und Geschichte gemacht haben, hatten wir es am Donnerstag auf Spaß und Spielerei abgesehen. Wir fuchsten uns in den Westen der Stadt zum Six Flags Freizeitpark und sparten mit einer leeren Cola-Flasche in der Hand einhundert Peso beim Eintritt. Seltsame Promotions, die Six Flags ab und zu drauf hat.

Den ganzen Tag jagten wir über steile und kurvige Achterbahnen, gaben uns aus über 60 Metern im freien Fall der Schwerkraft hin und ließen uns mit weit über 100 kmh über hölzerne und stählerne Schienen schießen. Adrenalin war garantiert und Spaß – ja den hatten wir auch. Vor allem bei einer Achterbahn, die uns erst vorwärts zwei Loopings passieren ließ und uns dann auf eine Rampe schoß, um von dort aus die gesamte Fahrt noch einmal rückwärts zu erleben. Es war großartig.

Auf dem Torre LatinoamericanaUnd so stand für Freitag dann an, ein wenig die Stadt kennenzulernen und ein wenig auf Streifzug durch das historische Zentrum von Mexiko Stadt zu wandern. Wir hatten Glück mit dem Wetter und der Sicht – auf dem Torre Latino präsentierte sich uns in großer Entfernung der schneebedeckte Gipfel des Ixtazíhuatl, der bis dahin sich vor Daniel erfolgreich versteckt hatte und die vergangenen Wochen sich in Wolken gehüllt hatte.

Ein Besuch im Präsidentenpalast war dann auch für mich wieder ein neuer Punkt – und ein lohnenswerter.

Der Präsidentenpalast von DF

Der Innenhof des Palacio Nacional ist gesäumt von unbeschreiblich großen Murales, als Wandbildern, die Diego Rivera in den 40er Jahren dort an die Wände brachte. Im kommunistischen Stil sind Marx und Engels allerorten präsent und die gesamte Art zu Malen,Die Geschichte Mexikos als Mural von Diego Rivera im Präsidentenpalast. erinnerte mich sehr an die Bilder in meiner Fibel in meinen ersten zwei Schuljahren, als es noch Pioniere gab, aber ich nicht zu ihnen gehörte. Für Daniel wurde seine gesamte Reise damit schon fast zur Themenreise, hatte er noch wneige Tage zuvor Rivera-Murales im Rockefeller Centre in New York bestaunen dürfen. Am Abend trafen wir uns mit Bernhard auf ein Freitag-Abend-Bier und gemeinsam beschlossen wir den Tag ganz mexikanisch in der Arena México bei einem Lucha Libre-Kampf.

Samstag hatten wir dann wieder die Natur auf den Plan gehoben. Der Nevado de Toluca ist der 4. höchste Berg/Vulkan Méxicos und liegt rund 80 Kilometer westlich voMexiko Sttadt. Am Kraterrand des Nevado - auf knapp 4700mBernhard war, ähnlich wie wir beide, noch nie auf der Spitze dieses Berges, der einen beeindruckenden Krater mit zwei Lagunen in seiner Mitte hat und so schnappten wir uns das Auto und fuhren nach Toluca. So richtig sportlich wurde es allerdings kaum. Denn der Nevado de Toluca ist auch der einzige Drive-in-Vulkan Mexikos. Bis auf eine Höhe von rund 4.000m kann man das Auto über eine Schotterpiste in die Höhe treiben und bis zum Kraterrand bleiben dann noch 2 Kilometer Fußweg. Die Aussicht trotz allem – grandios. Wir schleppten uns noch ein wenig höher aIm Espacio Escultorico in der UNAM - Bernhard, ich und Danielm Kraterran und genossen eine Sicht, die viele Kilometer rund um den Vulkan herum reichte. Am Abend machten wir noch einen Rundgang durch die UNAM – die Universitätsstadt und in der Nacht ging es dann mit Freunden auf Piste.

Und so starteten wir auch am Sonntag nur gemächlich in den Tag und Daniel und ich begaben uns erneut auf die Spuren Frida Kahlos und Diego Riveras und machten einen Sonntag-Nachmittag-Spaziergang durch Coyoacan und das Haus der beiden Maler. Autogrammjäger in der Casa Azul ließen uns kurz Casa Azul mit Jeep von Metallica-Drummeraufhorchen und dann erfuhren wir, dass der Drummer von Metallica neben uns auch gerade eine  Tour durch die Casa Azul machte. Wir hätten ihn im Leben nicht erkannt – aber das war auch egal. Viel Auflauf gab es trotz allem nicht, aber somit erklärte sich uns, warum so viele Besucher mit Metallica-Shirts durch den Garten des Hauses scharwenzelten.

Um das DF-Programm komplett zu machen, stand am Montag dann noch eine der beeindruckendsten (für mich beim 50. Mal schon nicht mehr ganz so) archeologischen Stätten Méxicos auf dem Plan. Mit einem Bus starteten wir recht früh nach Teotihuacan im Norden der Stadt und jagten mehrere Stunden Pyramiden in praller Sonne rauf und runter. Mit ordentlicher Bräune in Gesicht und an Beinen fuhren wir zurück in die Metropole, stellten fest, dass der größte Park, Chapultepec, leider schon um 16 Uhr seine Pforten schließt und am Abend machte sich Daniel ans Packen.

Ich und Daniel auf der Piramide del Sol über den Resten von Teotihuacan

Um fünf Uhr schrillte dann gestern morgen der Wecker und für Daniel endete seine USA-Mexiko-Reise und ich denke, für zwei einhalb Wochen hatte er doch einen ganz guten Überblick bekommen.

Ich selbst habe dann gestern einen ruhigen Tag verbracht, werde heute noch ein wenig weiter Reispläne ausarbeiten und am Abend meinen alten Herren in Empfang nehmen, der den krönenden Abschluss meines Besuchermarathons darstellen wird. Wenn der Vater mit dem Sohne…. wir beide werden dann am Samstag wieder in die Luft gehen und nach Californien fliegen und zwei Wochen auf der Halbinsel zwischen Golf und Pazifik neue Ecken entdecken. Aber damit dies auch ein lohnenswerter Aufenthalt wird, muss ich jetzt mal schnell die Optionen durchschauen und auch noch den Flug bezahlen gehen.

In diesem Sinne – yo sigo viajando, a partir de hoy con mi papito – sigamos decubriendo México!

Nordmexico-Trip 2 – Creel-Chihuahua-Puebla

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Am Montag Morgen ging es wieder früh raus. Wir hatten am Abend noch eine Tour durch die Landschaft rund um Creel gebucht, und nach dem Frühstück trafen wir den Mittfünfziger Luis-Enrique, der uns mit seinem grünen Ford-Jeep das Land zeigen wollte.

Auf dem Plan standen zunächst die verschiedenen Täler in der Nähe von Creel, die vor allem durch bizarre Felsformationen bekannt sind: Valle de los Hongos (Tal der Pilze), Valle de las Ranas (Tal der Frösche) und das Valle de los Monjes (Tal der Mönche).

Wir fuhren aus Creel heraus und fuhren in das Gebiet des Ejido San Ignacio ein, ein Territorium, dass einer Comunidad von Tarahumara-Indianern zur gemeinsamen Bewirtschaftung überlassen wurde. Zunächst fuhren wir zur Cueva Sebastián, einer Grotte, in der bis vor wenigen Jahren der Heiler und Schamane Sebastián wohnte und lebte, und der ein erhebliches Ansehen bei den Indianern in der Gegend genoß. Die Grotte diente ihm zugleich als Lebens und Arbeitsraum und heute wohnt dort seine Wittwe, die Körbe und andere Sachen flechtet, oder Tortilla-Wärmer bestickt. Mit ihr wohnen in der Grotte ihre Hühner und andere Tiere und alles wirkt sehr rustikal und naturverbunden.

Nachdem wir uns in der Cueva Sebastián umgeschaut hatten und einen Tortilla-Wärmer erstanden hatten, setzten wir uns wieder in den großen, grünen, und alten Ford-Jeep und rumpelten über die Staubpiste weiter hinein in das Gebiet des Ejido. Unweit von der Cueva entfernt, vielleicht zwei, drei Kilometer weiter bogen wir rechts von der Holperpiste ab und parkten den Wagen vor den ersten bemerkenswerten Steinformationen. Große Steinplatten waren wie Pilzköpfe auf längliche Felsformationen gelegt, die in die Höhe ragten. Wir kamen uns vor, wie Zwerge in einem Pilzwald der Riesen. Die Pilzköpfe überragten uns teilweise leicht um 1 bis 2 Meter – und wir? Wir staunten und schossen Fotos. Irgendwann vor langer Zeit mussten die Steine bei einem Erdbeben von ihren ursprünglichen Plätzen gelöst worden, ins Rollen gekommen und schließlich als „Stein“-pilze verharrt sein. Beeindruckend und dies war erst der Anfang.

Nach ausgiebigem Füllen der Digi-Speicherkarten, rumpelten wir nur wenig weiter ins Tal der Frösche, oder das Valle de las Ranas. Schon von Weitem zeigte sich eine Felsformation, die aussah, wie der Froschkönig, ungefähr 3 Meter groß und vor ihm hockten seine Untergebenen, wie bei einer versteinerten Froschversammlung. Wer weiß, was hier einstmals geschehen war, und vielleicht waren sie ja wirklich bei einer ihrer Sitzungen versteinert. Aus der Nähe sahen die Gebilde wieder mehr wie von-irgendwo-her-gekullerte Felsbrocken aus – aber gerade aus der Ferne ergab sich das Bild der Froschversammlung.

Wir sprangen wieder in den Wagen, und Luis-Enrique umschiffte mit unserem Jeep gekonnt Riesen-Löcher. Er hatte diese Holperstrecke im Blut, wußte, wo er den Wagen trotz wiedriger Strassenverhältnisse auf 70 Stundenkilometer beschleunigen konnte, und wo er ihn wieder verlangsamen musste, um langsam sich über einen Felsbrocken zu schieben. Es schien ihm Spaß zu machen, uns durch diese Gegend zu manövrieren – bestimmt kein alter Mann, der Gewackel im Auto nicht ausstehen kann.

Die nächste Schotterpiste bogen wir ein, ließen den Ejido Ignacio hinter uns und zahlten bei einer einsamen Indianerin an einem Feldrand den Eintritt in den nächsten, in ihren, Ejido. Jener Ejido, der wohl über das Spektakulärste der verschiedenen Täler verfügt – das Tal der Mönche.

Schon von Weitem sahen wir Felsnadeln in die Höhe ragen und als wir endlich nahe gekommen waren, erstreckte sich vor uns das gesamte Panorama dieser bizarren Felsformationen – dem Tal der Mönche, oder vielleicht doch treffender: dem Tal der Penisse. Bis zu 30 Meter ragten die Kalk-Vulkangestein-Säulen (irgendwie sowas, erklärte mir Luis-Enrique, der bestimmt kein Geologe ist, war und jemals noch sein wird) in die Höhe und wir bahnten uns unseren Weg durch die versteinerten Riesen. Die Landschaft war nach wie vor karg, ein paar Nadelbäume, die sich über die Trockenheit ihr becheidenes Grün behielten, Büsche und Gräser. Wir schlenderten durch die Felsen, wußten nicht mehr, was wir schon fotografiert hatten, und was noch nicht und erklommen schlußendlich eine der Nadeln, die von hinten leicht zu besteigen war.

Trotz aller Begeisterung ging es Enora leider nicht so gut, wie uns restlichen Dreien. Sie war mit Rücken- und Gelenkschmerzen aus den Federn gekrochen und hatte mit sich zu kämpfen. Als wir schließlich an den Lago Arareko kamen, entschied sie sich, den Trip abzubrechen und wir brachten sie zurück ins Hotel. Allerdings jedoch nicht, ohne vorher noch eine Runde mit den Federalen (Policía Federal) Bekanntschaft zu schließen.

Lago ArarekoDer Lago Arareko liegt zurückgezogen und wenige Kilometer von der Straße entfernt, und als wir gerade mit unserem Jeep uns den Weg über Wurzeln und anderes Gehölz heraus aus dem Waldstück bahnten, verstellte uns ein moderner Dodge-Pickup der Policía Federal den Weg. Hinten drauf, wie immer, die mexikanischen Rambos. Schwarz gekleidete Polizisten, die Skimasken über das Gesicht gezogen, und die viel zu großen Waffen im Anschlag. Drei, vier von ihnen sprangen von ihrer Ladefläche und bedeuteten Luis-Enrique auszusteigen. Ich hatte den Beifahrerplatz, und mir wurde ein wenig mulmig. Wissend, dass mexikanische Polizisten und Sicherheitsgefühl bei mir keine Begriffspaare sind, die ich automatisch zusammen verwenden würde, dachte ich mir: Oh Mann, dass die die Situation hier in der Einsamkeit mal jetzt nicht ausnutzen. Drei der schwerbewaffneten umstriffen das Auto, als wären wir Drogenkuriere, schauten hinein, wünschten uns buenas tardes, fragten uns, ob alles okay sei, und ein anderer durchwühlte die wenigen Sachen im Kofferraum. Luis-Enrique sprach währendessen mit einem unmaskierten Polizistn, zeigte seine Guide-Papiere und nach ein-zwei Minuten war der Spuk vorbei. Die Polizisten ließen uns weiterziehen – und ich fragte Luis-Enrique nach dem „Weshalb?“. Er erklärte knapp, dass gerade im Norden Mexikos solche Kontrollen normal wären, weil die Drogenmafia über sämtliche Wege versuche, Rauschgift in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln. Dass die Mafia aber bestimmt keine Pause am Lago Arareko macht und sich auf dem Weg in diesem einsamen Gebiet aufhält und schmutziges Geld wäscht oder Drogen verlädt, darüber waren wir uns auch beide schnell einig. Reine Schikane also. Macht zeigen, Stärke demonstrieren, Angst verbreiten. Offenbar ein zum Grundsatz erhobenes Prinzip der mexikanischen Polizei.

Auf dem Weg zum Hotel befragte ich Luis-Enrique noch zum Vetrauen der Menschen, das sie in die Polizei haben. Anfangs zögerlich, und dann doch nach einigem Nachhaken etwas offener, erklärte er mir folgende Rangfolge: Mit den Federalen hat man besser keine Probleme. Sie kontrollieren die Strassen und spielen die Rambos. Nicht selten willkürlich. Die Policía Estatal (also die Landespolizei des jeweiligen Staates) mache ihre Arbeit ganz gut. Wenngleich auch sie käuflich seien, sei es doch allemal einfacher, mit ihnen zu Verhandeln. Und die Policía Municipal? Faulenzer! Von denen ginge weder Gefahr aus, noch täten sie viel für die Sicherheit. Faulenzen, quatschen, und ein wenig Sherrif spielen – vor allem Letzteres im Rahmen ihrer bescheidenen Möglichkeiten.

Am Hotel ließen wir Enora zurück. Ich sprang noch schnell in die Farmacía und besorgte ihr etwas gegen ihre Gliederschmerzen, machte ihr die Heizung an und setzte mich mit Norman und Sally wieder in den grünen Jeep, der uns bereits erwartete.

Eigentlich wollten wir uns am Nachmittag einen Wasserfall in der Region anschauen, aber mit Luis-Enrique wurden wir uns schnell über eine Planänderung einig. Wir fuhren in die entegegengesetzte Richtung an die weiten und schroffen Ausläufer des Kupfer-Canyons, um uns allmählich – Aussichtspunkt für Aussichtspunkt, der Hauptschlucht mit dem Rio Urique am Fuße der Felsen zu nähern.

Ausläufer der Kupferschlucht - 1000 m unter uns der Rio OteroLuis-Enrique steuerte zunächst nach ein paar Kilometern den Wagen über eine staubige Landepiste zu einem ersten Aussichtspunkt, von dem aus wir ein erstes Panorama einer der Schluchtausläufer genießen konnten. Der Rio Otero hatte dieses Tal über die Jahrtausende in die Landschaft gegraben, und in der Regenzeit könnte man auf ihm mit einem Kanu bis zum Pazifik fahren, erklärte uns Luis-Enrique. Oder besser: Mir. Und ich erklärte es dann Norman und Sally. Ich war zum Übersetzer unserer Tour geworden und Luis-Enrique, der anfangs sehr ruhig und zurückhaltend erschien, taute langsam auf.

Später fuhren wir zum Divisadero, dem Aussichtspunkt, an dem wir schon wenige Minuten mit dem Zug gehalten hatten, und genossen erneut das Piedra volada 2000m über dem Rio Uriqueunbeschreiblich weite Panorama der Barranca del Cobre, oder der Barranca del Urique, wie die Tarahumara seit jeher die Schlucht nennen. Wir verzehrten ein paar Quesadillas am Bahnhof, der, ohne einen Zug, bedeutend weniger geschäftig wirkte, und fuhren die weiteren Aussichtspunkte ab. Durch Nadelwaldgebiet und häufig über Wurzeln und holprige Waldwege chauffierte uns Luis-Enrique an die spektakulärsten Punkte, bis zur Piedra Volada – dem fliegenden Stein. Ob Luis-Enrique auf der Piedra volada - kippelndwir etwas wirklich kribbelndes sehen wollten, fragte Luis-Enrique, und kaum bejahte ich, sprang erschon durch die Büsche los in Richtung der Piedra Volada, die ungefähr einen Meter über dem 2000m-tiefem Abgrund schwebt. Auf dem Felsvorsprung liegt ein weiterer Felsbrocken und Luis-Enrique erklomm den Stein, stellte sich breitbeinig mit dem Rücken zur Schlucht darauf und belastete seine Beine abwechselnd, bis der Stein ins Kippeln geriet. Qué loco!

Danach kam er wieder zu uns, und forderte uns auf, es ihm gleich zu tun. Als Einziger traute ich mich auf den Felsen, aber zum Kippeln fehlte auch mir der Mut, flößte die mir die unter mir liegende Tiefe doch gehörig Respekt ein.

Das Ende unseres Trips bildete eine Rundfahrt durch die anliegenden Ortschaften und unser Guide zeigte uns die besten und einladensten Hotels, die teils mit einer spektakulären Aussicht an den Schluchtrand gebaut worden waren.

Auf dem Heimweg hatte es Luis-Enrique dann eilig. Das Gaspedal drückte er auf der neuen, asphaltierten Strasse durch sobald er konnte und unterschätzte doch hier und da den Neigungswinkel einiger Kurven, was uns gehörig in die Seiten oder wahlweise, bei schroffen Bremsmanövern, in den Gurt presste.

Als die Sonne unterging kamen wir wieder in Creel an. Voller Eindrücke und völlig beeindruckt. Schade, dass Enora den zweiten Teil unserer Tour nicht hatte mitmachen können, aber ihr war es im Bett besser ergangen, als es ihr beim bleifüßigem Fahrstil Luis-Enriques auf dem Rücksitz ergangen wäre.

Am nächsten Morgen packten wir unsere kleinen Rucksäcke zusammen, schauten uns ein eher unspektakuläres Regionalmuseum zur Geschichte an und sprangen in den Bus nach Chihuahua. Den Zug wollten wir nicht nehmen, weil der erst spät Creel passieren würde, und uns erst nach Mitternacht in Chihuahua auspucken würde.

Die karge Landschaft Chihuahuas - wie aus einem WesternDie Busfahrt führte uns heraus aus den felsig-trockenen Bergen der Sierra Madre Occidental und nach einigen Stunden gab es nur noch die Strasse, die die Steppe links und rechts in zwei teilte. Am Himmel verirrten sich vereinzelt ein paar Cirrus-Wölkchen, die dem Land mit dem tiefblauem Himmel darüber, erst seine ganze tiefe verliehen. Es fehlte nur der Strohballen, der vom Wind durch die Strasse gerollt wird, damit wir auch den Rest des kompletten Western-Feelings gehabt hätten.

Gegen vier rollten wir in Chihuahua ein, und wir verließen den Bus nah am Zentrum. Hinter der Bushaltestelle sah es aus, als hätte man gerade ein gesamtes Viertel dem Erdboden gleichgemacht. Schutt und Staub, keine Gebäude und hinter der nächsten Häuserzeile, die fast einsam da stand, erblickten wir die Kathedrale. Wir dirigierten uns in ihre Richtung und hofften in der Nähe ein Hotel zu finden. Doch die Hotelsuche sollte schwerer werden, als geglaubt.

Eingeschlagene Fenster, Leerstand - Gebäude am Zócalo ChihuahuasDer Lonley Planet hatte uns bereits verraten, dass Preis und Leistung in Chihuahua zuweilen weit auseinander gehen könnten, und das es kaum günstige Herbergen gäbe. Nachdem wir stundenlang durch die Stadt geirrt waren, schon das Zimmer eines Hotels nahezu gebucht, betreten und dann doch wieder verlassen hatten, checkten wir in das von außen sehr schäbige Bal-Flo ein. Innen war es dann gar nicht so schlimm – der Preis allemal überhöht für das Gebotene, aber immernoch die günstigstes Option in der Stadt, in der man zwei Tage zuvor ein Anschlag auf den Gouverneur verübt hatte, und die mir seit unserer Ankunft ausgestorben, leer und tot erschien.

Idyllischer als die Realität - die Fußgängerzone in der InnenstadtWir drehten am Abend eine Runde über den Zócalo, der interessanter Weise im Norden auch Plaza de Armas (wie in vielen lateinamerikanischen Ländern) genannt wird, besuchten die Kathedrale und schossen in der Fußgängerzone einige Bilder, die eine Realität wiedergaben, die wir nicht vorfanden. Bilder wirken häufig doch idyllischer, als die Realität.

Am Mittwoch klingelte dann mal wieder der Wecker zu unchristlicher Zeit und wir bestellten uns ein Taxi zum Flughafen. Erst jetzt teilten Norman und ich unsere nächtlichen Beobachtungen insektiösem Lebens im Bad mit, was den Mädels doch recht gelegen kam, dass wir bisher damit hinter dem Berg gehalten hatten.

Der Flugplatz lag rund 20 Kilometer außerhalb der Stadt, der Taxifahrer war ein freundlicher, älterer Herr, der zunächst glaubte, wir seien Amerikaner, weil wir uns zu Viert auf Englisch unterhielten.

Unser kleiner Volaris-Airbus kommt in Chihuahua anPünktlich drehte unser kleiner Airbus aus Toluca kommend herein, und wir entschwebten ebenso pünktlich der kargen Wüstenlandschaft Nordmexikos. Noch aus der Luft war die trockene Weite gut zu  sehen – sind doch in der Trockenzeit kaum Wolken am Himmel. Und so schwebten wir bei klarstem Himmel wieder nach Süden, über den 4600m-hohen Nevado de Toluca in die gleichnamige Stadt ein, die 60 Kilometer nordwestlich von DF liegt.

Nur mit Handgepäck beladen steuerten wir den Ticket-Verkaufsstand von Caminante an und kruz darauf saßen wir in einem Shuttle nach Ciudad de México. Eine gute Stunde später verließen wir den Van an einem Centro Comercial, und ich hatte das Gefühl, dass in Mexiko Frühling geworden war. Viele der Bäume hatten lila Blüten und strahlten geradzu zwischen der teils grauen Tristesse alter Hochhäuser Mexico Citys. Und nach den wüstenhaften Eindrücken des Nordens erschien alles Grün noch tausendmal grüner.

Der Ixtazíhuatl zeigt sich in seiner vollen SchönheitNach einem Stopp über Katinkas Wohnung, wo Norman und Sally ihre großen Rucksäcke wieder an sich nahmen, fuhren wir zum Tapo, dem zentralem Busbahnhof Mexicos. Hier bestiegen wir den nächsten Bus in Richtung Puebla und fuhren in den von der Sonne in ein goldenes Licht getauchten, Abend hinein nach Haus. Erstmals bei dieser Fahrt, durften wir Popocatépetl und Ixtazíhuatl, die beiden Riesen, die man sowohl von Mexico, als auch von der anderen Seite von Puebla aus bewundern kann, in ihrer vollen Schönheit sehen – von den weiten begrünten Ausläufern bis hin zu ihren über 5000m-hohen Spitzen zeigten sie sich bei klarer Luft in ihrer vollen Pracht. Wunderschön. Und ein gelungenes Ende mit beeindruckenden Bildern vom Anfang bis zum Ende unseres Nord-Mexiko-Trips.

Donnerstag, Freitag und Samstag mit Normi und Sally in Puebla

Am Donnerstag sollte nun für Norman und Sally endlich der erste Tag kommen, an dem sie, seit ihrer Ankunft, einmal ohne Wecker aufstehen konnten. Und so frühstückten wir in aller Ruhe bei prasselnder Sonne auf dem Sonnendeck der Quinze und brachen am späten Vormittag zu einem Stadtrundgang auf. Ich zeigte ihnen die Kathedrale, die mit ihren (bescheidenen) 69m-hohen Türmen die Höchste Mexikos ist, später den vor grün strotzenden Zócalo und meine Uni, deren Hauptgebäude sich in einem ehemaligen Jesuitenkloster breit gemacht hat. Später zogen wir über den Handwerksmarkt El Parian und endeten schließlich auf der einzigen Fußgängerzone der Stadt, der 5 de Mayo. Am Nachmittag verspeisten wir ein paar Tacos und Normi und Sally erkundeten weiter die Stadt, shoppten nach Herzenslust Handwerkskunst, Töpferei-Artikel und Fußballtrikots, während ich mal wieder meiner Fakultät einen „Arbeits“besuch abstattet.

Ex-Convento de Tecali - Gemäuer, die ihre Besitzer und Erbauer längst überdauert habenFreitag sollten sich die beiden, laut Plan, eigentlich an den Golf nach Veracruz aufmachen, aber Pläne sind dazu da, verändert zu werden, und so blieben sie in Puebla und ich fuhr mit ihnen in den Süden der Stadt – hinaus aufs Land, zu den wunderschönen ehemaligen Franziskaner-Klöstern, deren Ruinen wir uns bei Kaiserwetter und idealen Photobedingungen zu Gemüte führten. Auch für mich sind diese alten Gemäuer nach dem dritten Mal noch immer wieder einen Besuch wert. Immernoch beeindruckend, die hohen, steinernen Mauern und Säulen, die über die Jahre allen klimatischen Bedingungen getrotzt haben.

Am Samstag dann erlebten wir einen kleinen poblanischen „Höhepunkt“. Bei unserem Kathedral-Besuch am Donnerstag war ich mit einer der Aufsichtsdamen ins Gespräch gekommen und hatte sie gefragt, ob es nicht irgendeine Möglichkeit gäbe, die Glockentürme zu besteigen. Offiziell wird dies nirgends angeboten und es existiert diese Möglichkeit auch nicht, aber sie zeigte sich bereit, am Samstag schließlich gegen eine kleine Spende (zur Erhaltung der Kathdrale selbstverständlich), uns auf einen der Glockentürme hinauf zu führen. Und so trafen wir uns um 9 Uhr morgens mit ihr in der Kathedrale und wir erklommen die höchsten Türme einer Kirche in Mexiko.

Popo, Ixta und die historische Altstadt Pueblas - Blick vom GlockenturmUnter uns der saftig-grüne Zócalo, die kolonialen Häuser der unter dem Schutz der UNESCO stehenden Altstadt und am Horizont La Malinche, Ixtazíhuatl und der sanft rauchende Popocatépetl. Ein wahrer Höhepunkt meines Puebla-Aufenthaltes und eine Turmbesteigung, die sich lohnte. Neben dem Hauptglockenwerk mit der 8,5 Tonnen schweren Hauptglocke, genossen wir das Panorama der Stadt mit ihren Vulkanen rund herum.

Nach einem Frühstück in der brennden Sonne am Zócalo trennte sich Enora von uns und ich wollte den beiden noch eine Töpferwerkstatt zeigen, in der man den kompletten Herstellungsprozess der traditionellen poblanischen Töpferkunst bewundern kann. Aber wer denken kann, ist klar im Vorteil, würde mein guter Freund Daniel J. sagen, und so mussten wir auf diesen Rundgang verzichten, weil Samstag nicht gearbeitet wird.

Norman posiert auf einem alten Chihuahua-Pacifico-WaggonWir ersetzten den Rundgang mit einem Rundgang über den Alten Bahnhof Pueblas, der inzwischen zum Eisenbahnmuseum umfunktioniert ist, und kletterten auf verrosteteten Lokomotiven und Waggongs herum, was uns auch viel Spaß machte. Am Abend verspeisten wir die Reste der am Vorabend gebackenen Pizza und Enora und ich setzten Norman und Sally in einen Micro zum Busbahnhof, wo sie in einen Nachtbus nach Palenque stiegen.

Ich ordnete meine Sachen in meinem Zimmer, räumte auf und nutzte den Sonntag komplett, mein CHEPE-Video zu schneiden, was seit gestern in meinem Blog online steht.

Gestern verlief dann ruhig, heute besuchte ich mal wieder die Uni, mit dem Resultat, dass ich mir mit meinem Philosophie-Prof einig war, dass es in jenem Seminar zuginge, wie in der Schule, und er bot mir an, in einen etwas konzentrierteren Kurs von ihm zu wechseln. Und das werde ich auch machen.

Am Donnerstag Abend werde ich dann wieder in einen Nachtbus fahren und Norman und Sally am Pazifik wiedertreffen. Ich freue mich, auf eine langes Wochenende, auf Strand, Palmen, Holzhütten, Cocktails, warme Seeluft am Abend und ein entspanntes, langes Wochenende. Ist ja nicht alles Arbeit hier, in Mexiko.

🙂

Nordmexico-Trip 1 – Los Mochis-Creel

Posted in mexico city, pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 28. Februar 2009 by Jakob

sn859854So, nach über einer Woche komme ich nun endlich dazu, auch hier einen längeren Bericht über unsere Tour mit Norman, Sally und Enora im Norden Mexicos zu verfassen. Unsere Reise startete, wie ich schon im vergangenen Artikel angekündigt hatte, mit Enora und mir auf den Weg nach DF, wo wir gegen 6 unsere beiden deutschen Gäste erwarteten. Nachdem die beiden bereits unfreiwillig in Madrid 24 Stunden hängen geblieben waren, erwarteten wir sie zunächst pünktlich am Aeropuerto Internacional in Mexico Stadt. Aber als der Flieger aufsetzen sollte, verschwand er erstmal von den Bildschirmen. Seltsam, keine Verspätung, einfach weg. Enora suchte einen Iberia-Schalter auf, um mehr Infos zu bekommen, und nach einer halben Stunde war er wieder auf dem Bildschirm und wurde mit 2 Stunden Verspätung erwartet. Also landeten die Beiden letztenDer Nevado de Toluca aus dem Flugzeugdlich um halb 8 und wir konnten sie eine halbe Stunde später in Empfang nehmen.

Wir zogen dann mit der Metro in die Stadt, Kurs auf Katinkas WG, eine ehemalige Mitbewohnerin aus der 15 in Puebla, die uns für die Nacht beherbergen wollte. Die WG hat 9 Mitbewohner und bekam im Laufe des Abends noch mindestens 20 Besucher/Freunde hinzu und so kamen wir erst recht spät zur Ruhe. Aber letztendlich sogar in einem einzelnen Zimmer für uns vier.

Anflug auf Los Mochis - links von uns der PazifikAm Samstag klingelte dann schon um 6 Uhr der Wecker und wir verließen die noch ruhig-liegende Wohnung im Morgengrauen. Am Flughafen checkten wir bei Interjet ein und frühstückten noch ein wenig. Dann ging es pünktlich um neun Uhr in die Luft und wir schwebten über den Nevado de Toluca (4650m) in Richtung Norden nach Sinaloa an den Pazifik. In Los Mochis landeten wir auf einem klitzekleinen Flughafen und die Landschaft hatte sich bemerkbar verändert: Wüste, grau, kaum Bäume, karge Berge am Horizont und einige Felder, die offenkundig den Luxus der Bewässerung genießen durften und von daher in saftigem grün standen.

Enora bei der Ankunft in Los MochisWir sprangen in ein völlig überteuertes Taxis, dass gleichzeitig auch die einzige Möglichkeit war, vom Flughafen in die Stadt zu kommen. Ein leider weit verbreitetes Phänomen in Mexico, dass die Taxislobby in vielen Städten zu verhindern wusste, dass es öffentlichen Nahverkehr zu Busbahnhöfen oder Flughäfen gibt, die irgendwo in der Pampa sind, und Touristen und Passagiere die willkürlich festgelegten Preise bezahlen müssen, wenn sie denn nicht stundenland laufen wollen.

Meiner, Norman, Sally und Enora am Bahnhof von Los MochisLos Mochis hatte an sich nicht viel zu bieten, wir checkten in ein Hotel im Stile der 70er Jahre ein und machten uns auf Erkundungstour zum Bahnhof und später nach Topolobampo an die Pazifikküste, um das Meer zu sehen. Der Bahnhof lag ruhig und verlassen in der Staubwüste außerhalb der Stadt und ein einzelner Sicherheitsmann bewachte den Eingang der Bahnhofshalle, die nur früh am Morgen, wenn der CHEPE startet (CHEPE= CH-P= Chihuahua al Pacifico-Zug) und spät abends, wenn die beiden Züge aus Chihuahua (Primera Clase und Segunda Clase) eintreffen Leben eingehaucht bekommt.

Pelikane am Pazifik in SinaloaAlso schossen wir ein/zwei Bilder und fuhren mit dem nächsten Bus an den Pazifik, der mich zunächst mit seinem grauem Strand und flachem, wellenlosem Wasser an den mexikanischen Golf erinnerte. Dort, wo ausschließlich mexikanische Familien vereinzelt herumschlenderten, aßen wir und spazierten ein wenig am Strand entlang, bevor wir wieder am Abend nach Los Mochis fuhren und früh ins Bett fielen. Denn am nächsten Morgen sollte es schon wieder früh losggehen.

Der Trip Teil 1 in einer Dia-Show

5:30 Uhr standen wir am Sonntag Morgen auf, und schnappten uns den nächsten Colectivo zur Estación. Dort hatte der Erste-Klasse-Zug Los Mochis bereits noch in der Dunkelheit verlassen und wir stellten uns mit ausschließlich mexikanischen Passagieren, die mit ihren Cowboy-Hüten original zur Landschaft passten, in die Schlange, um unsere Tickets für den heiß-ersehnten Zugtrip vom Pacifico nach Chihuahua aCHEPE - Zweite Klasse am Bahnhof von Los Mochism Schalter zu kaufen.

Als der Uhrzeiger sich bedrohlich der Abfahrtszeit näherte (7 Uhr), schickte die Ticketschalter-CHEPE-Fahrkarten-Verkaufsfrau uns weg und meinte, wir sollten die Tickets im Zug kaufen. Sie hatte ohnehin für den Verkauf eines einzelnen Tickets jeweils mindestens 3 bis 5 Minuten gebraucht, und so schien diese Lösung auch sicherer, als mit ihr das eher langwierige Geschäft abzuschließen.

Also stiegen wir in einen der grün-rot angestrichenen Waggons und ließen uns vom Schaffner einen Platz zuteilen. Inzwischen schob sich die Sonne über den Rand des Horizontes, und als diese sich vom Rand des Horizontes löste und die ersten Sonnenstrahlen flach über das Land schickte, setzte sich unsere Lokomotive lärmend in Bewegung. Und es ging los.

Langsam zog das flache Land an uns vorbei, die Morgensonne tauchte es in ein warmes, rötliches Licht, und die Strecke führte uns zunächst durch Felder. Langsam schob sich der CHEPE durch das Land, und Landschaft in Sinaloa - Berge am Horizontwir hatten zunächst das Gefühl, dass man nebenher laufen könnte. Ich begann hier und da, neben den selbstverständlichen Digibildern, Videos aufzunehmen, weil ich in Kürze gern ein Video hier einstellen möchte, dass die Fahrt komplett von Los Mochis bis Creel bebildern soll.

Der Zug bestand aus fünf Waggons, die rot bepolsterte, weiche und angenutzte Sitze hatten und mit einer Klimaanlage auf frische Temperaturen heruntergekühlt wurden. Zwischen den Waggons waren die jeweiligen Türen zweigeteilt, und den oberen Teil konnte man aufmachen. Und so konnte man während der Fahrt fast das Gefühl bekommen, draussen zu stehen. Ein Bistro-Wagen teilte den Zug in genau zwei Hälften, und auf einem karierten A4-Blatt standen handschriftlich die Öffnungszeiten, mit einem Tesa an die Wand über die Bar geklebt. Der Bar-Mann schwatzte bevorzugt mit den Schaffnern und mit den Sicherheitsleuten, die mit Maschinengewehren auf dem Rücken sich Trocken und karg - wir schnaufen bergauf in die Sierra Madrewahleise wichtig machten, oder faulenzend für ein abschreckendes Bild sorgten. Einer jener schwer-bewaffneten Gesellen kam recht bald zu uns und fragte, woher wir kämen, wohin wir führen und was wir so trieben. Allerdings mehr aus persönlichem Interesse, als aus Sicherheitsaspekten heraus, und außerdem, wie wir später mitbekamen, um uns bereits ein Hotel in Creel aufzuschwatzen, in dem er angeblich vor einiger Zeit mit seiner Familie ein paar tolle Tage verbracht hätte. Als später weiteres Zugpersonal mit den gleichen Visitenkarten bei uns auftauchte, schien uns die Familien-Urlaubsgeschichte nicht mehr glaubwürdig. Wir entschieden uns, dieses Hotel auf jeden Fall zu meiden und die Verkaufsstrategie, die wahrscheinlich ein findiger Hotelbesitzer mit dem CHEPE-Personal abgekatert hatte, nicht zu unterstützen.

Begeistertes Photographieren - Normi fällt fast aus dem ZugNach wenigen Stunden Fahrt veränderte sich allmählich die Landschaft, die an unserem Fenster vorbeizog. Die Felder wurden weniger, bis sie ganz verschwanden und das Land wurde karger. Gelbes, verbranntes Gras und Bäume ohne Blätter zogen draussen vorbei, dazwischen immer wieder Kakteen und die Berge begannen sich zunehmend weiter in die Höhe zu recken. Häufig gekrönt von schroffen Felsen, auf denen ebenso wenig wuchs.

Je weiter wir in die Sierra mit dem Zug eindrangen und uns Höhenmeter um Höhenmeter langsam schnaufend nach oben arbeiteten, um so spektakulärer wuDer CHEPE schraubt sich in die Höhe - und überquert immer wieder Tälerrde das, was an uns vorbeizog. Die Berge wurden höher und höher, die Strecke schlängelte sich schmal durch die Landschaft, mal eng an den Hang einer Schlucht gepresst, mal über atemberaubend hohe Brücken, die uns einen Blick in Wasser gefüllte Täler ermöglichten, bevor wir mit dem Zug in den nächsten Tunnel eintauchten.

Am Nachmittag hatte sich die Landschaft gänzlich in die Kulisse eines Westerns oder Indianerfilms verwandelt. Die Schluchten wurden schroffer, In 360 Grad-Windungen gewinnt der CHEPE schnell an Höheenger und tiefer, die Felsformationen standen schnurgerade und wie Wände in der Landschaft. Ausgetrocknete Flußbetten durchzogen kleine, zart bewaldete, aber trockene Täler und hier und da hatte die Zivilisation ihre Spuren in Form von einfachen Holzhäusern oder urigen Ranches hinterlassen.

Gegen 4 rollten wir in Divisadero ein. Divisadero – das ist DER Aussichtspunkt für die Barranca del Cobre – die Kupferschlucht. Keine 1Tarahumara-Indianerin versucht ihre geflochtenen Körbe an die Zugpassagiere zu verkaufen00 Meter vom Bahnhof, der von Verkaufsständen mit Essen und Handwerkskunst der Tarahumara überflutet ist, steht man am Rande der Schlucht und blickt in 1800 Meter in die Tiefe in das weit verzweigte Schluchtensystem, das die beiden Flüsse Otero und Urique über die Jahrtausende in die Landschaft gegraben haben. Der Canyon ist über 50 Kilometer lang und gilt als einer der größten Nordamerikas – größer, tiefer und länger als der Grand Canyon. Der Blick schweift über die kilometerweite Schlucht bis er am anderen Ende wieder auf schroffe Felsen trifft und dort die Schlucht mit den Bergen der Sierra Madre Occidental wieder Eins wird. Die Abendsonne ließ die Luft diesig erscheinen und man konnte zuweilen nicht bis zum Boden schauen. Ein faszinierendes Panorama, dass sich dort vor uns erschloß.

Barranca del Cobre - von Divisadero aus gesehenLeider blieb uns bei diesem kurzem Zwischenstopp nicht viel Zeit, den Blick zu genießen, und wir schossen nur erste Fotos, um am Montag Nachmittag mit Ruhe zurückzukehren.

Bald setzte sich unser Zug wieder in Bewegung und eine Stunde später kamen wir in Creel an. Die „Stadt“ erinnerte mich zunächst an San Carlos de Bariloche in den Anden Argentiniens. Häuser einer Bergstadt, spitze Dächer, holzverkleidet. Klein und beschaulich zieht sich der Ort an den Schienen des 1907 eingeweihten CHEPE entlang.

Wir schafften es, den Hotelhäschern zu entkommen und suchten uns ein kleines Hotel im Zentrum auf eigene Faust. Nach einem ausgiebigem Abendessen, in einem Restaurant, dass in der nächtlichen Frische glücklicherweise über einen entfachten Kamin verfügte, fielen wir in unsere Betten. Reisen kann anstrengend sein.Der CHEPE rollt weiter -wir bleiben. In Creel.

Und lesen auch. Und Blogschreiben ebenso. Deshalb mache ich hier fürs Erste Schluss und reiche morgen den zweiten Teil der Reise nach. Bis dahin, buenas noches!

PSs:

PS: Bald folgt auch das CHEPE-Video. Ich brauch nur die Zeit, es zu schneiden.

PPS: Stefan, Maike, Jonas, Gunnar: Was ein geiles Geschenk! Ich war den Tränen nahe. Ich freu mich, Euch wiederzusehen – und mit Euch auf dem Kreuzberg oder dem Anleger ein Bierchen zu genießen! Kriegt auch gleich noch ne Mail.

PPPS: Mehr Bilder zum ersten Teil der Nordmexiko-Reise gibts hier!

PPPPS: Normi hat seit heute sein eigenes Zwitschergewitter zur Mütterberuhigung auf der Reise ohne mich. Wo? Hier in der rechten Seitenleiste unter meinem Twittergewitter und hier komplett.

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