Archiv für golf von californien

Der Heilige Geist und die Robben

Posted in Adios México, baja california, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , on 18. Juni 2009 by Jakob

Strandtag, Strandtag, Baden, Schnorcheln, Robben gucken, Fotos machen und was leckeres Essen. Ungeduldige koennen nach diesem Satz schon mit dem Lesen des Artikels Schluss machen, weil eigentlich schon alles drin ist, was ich hier gerade mit meinem Papa so auf Baja California treibe.

La Isla del Espiritu Santo

Wir  sind also gestern mal wieder, was haetten wir hier, eingeklemmt zwischen zwei berauschend schoenen Meeren, auch besseres zu tun, mal wieder raus aus La Paz und auf Erkundungstour in Richtung Sueden gefahren. Weitere Straende wollten wir sehen – und wir bekamen, was wir wollten. Keine Menschenseele weit und breit, ein Strand, weiss wie Schnee, dass Wasser jungfraeulich tuerkisblau und die einzigen mit uns im Sand: Fischerboote und Pelikane. Wir verbrachten fast den ganzen Tag an zwei solcher Straende, kauten Mangos und liessen uns die Sonne auf den Ruecken und auf den Bauch scheinen und genossen lesend die Ruhe. Es ist herrlich hier in Baja California, hinter jeder Ecke lauert ein kleiner Traumstrand, weisser Sand und klares Wasser inklusive – und keine Menschenseele weit und breit.

Die Insel der Robben

Heute wollten wir dann raus auf den Golf. Mit einem kleinen Boetchen und sieben weiteren Touristen stachen wir am Vormittag in See, Kurs auf la Isla del Espiritu Santo und La Partida – zwei Inseln die der Bucht von La Paz vorgelagert, Naturschutzgebiet und fuer ihre Robbeninseln rundherum bekannt sind. Ein Grund, fuer den man eigentlich nach La Paz in BCS (Baja California Sur) kommt.

Faultiere - aehm... Robben

Wir steuerten also mit unserem Kaptn Javier suedlich um die Insel des Heiligen Geistes, die karg und trocken an uns vorbeirauschte. Roter Felsen, ausgewaschene Ufer, steinig-trockener Boden und ganz selten ein Kaktus darauf – so praesentierte sich uns die Insel. Wir legten die erste Stunde fast komplett im Boot zurueck, fegten an der noerdlich gelegenen La Partida vorbei und kamen endlich zu den Robben, den Lobos Marinos, die eine kleine Felseninsel vor den beiden Inseln zahlreich bevoelkerten. 4-500 Robben, die meisten am rumfaulen im Wasser, auf dem Ruecken treibend und noch nicht einmal einen Fisch fangend hingen die Fleischberge im Wasser herum und machten, was sie am besten konnten: Bruellen und sich in der Sonne aalen. Sonst nix.

Ein Seeloewe.

Tuerkisblaues Wasser - geniiiiiiiiiessssssssen!

Wir umrundeten die Insel und machten auf einer Seite mit dem Anker fest und stuelpten uns Flossen und Tauchermasken ueber. Das Wasser (hab ich es schon erwaehnt?) tuerkisblau und glasklar unter uns, schwammen ganze Schwaerme bunter Fischleins vorbei und ganz in der Naahe faulenzten die Robben.

In einer der Buchten

Beim Schnorcheln kam eine Kleine dicht an mir vorbeigeschwommen, waehrend ich lila-gelbe Fische, die mit schwaren Streifen verziert waren, haette mit der Hand streicheln koennen.

Ausgespuelte Felsufer

Wir fuhren weiter und machten an einer kleinen Playa halt, wo Javier binnen weniger Minuten Sonnenschirme und einen Tisch mit einem kleinen kalten Buffet hinzauberte – und wir essend im (hatte ich es schon erwaehnt?) tuerkisblauen, warmen Wasser des Golfes baden konnten.

La mascara

Auch hier packten wir irgendwann wieder zusammen und machten ueber la Mascara (eine Steinformation, die einer Maske aehnelt) und einem weiteren Schnorchelstopp in Korallengewaessern uns ueber die Nordflanke der beiden Inseln wieder auf den Heimweg an unseren Strand, an dem wir gestartet waren. Knapp fuenf Stunden verbrachten wir insgesamt auf dem Wasser und genossen die Tour sehr. Die Robben, die man ganz aus der Naehe betrachten und neben sich schwimmend beobachten konnte, waren sicherlich das beeindruckendste, wenn auch die Landschaft aus ihrem rotem und schroffem Fels sich beeindruckend rund um die Insel praesentierte. Und das Wasser …. hatte ich es schon erwaehnt …. der Neckermann-Katalog ist nichts dagegen. Schlicht: Es war schoen!

Von D.F. nach Baja California – der naechste Road-Trip

Posted in Adios México, baja california, mexico city, pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 16. Juni 2009 by Jakob

Vater war puenktlich gelandet und hatte als erster meiner Besucher das Pech, beim Zoll sich durch die Sachen wuehlen zu lassen. Das bedeutete das Aus fuer meine heiss-ersehnte Salami aus Deutschland, weil die Mexikaner solcherlei Delikatessen direkt am Flughafen in den Muell befoerdern. Schade.

Father and son - auf dem Weg nach Baja California

Mit dem Taxi ging es zu Bernhard in die Wohnung und die kommenden Tage gab ich meinem Vater eine Tour durch D.F. von der gruensten Seite. Am Donnerstag ging es durch Coyoacán und San Angel und wir schauten in die Wohnhaeuser von Frida Kahlo, Diego Rivera und Leon Trotzky. Schon fast Standard-Programm. Am Freitag lernten wir im Castillo Chapultepec ein wenig ueber mexikanische Geschichte und genossen den schattigen Park rundherum. Am Abend assen wir leckerst beim Argentinier Bife de Chorizo zu mundendem Malbec und am Samstag hoben wir mal wieder ab.

Unser Jet auf dem Flughafen von San José del Cabo

Um kurz nach 3 stieg unsere Embraer 145, eine kleine Maschine der AeroMexico Connect, in die Luefte und brachte uns einige hundert Kilometer weiter Nordwestlich auf Baja California wieder sicher auf den kargen Wuesten-Boden. Mangels Touristen war ein Leihwagen zu einem unanstaendig guenstigem Preis schnell verhandelt und wir konnten uns bereits vom Flughafen mit einem „eigenen“ Auto wegbewegen. In den kuenstlichen Touristenhochburgen von den Los Cabos wollten wir uns nicht lang aufhalten und nahmen bereits ueber die Westkante der Halbinsel in den Abend hinein Kurs auf La Paz. Ueber eine weite, gerade Strasse fuhren wir bis in die Dunkelheit hinein, umgeben von Duerre, karger Landschaft, hohen Bergen im Osten und Kakteen.

Die MEX 19 von Los Cabos nach La Paz

Bei Dunkelheit rollten wir in Todos Santos ein, wo wir momentan immernoch sind. Nach einigem Gesuche fanden wir ein Hotel, dass uns die Reisekasse nicht auf einem Schlag pluenderte und checkten ein. Tacos standen noch auf dem naechtlichen Speiseprogramm und dann begann schon die Nacht in BC.

Gottesdienst in Todos Santos - Verstaerker zu laut gedreht

Am Sonntag schauten wir nach dem Fruehstueck in einen Gottesdienst hier im Ort vorbei, eine sehr lebhafte Veranstaltung – viel und laut wurde gesungen und mitgeklatscht, den Pfarrer konnte man allerdings kaum verstehen, weil sich der Schall der viel zu laut gedrehten Lautsprecher doppelte. Am Nachmittag entschieden wir, das Hotel noch weitere zwei Tage zu halten und das Zimmer auf eine Nummer groesser zu wechseln und dann fuhren wir ein wenig die Strecke zurueck und suchten Zugang zum Pazifik.

Die Strasse, die zum Pazifik fuehrt.

Strand von Todos Santos - zu wild fuer die Pelikane

Der war bald gefunden und den Nachmittag verbrachten wir in der prasselenden Sonne am Strand. Eine kuehle Brise liess es frisch erscheinen und das Wasser war fuer mich, nach Zipolite-Warmwasser-Pazifik und Piswarmen Golf eindeutig  zu eisig, um laenger drin zu bleiben, als zum Befeuchten.

...und endlich - am wilden, rauhen Pazifik. Mal wieder.

Den Abend verbrachten wir Fisch-essend in einem kleinen Restaurant im Zentrum von Todos Santos und heute machten wir eine rund 120km lange Tour in den noerdlichen Kuestenbereich der Stadt.

Nicht gerade ein Jeep - aber er schlaegt sich nicht schlecht.

Asphaltierte Strassen sah unser Leihwagen kaum, dafuer unendlich viel Staub, Kakteen, Sand und vertrocknete Graeser – und einmal mussten wir ihn auf einer Staubpiste zu einem wirklich einsamenn, kilometerlangen Strand auch wieder freibuddeln, weil er sich im Sand eingegraben hatte.

Krebs - zum Sterben in die Sonne gelegt - kein schlechter Ort dafuer.

Am Strassenrand der MEX 19

Am Nachmittag schauten wir an der Lagune und am Strand von Todos Santos vorbei, wo man leider nicht schwimmen kann, weil die Wellen zu hoch, zu wild und zu heftig auf den Strand knallen.

Leben in der Wueste

Und weil mir hier gerade die Zeit im Internetcafé weglaeuft, mach ich es kurz – wir wollen gleich noch was zum Abend essen und morgen ziehen wir weiter noerdlich nach La Paz. So weit – aus der Wueste!

%d Bloggern gefällt das: