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De vuelta…. zurück in DF

Posted in Bienvenidos!, mexico city with tags , , , , , , , , , on 6. Februar 2010 by Jakob

Der Abendhimmel ist orange-rot, die Sonne hat gerade ihre letzten Strahlen über México gejagt, als unsere 747-400 zum Anflug auf das Valle de México ansetzt. Knapp 12 Stunden ruhiger Flug über die Außenkante der Nordhalbkugel, weit verschneite Teile Alaskas (Foto links), später die Westflanke der Großen Seen und über die Verneinigten Staaten liegen hinter uns. Auch den Golf von México haben wir diesmal nicht überflogen, sondern hangelten uns an der mexikanischen Küste entlang fast bis auf die Höhe von Cd. d. México, DF.

Und irgendwie fühlte sich das gut an, als ich endlich auf dem Aeropuerte Internacional de la Ciudad de México aufsetzte – es war ein bisschen wie nach Hause kommen, Schließlich bin ich genau hier doch schon recht häufig aufgesetzt, meist nach Kurztrips durch México – und nun, nach sieben Monaten wieder einmal. Es ist großartig.

Nach einer Stunde bin ich durch die Migraciones, am Zoll drücke ich den Zufallsbuzzer und bekommen glücklicherweise „grün“ und komme hinaus ins Terminal. Ich entdecke Enora nicht sofort, aber nach einer kleinen Runde durch die Wartenden, sehe ich sie – den Blick fixiert auf die Türen hinter der Zollkontrolle – und überrasche sie.

Wir nehmen ein Taxi nach La Condesa und gehen noch auf ein paar Tacos. Leckere al pastór…. mmmhhhhh und dazu ein wässiriges Pacifico – hatte es doch gar nicht sooo dünn in Erinnerung… aber offenbar doch…

Später fallen wir todmüde ins Bett.

Heute geht es in die alte Zweitheimatstadt Puebla – die Quinze wartet auf uns – Tequila und Fiesta auch.. hoffe ich. Aber jetzt knurrt schon wieder der Magen, wir müssen los!

Eine spezielle Behandlung – zu Besuch beim Schamanen

Posted in Adios México, mexico city, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , on 5. Juli 2009 by Jakob

Ich war also in DF mit ziemlich ramponierten Fuessen angekommen und hatte noch am Abend mich mit Berhard und Paola ueber mein kleines Problemchen unterhalten. Zwar taten meine Fuesse dank des Arztbesuchs am Vormittag nicht mehr weh, aber okay waren sie auch noch nicht. Ich wusste, dass die Beiden sich bei Problemchen jeglicher gesundheitlicher Art haeufig von einem Freund, einem 70jaehrigen Schamanen helfen lassen, und Paola schlug auch gleich vor, dass ich mich am naechsten Morgen gleich beim ihm auf die Pritsche legen sollte.

Also entschieden wir, unseren Reiseplan um einen Tag nach hinten zu verschieben und ich einen Wellness-Tag beim Schamanen einzulegen. Am naechsten Morgen machte mir Paola einen Termin bei Ibán fest und fuhr mich auf dem Weg zu ihrer Arbeit bei ihm vorbei.

Ein grauhaariger, aelterer, aber im Gesichtsausdruck Kindgebliebener Mann empfing uns freundlich in seinem Haus, dass an den Berghaengen oberhalb von DF liegt, und Paola uebergab mich in seine Haende. Ibán war gerade von einem Spaziergang mit seinem spnaischen Freund Ramón wiedergekehrt und fuehrte mich nach oben, ueber eine schmale Wendeltreppe in ein kleines Zimmer unter dem Dach, in dem es ein wenig unaufgeraeumt wirkte und Raeucherstaebchen einen mystischen Duft verbreiteten. Dei Sicht von diesem Zimmer aus ueber die Millionenmetropole war trotz tief haengenden Regenwolken beeindruckend.

Wir nahmen auf zwei Holzbaenken an den Waenden Platz, Ibán setzte sich mir gegenueber und bat mich, meine Haende zu oeffnen und ihm meine Handflaechen zuzuwenden. Sogleich meinte er: Du bist viel gereist in Deinem Leben – viele Geschichten hast Du erlebt. Er begann mir aus meinem Leben zu erzaehlen, sprach darueber, was mein Sinn auf der Welt sei, was mich in meiner Zukunft erwarten wuerde und was ich tun sollte. Schreiben, meinte er, solle ich, vor allem ueber Sexualitaet um festgefahrene Ansichten der Menschen zu aendern. Es koennte also nur eine Frage der Zeit sein, bis das Karma Sutra oder eine neue Version von Feuchtgebiete von Jakob Mueller auf dem Ladentisch landen 🙂 .

Nachdem er mir aus den Haenden gelesen hatte, legten mich die beiden auf einen laenglichen Holztisch, der nur mit einem Laken bedeckt war und begannen mich zu massieren. Ibán widmete sich meinem Kopf, den Schultern, meinem Bauch und meinem Ruecken, waehrend mir Ramón die Beine und die Fuesse massierte. Eine viertel Stunde lag ich so da und liess mich durchkneten, und Ibán attestierte mir beste Gesundheit: Este chico no tiene nada!, sagte er.

In einem Ritual reinigten mich die Beiden mit ein paar Spritzern Wasser und gemeinsam schlugen wir danach auf eine Bongo ein, um unsere Wuensche und Traeume in die Sphaeren zu schicken. Ramón und ich trommelten im Takt auf die Bongo ein, waehrend Ibán mit einem Stoeckchen helle Toene mit einem Metallschuesselchen erzeugte.

Danach war ich bereit, fuer eine weiter Massage und das anschliessende Temazcal. Mit Ramón ging ich in den unteren Bereich des Hauses und waehrend er das Temazcal vorbereitete, bat er mich, mich meiner Kleindung zu entledigen und mich auf einer Liege vor dem Temazcal hinzulegen. Ich tat, wie mir geheissen, und er deckte mich mit drei Lagen Decken zu, und schwang die Decke immer nur dort zurueck, wo er gerade massierte. Es folgte eine Ewigkeit Massage. Zunaechst auf dem Ruecken liegend die Fuesse und die Beine, jedes selbstverstaendlich fuer sich, dann ein Arm nach dem anderen, die Haende, das Gesicht, der Kopf, die Brust und  der Bauch. Nach einer gefuehlten Stunde drehte ich mich auf den Bauch und die Prozedur begann von neuem und endete nach einer weiteren wunderbaren Ewigkeit. Das Temazcal, dass an sich wie eine Sauna mit Heilkraeutern vorstellen darf (aber nur in diesem Fall – die traditionelle Form findet auch in einem speziellen Temazcal-Gebaeude statt), hatte seine Temperatur erreicht und ich setzte mich in die kleine Kammer, die stark nach gesunden Kraeutern roch. Wenn mir zu heiss wurde, wechselte ich ueber eine kleine Verbindungstuer in die benachbarte Eisdusche und brachte das Blut in meinem Koerper ordentlich zum zirkulieren. Mehrere Mal wechselte ich zwischen Hitze- und Kaeltekammer hin und her, und als ich genug hatte, legte ich mich in der Wohnung in ein Bett, wurde erneut mit  mehreren Lagen Decken warm eingewickelt und sollte weiter entspannen, so lang ich mich eben wohlfuehlen wuerde.

Und so verliess ich das Haus des Schamanen Ibáns nach gut vier Stunden erst wieder und fuehlte mich wie neu geboren. Eine spezielle Fussbehandlung hatte er mir zwar nicht gegeben, aber das war auch nicht die Idee. Er meinte, dass etwas in meinem Koerper ins Ungleichgewicht geraten sei, was sich nun an den Fuessen reflektiere, und mit seiner Behalndlung versuche er, den Koerper wieder ins Gleichgewicht zu bringen, dass er selbst wieder die Kraefte entwickeln koenne, um sich selbst zu kurieren – eine sehr generalistische Behandlung – aber gut – fuer ein doch so spezielles Problemchen.

Seitdem, aber das koennte auch mit dem Arztbesuch zusammenhaengen, will ich troz allem einraeumen, geht es meinen Fuessen besser, wenn auch nach wie vor noch nicht perfekt, aber die Schmerzen sind weg.

Und so fuhr ich vorgester mit Vater weiter nach Puebla, holte in meiner Uni meine Noten ab, traf mich mit meiner gerade wieder eingereisten chilenischen Mitbewohnerin Agostina und feierte mit ihr und zwei drei anderen Freunden in der Nacht wiedersehen und Abschied.

Gestern Nachmittag reiste ich dann bereits nach Oaxaca weiter, wo ich mit Vater noch bis morgen bleiben werde, und mich auch hier, so langsam. von einer meiner Liebliengsstaedte in Mexiko verabschieden werde.

México, DF – una semana de locura

Posted in Adios México, mexico city, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 10. Juni 2009 by Jakob

Der Bahnsteig ist brechend voll, nur noch in der Mitte kann man sich zu einer Stelle durchschieben, von wo aus man in die Metro einsteigen möchte. Oder besser: Von wo aus man in die Metro reingepresst werden möchte. Ich bin in Pantitlan, eine Metro-Endstelle am Ostende von DF und auf dem morgendlichem Heimweg vom Aeropuerto Internacional Benito Juárez, wo ich gerade Daniel wieder in einen Flieger über New York nach Frankfurt gesetzt habe.

Eine Metro fährt ein, und die menschliche Masse auf dem engen und völlig überfüllten Bahnsteig kommt in Bewegung. Ich lasse mich in Richtung eine der aufgehenden Türen schieben, komme so stark ins Gedrängel, daß ich selbst nun nicht mehr über Richtungsänderungen bestimmen kann, hoffe, Metro in DF - hier in einer leeren Stationdass ich nicht nur an die Wand der Metro neben der Tür gedrückt werde, schiebe ein wenig nach links und komme in den Strudel, der sich wie eine einzige zusammenhängende Masse ins Innere der Metro ergießt. Drinnen schiebt es weiter – nun von außen – alle wollen irgendwie mit – aber auch der Metro-Waggon hat nur eine begrenzte Größe. Als die Glocke zum Türen schließen schellt, bin ich erleichtert, wenn auch sich der Druck von allen Seiten nicht ändert. Eine Alte neben mir fordert mich auf, meine Arme aus meinen Hosentaschen zu nehmen und sie nach oben über die Köpfe zu halten, damit sie besser stehen kann. Ich kann nicht, weil ich sie unter dem Druck der anderen Passagiere nicht bewegen kann. Und ich will nicht, weil man so viel Druck auf allen Körperstellen hat, dass wer auch immer nur wollte mir mit Leichtigkeit meine Geldbörse aus meiner Hosentaschen rauben könnte, und ich es nicht annäherungsweise mitbekommen würde. Nach anderthalb Stunden Stoßzeit-U-Bahn-Fahren und im festen Glauben, dass Sardinen in ihrer Büchse alle Freiheit der Welt haben, komme ich endlich wieder in San Angél an – in der Wohnung von Bernhard und Paola, wo ich am Morgen noch mit einem Taxi in Richtung Flughafen gestartet bin; Morgens Metro fahren in einer 20 Millionen Stadt, wo das Ticket 2 Peso kostet, eine Erfahrung, die ich allerdings kein zweites Mal brauch.

Ich bin durchgeschwitzt und brauch eine Dusche.

IDaniel und ich vor der Batman-Achterbahn. Photo: Una Mexicana.ch war seit Mittwoch Abend mit Daniel bei Bernahrd eingezogen und wir wollten seine letzte Woche hier im Großraum DF verbringen. Eine Woche DF, das klingt viel – aber an Langeweile ist nicht zu denken. Nachdem wir in Veracruz ein wenig Kultur und Geschichte gemacht haben, hatten wir es am Donnerstag auf Spaß und Spielerei abgesehen. Wir fuchsten uns in den Westen der Stadt zum Six Flags Freizeitpark und sparten mit einer leeren Cola-Flasche in der Hand einhundert Peso beim Eintritt. Seltsame Promotions, die Six Flags ab und zu drauf hat.

Den ganzen Tag jagten wir über steile und kurvige Achterbahnen, gaben uns aus über 60 Metern im freien Fall der Schwerkraft hin und ließen uns mit weit über 100 kmh über hölzerne und stählerne Schienen schießen. Adrenalin war garantiert und Spaß – ja den hatten wir auch. Vor allem bei einer Achterbahn, die uns erst vorwärts zwei Loopings passieren ließ und uns dann auf eine Rampe schoß, um von dort aus die gesamte Fahrt noch einmal rückwärts zu erleben. Es war großartig.

Auf dem Torre LatinoamericanaUnd so stand für Freitag dann an, ein wenig die Stadt kennenzulernen und ein wenig auf Streifzug durch das historische Zentrum von Mexiko Stadt zu wandern. Wir hatten Glück mit dem Wetter und der Sicht – auf dem Torre Latino präsentierte sich uns in großer Entfernung der schneebedeckte Gipfel des Ixtazíhuatl, der bis dahin sich vor Daniel erfolgreich versteckt hatte und die vergangenen Wochen sich in Wolken gehüllt hatte.

Ein Besuch im Präsidentenpalast war dann auch für mich wieder ein neuer Punkt – und ein lohnenswerter.

Der Präsidentenpalast von DF

Der Innenhof des Palacio Nacional ist gesäumt von unbeschreiblich großen Murales, als Wandbildern, die Diego Rivera in den 40er Jahren dort an die Wände brachte. Im kommunistischen Stil sind Marx und Engels allerorten präsent und die gesamte Art zu Malen,Die Geschichte Mexikos als Mural von Diego Rivera im Präsidentenpalast. erinnerte mich sehr an die Bilder in meiner Fibel in meinen ersten zwei Schuljahren, als es noch Pioniere gab, aber ich nicht zu ihnen gehörte. Für Daniel wurde seine gesamte Reise damit schon fast zur Themenreise, hatte er noch wneige Tage zuvor Rivera-Murales im Rockefeller Centre in New York bestaunen dürfen. Am Abend trafen wir uns mit Bernhard auf ein Freitag-Abend-Bier und gemeinsam beschlossen wir den Tag ganz mexikanisch in der Arena México bei einem Lucha Libre-Kampf.

Samstag hatten wir dann wieder die Natur auf den Plan gehoben. Der Nevado de Toluca ist der 4. höchste Berg/Vulkan Méxicos und liegt rund 80 Kilometer westlich voMexiko Sttadt. Am Kraterrand des Nevado - auf knapp 4700mBernhard war, ähnlich wie wir beide, noch nie auf der Spitze dieses Berges, der einen beeindruckenden Krater mit zwei Lagunen in seiner Mitte hat und so schnappten wir uns das Auto und fuhren nach Toluca. So richtig sportlich wurde es allerdings kaum. Denn der Nevado de Toluca ist auch der einzige Drive-in-Vulkan Mexikos. Bis auf eine Höhe von rund 4.000m kann man das Auto über eine Schotterpiste in die Höhe treiben und bis zum Kraterrand bleiben dann noch 2 Kilometer Fußweg. Die Aussicht trotz allem – grandios. Wir schleppten uns noch ein wenig höher aIm Espacio Escultorico in der UNAM - Bernhard, ich und Danielm Kraterran und genossen eine Sicht, die viele Kilometer rund um den Vulkan herum reichte. Am Abend machten wir noch einen Rundgang durch die UNAM – die Universitätsstadt und in der Nacht ging es dann mit Freunden auf Piste.

Und so starteten wir auch am Sonntag nur gemächlich in den Tag und Daniel und ich begaben uns erneut auf die Spuren Frida Kahlos und Diego Riveras und machten einen Sonntag-Nachmittag-Spaziergang durch Coyoacan und das Haus der beiden Maler. Autogrammjäger in der Casa Azul ließen uns kurz Casa Azul mit Jeep von Metallica-Drummeraufhorchen und dann erfuhren wir, dass der Drummer von Metallica neben uns auch gerade eine  Tour durch die Casa Azul machte. Wir hätten ihn im Leben nicht erkannt – aber das war auch egal. Viel Auflauf gab es trotz allem nicht, aber somit erklärte sich uns, warum so viele Besucher mit Metallica-Shirts durch den Garten des Hauses scharwenzelten.

Um das DF-Programm komplett zu machen, stand am Montag dann noch eine der beeindruckendsten (für mich beim 50. Mal schon nicht mehr ganz so) archeologischen Stätten Méxicos auf dem Plan. Mit einem Bus starteten wir recht früh nach Teotihuacan im Norden der Stadt und jagten mehrere Stunden Pyramiden in praller Sonne rauf und runter. Mit ordentlicher Bräune in Gesicht und an Beinen fuhren wir zurück in die Metropole, stellten fest, dass der größte Park, Chapultepec, leider schon um 16 Uhr seine Pforten schließt und am Abend machte sich Daniel ans Packen.

Ich und Daniel auf der Piramide del Sol über den Resten von Teotihuacan

Um fünf Uhr schrillte dann gestern morgen der Wecker und für Daniel endete seine USA-Mexiko-Reise und ich denke, für zwei einhalb Wochen hatte er doch einen ganz guten Überblick bekommen.

Ich selbst habe dann gestern einen ruhigen Tag verbracht, werde heute noch ein wenig weiter Reispläne ausarbeiten und am Abend meinen alten Herren in Empfang nehmen, der den krönenden Abschluss meines Besuchermarathons darstellen wird. Wenn der Vater mit dem Sohne…. wir beide werden dann am Samstag wieder in die Luft gehen und nach Californien fliegen und zwei Wochen auf der Halbinsel zwischen Golf und Pazifik neue Ecken entdecken. Aber damit dies auch ein lohnenswerter Aufenthalt wird, muss ich jetzt mal schnell die Optionen durchschauen und auch noch den Flug bezahlen gehen.

In diesem Sinne – yo sigo viajando, a partir de hoy con mi papito – sigamos decubriendo México!

Mexikanische Grippe: Vida normal!

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Für alle, die schon geglaubt haben, hier würde kein Artikel mehr erscheinen, weil ich hustend und fiebrig im Bett läge: Nein, es geht mir gut. Es geht uns allen immer noch gut und so wird das hoffentlich auch bleiben.

Nachdem wir ja am Ende der Woche den Viren-Panik-Nachrichten-Zenit erreicht hatten, flauen auch hier die Winde der Aufregung wieder ein wenig ab. Auch, wenn die Influenza doch dazu geführt hat, dass Enora bereits die Koffer packt und bald wieder, ein wenig früher als geplant, nach Hause abreist.

Deshalb hab ich das Wochenende auch fern von Computer und der Stadt verbracht und bin mit ihr noch einmal in den Parque Nacional La Malintzi gefahren, um mit ihr noch einmal den Aufstieg zu wagen und ihn auch fast perfekt zu machen. Am Samstag Abend sind wir aus Puebla raus und sind aufs Land, nach Apizaco gefahren und dort – schau an – lief das Leben doch bedeutend lebendiger, als es in den vergangenen Tagen in Puebla der Fall war. Nur vereinzelt Menschen mit Cubrebocas, also Mundschutz, die Tacostände auf den Strassen in Betrieb und viele Menschen auf den Strassen.

Wir quartierten uns in ein günstiges Hotel ein und brachen am Sonntag früh zeitig auf, um den Malinche (4460m) in Angriff zu nehmen. Für mich bereits das dritte Mal. Das erste Mal war ich allein heraufgerannt, das zweite Mal hatte ich meine WG, oder zumindest einen kleinen Teil davon, bis auf die Spitze geführt und weil Enora eben das letzte Mal frühzeitig abbrechen musste, wollten wir es jetzt noch einmal in Ruhe versuchen. Und das taten wir dann auch am Sonntag.

Nach einem Frühstück mit Quesadillas führte uns der Weg zunächst sanft bergauf, bis es nach einer guten Stunde etwas steiler wurde. Aber je steiler es wurde, desto besser kamen wir mit dem Laufen und mit dem Atmen auf der Höhe zurecht.Wir machten viele Pausen und suchten uns für das schwierigste Stück einen längeren, sanfteren Aufstieg, der uns allerdings auch mehr Zeit kostete. Und so entschieden wir uns dann doch, angesichts aufziehender, dunkler Wolken und fortgeschrittener Zeit, den Aufstieg keine 200m unter dem Gipfel auf dem Grat abzubrechen, die Aussicht noch ein wenig zu genießen und umzukehren. Nach genau zwei Stunden erreichten wir wieder den Ausgangspunkt und erreichten geradeso den letzten Collectivo zurück nach Apizaco. Dort setzten wir uns in den nächsten Bus nach Puebla und schliefen die Nacht wie Könige. Was Frischluft und Körperertüchtigung nicht alles auslösen können…

Heute dann ging es für Enora ans Packen. Auf ihrem Bett stapeln sich ihre Sachen und sie muss entscheiden, was sie mit zurücknehmen möchte, und was sie dalassen kann/sollte. Und das tut sie nun seit dem Morgen.

Morgen hat sie ihren letzten Tag in Puebla und am Mittwoch Morgen geht es für sie direkt von Puebla aus heimwärts. Schade und traurig, aber für sie wohl die sinnvollste Entscheidung.

Ab Donnerstag soll das Uni-Leben wieder normal weitergehen – viel bleibt nicht -ich habe Donnerstag eine Veranstaltung und dann nocheinmal in der kommenden Woche vier Tage – und dann war es das mit dem akademischen Aufenthalt in Mexiko. Mir selbst bleiben dann noch zwei Monate in Mexiko, in denen ich hoffentlich noch mindestens drei Besucher durchs Land führen kann.

Die Grippesituation scheint sich stabilisiert zu haben und auch die Nachrichtenlage wird zunehmendst besser. Viele Menschen zeigen inzwischen Ermüdungserscheinungen mit den Cubrebocas und so verschwinden auch sie schon wieder aus dem Straßenbild. Scheint also alles ein einwöchiger Albtraum gewesen zu sein. Hoffentlich.

Am Wochenende hatte ich eifrig Korrespondenz mit meinen alten Kollegen vom Radio. Ich habe mehrere Interviews zur Situation vor Ort gegeben und ich muss sagen, dass vieles von dem, was ich berichtet habe, schon gar nicht mehr so akut zutrifft. Die Lage ist, wie schon gesagt, deutlich ruhiger, als am Freitag, als ich die Interviews gab, und wir sind alle vorsichtig optimistisch. Trotz allem gibt es hier zwei weitere Interviews zum Nachhören.

1: RADIO PSR – Themen die Sachsen bewegen

2: MDR Sputnik 360 Grad

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