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Tranquil.

Posted in mexico city, Viajando! with tags , , , , , , , on 18. Februar 2010 by Jakob

Früh ins Bett und lange schlafen, so klingt nicht nur Urlaub, so schaut auch derzeit mein kleiner mexikanischer Alltag aus. Es ist wunderbar. Im Allgemeinen nutze ich die Zeit, ein wenig durch altbekannte Stadtviertel zu schlendern und immer wieder bemerken, dass sich nicht viel verändert hat während meiner Abwesenheit. Kleinigkiten, ja, aber im Großen und Ganzen fühl ich mich doch hier in DF ziemlich zu Hause. Auch wenn die Metro inzwischen unverschämte 3 Peso kostet (vorher 2, Kurs 1€:18PES).

Vergangenes Wochenende konnte ich dann Enora mal ein wenig aus ihrem Praktikum loseisen, in dem sie ziemlich viel zu tun hat und wir setzten uns in einen Primera Clase-Shuttle um in DF in Richtung Bundesstaat Guanajuato zu verlassen, Ziel: San Miguel de Allende. Mein Bruder lag mir seit anderthalb Jahren in den Ohren, dass ich diesen Fleck mexikanischer Erde unbedingt besuchen müsste, mein Vater wollte es ebenso, aber mit ihm schaffte ich es nur bis Guanajuato und diesmal: Fülle ich die Lücken, die ich noch habe.

Mitten in der Nacht kamen wir in dem kleinen verträumten und kolonialen Städtchen in den Hügeln an, liefen durch die dunklen Straßen auf der Suche nach einer Herberge und fanden sie am Ende auch glücklicherweise.

Am Samstag schlenderten wir dann den ganzen Tag durch die malerischen Sträßen und Gassen der Stadt, hinauf die Hügel, hinab die Hügel, immer wieder in wunderbare kleine Lädchen voller Handwerkskunst hineinschauend genossen wir den Tag. Die Ruhe. Die Abwesenheit von Verkehr  und Stress. Die Abwesenheit von Mexico Stadt. San Miguel de Allende genießt aber nicht nur den Ruf, ein koloniales, wunderschönes und entspanntes Städtchen in den Hügeln Guanajuatos zu sein, es wir auch zuweilen abwertend als die Gringo-Hochburg Mexicos bezeichnet. Viele Amerikaner haben sich seit den 70er Jahren hier niedergelassen, viele kauften sich die damals kurz vor dem Verfall stehenden kolonialen Häuser, Haciendas und städtische Gebäude und möbelten sie für vergleichsweise wenig Geld wieder auf, um hier ihren Lebensabend, oder ihre Künstlerlaufbahn zuverbringen. So hört man auf den Strassen auch viel Englisch, es sind wenige Backpacker unterwegs, der Tourismus ist gehobener und älter. Und den Preisen in den Lädchen ist anzumerken, dass die Zielgruppe ein volles Portemonaie hat.

Und was sicherlich den schlechten Ruf begünstigt, sind Läden, in denen man gar icht erst mit mexikanischer Währung zu tun haben möchte, sondern gleich darauf hinweist, dass alle Preise sich slebstverständlich in US$ verstünden. Auch für uns Grund genug gewesen, solche Läden gar nicht erst zu betreten. Aber lassen wir diese Randerscheinung, denn das Städtchen bleibt bei allem malerisch – und ohne das Geld seiner neuen Einwohner ginge es ihm andererseits sicherlich auch nicht so gut.

Nach einem leckeren Frühstück gaben wir der Entspannung den Rest und suchten die Thermalquellen, die unweit San Miguels in den Hügeln liegen, auf und genossen den halben Tag im warmen Wasser liegend.

Am frühen Abend kehrten wir zum Busbahnhof zurück und fuhren mit dem letzten Bus zurück in die Stadt der Hektik, der verstopften Strassen und der überfüllten Metros.

Seitdem geht Enora wieder ihrem Pratikum und ich meinen Erinnerungstouren nach, lese viel und warte jetzt darauf, dass die Sonne wieder rauskommt. Seit gestern regnet es hier und da macht es nicht wirklich Spaß, in Mexico spazieren zu gehen. Deshalb hatte ich mit Lula (argentinische Mitbewohnerin aus der famosen 15 in Puebla) unseren geplanten Spaziergang in Chapultepec kurzerhand in einen Museumbesuch umgewandelt. Das MUAC (Museo Universitario Arte Contemporáneo) stand auf dem Plan, ein erst kürzlich eröffnetes Museum auf dem Gelände der UNAM, dass allerdings vielleicht doch noch besser ein wenig mit der Eröffnung gewartet hätte – bislang stehen zwei Ausstellungsräume zur Verfügung, es wird noch gehämmert, geklopft und gemalert, während in den Räumlichkeiten eine etwas dürftige Videoinstallation zu sehen ist. Aber gut, wenn es einmal wirklich fertig ist, lohnt sich der Besuch bestimmt. Immerhin hatten sie bei unserem Besuch nur einen Bruchteil des Eintrittsgeldes genommen. Fair enough.

Morgen geht es mal wieder nach Puebla. Ein weiteres Revival unserer Wg steht ins Haus. Bei einer unserer ehemaligen Mitbewohnerinnen sind wir zur Parrillada eingeladen – Grillen, Feiern, Trinken – und dann zieh ich weiter ans Meer – an meinen lugar favorito!

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Se pasa tranquila – la vida poblana.

Posted in Bienvenidos!, puebla with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 31. Juli 2008 by Jakob

Mein Magen hat die Drohung ernst genommen. Er wollte nicht gegen einen mexikanischen Magen ausgetauscht werden und so hat er nur 24 Stunden schlecht-Wetter geschoben. Inzwischen ist er wieder oben auf und wahrscheinlich hatte ich nur irgendwas Komisches gegessen. Aber das hat sich glücklicherweise wieder eingeränkt.

Unterdessen genieße ich hier das Nichtstun. Ein bißchen durch die alten und kolonialen Strassen laufen, gucken, schauen, Käffchen trinken, Menschen beim Tagwerk und beim Leben zuschauen, Karten schreiben, Photos machen und mich langsam in Puebla eingewöhnen. Mit den Bussen und derern System (anfangs dachte ich, e sgäbe keins, aber doch!) warm werden, und und und. Alles ganz ruhig, tranquilo no mas.

Heute bin ich dann am Vormittag in das Museo Ferrocarril gelaufen. Das ist das Nationale Eisenbahnmuseum. Más o menos. Ein haufen alter Waggongs und Lokomotiven stehen verteilt auf mehreren Gleisen am ehemaligen Bahnhof von Puebla. Mein Footprint schreibt noch zum Bahnverkehr, man solle, bevor man auf die Eisenbahn setzt, sicher gehen, dass Züge fahren. Das hat sich wohl erledigt. Es gibt keine Eisenbahnverbindung mehr. Das Museum hingegen ist ganz interessant – wenn man auf runtergekommene Züge steht. Dampflokomotiven. Unrestauriert. Ein Tummelplatz für Eisenbahnliebhaber. Ich fand sie vor allem als Photomotiv. Les presento…. las fotos:

Die Dame in der Taquila (Ticketschalter) war alles andere, als amable. Als ich eintrat, murrte sie mir entgegen: 10 Pesos! Kein Buenos días, kein Hola, kein Por Favor?! Ich dachte mir dann: Wie wär’s mit einem Bitte? Schob ihr aus Trotz einen Hunder-Pesos-Schein hin, den sie natürlich nicht wechseln konnte. Hehe. Wie Du mir…. Aber gut, ich schaltet wieder auf Deeskalation und bot ihr einen 50er an. Den nahm sie dann muffelnd an. Sie hatte wohl die Schulung „Freundlichkeit im Fremdenverkehr“ geschwänzt – aber können ja nicht alle hier immer sonnigen Gemüts sein. Sie entsprach mit ihrem Gemüt eher den Zügen, die mehr oder weniger lieblos auf die Gleise gestellt worden.

Aber gut – trotz allem lässt sich sagen – dieses Museo vale la pena!

Morgen gehts in meine eigenes zu Hause. In meine Casa Colonial. Mit der Mega-Idyllisch-Romantisch-Großzügig-und-oberchilligen Dachterasse. Jappppaaaa! I freu mich. Und am Freitag gehts ab auf die Piste nach D.F. – mein erster deutscher Besuch will am Aeropuerto Internacional Benito Juarez Ciudad de Mexico abgeholt werden. Tranquilo. Asi si puede vivir.

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