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Paradies.

Posted in pacifico, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , on 23. Februar 2010 by Jakob

Unweit von meinem Balkon brandet das Meer an. Die Wellen prallen auf den weißen Sand, es rauscht, braust, kracht. Am Himmel rennen die weißen Wolken am hellen Mond vorbei, der sie in ein weißlich-gelbes Licht taucht und am Strand sorgt der Wind da oben für ein rasches Licht-Schatten-Spiel auf dem sandigen Boden. Durch die Palmen weht der warme, abendliche Seewind, es ist so warm, dass ein T-Shirt überflüssig ist und ich liege in der Hängematte auf meinem Balkon und genieße den Abend bei einer frischen und kühlen Flasche Modelo Especial.

Endlich bin ich wieder in Zipolite und auch diesmal habe ich mich in meinem Lieblings-Hostel niedergelassen. Ein bißchen fühle ich mich schon wie ein Stammgast – als ich gestern nacht hier auftauchte, und ich die Treppen hoch durch den parkähnlichen Palmengarten zur Reception ging, strecke mir freudig Toño den Kopf aus dem Häuschen entgegen – ihm und seiner Frau gehört das kleine Paradies hier, sie haben es geschaffen. Erinnerte sich noch an mich und freute sich mich wiederzusehen – ich freute mich auch, wieder da zu sein und auch ihn wiederzusehen. Es ist jetzt knapp ein Jahr her, na gut, drei Monate fehlen dafür noch, dass ich hier war – und es ist noch genau so paradiesisch. Der Strand weit, lang und heiß, unter den Palmen des Lo Cosmico ist es angenehm im Schatten und das Dörfchen hat sich auch nicht wesentlich verändert. Man könnte meinen, die Zeit findet hier keine Anwendung – sie steht hier schlicht still.

Am Montag hatte ich mich von Puebla aus über Oaxaca auf die Reise in mein kleines Paradies gemacht und nach knapp 12 Stunden stand ich da, wo ich hinwollte.

Das Wochenende hatte ich mit Enora und den ehemaligen Mitbewohnern aus unserer Puebla-Wg, der famosen 15, in Puebla weitsgehend feiernd verbracht. Am Freitag waren wir auf den Geburtstag eines Freundes von Lula eingeladen, am Samstag im Haus von Paulinas Eltern zum mexikanischen Asado – von 14 Uhr bis 4 Uhr morgens. Viele Erinnerungen wurden ausgetauscht, neue Leute kamen hinzu, es wurde gespielt (und ich gewann gegen Agos im Jenga und bin damit offizieller Quinze-Jenga-Maestro 2010!) und getanzt.

Am Sonntag fuhren wir dann ins Nachbarstädtchen Cholula, wo der traditionelle Karneval seinen großen Höhepunkt mit viel Gewehrsalven, Musik, Tanz und als Europäer verkleideten Cholultecen fand. Eine interessante Tradition, in denen sich die meisten in Engländer, bzw. Franzosen verkleiden, Gesichtsmasken von Weißen aufhaben und wild in der Gegend mit Salutsalven, die wahrlich durch Mark und Bein gehen, sich über die Europäer lustig machen, natürlich vor dem Hintergrund der Kolonialzeit, und, mehr noch, vor dem Hintergrund der blutigen Schlacht bei Puebla im Jahr 1862.

Kleine Szene vom ruhigeren Teil des Karnevals – der Einzug der Truppen.

Es ihre Art, der Geschichte die Ehre zu erweisen und sie tut weh, in den Ohren. Der Tag fühlte sich an, als hätten wir ihn auf dem Schlachtfeld verbracht – richtig zum Feiern wurde mir vor lauter zusammenzucken unter den Salven nicht zu Mute und meine Ohren hatten auch leiden müssen. Nichts destotrotz – ein sehenswertes Spektakel, auch wenn ich es aus dieser Nähe meinen Ohren nicht unbedingt noch einmal zumuten möchte. Mexikaner sind da Lärmresistenter.

Und nun: Erhole ich mich hier in meinem kleinen Paradies. Werde arbeiten und auspannen miteinander verknüpfen und mich ab morgen wieder in die Politischen Wissenschaften stürzen und in diesem paradiesischen Ambiente versuchen, eine Arbeit für die Uni zu schreiben. Was sollte ich sonst hier tun – und was könnte es besseres geben, als einfach ins Meer springen, wenn man nicht mehr tippen möchte.

Vielleicht werde ich in den nächsten Tagen auch noch ein paar Bilder hinzufügen – momentan kommt mir die Internetverbindung dafür hier zu langsam vor – aber ich denke, ich konnte auch schon mit Worten einigermaßen ein Bild dieses herrlichen Fleckchen Erdes geben.

Soweit, bis bis.

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Unterwegs auf Tierra Chiapaneca & in der Riviera Maya

Posted in Adios México, Caribe, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 13. Juli 2009 by Jakob

Nun bin ich während des Südtrips gar nicht mehr zu weiteren Einträgen hier gekommBeschmierte Wände in Oaxaca - noch immer viel Ärger um die Politik im Staateen, aber das will ich jetzt, von DF aus, nachholen und mich dabei auch gewohnt kurz fassen.

🙂

Alle Orte, die auf unserer Route standen, hatte ich ja bereits schon einmal zuvor bereist, und so war es auch für mich ein wahres Heimspiel, mich vom Süden und den schönen Landschaften in Chiapas und später in Quintana Roo zu verabschieden.

Nachdem ich mit Vater am Sonntag Oaxaca angeschaut und den Arból de Tule besucht hatte, ging es am Montag noch einmal auf Monte Albán, wo die Landschaft dank Regenzeit schon wieder in saftigem Grün steht und nichts mehr vom Grau der Regenzeit zu finden war. Einige Stunden hielten wir uns auf dem „Weißen Berg“ der Zapoteken auf und am Abend traf ich mich noch am Zócalo mit Néstor, meinEin kleiner Junge in Oaxacaem alten Mitbewohner aus Puebla, der gerade von seinen Eltern zum Hausarrest nach Hause, nach Oaxaca gerufen worden war. Néstor hatte es mit ein paar Pillen ein wenig übertrieben, so daß seine Eltern in großer Sorge waren, und sein Studium in Puebla vorerst unterbrachen und ihn unter ständige Beobachtung im Hause stellten. Er selbst lebt damit ganz gut, findet sein Leben grad ein wenig langweilig, weil er nicht ausgehen und gewohnt Party machen kann, konzentriert sich aber dafür auf Schwimmen und Gitarrenunterricht.

Noch in der Nacht stiegen wir in einen Nachtbus nach San Cristóbal de las Casas, wo wir am Dienstag Morgen ankamen. San Cris - bunt und schön. Das ist Chiapas!Vater hatte den Berge der Sierra am Anfang der Fahrt nicht gut getan und er musste intensive Bekanntschaft mit dem Klo schließen, während sich der Bus heraus aus Oaxaca, vorbei am Istmus hinein nach Chiapas bewegte.

Schnell war in San Cris (mehr hier und hier) ein Hotel gefunden und wir verbrachten den Tag mit ausgiebigem Shopping auf dem wunderbar buntem Markt vor Santo Domingo. Mitbringsel füllten die Taschen, kleine und größere Sachen machten später unsere Rucksäcke doch um Einiges schwerer.

Für den Mittwoch hatten wir einen Ausflug in den SumDer Wasserfall Arból de navidad im Sumidero-Canyonidero-Canyon geplant und der begann mit viel Regen am Morgen, und am Bootsanleger mussten wir das gröbste zunächst abwarten, bevor wir unter einer dicken Wolkenschicht in den bis zu 1000m hohen und über 100 Meter tiefen (Wassertiefe) Canyon hineinschippern konnten. Glücklicherweise hatte es der Regengott weiterhin verschont und so blieb der Tag zwar Wolkenverhangen aber wenigstens trocken. Bis zum frühen Abend. Da wollte ich Vater noch das kleine, wunderschön urige Dorf San Juan Chamula zeigen, doch kaum dort angekommen, überraschte uns die nächste Dusche, so dass wir unsere Visite auf die alte Kirche beschränkten, in  der indianischer Glaube und Katholizismus im Reinform auf einanderprallen.

Donnerstag ging es mit einer Tagestour weiter zu den Tzeltal-Kinder in San Juan Chamulanächsten Ruinen. Über Agua Azul und Misol-Ha (Wasserfall) fuhren wir am Nachmittag in Palenque ein und schnupperten zunächst für zwei kurze Stunden in die Ruinen herein. Allerdings kürzte ein ausgewachsener Regenschauer unseren Besuch ab, so daß wir uns auf den Freitag mit einem Tagesbesuch verlegten und dann bei bestem Wetter die alte Maya-Städte erleben konnten.

Mit dem Nachtbus ging es an den Ort des große Finales. Tulúm! Karibik. Meer. Türkisblaues (ich hatte es schon lang nicht mehr erwähnt) Wasser. Was kann besser sein, um sich von México zu verabschieden, als sich ein so phantastischs Fleckchen dieses riesiegen Landes Der Palast mit Wachturm in Palenquezu suchen. Aber auch hier ließ der Regen nicht lang auf sich warten.

Am Samstag Morgen rollten wir an der Karibik ein, schnappten uns ein Taxi zum Strand und hatten binnen kürzester Zeit eine Hütte 15 Meter von der Wasserkante gemietet. Durch die Ritzen im Holz konnte man das türkisblau des Meeres sehen und die Wellen rauschten an den Strand.

Wir zogen bald los, Kurs am Strand entlang auf die RuiAussicht aus unserer malerischen Karibik-Hüttenen der Mayas zu. Es ist wohl eine der am malerischsten gelegenen archeologischen Städten Méxicos – unten der Strand, das blaue, wunderbar warme Wasser, und auf grauen Felsen ragen die alten Ruinen der Maya-Hafenstadt Tulúm in die Höhe.

Über dem karibischen Meer hatte sich bei Ankunft an den Ruinen bereits ein kapitales Unwetter zusammengebraut, so dass wir nach einer knappen Stunde auf dem Gelände bereits in einem strömenden und vom Meer her peitschendem Regenguss standen und Zuflucht an Mauern suchen mussten.

Als das Unwetter auch nach einer Stunde nVater und Sohn vor dem Unwetter in der Karibikicht abbrechen wollte und immernoch kräftig Wolken vom Meer aus auf die Halbinsel Yúcatan zujagten, beschlossen wir, die Ruinen für heute Ruinen sein zu lassen und machten uns auf dem Weg in unsere Hütte, in der bereits auch Pfützchen standen, weil die Ritzen im Holz eben nicht nur einen phantastischen Blick aufs Meer freigaben, sondern auch groß genug waren, um den waagerecht vom Meer kommenden Regen ins Innere zu treiben. Als sich das Wetter ein wenig beruhigte, setzten wir uns mit einem Bier in der Hand auf unseren Meerblick-Balkon und versuchten mit Taschenmessern eine Kokosnuss zu öffnen, was auch gelang. Aber mein Schweizer Messer seine Spitze kostete.Einfach genießen!

Gestern dann hatten wir noch den ganzen Tag am Meer zum Genießen. Vater war noch einmal zu den Ruinen von Tulúm geschlendert und ich gab mich mit dem warmen karibischem Meer zufrieden und aalte mich noch einmal in der Sonne, wohlwissend, dass ich soetwas in Deutschland wohl nicht so schnell wieder haben werde.

Am späten Nachmittag nahmen wir mit Colectivos Kurs auf Cancún und um 22Uhr stiegen wir in unsere Maschine, die uns am frühen heutigen Morgen wieder in DF ausspuckte.

Heute schaffte ich es dann doch, Vater noch das Zentrum von México zu zeigen und jetzt geht es wol gleich mit Bernhard und Paola zum Abschiedsessen – und zwar zum Argentinier. So ist das.

Road-Trip an den Pazifik

Posted in Adios México, pacifico, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 30. Mai 2009 by Jakob

Vergangene Woche begannen bei mir, mehr und mehr Besucher einzutrOn the road to pacificoudeln und am Samstag Nacht waren wir dann auch alle so weit vollständig. Kathi war am Dienstag in Puebla angekommen, Daniel am Freitag und am Samstag Abend kam noch eine Freundin von Kathi nach und wir waren bereit für unseren geplanten kleinen Road-Trip für eine Woche an den Pazifik. Daniel und ich hatten uns am Samstag Abend noch auf eine Abschiedsparty einer Freundin hier in Puebla gemacht und hatten den Abend angesichts unserer Tourenpläne für Sonntag Morgen auch früh beendet.

ADurch die Berge von Puebla ins Oaxaca-Talm Sonntag Morgen dann packten wir unsere sieben Sachen und Daniel und ich holten den VW Jetta von einem kleinem Autoverleiher hier in Puebla. Und damit waren wir für unsere kleine Tour auf mexikanischer Tierra auch gut ausgerüstet, denn der Jetta ist der moderne Käfer Mexikos. Er wird ebenso in Puebla zusammengeschraubt und in einer eher einfachen Version hier ausgeliefert. Automatik ist drin, Airbags wurden aber wohl als überflüssig empfunden. So ist das nun mal, auf dem mexikanischen Markt.

Wir stiegen also gegen 11 in den Wagen, tankten ihn voll und machten uns auf den Weg nach Süden in Richtung Oaxaca. Mehrere Mautstationen mussten wir passieren, aber die Tarife waren übersichtlS1053207ich und die Zustände der Straßen in einem ausgesprochen gutem Zustand. Und so fuhren wir auch um 3 Uhr direkt oberhalb von Oaxaca in Monte Albán vor, wo wir noch zwei Stunden Zeit hatten, uns die Anlage anzuschauen. Für mich war es nun schon lange nicht mehr das erste Mal, aber trotzdem wieder schön. Und später quartierten wir uns in unserem Stamm-Hotel in Oaxaca ein. Der Wagen brauchte auch eine Pension für die Nacht, weil man in Mexiko leider nachts keine Autos auf der Strasse parken kann, wenn man es am nächsten Morgen vollständig weiterbenutzen möchte. Aber auch das war schnell gefunden und wir verbrachten den Abend auf der Dachterasse bei ein paar kühlen Dosen-Bit. Soetwas bekommt man nämlich in Oaxaca.

Oaxaca im MorgenlichtAm nächsten Morgen stiegen wir recht früh aus den Federn. Das Meer rief und Oaxaca wollten wir auch noch einmal bei Morgensonne genießen und so schlenderten wir zunächst ein wenig durch die koloniale Altstadt und genossen die bunt angemalten, alten Gemäuer.

Dann ging es wieder auf die Piste und wir rollten den Bergen, der Sierra, entgegen, die das Meer von Oaxaca mit Höhen über 3.000m trennt.

Nach zwei Stunden schraubten wir uns über enge Serpentinen nachMangos pflücken am Strassenrand oben und verbrachten dann drei Stunden in der Bergquerung, die durch die Kurven nicht der angenehmste Teil ist, zumindest für den Teil der Mitfahrer, die nicht hinterm Steuer sitzen.Wir machten einige, wenige Pausen, weil wir ja immer noch schnellstmöglich an den Pazifik wollten und um halb 5 Uhr Abends rollten wir dann auch in meinem Lieblings-Hütten-Hostel in Zipolite ein – im Lo Cosmico.

Wir wurden bereits erwartet, weil ich uns vorher angemeldet hatte und wir bekamen wieder wunderbare Meerblick-Hütten. Und kaum am Strand, kam mir auch schon ein bekanntes Weißbrot entgegengejoggt – Matthias, der Freund von Thaela, meiner Mitbewohnerin in Puebla.

Die beiden waren ein paar Tage zuvor in Zipolite eingetrudelt und hatten schon ordentlich Sonne getankt und bei ihnen verbrachten wir dann auch den Abend. Lecker Bierchen trinkend auf deren Terasse, die keine 20 Meter vom Meer entfernt für eine wunderbare Aussicht sorgte.

Am nächsten Morgen frühstückten die Beiden noch mit uns und machten sich dann schon wieder auf den Weg nach Puebla.

Wir verbrachten den Tag zwischen Hängematte und Str...mal wieder Schildkröten freilassenand und machten uns am Abend auf den Weg nach La Ventanilla, um einer Liberación von Schildkröten beizuwohnen. Ich hatte das ja bereits schon einmal im April gemacht und fand das aber so schön, dass ich das meinen vier Mitreisenden auf gar keinem Fall vorenthalten wollte.

Gegen Sieben schnappten wir uns jeder eine 2-Stunden-alte Schildkröte (unter Anleitung natürlich) und setzten sie auf ihren letzten Landgang in Richtung Meer in Bewegung. Bis sich die Sonne dann gänzlich im Strand eingegraben hatte, hatten es dann auch alle Sonnenuntergang über La Ventanilla - Blick von Punta CometaSchildkröten ins Meer geschafft und wir machten uns auf die Suche nach einem Restaurant. Das war in der vergangenen Woche schwerer, als ich je vermutet hätte. In Zipolite, Mazunte und San Augustinillo – das sind die drei Örtchen an der Küste direkt nebeneinander – war fast alles geschlossen. Kein Tourist weit und breit – und wir hatten, das war das gute daran – den Strand nahezu komplett für uns.

Auch am Mittwoch genossen wir den leeren Strand, verbrachten die Zeit mit Lesen und ein wenig Baden und am AbeDer Anfang der Mangroven-Tournd mit dem obligatorischen Sonnen-Untergangs-Schauen in Punta Cometa in Mazunte.

Am Donnerstag gingen es dann Daniel, Roman und ich ein wenig sportlicher an. Wir fuhren nach San Augustinillo, liehen uns ein paar Boogie-Boards und machten die Wellen in der Bucht vor Zipolite unsicher. Die Wellen waren sicherlich nicht die höchsten, aber wir hatten einen Mordsspaß und powerten uns im Wasser aus, bis wir (fast) nicht mehr konnten. Am Nachmittag, so hatte ich meinen Mitfahrern versprochen, stand die Krokotour anDie Hobby-Boogie-Boarder in Zipolite, bei der wir aus viel zu großer Nähe eigentlich uns Krokodile anschauen wollten. Aber diesmal war die Tour nur halb so spektakulär ausgefallen, als bei meiner Letzten und wir sahen nur zwei Krokos aus der Entfernung. Die Mangroven waren trotzdem wieder beeindruckend und für die Vielfalt der Vögel und Leguane hatte sich die Tour doch auf jeden Fall wieder gelohnt.

Gestern dann wollten wir den Tag ruhig angehen, Aufstehen, in Ruhe Frühstücken und dann noch einmal baden gehen und dann uns auf die Rückreise machen. Bis Oaxaca.Abschieds-Cocktail in Playa Zipolite. Photo Daniel Josten. Unser Plan ging am Ende aber besser auf, als wir dachten und so fuhren wir um halb 12 in Zipolite vom Hof und schraubten und ein wenig flinker als auf der Herfahrt in die Berge und beschlossen bald, bis Puebla durchzufahren. Um 17 Uhr rollten wir, nach einem unerklärlichen und scheinbar grundlosen Stau, in Oaxaca ein und bekräftigten unseren Beschluss, durchzufahren. Aus Oaxaca raus ging es wieder auf die ausgebauten und breiten Strassen in die Berge, die es noch einmal nach Puebla zu überqueren gilt und bei Einbruch der Rückfahrt durch die tropische Sierra MadreDunkelheit hatten wir bereits über die Hälfte der Strecke zwischen Oaxaca und Puebla im Sack. Blieben also nur noch anderthalb Stunden Nachtfahrt und die meisterten wir auch noch, so dass wir um 10 Uhr nachts wieder vor der Quinze in Puebla standen. Da parkten wir schnell den Wagen in einer Auto-Pension und heute Vormittag schaffte ich ihn dann wieder wohlbehalten zum Vermieter zurück und seitdem bin ich am Putzen, schrubben und Wienern in meiner Wohnung. Morgen ist Übergabe und bis dahin muss alles glänzen und dann gehen die letzten anderthalb Monate Nomadentum für mich los. zunächst mit Daniel in den Staate Veracruz nach El Tajín und dann mal schauen, wo es uns noch hinträgt.

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…das Paradies verlassen

Posted in pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 22. April 2009 by Jakob

Es gibt auf der Welt bislang genau zwei Orte, an denen ich, vorausgesetzt ich hätte das nötige Kleingeld, mir eine kleine Hütte (Wahlweise auch Hacienda – je nach Klingelbeutel) als Zweitwohnsitz hinsetzen würde: Vilcabamba in Ecuador der Berge und des angenehmen Klimas wegen und Zipolite, des Pazifiks, seiner Buchten und  der Ruhe wegen. Es sind zwei traumhafte Orte auf diesem Teil der Erde, und Zipolite ist wohl der definitv beste Ort Mexikos.

Punta Cometa - Sonneruntergang am südlichsten Punkt Oaxacas

Den Rest der Osterwoche verbachten wir mit Lesen, Schwimmen, Sonnen, Ausruhen (ich) und Arbeiten (Enora). Jeden Tag Meer, jeden Tag aufstehen, wenn man aufwacht, und ins Bett gehen, wenn man müde ist – der Tagesablauf nur von der Helligkeit des Tages abhängig.

La Ventanilla bei Sonnenuntergang - von Punta Cometa aus gesehen

Ich las und vertiefte mich weiter in das Barcelona der 1920er Jahre und tauchte erneut ab auf den Friedhof der vergessenen Bücher. Meine langen Lesephasen unterbrach ich lediglich für einen ausgedehnten Strandspaziergang, zum Schwimmen oder zum Essen. Carlos Ruiz Záfon zieht mich mal wieder in seinen Bann.

Echse auf einem Zweig - auf einem meiner Spaziergänge

Allerdings haben wir uns nicht nur im Umkreis von 30 Metern um unsere Hütte aufgehalten. Am Mittwoch Abend fuhren wir mit dem Collectivo nach Ventanilla um die Ecke, um uns dort eine „Liberación de Tortugas“ – also eine Schildkrötenfreilassung anzuschauen. Am frühen Abend und an einigen Tagen der Woche setzt das ansässige Schildkrötenschutz-Team Baby-Schildkröten aus und wer möchte, kann dabei behilflich sein und dabei zuschauen, wie die kleinen bepanzerten Tierchen, die kaum die Größe einer Zigarettenschachtel haben, in die Freiheit schlürfen.

Ich mit einer der kleinen Panzertierchen

Bei Sonnenuntergang werden sie an einem abgelegenen Strand in Reichweite der Wellen ausgesetzt und schleifen sich dann nach und nach in Richtung Pazifik. Mit ihrer Größe sind sie noch völlig der Gewalt des Meeres ausgesetzt, dass sich die kleinen Schildkröten Welle für Welle einverleibt, und wo sie lernen müssen, allein zu überleben.

...auf dem Weg in die Freiheit

Bei unserer Freilassung gewöhnten sich ungefähr 30 kleine Baby-Schildkröten an die Naturgewalten. Allerdings überleben nur die wenigsten von ihnen, weil Pelikane und Möven nur darauf warten, die wehrlosen Geschöpfe zu verspeisen. Nachdem Mazunte über Jahrzehnte das Zentrum der mexikanischen Schildkrötenjagd war, was seit Anfang der 90er Jahre verboten ist, haben sie nur noch natürliche Feinde – die ihnen allerdings das Leben und Überleben schwer genug machen. Dennoch müssen sie sich so früh wie möglich an die Freiheit gewöhnen, wenn sie lange in Freiheit leben wollen. Und so entscheiden das Schicksal, die Wellen und die Möwen und die Pelikane, welche der Schildkröten schließlich durchkommen.

Sonnenuntergang über dem Pazifik

Am Sonntag gönnte sich dann Enora einen komplett freien Tag und wir fuhren nach Huatulco, was in Mexiko als Öko-Urlaubsparadies mit ruhigen und jungfräulichen Stränden gepriesen wird. Doch wir mussten mal wieder feststellen, dass wie so oft in Mexiko, zwischen Werbung und Wirklichkeit eine kleine Schlucht klafft, etwa in der Größe des Landes. Das einst als Natur-Urlaubsparadies konzipierte Örtchen mit seinen Buchten hat nichts, aber auch gar nichts von dem, was es verspricht. Hotelklötzer säumen die Buchten, überall Neubauten, die meisten im Rohbau wieder fallen gelassen und nur wenig Ruhe. Also waren wir froh, dass wir die Woche doch in Zipolite verbracht und nicht, um mal etwas Neues zu machen, uns von der Werbung für Huatulco den Blick vernebeln ließen.

Pt. Angél - der nächstgrößere Ort neben Zipolite

Am Montag, nach einer guten Woche Ruhe und Entspannen, packten wir dann am frühen Vormittag unsere Rucksäcke zusammen und machten uns mit einem Van auf den Weg zurück nach Oaxaca. Unser Fahrer war so sehr die Ruhe selbst, dass wir leider 8 statt wie geplant 5 Stunden bis Oaxaca brauchten und wir so einen Zwangsstopp in der Stadt einlegen mussten. Wir quartierten uns erneut im Chocolate ein, einem Hotel, deren Besitzer sich dem Herstellen traditioneller Chocolate Oaxaceña widmen und in dem es stets nach dem frisch gemalenem, braunem, süßen Pulver riecht. Die Zimmer sind einfach und günstig und wir entschieden uns für eine verkürzte Nachtruhe.

am Meer - Kleinod in Bahía del Camarón

Bereits um 5 Uhr saßen wir am gestrigen Morgen dann schon wieder im Bus nach Puebla, durchquerten die Sierra mit ihren hohen, felsigen Bergen und ihren schroffen Tälern und kamen am Vormittag wieder in Puebla an.

Zurück im Tal von OaxacaMorgensonne über den Bergen in Richtung Puebla

Heute war ich dann bereits schon wieder in der Uni und mein Prof bemerkte auch schon, dass uns nur noch wenige Seminare bis zum Ende des Semesters blieben – und entschied, ab sofort ein wenig den Plan abzuarbeiten. Dass wir das schaffen, wage ich zu bezweifeln, hinken wir doch zu sehr hinterher – aber sei es drum – mir geht es gut und den letzten Wochen mexikanischer Uni sehe ich entspannt entgegen – folgt doch dann der wohl längste Sommer meiner Studienzeit – Mai bis Oktober – wirklich frei.

…ya de vacaciones!

Posted in puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , on 6. April 2009 by Jakob

Nachdem die vergangene Woche recht ruhig verlaufen ist, kommt dieser Artikel schon wieder mal aus Oaxaca. Am lDie Vorhut in Monte Alban - noch dominiert Trockenheitetzten Montag lief in der Uni nicht viel, weil allgeimeine Trauer angesagt war. Einer meiner Kommillitonen war am Freitag vergangener Woche auf der Ausfallstrass, die vor der Fakultaet zu ueberqueren ist, von einem Auto ueberollt worden. All das war leider nur eine Frage der Zeit, hatte man, wie ueblich in Mexiko, wegen Bauarbeiten an der 6-spurigen Strasse die Fussgaengerbrueck ersatzlos abgerissen und fuer keinerlei Verkehrsregulierung gesorgt. Immerhin, seit seinem Tod stehen an der Stelle Verkehrpolizisten und regeln den Verkehr.

Der Rest der Woche war weiter entspannDie Runde und Roman mit einem kleinem Geschenk meinerseits in Oaxacat, in Relaciones Publicas hielt ich einen Vortrag ueber Deutschland und schaffte es sogar, meine sonst so ungeduldigen Mitstudenten fuer ueber 40 min Ruhe abzugewinnen und sich fuer mein Land zu interessieren.Am Ende schaffte ich es nicht, meine Praesentation fertig zu bringen und werde nach den Osterferien noch deutsche Staedte, vor allem aber Leipzig und Bonn, vorstellen.

Am Freitag wurde es dann in der Quinze wieder voll – Theala und Roman bekamaFruehstueck an einem der aeltesten Baeume der Weltn Besuch und mit Roman und seiner deutschen Freundin streifte ich en wenig durch Puebla. Mein Plan fuer die Osterferien stand so gut wie noch nicht, nur war klar, dass ich mit ihm, seiner Freundin, Thaela und ihrer Freundin am Samstag Morgen Richtung Oaxaca aufbrechen wuerde und dort das Wochenende verbringen wuerde. Und so kamen wir am Samstag Nachmittag in Oaxaca an und ich fuehrte die illuestre Runde auf Monte Alban. Am Abend kam Enora nachgereist und wir trafen uns mit unserem Mitbewohner Nestor, der in Oaxaca heimisch ist. Nach ein paar Bierchen verabredeten wir uns fuer den Sonntag Morgen und kurz ach Neun holte uns Nestor mit dem Pickup seiner Mama am Hotel ab. Wir wollten den Tag ueber durch das Oaxaca-Tal cruisen und uns das ein oder andere Sehenswerte anschauen – was schlussendlich einer der besten Tagesausfluege ever wurde. In Tule, am ueber 2000 Jahre altem, und damit einem der aeltesten Baeume der Welt, fruehstueckHierve el Agua - mitten in Oaxaca (Staat)ten wir, bevor wir uns, weil zu siebt zur Haelfte auf der Ladeflaeche, weiter auf der Ladeflaeche nach Hierve el Agua in die Sierra schraubten. Vor Mittag erreichten wir die sprudelnten Quellen von Hierve el Agua und verbrachten dort fqst den gesamten Tag. Mal auf der Suche nach guten Auddichtspunkten, mal badend hoch ueber den Bergen in den natuerlichen Pools von Herve el Agua.

Unser Besuch von Mitla, einer weiteren Zapotekenstadt im Tal, scheiterte an der Uhrumstellung und wir standen am Abend vor einer verschlossenen archeologischen Ausgrabungsstaette, die ich im Dezember bereits besucht hFreuhling in Yagulatte. Allerdings hatten Nestund ich eine Alternative zur Hand und so fuhren wir wieder in Richtung Oaxaca und machten noch an einer weiteren Staette Halt. Diese war zwar offiziell ebenso schon dicht – allerdings liegt jene so abgelegen, dass man sie noch nicht einmal einzaeunte und wir so ueber die Mauern klettern und von da aus nocheinmal eine grandiose Aussicht auf das ausgetrocknete Oaxaca-Tal geniessen konnten.

Am Abend luden wir Nestor, der uns den ganzen Tag chauffiert hatte, zum Essen ein und trennten uns.Roman und seine Freundin fuhren noch in der Nacht nach San Cris weiter und Thaela und ihre Freundin verliessen  und heute am Nachmittag. Enora hat diese Woche einen Doku-Workshop in Oaxaca und so bin ich erstmal noch ein weing geblieben und werde erst am Mittwoch vor ihr an die Pazifikkueste reisen. Mit Nestor und seinen Freunde werde ich in Puerto Escondido Sonne und Strand geniessen, bevor ich mich dann mDie gesamte Bande: Jakob, Enora, Thaele, Steffi, Roxanne, Roman, Nestor und Victorit Enora am Sonntag wieder in Zipolite fuer eine gute Woche Osterferien treffe.

Fuer morgen frueh habe ich mir einen Motorroller reserviert, mit dem ich nocheinmal ein wenig auf eigene Faust das Oaxaca-Tal erkunden werde und dann geht es ans Meer. Ist ja auch schon wieder einen knappen Monat her. Das sind Ferien!

PS: Da zu spaet auch noch auf diesem, hochoffiziellem Wege: Alle Gute zum Geburtstag, Daniel (und hier in Aktion!)!

An’s Meer

Posted in pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 11. März 2009 by Jakob

Wie ja schon im letzten Artikel ins kalte Deutschland angedroht, bin ich tatsächlich am Donnerstag in den Nachtbus gesprungen. Über eine elend lange Fahrt, auf der mir die brutal zufallende Busklotür auch noch den kleinen Finger einklemmte (Ihr wollt gar nicht an den Pazifik, ist alles nur Leiden, Schmerzen und Autsch!), kam ich endlich am Freitag gegen Mittag in Pochutla an, wo bereits meine zwei deutschen Reisenden, Norman und Sally, mit einem Schild in der Hand mit meinem Namen darauf auf mich warteten.

Sicht aufs Meer - von unserer Hütte ausWir sprangen geschwind auf den nächsten Pick Up und ließen uns durch die Mittagshitze die letzten 20 Kilometer hinunter nach Zipolite an den Pazifik bringen. Zielgerichtet, weil ja schon mal dagewesen, steuerte ich das Lo Cosmico an, ein malerisches Hostel mit kleinen Palmenhütten zu unvernünftig günstigen Preisen. Wir checkten ein, nahmen ein Hüttchen mit Meerblick und ca. 30 m bis zum Strand und wechselten sofort auf Kurz. Ich hatte nicht mit einer so langen Fahrt gerechnet und somit war ich obendrein hungrig. Wir einigten uns auf ein kurzen Sprung in den 26 Grad kühlen Pazifik, plantschten in den eher ungewöhnlich ruhigen Wellen und Sally bekam eine Antwort auf ihre Frage, die sie am Abend zuvor eher retorisch an Normi stellte: Kommt der Jagger nur jetzt für ein Badewochende an den Pazifik? Jepp – nur für ein Badewochenende – aber in paradiesischer Umgebung! Es war nun keine Frage mehr. Nachdem wir ausgiebig das Wasser getestet und festgestellt, dass es doch gar nicht so frisch war, suchten wir nach einem Restaurant, um den Hunger zu bekämpfen. Wir wurden nach einem „Stadtrundgang“ durch das Straßendorf (100m Länge) Zipolite recht schnell fündig und setzten uns in den Freisitz einer wirklich guten Pizzeria – der 7 de Diciembre. Hier verspeisten wir die leckersten Pizzen Mexicos, die obendrein auch noch von einem Mexikaner gebacken wurden und genossen den Abend. Die milde Luft. Und das Gefühl, keine Termine und nichts weiter zu tun zu haben. Mit ein paar (in meinen Augen zu wenigen) Mojitos verabschiedeten wir den Tag in einer Strandbar und schlichen uns in unsere Palmenhütte. Den Rückweg hatten wir über den Strand zurückgelegt.

Am Samstag klingelte kein Wecker, trotzdem blieben wir nicht ewig in den Federn. Gestärkt mit einem Frühstück gingen wir die paar Meter zum Strand und genossen das Plantschen in den Wellen.

Blick auf den paradiesischen Strand von MazunteSpaeter wollten wir herausfinden, wie es denn mit einer Waal- Beobachtungs-Tour ausschaut und machten uns auf den Weg in das uebernaechste Stranddoerfchen Mazunte. Dort hatte ich mit Enora im Dezember eine ziemlich gute Tour gebucht und auch eine Menge Wale, Delphine, Schildkroeten und Flugrochen gesehen.

Also steuerten wir den Strand in Mazunte an, sprangen ins Wasser, wieder raus und liefen in das RLa Ventanillaestaurant von Carmelo, bei dem ich das letzte Mal die Tour gebucht hatte. Er zeigte sich erfreut, dass ich mit neuen Leuten kam, wir machten die Tour fuer Sonntag Morgen um 8 Uhr klar und zogen an den naechsten Nachbarstrand, La Ventanilla. La Ventanilla, was nichts anderes heisst, als das Fensterchen, verdankt ihren Namen einer Felsformation, die auf der linken Seite des Strandes an den Felsen aus dem Wasser ragt, und einem Fensterchen aus Felsgestein dominiert wird.

Mangroven hinter dem Strand von La VentanillaUnser Ziel hier: Eine Bootstour durch die hinter dem Strand liegenden Mangroven-Suempfe. Wir fanden recht schnell jemanden, der uns eine solche Tour anbot, wir legten die Schwimmwesten an (die wohl mehr als Beissschutz vor den Krokodilen dienen, als uns beim Schwimmen unterstuetzen sollten) und stiegen in ein langes Boetchen. Mit uns an Bord war eine mexikanische Familie und die zwei Bootsjungs, die uns durch das Gebiet ruderten. Kaum hundert Meter unterwegs, entdeckten die beiden Chicos auch schon das erste Krokodil, dass seinen kaltbluetigen Koerper in der warmen Nachmittagssonne am Ufer an den Baeumen auf Temperaturen brachte. Nachdem es sich vom Schlagen eines Fliflops auf die Wasseroberflaeche voellig unbeeindruckt zeigte, zog einer der Jungs ein blutiges Stueck Fischfleisch durch das Wasser. Wir waren ungefaehr 10 Meter entfernt – und das wirkt. Das Krokodil liess sich ruhig rueckwaerts ins Wasser gleiten und steuerte auf unser Boot zu. „Keine Haende ins Wasser!“, lautete der Befehl unserer Jungen und das Kroko schwamm dicht an uns heran, stiess mit dem Kopf an unser Boot und beobachtete uns aus den Mr. Kroko zeigt Zähne - Photo: Norman DöhlertAugen, die neben einem wirklich furchteregenden Maul mit scharfen Zaehnen aus dem Wasser illerten. Die Laenge des gefraesigem Monstrums wurde uns eindrucksvoll klar, denn ungefaehr ein Meter hinter dem Kopf ragte ein zackiger Rückenkamm aus dem Wasser, der sich bis zum Schwanz ausdehnte. Rund 3 Meter war das Reptil lang – ein kleines Krokodil, stellte einer unserer (erfahrenen oder schlicht leichtsinnigen) Bootsjungen fest. Er warf nun dem Krokodil ein/zwei Fichfilets aufs Maul, und das Monster schnappt blitzschnell zu, gewährte uns einen kurzen Blick in seinen tiefen Rachen und auf die weiteren Messerscharfen Zähne und schlang die nicht wirklich kleinen Fischstücke herunter.

Ich hatte mich inzwischen von meinem Platz im Boot erhoben – die Bootswand trennte mich keinen halben Meter von diesem respekteinflößendem Tier und mit einem schnellen Schnapper hätte ich wahrscheinlich mindestens einen Arm weniger gehabt. Wenn es gut gekommen wäre. Ich stand also im Boot, und beobachtete die Fütterungszeremonie aus dem Stand. Weil mich das erste Schnappen nach dem Fisch doch ordentlich beeindruckt hatte, hatte ich ganz vergessen, auch auf den Auslöser der Kamera in meiner Hand zu drücken. Es lief mir anderes durch den Kopf.

Palmen und ein Vogel - in der Nähe von La VentanillaAls wolle er uns zeigen, wie ungefährlich diese wirklich niedlichen Tierchen seien, nahm der Jüngere der beiden Bootsjungen sein Ruder und drückte das Tier mit dem Ruder auf die Schnauze und eben jene samt Krokodilskopf unter Wasser. Ich bin mir sicher, dass das nur gut ging, weil Mr. Kroko einen verdammt guten Tag hatte. Ich an seiner Stelle hätte mir das Früchtchen von Bootsjungen geschnappt und ihm eine Lektion erteilt, dass er kuenftig den ordnungsgemäßen Abstand hält – sollte er nocheinmal dazu kommen, ein Ruder in den Arm zu nehmen.

Nachdem wir also unsere etwas zu nahe Krokodilbegegnung ohne Verluste hinter uns gebracht hatten, ruderten uns die zwei Jungs weiter in die Mangroven hinein. Mr. Kroko hatte inzwischen Gefallen an uns gefunden und schwamm unserem Boot seelenruhig hinterher – wahrscheinlich in der Hoffnung, dass noch jemand auf die Idee käme und sich im Wasser erfrischen wolle.

Wir nahmen einen Wasserweg, der durch die Mangroven immer enger Rote Mangroven - färben das Wasser schwarzwurde und sahen große, weiße Vögel an uns vorbeiziehen. Das Wasser war schwarz – gefärbt von den Wurzeln der roten Mangroven, die von den Ästen in das Wasser hängen und dort ihre Flüssigkeit an das Wasser abgeben. Wir machten hinter einem Termitennest halt und die Jungs meinten, wir könnten hier ein wenig auf den roten Mangroven herumklettern. Sally und ich ließen sich nicht lange bitten und zack waren wir raus aus dem Boot und standen auf den zerbrechlich wirkenden, aber ultraharten Wurzeln der Mangroven.

Später ließen wir uns weiter durch die Mangrovensümpfe rudern, sahen eine Süßwasserschildkröte, die sich den Panzer in der Sonne wärmte und zogen, mit Kroko im Schlepptau zurück zur Einstiegsstelle.

Mr. Kroko war ein wenig langsamer, als unsere Ruderjungs und so konnten wir uns sicher wieder an Land begeben. Wir schlenderten über den Strand Jakob, Sally und Normi auf Tour durch die Mangrovenschließlich wieder zurück und am Ausgang des Strandes hielt uns nocheinmal einer der Männer, die die Mangroventouren anbieten, an. Er hielt einen Magneten in der Hand und fragte uns, ob wir wüssten, warum der Strand hier so schwarz sei?! Wir verneinten und er ließ seinen Magneten in den Sand fallen. Blitzschnell sog der Magnet all die schwarzen Sandteilchen auf sich, sah nun aus, wie ein Stachelschwein und der Mann meinte: „Alles Metall.“ Fasziniert säuberten wir den Magneten und versuchten es selbst, und schau an – auch bei uns funktionierte es (Video guggen!). Wir zogen zurück nach Zipolite mit der Frage im Kopf: Warum machen die mit einem Mega-Magneten nicht einfach den Strand weiß?!

Punta Cometa - Am frühen Morgen vom Strand von Mazunte aus fotografiertAm Sonntag ging es früh raus. Wir steuerten zielstrebig unser Nachbardorf Mazunte an und begaben uns zum Treffpunkt mit Carmelo für die Waal-Tour. Die zwei weiteren Passagiere kamen nicht, also verscherbelte uns Carmelo an die Tour seiner Nachbarn und wir fuhren mit anderen Leuten aufs Meer. Zunächst ging es um Punta Cometa herum in Richtung Ventanilla und dort erblickten wir die ersten Schildkröten. Es waren bedeutend weniger, als bei meiner letzten Tour im Dezember. Danach steuerten wir das abgestürzte Flugzeugwrack am Strand von Ventanilla an, über das ich jetzt schon die dritte Story erfahren durfte (Einig sind sich alle, dass es 2005 Schildkröte im Pazifik vor La Escobillaabstürzte und wahrscheinlich zu Narcotrafikanten gehörte.). Danach begaben wir uns auf die Suche nach Walhaien, die sich ein wenig rar machten. Schließlich entdeckten wir zwei auf der gesamten Tour, sahen sie mehr aus der Ferne, und wenn mir mit tösendem Motoremlärm auf die Stellen zu fuhren, an denen sie gerade aufgetaucht waren, waren sie auch schon wieder weg. Ich hätte da als Waal auch kein Bock dauf!

Obligatorisch sprang noch einer unserer GuidesVogel entspannt auf dem Panzer einer Schildkröte ins Wasser, schnappte sich eine Schildkröte und ließ uns mit dem recht hilflosem Panzertier posieren. Ich sparte mir das Posieren, nutzte den Aufenthalt im Wasser, mich von der brennenden Hitze auf dem Boot zu erfrischen und mit einem Schnorchelögang in eher trüben Gewässern beendeten wir die Tour. Normi und Sally hatte es trotzdem gefallen und ich war froh, dass das so war.

Am Nachmittag liehen wir uns noch in San Augustinillo ein paar Boogie-Boards aus und versuchten eine Stunde lang, die Wellen herunterzureiten – was zuweilen auch mit mörderischem Spaß gelang.

Der Abend war für den Sonnenuntergang in Punta Cometa reserviert, der südlichste Punkt der Küste von Oaxaca. Wir genossen bei einem mitgebrachten Bierchen, wie die Sonne erst als roter Feuerball das Meer berüherte und dann recht schnell in den Fluten am Horizont verschwand.

Aufgeschreckte Vögel verlassen ihren "Kack"-Felsen der durch sie blendend weiß geworden istAm Montag frühstückten wir ein letztes Mal in einem Restaurant am Strand und machten uns auf den Rückweg. Um 12 Uhr stiegen wir in einen Van in Pochutla und ließen uns über die kurvenreiche Gebirgsstrecke sechs Stunden lang zurück nach Oaxaca Stadt fahren. Dort angekommen, suchten wir ein Hotel für Norman und Sally, fanden recht schnell ein preiswert und zentral Gelegenes und genossen das abendliche Treiben, Musik und Tanz auf dem Zócalo, während wir zu Abend aßen.

Ich machte mich kurz darauf in einem Taxi auf zum Busbahnhof, sprang in meinen Direktbus nach Puebla und kam schließlich gegen ein Uhr morgens wieder in Puebla an. Norman und Sally hatte ich in Oaxaca zurückgelassen, sie wollten sich gestern noch Monte Albán anschauen und Oaxaca noch ein wenig genießen, was sich ja auch in jedem Falle lohnt.

Gestern ging ich dann mal wieder in die Uni und freute mich, dass ich, dank Frühling am Pazifik - so schaut das aus, wenn alles zu blühen anfängtmeiner wirklich vorausschauenden Stundenplanung, für meinen Kurzurlaub keinen Tag blau machen musste. Heute schob ich mich dann morgens vergebens in die Uni. Erst war der Prof, der mir außergewöhnlicherweise in einer nächtlichen Mail (Privileg eines deutschen Austauschstudentens) noch zugesichert hatte, dass er sein Seminar geben würde, nicht zum Seminar erschienen, und dann ließen mich auch noch meine mexikanischen Studienkollegen sitzen, mit denen ich eigentlich an einer Gruppenarbeit feilen wollte. Egal, somit hatte ich Zeit, diesen Artikel zu schreiben und jetzt noch gleich ein Mittagsschläfchen zu halten, bevor Normi und Sally in Puebla am Abend wieder einreiten.

PS: Wer meine Bilder und Videos mag, kann mich gern mit einer kleinen Spende beim Kauf einer neuen Kamera unterstützen. Meiner Kamera hat das feuchte mexikanische Klima einen Linsenpilz (ja, gibts wirklich) versorgt, der nun für häßliche Flecken in den Photos sorgt und nicht zu bereinigen ist, weil er auf den Innenlinsen sitzt und sich stetig ausbreitet. Also muss ich mich nach einer neuen Knipse umschauen. Und das bei meinem schmalem Austauschstudentenbudget…

Sonne, Palmen, Meer und 25 Grad…

Posted in pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 14. Dezember 2008 by Jakob

… und ich rede hier natuerlich nicht von Luft-, sondern von Wassertemperatur. Ja ja ja, ich weiss, waehrend Ihr im kalten Deutschland sitzt und Euch den Hintern wegfriert, faellt mir mal wieder nichts anderes ein, als Euch von Palmen, hohen Wellen, blauem Wasser und strahlender Sonne vorzuschwaermen. Und da will ich den schicken kleinen Pool in unserem Hotel gar nicht erwaehnen, der da still im Halbschatten der Palmen auf Geaeste wartet.

Atlantida-Van von Oaxaca nach Pt. EscondidoIhr seht, es geht mir wunderbar und ich geniesse mal wieder Puerto Escondido. Diesmal ist das Wetter noch bestaendiger, als im August, aber auch das liegt an der Trockenzeit.

Wir sind am Donnerstag mit einem Van nach San José hoch in die Sierra gefahren und haben uns dort eine Nacht in einer kleinen Huette gegoennt. Die Vegetation erinnerte dot eher an Suedfrankreich – Pinienwaelder, Laubbaeume, Straeucher und, na gut, auch Palmen und Agaven. Blick ueber die Berge bei San JoséWir haben die Freitag Vormittag fuer eine Wanderung in den Bergen genutzt und sind am Nachmittag mal wieder in einen dieser dicken, weissen Ford-Vans gesprungen, der uns dann schlussendlich an den Pazifik brachte. Mit einem Micro wackelten wir dann noch eine gute Stunde die Kuestenstrasse von Pochutla nach Puerto Escondido hinauf und checkten dann in eben jenem oben beschriebenen kleinen Hotel ein.

Ich neben einer Riesen-AgaveDas Hotel hatte ich schon im August mit Martin besucht und ich hatte es in guter Erinnerung behalten – und die Besitzer erkannten mich schliesslich auch wieder. Hier werden wir noch anderthalb Tage am Strand verbringen, bevor wir wieder nach Sueden, oder besser, Osten starten und uns nocheinmal an einem anderen Strand in Mazunte niederlassen. Die Saison der Waale und Delfine ist angebrochen, und so wollen wir uns die springenden Riesen und die lustigen kleinen Kerle nicht entgehen lassen.

Was die Fotos angeht, so muss ich mal wieder enttaeuschen: Das letzte Inet-Cafe hat auf meinem USB-Stick meine Fotoordner zerstoert und so musste ich ihn eben ersteinmal neu formatieren. Das ist hier eine echte Plage: steckst Du einmal einen USB-Stick in einen oeffentlichen Rechner, ist er voll mit Wuermern, Trojanern und Viren. Das passiert mir schon jedes Mal, wenn ich in Puebla drucken muss, aber zerstoert wurde bislang noch nichts. Auch diesmal habe ich Glueck im Unglueck: Alle Bilder, dich ich auf meinem USB abgelegt hatte, sind noch in meiner Kamera. Hatte wohl irgendwie den richtigen Riecher, als ich sie nicht direkt nach der ersten Sicherung von der SD-Karte loeschte. Aber: Ich hab sie nicht hier.

Also, das naechste Mal mit mehr Zeit – und hoffentlñuch einer besserbn Tastatur, diese hier raubt mir den letzten Nerv – jede dritte Taste schreibt wann sie will – ist also nich meine Schuld…. i

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