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La Quince – geerdet.

Posted in Bienvenidos!, puebla with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 1. August 2008 by Jakob

Das ist doch die reinste Wasserverschwendung, dachte ich mir heute morgen und drehte den Duschknauf wieder zu. Das Wasser war eine halbe Stunde, nachdem ich den Boiler angestellt hatte, immer noch nicht warm. Ich wollte duschen, meine Sachen packen und umziehen. In mein neues zu Hause – die Quinze. Immer wieder hatte ich zwischendurch einen Gang ins Bad gewagt, ein paar Minuten das Wasser laufen lassen und gefühlt, ob sich an der Temperatur etwas geändert hatte. Aber nein. Nach einer Stunde dann endlich kam das Wasser heiß aus dem Duschkopf. Ich hatte literweise kaltes Wasser zuvor bei meinen Wasserchecks schon in den Abguss rinnen lassen. Por nada. Die Dusche im Haus meiner Vermieter gehört nicht zur Familie derjenigen Duschen, denen ich hier gern lobpreisend einen Artikel widmen wollte. Nein. Sie ist anders. Anstrengend. Sie erfordert einen Plan. Wann man sich duschen möchte. Und: Dann ist das ganze Unterfangen auch kein Duschen, sondern mehr ein den-Tropfen-hinterherspringen. Leider kein Genuß.

Nachdem ich das Abenteuer Duschen gemeistert hatte, und es geschafft hatte, möglichst viele der Tropfen auf meinen Körper zu bekommen, machte ich mich ans Sachenpacken. Am Abend war ich mit Gerardo noch in die Quinze gefahren. Viviana, das Mädchen, dass zuvor in meinem Zimmer wohnte, war dabei, das Zimmer zu wechseln. Und da war noch ein wenig Hilfe gefragt, beim Möbelrücken. Also sprangen wir um neun in den gelben Crosspolo und jagten durch die nächtlichen Strassen ins Zentrum. Eine Stunde schoben wir Betten, Schränke, Spiegel und Co hin und her, bis Viviana sich in ihrem neuen zu Hause wohlfühlen konnte.

Heute morgen hatte ich dann gegen halb 12 meine Sachen wieder in meinen Bachpack (:-)) verstaut, mir von Gerardo noch ein paar DVDs ausgeliehen und die Titel auf einem Zettel vermerkt und wir rauschten zum Walmart-Supercenter. Ich wollte ein paar Sachen kaufen. Reinigungsmittel, Waschmittel, Seife, Wasser und was man sonst noch so braucht, wenn man in eine neue Wohnung zieht.

Gegen Eins schlugen wir in der Quinze auf. (Bild links: Der Patio der Quinze – unten rechts der Eingang in mein Zimmer.) Schnell schoben wir das Bett, dass vorher in der Mitte den ganzen Raum in Anspruch nahm, an die Wand und ich machte sauber. Später sprangen wir wieder in den Wagen und fuhren zu einem Computermarkt. Ich wollte Boxen für mein Notebool kaufen – Musik ist schließlich wichtig, um sich zu Hause zu fühlen. Nach ein paar Angeboten waren ein paar billige, kleine Computerboxen gefunden. Dazu eine elektrische Steckleiste – mit einer Woche Garantie.

Auf dem Rückweg warf mich Gerardo wieder an meinem neuen zu Hause raus und ich richtete mich so langsam ein. Weil es im Zimmer nur eine sehr weit oben angebrachte Deckenlampe gibt (Die Decke ist 4m hoch), wollte ich mich noch einmal auf den Weg machen und ein paar Kerzen kaufen. Leicht gesagt – schwer getan. Ich irrte durch die halbe Stadt, durchkämmte einen Supercenter nach dem anderen, lief durch Haushalstwarenläden, einen Woolworth und und und – überall: Keine Kerzen. Ein Land ohne Kerzen. Wie ungemütlich. Kann doch nicht sein. Ich begann in den Läden zu fragen, wo, wenn nicht hier, ich denn Glück haben könnte? Und: Na bitte. Hätte ich mir auch denken können. Ein Laden mit jede Menge religiösen Artikeln brachte schließlich den erhofften Erfolg.

Ich huschte nach Hause – der Himmel war schon bedrohlich von Regenwolken verhangen und mit den ersten Tropfen gelangte ich wieder in die Quinze. Später stopfte ich mir in der großen Küche ein paar Paprikas mit Gehacktem, briet sie und schaute noch eine Reportage bei der ARD an (Es lebe die Mediathek!). Mit Kerzenschein viel gemütlicher.

Nur: Die Reportage war alles andere als gemütlich. Kindersklaven und -arbeit in Indien. Eine spannend und investigativ aufgemachte Dokumentation. Ein wenig bedrückend. Aber auf jeden Fall anschauenswert. Und ich war nun doch dankbar für das Onlineangebot der ARD. (Bild: Eine Seite meines neuen Sonnendecks – mitten im Centro Historico) Nachdem ich ernüchternderweise feststellen musste, dass meine Lieblingsreportageseite, ARTE PLUS 7, für mich von Mexiko zwar zugänglich ist, die Videos aber nicht verfügbar sind. Man müsse in irgendeiner ehemaligen französischen Kolonie auf der Welt hocken, oder eben in Deutschland, Frankreich oder der Schweiz. Dann kann man Videos online schauen. Sonst nicht. Prima – merci ARTE.

Gut, nun sitz ich in meinem neuen Zimmer, freue mich meiner eigenen vier Wände in Mexiko und schreib noch schnell diesen Artikel zu Ende. Morgen setz ich mich dann am Nachmittag wieder in den Bus und schaukel wieder nach DF. Zurück zu Berhnard und Paola, ein bißchen Feiern, Martin am Samstag in Allerherrgottsfrühe vom Flughafen abholen und dann schauen, was das Wochenende so bringt, und was mein erster deutscher Besuch so machen möchte.

Ich freu mich auf jeden Fall schon mal auf Klettern am Sonntag und den Pazifik nächste Woche. Denn DA will ich ganz gern hin. Disfrutar la vida. Porque sí!

All my bags are packed…

Posted in 5 vor Flug with tags , , , , , , , , , , , , , , on 2. Juli 2008 by Jakob

…I’m ready to go, I’m standing here outside the door….

So könnte ich wohl seit gestern wahrheitsgemäß John Denver vor mich hinsummen – und das aus nur einem Grund: Es stimmt. 14 Tage vor meinem Abflug habe ich mein Zimmer in Kisten verstaut, meine sieben Sachen für Mexiko zusammengepackt und bin quasi bereit für mein Jahr in Mittelamerika. Neun Stunden hat es gedauert, meine Mexikosachen zu sammenzuräumen und vor allem mein Leben in 20 Kisten zu verstauen.

Mit einem Minimalgepäck wohne ich jetzt als Gast bei meinem Mitbewohner Stefan die letzten Tage vor meinem Abflug. Und ich werde mich wohl mehr in der Uni-Bib aufhalten, als in meinem Gast-Zu-Hause: Denn das Referat und vor allem meine Medienwissenschaftszwischenprüfung stehen noch an – und statt im Chaos zu Haus, lässt es sich doch angenehmer in Büro-Atmosphäre in der Bib lernen. Und was sollte einen da schon ablenken…. außer das Blog… 😉

Aber in den nächsten Tagen heißt es „nicht Ablenken lassen“ und alles für eine erfolgreiche Prüfung tun. Für Mexiko, Diego! Und auch dafür, dass ich in 12 Tagen weiter singen kann:

‚cause I’m leaving on a jetplane,

don’t know when I’ll be back again….

oh babe I….lalalaaaaa! (wg. unwahrer Behauptung in „lalalaaaa“ geändert.) 😉

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