Archiv für ruinen

Al norte – la última vez: Magische Orte

Posted in Adios México, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 1. Juli 2009 by Jakob

Nun ist unsere kleine Nordtour auch schon wieder fast zu Ende, und ich nutze den schlechten Zustand meiner Beine, hier in Guanjuato wenigstens ein wenig Euch an meiner Reise teilhaben zu lassen.

Am Samstag nachmittag sinS1055253d wir 5 Stunden mit dem Bus heraus aus DF gefahren und am Abend in San Luis Potosí (SLP) eingerollt, wo wir uns schnell ein Hotel und etwas zu Beissen suchten. Wir hatten die Stadt nur als Zwischenstopp ueber Nacht vorgesehen, sahen aber noch bei einem kleinem naechtlichem Spaziergang, dass sich auch ein laengerer Aufenthalt gelohnt haette. Grosse Plaetze, liebevoll und praechtig sanierte Kirchen, grosse Gebaeude von ehemaligen Einkaufszentren und Banken verwiesen auf die reiche Silbergeschichte der Stadt, die bedeutend schoener, als ihr Ruf ist. Bernahrd hatte noch gemeint, mich wuerde eine Art Chihuahua erwarten – aber das traf absolut nicht zu. Kein Vergleich die beiden Staedte.

Doch schon am naechsten Morgen nach dem Fruehstueck packten wir wieder unsere kleinen Rucksaecke zusammen und machten uns mit dem naechsten Bus auf nach Matehuala – Zwischenstopp, um nach Real de Catorce zu kommen. Am Nachmittag und nach einer 25 Kilometer Holperstrecke ueber Feldsteinpflaster hinauf auf knapp 2800m erreichten wir den Ogarrío-Tunnel – ein alter in Fels geschlageneneDer Ogarrío-Tunnel nach Real de Catorcer, 2,5 km langer Tunnel, durch den man das Pueblo Mágico Real de Catorce erreicht. Noch vor dem Tunnel wurden wir von unserem Reisebus auf einen kleinen Stadtbus umgeladen, weil der Grosse nicht durch den Tunnel passt, und der Kleine brauchte dann auch gute fuenf Minuten, um den abenteuerlichen, nicht belueftenten und kaum beleuchteten Tunnel zu druchqueren und uns am Ortseingang von Real de Catorce auszuspucken.

Real ist nicht nur „Pueblo Mágico“ vom Namen her, es ist wirklich magisch, diese kleine Stadt in den kargen Bergen, die einst eine reiche Silberstadt mit 40.000 Einwohnern war, und heute nur nochh 1.500 Seelen beherbergt. Rund um das Staedtchen und auch im Staedtchen zeugen mehr eingefallene Gebaeude, alte Haeuser, Grundmauern aus Lehm und Stroh von der einstigen Groesse der Stadt, die vor rund 100 Jahren nahezu fluchtartig verlassen wurde, als Eine Straße in Real de 14die Minen aufhoerten, reich zu sprudeln. In der Umgebung sind ueberall die Ueberreste alter Minen und Schaechte im Berg zu erkennen, und nur wenige Gebaeude wurden wieder richtig hergerichtet und dienen heute als Hotels oder Restaurants in Real de Catorce. Denn der Tourismus ist die einzige Einkommensquelle, die heute das Doerfchen nach seiner Wiederbelebung hat. Viele Kuenstler und Ruhesuchende haben sich heute hier niedergelassen, sich alte Gemaeuer gekauft und sie versucht, vor dem kompletten Verfall zu retten. Die Stadt hat Cárisma, auch wenn sie fast an allen Enden zusammenfaellt – eine lebendige Geisterstadtatmosphaere.

Wir suchten das gesamte Dorf und jede noch steheReal de Catorce Panorama-Ansichtn gebliebene Mauer nach einem Hotel ab und am Ende von Real standen wir vor dem Rincón del Pintor – einem kleinen netten Hotelchen mit Blick über die Innenstadt.

Wir kauften uns ein Bierchen in der dazugehörigen Tiendita und genossen den Ausblick bei einem Indio.

Weil sich seit der Ankunft meine Füße nicht gut anfühlten, sah ich davon ab, noch auf eine weitere Entdeckungstour durch den Ort zu gehen und bestellte mir im Hotel stattdessen einen Eimer, damit ich mir ein Fußbad machen konnte. Seitdem ich aus dem Bus ausgestiegen war, konnte ich kaum auftreten und bewegte mich nur noch wie ein Opa fort, ständig nach irgendwas stützenden suchend.

Am Montag raffte ich dann trotzdem all meine Kräfte zusamWarten auf Kundschaft - vor den Souvernirläden in R d 14men, biß die Zähne zusammen und machte mich doch mit Vater auf eine kleine Entdeckungs-Wandertour rund um Real de Catorce. Ein alter, seit Ewigkeiten gepflasterter Weg führte uns oberhalb des Ogarrío- Tunnels nach oben in die Berge aus Real heraus, vorbei an weiteren alten Gemäuern, die meist unbewohnt wirkten, aber doch häufig noch jemanden beherbergten udn schlägelten uns immer weiter nach oben in die Höhe. Die wenigen, unbewohnt ausschauenden, aber denoch bewohnten Gemäuer, die wir aus der Entfernung oder in der Nähe passierten, schauten aus, als seien sie vor Jahren verlassen worden, aber dann fing auf einmDie Willys - sie waren mit die ersten Geländewagen in Real de 14al doch hinter einer Mauer ein Esel an zu brüllen und man sah noch irgendwo einen Wäscheleine oder andere Anzeichen eines (oder mehrerer) Bewohner in der Nähe.

Nach einer knappen Stunde erreichten wir auf dem Bergrücken, inzwischen auf vielleicht 3.000m eine alte Kupfer-Hacienda, die man bereits von unten aus Real heraus sehen konnte. Auch hier hatten inzwischen Kakteen und andere Sträucher und Büsche die Oberhand über die alten Gemäuer gewonnen und der Wind blies durch die alten Tor- und Fensterbögen, die wieder den Blick auf Real de Catorce freigaben. Die Dächer mussten schon lange vor uns verschwunden sein, aber die Mauern und einige Bögen hatten den widrigen Witterungsbedingungen über Jahrzehnte Stand gehalten.

Schon bald tauchte hinter der alten Kupferhacienda das Pueblo Fantasma, das Geisterdorf, auf. Auf der anderen Seite lag es am Hang und wir konnten es so eine Weile aus der Entfernung vom Wege aus betrachten, während wir uns auf unserem Weg ihm immer weiter näherten.

Auch hier waren nur noch Grundmauern stePueblo Fantasma - das Geisterdorf oberhalb von Realhengeblieben, eine alte Kirchenruine markierte immernoch die Ortsmitte und herum standen weitere Mauern, die auf teils große Gebäude anno dunnemals schließen ließen. Von hieraus konnte man Real nun nicht mehr sehen und wir schlichen uns durch die Ruinen und wunderten uns und bewunderten, wie die Natur sich Stück für Stück ein einst besiedeltes Stück Erde zurückholte. Und so alt, das muss man dazu sagen, waren auch diese Sachen noch nicht, vielleicht ein Jahrhundert ist vergangen, seitdem hier niemand mehr wohnte.

Auf dem Rückweg holte uns wieder ein kleiner RReal de Catorce - eine weitere Panoramaansichtegenschauer ein, der uns bereits am Anfang des Aufstiegs ein Wegbegleiter gewesen ist und wir beschleunigten so unseren Schritt nach unten und standen bald wieder in Real , wo wir einen kleinen Mittagsimbiss zu uns nahmen. Am Nachmittag spazierten wir noch in eine andere Talrichtun aus Real heraus und erkundeten noch eine andere alte Kupfermine, die uns gegenüber am Berghang von unserem Hotel aus schon aufgefallen war.

Auch hier das gleiche Bild: Nur noch Grundmauern, die Fenster von alten Eingang in den Berg - alte Silbermine in Real de CatorceBalken vom dem Einstürzen abgehalten und zwei alte Schächte, die noch immer offen und geheimnisvoll weit und dunkel in den Berg hineinreichten.

Ich war über den Tag mit meinen Füßen ganz gut zu recht gekommen und je weiter wir liefen, desto besser ging es auch. Aber als wir am Dienstag Real in der Morgendämmerung und im Nebel verließen, meldeten sie sich wieder und verschafften sich schmerzlich Gehör.

Nach mehreren Stunden Busfahrt und einigen Malen Umsteigen (ein Direktbus von Matehuala nach Guanajuato war uns leider nicht gegWarten auf den Bus - hinaus aus dem Pueblo Mágicoeben) kamen wir in der Spätnachmittagssonne im wunderschönen Bergstädtchen Guanajuato an. Italienisches Flair – dachten wir nahezu synchron. Kleine Plätzchen, viele Restaurants und Cafés mit Biergärten, enge, schmale Strassen und Gassen, bunte, alte Häuser und das Ganze in einem engen Tal gelegen, dass sich die Häuser an den steilen Hängen bis hoch nach oben an die Berge bunt schmiegten. Überflüssig zu erwähnen, dass Guanajuato Weltkulturerbe ist – schätze ich mal. Das Städtchen ist nur über Tunnel (kennen wir ja schon) zu erreichen, die offenkundig teilweise aus ihrer Silbervergangenheit herrühren und einem im engen Gewirr von Gassen und Sträßlein im Zentrum ans Tageslicht bringen.

Wir hatten uns von einem viel zu geschwätzigem Jungen am Busbahnhof ein Eine Placita in Guanajuato - "italienisches Flair"günstiges Hotel empfehlen lassen und checkten in eben jenem im Zentrum ein. Sein Preis ließ einen besseren Standart erwarten, als es dann schließlich gab, aber vielleicht hatten sich auch Preis und Qualität über die Jahre auseinandergelebt – ein Phänomen, dass man hier in einigen alten Hotels/Pensionen oder Posadas häufiger antrifft.

Meine Füße hatten mich inzwischen fast komplett aus dem Entdeckungsspiel genommen und nach einem kleinen Spaziergang zu einem Restaurant hatte ich mich bereits wieder zurück ins Hotel gezogen, weil ich beim besten Willen nicht mehr auftreten konnte. Vater hatte die Stadt also allein zu La Basilica in Guanajuatodurchqueren, während ich mich einfach nur ins Bett legte, und hoffte, dass dieser unerklärliche Schmerz in meinen Fersen nachließ.

Heute morgen dann aber, hatte der Schmerz immer noch nicht nachgelassen und ich beschloss, nach dem Frühstück einen Arzt aufzusuchen. Vater hatte ich auf weitere Entdeckungsspaziergänge durch das malerische Guanjuato geschickt, während ich mich von einer jungen Ärztin untersuchen ließ, die meinte, dass meine Sehnen ein wenig entzündet seien und ich am Besten die nächsten 5 bis 7 Tage NICHTS machte. Ich schlürfte über ein Internetcafe wieder in ein Hotel, rieb mir meine Füße mit dem frisch gekauftem Gel ein, schmiss mir eine Tablette ein und wartete, dass Vater vom Stadtrundgang wiederkam.

Am frühen Nachmittag verließen wir Guanajuato wieder mit dem Bus und fuhren 5 Stunden zurück nach DF, wo wir am Abend wieder bei Bernhard und Paola eincheckten.

Über El Tajín zum Golf und zurück

Posted in Adios México, El Golfo, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 4. Juni 2009 by Jakob

Das Leben in Puebla ist vorbei. Mein Leben in Puebla ist nach gut zehn Daniel und ich über PapantlaMonaten am Wochenende endgültig zu Ende gegangen.Und jetzt, gerade als ich das hier schreibe, sitze ich wieder im Bus nach México, DF – zwei große Reisetaschen im unterem Stauraum und dazu einen großen Trekkingrucksack. Regen prasselt an die Frontscheibe unseres Primera-Clase-Busses und wir fahren in den Abend hinein in die Hauptstadt. Meine Sachen, die nach einem Jahr Mexico mit nach Deutschland wollen, sollen hier zunächst eine Interimsbleibe bekommen. Bei Bernhard und Paola. Die beiden, die mir bereits bei meinem Mexiko-Start im Juli vergangenen Jahres als Startbasis so hilfreich waren.

Und der Plan bei den beiden aufzuschlagen, sollte eigentlich erst am FreitaDas etwas heruntergerockte Terminal von Papantlag eintreten, aber meine kleine Golfküsten-Tour mit Daniel hat sich als schneller herausgestellt, als geplant, und so sind wir heute bereits wieder aus Veracruz raus, haben in Puebla einen Gepäck-Aufnehm-Stopp gemacht und werden die kommenden Tage in und um DF verbringen. Wenig zu tun ist da ja auch nicht.

Am Sonntag, nachdem ich problemlos meine Wohnung, bzw. mein Zimmer wieder zurückgegeben hatte, waren Daniel und ich in einen Bus nach Poza Rica gestartet. Poza Rica, dass ist eine Mega-Raffinerie mit einer 160tausend-Einwohner Stadt rundrum, mitten in den Bergen des nördlichen Veracruz (Staat) und lohnt laut LP keine Übernachtung. Wir schenkten den Ausführungen des LP glauben und setzten uns, kaum an einem recht minimalistisch, aber groß anmutenden Busterminal angekommen, in den nächsten Bus nach Papantla. Das ein Städtchen in der Nähe und ganz nah dran an El Tajín, eine spEl Tajin - im tropischen Wald verstecktektakuläre archeologische Stätte der Totonaken. Allerdings mussten wir auch in Papantla feststellen, dass die Nachfahren der Totonaken wohl nicht mehr so große Städtebauer waren, wir ihre Vorfahren und so stellte sich auch Papantla als verdreckte, stinkende kleine Stadt heraus, in der überall der Gestank von Kompost und frittiertem Essen in der Luft lag und ihm zuweilen eine Prise Hund oder Urin beigemischt wurde. Ganz aus diesem Bild fiel der völlig blitzblank und hübsch herausgeputzte Zócalo – der so gar nicht in das Bild passen wollte, dass sich uns ergabm wenn man ihn einfach über eine Seitenstrasse hinter sich ließ.
Wir checkten in einem der besten (was nicht „sauber“ und „hübsch“ und auch nicht „teuer“ heißen soll) Hotels ein, handelten den Preis ein wenig herunter (zum Glück, denn den vollen wäre dieses Zimmer wirklich nicht wert gewesen) und genossen ein Bierchen auf einer Restaurant-Terasse mit Blick über den Zócalo. Das Klima war bereits wieder tropisch, heiß und feucht, auch in der Nacht, ganz so, wie wir es von der vergangenen Woche vom Pazifik gewohnt waren.

Am Montag wollten wir uns El Tajín, die alte Stadt der Totonaken in der Nähe anschauen, und wir hatten guten Grund zu hoffen, dass die Stätte nicht überlaufenDie Nieschen-Pyramide sein wird. Seit der Schweinegrippen-Panik ist in Mexiko eigentlich keine Touristenattraktion mehr überlaufen – was gut für uns, aber schlecht für das Land ist.

Wir starteten am Dienstag morgen mit einem Frühstück auf dem Markt und einem großen Saft, checkten aus unserem Zimmer aus und parkten unsere kleinen Rucksäcke im Hotel. Dann schnappten wir uns einen kleinen Mikrobus, der uns nach 20 Minuten direkt vor den Ruinen herauswarf. Der Eingangbereich ist architektonisch gewagt, monumental mit viel Beton und irgendwann war das wohl auch mal modern.
Auf dem Platz vor dem Haupteingang waren totonakische Nachfahren gerade damit beschäftigt, ihr Voladores-Ritual an einem metallernen Pfahl vorzuführen und wir setzten uns in den Schatten und schauten ihnen bei ihrem fliegenden Tanz um den Mast zu. Die Voladores, ich hattte bereits am Anfang meiner mexikanischen Zeit einmal über eine Gruppe in Cholula berichtet, sind hier in Papantla eigentlich zu Haus und bei ihrem kleinen fliegendem Musik-Spektakel dreht es sich um ein Fruchtbarkeitsritual heranwachsender junger Männer.

Nachdem uns einer der Jungs fürs Zugucken eine nicht ganz freiwillige, weil obligatrorische Spende in einer von ihm festgesetzten Höhe abgefordert hatte, verschwanden wir im Haupteingang und machten uns daran, die Stadt zu erkunden. El Tajín, dass ist eine vergleichsweise große Ansammlung von Pyramiden und Ballspielplätzen (17 hat man bislang gefunden), die in vielen Fällen weitesgehend restauriert wurden und immernoch von einer beeindruckenden und gewaltigen Architektur zeugen. Die größe der Bauwerke sollte auch die Macht der jeweiligen Herrscher widerspiegeln, und wenn man durch diese Anlage läuft, bekommt man eine entfernte Ahnung davon, dass die Totonaken in ihrer Region wohl bis ins 12. Jh. keine unbedeutende Rolle zwischen Golf und Inland spielten. Und dazu kommt, dass bis heute nur ein geringer Prozentsatz der Anlage freigelegt und erschlossen ist.

Das wunderbare optisch, aber auch sonst erfrischende an der Anlage ist, dass sie im völligen Grünen liegt, umgeben vom einem dichten, buschartigen, tropischen Wald und die Pyramidenstümpfe ragen über eine kurze, saftig-grüne Wiese.

Die bekannteste Pyramide der Anlage ist die „Piramide de los nichos“, die „NiscVersteckt im Dschungel - El Tajinhenpyramide“, die sich heute auch noch auf den Autokennzeichen des Bundesstaates Veracruz wiederfindet. Sie ist zwischen 20 und 30 Meter hoch, und am kompletten Körper von Nischen durchsetzt. Und wenn man vor ihr steht und sie so vor diesem dichten, grünen Wald stehen sieht, hat man das Gefühl, mal wieder in einem Indiana Jones-Film zu sein. Alles in Allem, und das hätte ich vorher nicht gedacht, empfand ich die gesamte El Tajín-Anlage als so beeindruckend, dass sie ohne Weiteres in die Liste Teotihuacan, Palenque, Monte Albán und Chíchen Ítza mit aufgenommen werden muss, wenn man gefragt wird, welche archeologische Stätten man sich in Mexiko auf jeden Fall anschauen müsste.

Am Nachmittag, und weil wenig Schatten auf den Pyramiden auch mit ein wenig mehr Farbe, rollten wir mit einem Taxi zurück ins unangenehm riechende Papantla und schnappten uns (dummerweise) einen 2.Klasse-Bus nach Veracruz. Dummerweise deshalb, Veracruz - PEMEX-Tower und Hafenweil der Bus alle fünfzig Meter Passagiere aufnahm, lange Stopps machte und so das Doppelte der normalen Fahrzeit in die wichtigste Hafenstadt Mexikos, nämlich 6 Stunden, benötigte.

Wir hatten uns zunächst überlegt, einen Strandtag am Golf einzulegen, dass aber angesichts der nicht vorhandenen Schönheit der Golfstrände dann doch schnell verworfen und hatten uns so direkt nach Veracruz durchgeschlagen.

Hier stiegenAlte Pracht - das Zivilregister aus den Glanzzeiten wir spät in der Nacht in einem günstigem und passablem Hotel ab und wollten den nächsten Tag ein wenig die Stadt und den Hafen erkunden. Wir starteten am Vormittag und etwas später als am Vortag in den Tag und wechselten zunächst das Hostel. Eine Ecke weiter betrieb ein Galizier das Casa Blanca, dass nicht nur bedeutend aufgeräumter, sondern auch wirklich einen gemütlichen Charme und obendrein über eine Dachterasse verfügte.

Dann machten wir uns auf Erkundungstour. Die Besichtigung des Fort Ulúa, dDaniel und ich auf einer der Hafenkais in Veracruzass den Spaniern als wichtige Ankunftsstation während der Kolonialzeit und der mexikanischen Diktatur unter Porfirio Díaz als Gefängnis diente, musste ausfallen, weil das Zubringerboot, von dem uns die Touristinfo berichtet hatte, einfach nicht fahren wollte. Also durchliefen wir den Hafen, spazierten über lange Molen und sparten uns so am Ende die auch eher weniger spektakuläre Hafenrundfahrt, die man allerdings wesentlich spektakulärer gesGlanz vergangener Zeiten - koloniale Häuser verfallen in Veracruztalten könnte, wenn man dies als Tourismusanbieter auch wollen würde. Aber gut.

Am Nachmittag, nachdem wir uns nocheinmal unseren Teint um 2 Stufen abgedunkelt (oder gerötet) hatten, schlürften wir eine Coronita auf unserer Terasse und beschlossen, der Hitze mit einem Bad im Golf Abhilfe zu verschaffen. Der Himmel hatte sich bereits bedrohlich zu einem Gewitter zugezogen, dass bereits am Morgen die Straßen mit Wasser gefüllt hatte, aber die Tropfen wollten nicht fallen. Wir starteten an einen der eher schmutzigen, öffentlichen Srtände, die eigentlich noch viel zu nah am Übersee-Hafen liegen und „erfrischten“ uns in lauwarmen Golfwasser. Und froren, als wir herauskamen, weil das Wasser wirklich an Badewanne erinnerte.

Am Abend machten wir Nägel mit Köpfen. Wir studierten die Mexikokarte und den Lonely Planet und kamen zu dem Schluss, genug von Veracruz gesehen zu haben. Also packten wir uns huete morgen wieder Das Travelteam beim Frühstück im Hotelbett :-)zusammen und machten uns auf, die Golfküste und das feucht-heiße, tropische Klima wieder zu verlassen. Und so sitzen wir jetzt noch immer im Bus, kommen Mexiko City immer näher, während sich die Nacht inzwischen vollständig über Mexiko ausgebreitet hat.
Und in den kommenden Tagen steht uns ein Mix aus Kultur, Geschichte, Sightseeing, Natur und Freizeitspaß (Six Flags) bevor.

So weit.

El fin del viaje….

Posted in Caribe, uni with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 13. Januar 2009 by Jakob

Chichen Itza - die HauptpyramideDer Himmel ist bedeckt und grau, Wind pfeift herbstlich durch die Strassen und ab und zu fallen ein paar Tropfen Regen vom Himmel. Ganz klar, das ist nicht Karibik, das ist das gute alte Puebla.

Seit gestern abend bin ich wieder zurück und der mexikanische Winter hat mich wieder. Wenngleich jener auch nicht so stark reinhaut, wie das, was ich zuweilen in Mails aus Deutschland über den Winter erfahre und in Bildern sehe.

Palacio de los guerrerosDie letzte halbe Woche haben wir noch in der Sonne der Karibik in Playa del Carmen verbracht und dort das Meer, die warmen Sonnenstrahlen und die Farben des Meeres genossen. Auf dem Program standen neben dem Touri-Muss Chichen Itza noch ein Tagesausflug auf die Insel Cozumel, die Playa del CArmen in der See vorgelagert ist.

Chichen Itza hatte sich zunächst als schwieriger herausgestellt, als ich dachte, weil es doch weiter weg von Playa war, als ich zunächst glaubte. Allerdings konnten wir uns dann ganz Touri-Like eine nette kleine Tour buchen, die uns dann an die wohl populärsten Maya-Ruinen Mexikos bringen konnte.

Zeitig morgens ging es in einem kleinen Van los und wir fuhren rund 200 Kilometer ins Innere Yucatans. Nach ein paar Stops in Touristenfallen, kamen wir endlich an einem großen Parkplatz an, wo schon hunderte Autos parkten. Gut 2 Stunden bekamen wir eine wirklich gute Führung durch die RMeiner  -am Strand von Cozumeluinen, mit Erklärungen zu Symbolen, Ritualen und Religion der Maya und es war die erste Tour, in der der Guide nicht die Existenz von Menschenopfern bestritt. Ein großer Schritt nach vorn, in der mexikanischen Geschichtsschreibung, denn normalerweise werden solche Berichte als Erfindungen der Spanier abgetan, die die Ureinwohner blutig erscheinen lassen wollten. Allerdings gibt es mehr als genug Hinweise, dass die Maya Menschen geopfert haben, und die Opfer sich zum Großteil sogar freiwillig töten liessen, denn nach dem Tot wartete das wahre Leben – das Paradies (na, kennen wir das nicht irgendwoher?!).

Fähre Playa-CozumelNachdem wir durch die Pyramiden und Ruinen geschlendert waren, fuhren wir zu einem Cenote, um dort zu baden. Ein Cenote, dass sind Wassergrotten, die von unterirdischen Flüssen mit Süßwasser gespeist werden und über kühles, tiefblaues Wasser verfügen und meist tiefer als 100 Meter sind. Wir plantschten ein wenig, was nach den Ruinen in prasselnder Sonne wirklich willkommen war und schauten uns auf dem Rückweg noch Valladolid an, eine der ersten spanischen Siedlungen auf Yucatán.

Auf'm Mopped rund um CozumelAm Samstag dann hatten wir in aller Frühe die Fähre nach Cozumel genommen und uns dort ein Moped geliehen. Die Insel ist nicht wirklich groß und mit einem Moped kann man den Rundkurs an einem Tag machen und dass machten wir dann auch. Nachdem wir die horrenden Preise für Frühstücke in den Restaurants gesehen hatten, entschieden wir uns für ein Picknick mit Sachen aus dem Supermarkt und fanden nach langem Suchen auch ein Strandabschnitt, der zwar nur durch Privatgelände zu erreichen war, aber dOstküste von Cozumelann selbst nicht privat war. Dort schnorchelten wir auch im türkisblauem Wasser, liessen gelbe, blaue, rote und weiße Fische an uns vorbeiziehen und waren schlicht beeindruckt von den Muscheln und Korallen, die es rund um Cozumel gibt. Am Nachmittag waren wir fast nur noch auf unserem Zweirad unterwegs, machten hier und da Fotostops und am Abend schifften wir uns mit der Fähre zurück nach Playa del Carmen.

Sonntag wOn the road to Touri-Landollten wir ruhig angehen, schließlich sollte dies der erste Tag sein, an dem wir ohne Wecker aufstehen konnten. Nach einem ausgiebigem Frühstück zogen wir dann nach Cancún, um  Massentourismus in seinen schlimmsten Ausmaßen zu studieren. Ich mach es kurz: Es lohnt sich nicht. Die Stadt selbst zählt zu den häßlichsten, die mir je in Mexico den Weg gekreuzt haben und die Insel, auf der die Hotelburgen stehen, ist totgebaut. Die Hotels reichen bis 10 Meter ans Wasser und man sieht den Himmel vor lauter Beton kaum. Wir waren froh, dass wir uns für unseren Aufenthalt für Playa und gegen Cancún entschieden hatten.

GCancún - wie es leibt und lebtestern wollten wir dann eigentlich den Vormittag nocheinmal am Strand von Playa verbringen, allerdings vertrieb uns bald ein Seewind, der graua Wolken und Regentropfen mit sich brachte. Und so waren wir dann gar nicht so traurig, als wir am Abend ins Flugzeug nach D.F. stiegen und in der Nacht wieder zurück in Puebla waren.

Enora und Iguana - in der archeologischen Stätte El Rey in CancúnHeute, zu meinem Geburtstag, hab ich mich das erste Mal wieder in der Uni blicken lassen. Werd wohl bis Donnerstag meine Kurs planen und dann wieder ins Unileben einsteigen. Mal schauen, was der Abend noch an Feier bringt.

An dieser Stelle vielen lieben Dank für all die guten Wünsche, die mich via Mail, OpenBC oder Facebook erreichten. Alsdenn, bis zum nächsten Eintrag.

Dschungel-Palaeste, See-Festungen, tiefblaues Wasser und tropisceh Temperaturen

Posted in Caribe, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 8. Januar 2009 by Jakob

Es hat ein Weilchen gedauert, bis ich mal wieder Zeit und Muse gefunden habe, hier mal wieder etwas zu schreiben. Und die Gefahr im seltenen Schreiben liegt darin, dass die Artikel, je seltener, um so ausfuehrlicher ausfallen. Aber gut, was solls.

Palenque - tief in der SelvaJetzt sind schon wieder fuenf Tag vergangen, und es sind fuenf Tage, in denen wir so unglaublich viel Neues zu Gesicht bekommen haben. Ich dachte, ich wuerde eines Tages muede werden, mir staendig neue Ruinen, Pyramiden und Palaeste anzuschauen, aber die, die man hier in México an den verschiedensten Stellen vorfindet, stehen in so unterschiedlichen Landschaften und haben so unterschiedliche Bauweisen, beeindruckende Ausmasse und geniale Settings, dass es einfach nicht langweilig wird.

Am Samstag Morgen war Enora (uebrraschenderweise) puenktlich aus Puebla gekommen und wir suchten uns zunaechst eine bessere Bleibe, als das schaebige Loechlein, in dem ich die Nacht verbracht hatte. Nachdem wir was gefunden hatten, gefruehstueckt und in wenig gebummelt waren, machten wir uns auf den weg in den Dschungel zu den Maya-Ruinen von Palenque. Riesenblaetter im DschungelWeil wir gluecklicherweise unter die Kategorie „mexikanische Studenten“ fallen, geniessen wir das grosse Glueck, saemtliche archeologische Staetten in México, seien sie noch so touristisch, kostenlos besuchen zu koennen. Das ist uebrigens in meinen Augen der groesste Vorteil meines Auslandsstudium bislang, was das reine Studium angeht.

Wir betraten die Ruinen durch den Haupteingang, bahnten uns den Weg durch dschungelartige Wege, mit grossen und hohen Baeumen, von denen Lianen herunterhaengen, und erreichten den Hauptplatz der alten Maya-Stadt. Die geamte Ausstrahlung dieser Ruinen erinnerte mich zunaechst an Angkor in Kambodscha: Dschungel, uberwucherte Ruinen, Palaeste und Tempel – aber es ist dennoch anders.

Hauptplatz PalenqueDer Hauptplatz ist umgeben von hohen Pyramiden, die auf dem oberen Plateau zumeist einen Tempel beherbergen. Weite und steile Treppen fuehren nach oben und hat man sich einmal den Weg nach oben gebahnt, hat einen weiten Blick ueber den umliegenden Dschungel, ueber das vergangene Reich der Maya und man kann sich lebhaft vorstellen, wie dieses Reich gerade von Palenque aus regiert und dominiert wurde. Palenque stammt der Legende nach aus knapp 1000 vor Christus und erlebte seine Bluetezeit in 8. bis 10 Jahrhundert, bevor es mit dem allgemeinen Kollaps der Mayas seinen Untergang fand. Der Kollaps der Maya ist bis heute kaum erklaerbar und heftig umstritten und erscheint um so fragwuerdiger, wenn man die elaborierten, kunstvollen und maechtigen Bauwerke dieser Zivilisation besucht. Sie strahlen nach wie vor etwas mysthisches aus. Palenque ist einmal mehr ein Beweis dafuer, dass man nach Monte Albán, Teotihuacán, Mitla und Yagul, Tula de Allende und Cholula eben noch laengst nicht alles dieser reichhaltigen Zivilisationen Méxicos gesehen hat, und dass man immernoch immer wieder auf Neue ueberrascht und beeindruckt werden kann. Leider waren wir erst am Nachmittag an den Ruinen angekommen und wurden schon nach anderthalb Stunden von den Ruinenaufsehern wieder rausgeschmissen, aber da wir ja Studenten sind, sind wir zwei Tage spaeter einfach noch einmal hin und haben uns den Rest der Staette, diesmal von einer anderen, noch viel verwachseneren Seite, angeschaut. Ein zweites Mal in den gleichen Ruinen und erneut ein voellig neuer Eindruck. Palenque ist grossartig. Nicht die Stadt von heute (die kann man in der Tourismuspfeife rauchen!), aber die alte erhabene Metropole der Mayas.

Aguas AzulAm Tag darauf hatten wir uns von zivilisierten Attraktionen wieder einmal mehr den Naturattraktionen zugewendet und waren mit einer Tour nach Misol-Ha, einem hohen und wunderbaren Wasserfall, unter dem man durchlaufen kann, und Aguas Azul gefahren. Aguas Azul war definitiv DIE Attraktion des Tages. Aguas Azul, das ist ein Fluss, der sich seinen Weg durch die Selva bahnt, von Wasserfall zu Wasserfall springt, mal gemaechlich weiterfliesst, bevor er sich immer wieder in natuerlichen Pools ausruht. Das Wasser ist unglaublich blau und tuerkis, es ist erfrischend kuehl und wir haben uns ausgiebig an der Erfrischung erfreut.

In der Nacht zum Dienstag haben wir uns dann schlussendlich auf den Weg nach Yucatán und in die Karibik gemacht. Der Nachtbustrip durch Chiapas war gekennzeichnet von Militaer-Checkpoints alle 10 Kilometer und so kamen wir mit dem Bus anfangs nicht wirklich voran.

Dschungel um PalenqueDiese Checkpoints fuehren einem ausserdem immerwieder die gespannte Situation in México vor Augen. Schwerstbewaffnete Militaers, behangen mit Maschinenpistolen und mit ihren amerikanischen Militaerjeeps stehen an den Seiten, schauen boese, und auf dem Dach des Jeeps liegt ein Soldat schussbereit hinter einem Maschinengewehr. NIcht die angenehmste Reiseatmospaehre. Aber die offizielle mexikanische Version lautet ja immer: No pasa nada. Mexico gehts gut. Das Gegenteil an Gefuehlen ist der Fall, vor allem, wenn man durch Chiapas reist. Der Bundesstaat ist seit dem Aufstand der Zapatisten 1994 unter Subcomandante Marcos foermlich abgefuellt worden, mit mexikanischem Militaer. Die politische Situation ist und bleibt angespannt und der Dialog zwischen Aufstaendischen in CHiapas und Regierung in DF sieht so aus, dass die Zapatisten die Waffen niedergelegt haben, Rfeormvorschlaege zur Verbesserung der Lage der indigenen Bevoelkerung in Chiapas gemacht haben und die Bundesregierung als Antwort Militaer und Repression gesandt hat. Auch in Palenque durften wir in der nacht schlendernd die kleinen Angst-Mac-Manoever des Militaers miterleben: Gegen Mitteracht kreuzte ein Mliitaerkonvoi, bis an die Zaehne bewaffnet und mit eben jenen Maschinengewehren auf den Daechern der Militaer-Hummer durch die Stadt. Schnell ruppig, finster blickend. Sicherheitsgefuehl vermitteln sieht in meiner Vorstellung anders aus. UNd scheint auch gar nicht die Intention. In solchen Situationen unterscheidet sich México wohl kaum von anderen herkoemmlichenKrisengebieten auf der politischen Landkarte. Aber soweit zu diesem Exkurs.

Disfrutando Caribe!Wir waren nach Tulúm gekommen und wollten uns eine Cabaña am Strand in der Naehe der alten Maya-Ruinen suchen und wurden sofort mit karibischen Preisen konfrontiert. Hatten wir bislang pro Nacht zwischen 200 und 300 Peso bezahlt, kamen hier die aermlichsten Versionen von Cabañas (ohne Bett, und ohne Haengematte) schon 500 bis 600 Pesos. Wir hatten Glueck und fanden einen vergleichsweise nette mit Bett fuer 500 und genossen den ersten Tag am Meer. Weisser Sand, tuerkisblaues Wasser: Es stimmt, es ist faszinierend! Und noch viel mehr bei Mondschein in der Nacht. Da schaut der Strand wie unter einer Schneedecke aus. Der Sand reflektiert das Mondlicht so beeindruckend, dass ich mich beinahe im deutschen Winter gefuehlt haette. Waer da nicht dieser Temperaturunterschied von 40 oder mehr Grad gewesen waere. (Hab grad aus Leipzig gehoert, dass es dort der zweite Tag unter -20 war…. also sind wir sogar 50 Grad waermer hier…)

Templo de Frescos - TulúmTulúm wollten wir auf Grund ueberhoehter Preise nach einer Nacht wieder verlassen. Allerdings nicht, bevor wir uns die faszinierenden Palaeste der Maya, die direkt ueber dem tuerkisblauen Wasser herausragen, angeschaut haben. Tulúm hatte seine Bluete im 13. und 14. Jahrhundert und war seiner Zeit die groesste Stadt af Yucatán. Bis heute stehen die alten Stadtmauern, durch die man hereinkommt und die die Palaeste und Tempel schuetzten.  Der Ort – einmal mehr – komplett anders. Ruinen auf Felsen, ueber weissem Strand und tuerkisblauem Wasser. Herrlich. Die Maya hatten ein gutes Auge fuer nette Plaetze, kann man da nur sagen. Auch hier durften wir wieder studentisch-kostenlos flanieren gehen und spaeter schnappten wir uns einen Colectivo nach Playa del Carmen. Hier sind wir seit gestern Abend und der Vorteil ist, weil groesser, gibt es eine groessere Auswahl an auch guenstigeren Herbergen. Wenngleich man jeden Verlgeich mit der Pazifikkueste unterlassen sollte. Die Karibik kostet definitiv das Doppelte. Und das liegt wohl auch daran, dass wir uns hier nur wenige Kilometer suedlich einer der Tulúm vom Meer aus gesehenbekanntesten Touri-Spots weltweit aufhalten: Cancún. Diese Stadt werden wir uns wohl nur fuer einen Tagesausflug goennen. Und am Montag von dort zurueckfliegen. Ja! Fliegen! Wir hatten das grosse Glueck, einen Flug von Cancún nach DF zu finden, der uns fuer rund 50 Dollar guenstiger wieder in die poblanische Heimat befoertdert, als der regulaere Bus. Und das auch noch in 20 Stunden weniger. Wenn das nichts ist. Alsdenn, ich zerfliess im Internetcafe und muss wieder an die Luft, an den Strand, in den Sand.

Empieza el viaje – a Oaxaca

Posted in Viajando! with tags , , , , , , , , , on 12. Dezember 2008 by Jakob

Aktualisiert am 21.12. mit Fotos. 

Am Montag habe ich meine sieben Sachen gepackt und mir ein Busticket gekauft. Um 5 Uhr abends wollte ich in Richtung Oaxaca starten. Nach einer Weile entschied ich mich um: Ich tauschte mein Ticket auf Dienstag Morgen, damit ich ein letztes Mal meine argentinische Mitbewohnerin sehen konnte.

Musikgruppe auf dem Zócalo in OaxacaAm Dienstag morgen dann startete ich mit dem Bus die 330 Kilometer nach Sueden in den Bundesstaat Oaxaca. Die autopista von Puebla aus fuehrt durch karge und schroffe Felslandschaft – schlangelt sich durch Taeler und schmiegt sich an Bergen entlang – und die Vegetation ist trocken und verbrannt – Agaven, Kakteen und vertrocknetes Gras wechseln sich ab und dekorieren die Berge an den Seiten. Es ist Trockenzeit in Mexiko und die macht ihrem Namen alle Ehre: Seit anderthalb Monaten kein Tropfen Regen mehr und die Natur schaut entsprechend aus.

In Oaxaca angekommen checkte ich mal wieder im Magic Hostel ein. Hier war ich bereits mit Martin im August abgestiegen – basic but friendly, waere eine kurze und treffende Beschreibung. Nach einem Stadtspaziergang durch die wunderschoenen kolonialen Strassen und Gassen Oaxacas schloss ich auf der Dachterasse Bekanntschaft mit zwei australischen Jungs, mit denen ich dann spaeter Essen ging. Mit dabei noch im Gepaeck: eine Amerikanerin aus Wisconsin, Ex-Volunteer fuer Obama. Schlechte Gesellschaft fuer jemanden, der es inzwischen vorzieht Spanisch statt Englisch zu reden, aber was will man machen. Die Englisch-Fraktion war ganz froh, mich als Dolmetscher gefunden zu haben und so verbrachten wir den Abend erst in einem Restaurant und spaeter in einigen billigen Bars.

Mitla in der MittagssonneGestern dann stand bei mir Kultur auf dem Programm. Mit Martin hatte ich mir in Oaxaca eigentlich nur die Stadt und die Ruinen von Monte Alban angschaut – es fehlte mir also noch eine Menge. Nachdem ich mich gegen eine organsierte Tour und fuer lokalen Bustransport in die Region entschieden hatte,schloss ich Bekanntschaft mit dem bisher runtergekommendsten Busterminal, dass ich in Mexiko gesehen habe: Terminal de Segunda Clase Oaxaca. Dreckig, wenige Menschen, der Bushof eine Staubpiste und an den Seiten Buswracks – eine malerische Busstation. Ich schwang mich in einen Lokalbus nach Mitla und schaute mir dort die Rueckstaende der alten Totenstadt der Mixteken an. Spaeter sprang ich wieder in einen Bus und liess mich auf halber Strecke an der Strasse nach Yagul herausschmeissen. In Yagul war das religioese Zentrum der Mixteken und heute sind dort noch Ueberreste von Palaesten, und von einem traditionellen Ballspielplatz zu finden. Das schoene an diesem Ort ist: Ich war komplett allein. Fast kaum jemand schaut sich die Ruinen, die etwas oberhalb des Oaxaca-Tals liegen, an. Und ausserdem hat man einen wunderbaren Blick ueber das gesamte breite Tal von Oaxaca.

Nachdem ich mir Yagul angeschaut hatte, wollte ich mir eigentlich noch den Arbol de Tule anschauen. Das ist der wahrscheinlich aelteste Baum der Welt mit 2000 Jahren und einem Gewicht von rund 550 Tonnen. Er ist nicht nur 42 Meter hoch, sondern hat auch einen aehnlichen Umfang.

Auf jeden Fall hatte ich dies dann letztendlich nicht mehr geschafft und bin zurueck nach Oaxaca gefahren. Wieder im Hostel bekam ich eine Nachricht von Nestor, meinem Oaxaceño, mit dem ich in Puebla zusammen wohne. Ich traf mich mit ihm auf ein paar Chelas und machte mit ihm eine kleine Wandertour fuer gestern aus. Gestern morgen, nch erheblichen Problemen mit dem Aufstehen, was wohl an dem ein oder anderen Bierchen mit nestor gelegen haben koennte, trafen wir uns um 8 an meinem Hostel und starteten nach San Felipe de las auguas. Hier wollten wir eigentlich einem kleinen Weg zu ein paar Wasserfaellen folgen, aber auch mein lokaler Guide versagte und wir irrten 3 Stunden ziemlich durchs Unterholz.

Arbol de Tule - 2000 Jahre LebenAm Nachmittag kam Enora nach Oaxaca und wir schlenderten nocheinmal ein wenig durch die Stadt. Eigentlich wollten wir nun den Arbol de Tule besuchen, aber mal wieder war es zu spaet geworden. Also standen wir heute frueh auf und fuhren schlussendlich nach Tule. Der Baum ist wirklich beeindruckend, ein Stamm, dass hab ich vorher noch nie gesehen – wie eine Holzwand. Oder besser: Mauer!

Inzwischen warten wir im Sueden Oaxacas auf einen Van, der uns nach San Josè bringen soll. Hier wollen wir Zwischenstation auf dem Weg zum Meer machen. Und morgen abend soll es dann schliesslich endlich wieder an den Pazifik gehen – Meer Meer Meer, Sonne Palmen und noch mehr….. Bis dahin soweit von hier in die Kaelte. Geniesst den Advent, ich hab hier nicht en bisschen weihnachtliches Gefuehl!

Eine kleine Landpartie.

Posted in puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 23. Oktober 2008 by Jakob

Die schönsten Ziele findet man in keinem Reiseführer. Und die, die man schließlich darin findet, sind dann auch wirklich nicht als touristisch zu verkennen. Also bin ich es nun anders angegangen, bin bei der Fotocommunity Flickr einer Gruppe Namens „Puebla“ beigetreten und poste dort nicht nur teilweise meine Bilder aus Puebla und der Region, sondern habe gleichzeitig noch einen viel größeren Nutzen dieser Fotogemeinschaft herausgefunden. Am Wochenende war ich durch die Diashow der Gruppe gesurft und hatte das ein oder andere beeindruckende Bild gefunden: Lagunen, Wasserfälle, Natur und schließlich  alte Ruinen von längts verlassenenen Franziskanerklöstern. Zum Glück geben die Fotografen auch die Orte ihrer Bilder an und so fand ich die Dörfer Tepeaca, Tecali und Cuatinchán, die alle drei über Überreste von alten Klöstern verfügen. Gemäuer, trotz ihrer Unvollständigkeit, nach wie vor beeindrucken können. Und weil ich am Dienstag nur kurz Uni hatte, die Sonne strahlte und sich der Himmel in einem beeindruckenden tiefblau präsentierte, machte ich mich auf den Weg zum Busbahnhof, um herauszufinden, wie man denn hier so auf die Dörfer kommt. (Im Bild unten eine Karte des Südwestens von Puebla – das „A“ markiert Tecali)

Mit einem Regionalbus fuhr ich zunächst in die Kleinstadt Tepeaca und stand dort leider vor verschlossenen Türen des ehemaligen Franziskanerkonvents. Ein kleiner Micro brachte mich dann noch mehr aufs Land und ich war in Tecali gelandet. Einst eine Stadt des Adels der Tolteken-Chichimeken vor der spanischen Eroberung, war es danach zu einem Ort mit einem großen Franziskanerkonvents avanziert. Zwischen 1540 und 1569 bauten hier die Franziskaner ihr Kloster, dass sie bereits um 1643 verließen. Warum bleibt für mich bis heute im Dunkeln, über die Gründe war nichts zu erfahren. Fest steht nur, dass sie es freiwillig dem Lauf der Dinge überließen.

Heute zeugt das ehemalige große Kirchenschiff und weitere Anlagen noch von dem Konvent. Eine beeindruckende Fotokulisse, in der ich mich dann schließlich bis zum Abend austobte und mit, meiner Meinung nach, beeindruckenden Bildern zurück nach Puebla kam. Eine Auswahl der Bilder habe ich in einem Ex-Conventos-Stream bei Flickr bereitgestellt, zum Genießen im Vollbildformat. Einige Bilder sind auch in meinen Impresiones de México-Stream gewandert.

Und so muss ich doch sagen, dass mir die Gruppe „Puebla“ bei Flickr als Möglichkeit, nahe und interessante Ziele in der Umgebung meiner Stadt zu erkunden, sher gut gefällt. Es werden in Kürze sicherlich weitere Regional-Trips folgen – schließlich muß ich auch mal raus aus Puebla. Und so spannend ist die Stadt nach knapp 3 Monaten auch nicht mehr….

El primer visitante.

Posted in Bienvenidos!, mexico city, puebla with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 5. August 2008 by Jakob

Seit gestern Nacht bin ich wieder in Puebla. Diesmal allerdings zu zweit. Am Freitag bin ich am Nachmittag in den Bus gestiegen und über die Berge wieder nach DF gefahren. Abends klingelte ich bei Paola und Bernhard rein. Paola und ich machten etwas zu essen, weil Bernhard sehr spät von Arbeit kam. Später tranken wir die ein oder andere Cervecita und dazu einen leckeren Tequila. Eigentlich hätte ich früh ins Bettchen gemußt, weil Martin um 5 Uhr landen sollte und ich ihn am Flughafen abholen wollte. Aber um 2 bimmelte mein Handy. Ein Anruf aus New York, JFK. Martins Flieger hatte Verspätung, ich sollte zwei Stunden mehr bekommen, um der Nacht ihren Tribut zu zollen. Wegen der Kürze der Nacht hatte ich mich gleich im Wohnzimmer auf die Couch gehauen.

Mit dem Klingeln des Taxis an der Tür wachte ich auf. Flink durch das Bad und bei Victor auf den Beifahrersitz gesprungen. (Bild links: An der Kletterwand.) Es war viel zu früh – oder der Tequila zu gut – auf jeden Fall schlug ich um halb 8 am Flughafen auf und musste feststellen, dass der Flieger noch immer nicht gelandet war. Der Einzige an jenem Morgen it Verpätung, Flug 001 Mexicana aus JFK. Halb Neun endlich schob sich Martin aus dem Zollbereich heraus und wir sprangen in das nächste Taxi und fuhren wieder zu Berni und Paola.

Weil die beiden noch im Kopfkissen weilten, machten wir uns auf den Weg zu einem Markt ums Eck. Kauften Früchte, frischen Orangensaft und frühstückten all dies später gemeinsam mit den Beiden. Der Samstag verlief dann oberruhig. Chillen, flachliegen, ein Tisch mit einem Mosaik für die Wohnung der beiden verzieren – abends Kino. Martin saß der Jetlag, uns dreien der Tequila in den Knochen und am Sonntag wollten wir wieder Klettern gehen.

Am Sonntag starteten wir dann gegen Mittag zum Klettergarten. Vorher hatten wir noch Umberto (der Arzt von meinem ersten DF-WE) und seine Freundin abgeholt und zu sechs kraxelten wir ein paar Stunden uns die Karft aus den Armen.  Danach fuhren wir mit dem Auto nach San Angel (Stadtteil, in den Bernhard und Paola gleich umziehen werden) und Bernhard und Paola kauften Früchte und Gemüse für die kommende Woche.

Die Abendgestaltung sah nicht viel vor, nur, schon fast traditionell, nach dem Klettern zum Argentinier. Und bei dem schmeckte es mal wieder vorzüglich. (Bild: Martin vor der Piramide de la Luna)

Gestern wollten wir eigentlich wieder nach Puebla starten. Aber ich wollte mit Martin vorher eine der bedeutendsten Atzteken-Städte anschauen: Teotihuacán. Rund 50 Kilometer nördlich von D.F. war es einst die größte und bedeutendste Stadt auf dem prähispanischen Kontinent gewesen. Heure zeugen noch Ruinen von Häusern und zwei beedruckend hohe Pyramiden (Piramide del Sol, Piramide de la Luna) von der einstigen Bedeutung der Stadt. Die Piramide del Sol ist zudem nicht weniger als die Weltweit drittgrößte Pyramide. Vorher kommt noch die Cheops in Ägypten und die Pyramide (die eher einem Berg gleicht) von Cholula. Ein paar Stunden wanderten wir durch die Ruinen, bestiegen die Pyramiden und ich kaufte mir eine wunderbare bunte Decke. Kräftige Farben, handgemacht und gleich Wanddekoration in meinem zu Hause in Puebla. Als am späten Nachmittag dann der Aguacero einsetzte, war es Zeit zu gehen. Wir hatten zuvor in D.F. am Terminal unser Gepäck eingeschlossen, damit wir direkt nach Puebla weiterfahren könnten. Also zurück nach D.F. und ein Ticket nach Puebla erstanden.

Mit dem Abendbus steuerten wir dann direkt in einen Riesenstau. Rund zwei Stunden schleichte der Bus auf einer 6-spurigen Autobahn dem Stadtausgang entgegen. Die Strasse halb überflutet vom Aguacero, hatten wohl einige Autofahrer die Kontrolle nicht behalten können und verstopften so die Strasse. Spät in der Nacht fuhren wir schlussendlich in Puebla ein und schnappten uns direkt das nächste Taxi zu mir nach Haus.

Nach einem leckeren Teller Spaghetti und einem Filmchen war es dann Zeit zu Schlafen. Diese Woche wird es hier weiter vermutlich etwas ruhiger hier im Online-Tagebich zugehen. Martin und ich wollen an den Pazifik. Aber zunächst nach Oaxaca. Schließlich habe ich noch eine Woche Ferien und Meer ist immer gut. Gegenstimmen? Gut.

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