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Eine einzige Sardinenbüchse.

Posted in am Rande, mexico city with tags , , , , , , , , on 12. Februar 2010 by Jakob

Es gibt Zeiten, da sollte man in DF, also in Mexiko Stadt, einfach an dem Ort bleiben, an dem man gerade ist. Das sind die Zeiten, in denen sich die Straßen in riesige Blechkolonnen verwandeln, die sich nur noch zentimeterweise auf den kilometerlangen, geradeaus geführten, 5-spurigen Straßen voranschieben.

Die Zeiten, in denen die Metrostationen zu Sardinenbüchsen werden. Menschen nur noch ihren Vorwärtstrieb kennen. Den Willen haben, selbst mitzukommen, die Ellenbogen in alle Richtungen einsetzend. Drückend, schiebend. Egal, ob irgendwas geht.

Die Zeiten, in denen Du zehn Metrobusse an der Haltestelle vorbeibrausen lässt. Du ihre Türen sich öffnen und wieder schließen siehst. Menschen, die durch die nur noch Milimeter großen Abstände zwischen anderen Menschen nach Außen und andere, die in der gleichen Zeit nach Innen dringen wollen. Menschenmasse. Fast eins geworden und doch gegeneinander kämpfend.

Wenn Du vorwärts kommen willst, musst Du mitmachen. Mitschieben. Mitdrücken. Aufpassen, dass Du immer im richtigen Fluß bist, der Dich in der richtigen Station auch wieder nach draussen bringt.

Nein, das macht kein Spaß. Aber wenn man sich in Mexico Stadt bewegen möchte, kommt man nicht drumrum. Auch das Taxi bietet zu diesen Zeiten keine Alternative. Es steckt in den bereits erwähnten kilometerlangen Staus fest.

20 Millionen Menschen. Eine Stadt. Und noch mehr, die nur tagsüber zum Arbeiten hierherkommen. Ein völlig überlastetes Strassensystem. Das Metro- und Bussystem am Rande seiner Kapazitäten. Vor einem halben Jahr konnte man diesen Eindruck nur zur Rushhour gewinnen.

Jetzt scheint es so den ganzen Tag zu sein. Von 8 bis 23 Uhr. Die ganze Stadt eine reine Sardinenbüchse. Und wir – mittendrin.

Opel behauptete einmal, Straßen seien die Adern unserer Welt. Wenn das so ist, dann leidet diese Stadt an Bluthochdruck.

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