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Schnaps… ähm Tequilaidee!

Posted in Bienvenidos!, El Golfo, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 25. August 2008 by Jakob

Nachdem vergangene Woche so langsam die Uni so richtig begonnen hat, Professoren und Studenten wahlweise mit bis zu einer Stunde Verspätung kamen, beginnt in unserem Häuschen, der Quinze, so langsam das richtige Leben.

Seit einer Woche sind wir Jenga-Professionelle. Als wir feststellten, dass wir leider über gar keine Spiele verfügen würden, entschieden wir kurzer Hand, einen Einkaufsbummel mit der WG zu machen, um ein Spiel zu kaufen. (Bild links: Nestor und Agostina im Jenga-Fieber) Für 50 Peso kauften wir einem kleinen Mädchen in der Stadt eine Jenga-Kopie ab und seitdem ist das Aktivität Nummero 1 in unserer Küche. Abend für Abend wurden Jenga-Meisterschaften in unserer WG ausgetragen, und seit Donnerstag natürlich nicht ohne Tequila.

Das Wochenende begann dann absolut ruhig. Nach meinem Seminar über die mexikanische Revolution (Ich muss nicht erwähnen, dass der Kurs, der 12 Uhr beginnen sollte, um ein Uhr erst einsetzte – ich war bis Viertel vor eins der Einzige und der Profe meinte: „Dann warten wir eben noch ein bißchen…“) wurde erstmal auf der Terasse entspannt. Unsere neuen argentinischen Mitbewohner leisteten Gesellschaft und erzählten über ihre wahnsinnig interessanten Wurzeln, woher ihre Großeltern, Eltern und und und stammen. Was für eine mezcla! Am Abend trödelten so langsam alle von Arbeit oder Studium ein und wir überlegten, was wir in der Nacht machen könnten. Schnell war die Idee geboren, dass die gesamte WG ausgeht. Allerdings ist das in Puebla nicht so einfach, weil die Party in einer Nachbarstadt, in Cholula, stattfindet. Nachdem wir wieder in der Küche Jenga-spielend überlegten, was zu tun sei, (Bild rechts: v.l.n.r. Nestor, Paulina, Pedro, Viviana, Jakobo und Enora beim Jenga-Spiel) krsitallisierte sich heraus, dass wir einfach ein Taxi nehmen und dann Cholula unsicher machen würden. Zu Acht, was in Deutschland natürlich ein klarer Fall für 2 Taxen oder zumindest eine Großraumtaxe wäre, bestiegen wir ein(!) kleines Taxi und düsten über die nächtliche Autobahn nach Cholula. Dort schauten wir in mehrere Bars rein, den ein oder andereen Club und feierten bis in den frühen Morgen. Wie der Zufall es wollte, lief mir in Cholula in einem Club Roberto über den Weg. Roberto hatte ich in Puerto Escondido am Pazifik kennengelernt und wir feierten unser zufälliges Wiedersehen. Die Party setzte sich später in unserer Küche fort bis gegen 5 so langsam alle Richtung Waagerechte verschwanden. Übrig blieben Enora und ich und wir schnappten uns den Rest des Tequilas, ein großes Wasser und quatschten in die ersten Sonnenstrahlen hinein auf dem Dach.

Mit der Sonne und dem Tequila (der sicher ein wenig Mitschuld an jener Locura trug), kam uns ein Idee. Wie genial es jetzt wäre, am Meer zu sein, durchs Wasser zu schlendern, den Sand unter den Füßen zu haben und in den Wellen zu schwimmen. (Bild links: Playa Mocambo, Veracruz, Golfo) Es brauchte nicht viel und wir stellten die essentielle Frage: Por qué no nos vamos? Ahorita? Bueno – vamonos! Binnen zehn Minuten warfen wir ein paar Sachen in unsere Rucksäcke, schnappten uns vor dem Haus ein Taxi und düsten, mit einem breiten Grinsen auf den Lippen, zum Terminal de los Autobuses. Dort schnappten wir uns den nächsten Langstreckenbus in Richtung Veracruz und ließen uns in Richtung Golfküste schaukeln. Knapp fünf Stunden später, gegen 5, erreichten wir Veracruz. Als wir aus dem Bus ausstiegen, bließ uns zunächst ein Schwall warmer und feuchter Luft fast zurück in den Bus. Wir waren angekommen und das Wetter fühlte sich tropisch an. Mit Hunger im Bauch suchten wir uns einen Colectivo, der uns zum nächsten Playa bringen würde. Im Süden der Stadt erreichten wir Playa Mocambo und stellten fest, dass die Playas in Veracruz wirklich nicht schön sind. Egal, wir waren am Meer! Der Hunger trieb uns in ein piekfein-aussehendes Restaurant, wo die Preise diese Erscheinung unterstrichen. Aber wir hatten keine Wahl, Restaurants waren rar. Ganz im Gegensatz zu den Preisen war das Essen dann alles andere als zufriedenstellend. Egal. (Bild rechts: PLaya de Chachalacas) Mit dem nächsten Collectivo düsten wir wieder ins Zentrum von Veracruz. Wir wollten nicht unbedingt in der Stadt bleiben und uns lieber einen kleinen ruhigeren Strand suchen. Also fragten wir in der Tourist-Informacion nach, die sich als wenig hilfreich herausstellte. Mit dem Lonley-Planet in der Hand, der sich ebenfalls als nicht gerade hilfreich erwies, entschieden wir uns in blaue hinein nach Norden zu fahren, nach Chachalacas. Ein pueblito mit Strand, dass ist alles, was wir wussten. In der Nacht kamen wir in der Nachbarstadt Cardel an, schnappten uns mangels Collectivos (der letzte war wohl um 9 Uhr gefahren) ein Taxi und ließen uns nach Chachalacas bringen. (A qué parte quieren irse? No sabemos – a Chachalacas. Centro… – Kommunikation mit dem Taxifahrer). Der Taxifahrer ließ und schließlich an einer Strassenecke im Ort heraus und wir schlenderten durch die Nacht, noch nicht so richtig wissend, wohin. Einziges Ziel: La Playa y el mar! Schließlich fanden wir, was wir suchten, bezogen ein kleines Hotel und machten uns mit einem Cerveza Sol auf an den Strand. Clarop que si, dass wir noch ins Wasser mussten und so plantschten wir eine halbe Ewigkeit in der Nacht im warmen Golf von Mexiko. Was für eine Locura – aber sehr sehr fein! Gestern dann gingen wir den Tag an, als müssten wir nicht wirklich zurück nach Puebla. (Bild links: Enora am Golfo) Wir suchten uns einen ruhigen Strandabschnitt, das Wasser war hier bedeutend sauberer, als in Veracruz, und aalten und verbrannten uns gehörig. Erst am Abend kam uns die Idee, dass wir wieder zurück müssten, und wir für unser Abenteuer nun mal nicht viel Zeit geplant hatten. Mit einem Combi düsten wir durchgeschwitzt zurück nach Cardel, schnappten uns einen vollgepackten Bus nach Veracruz und erreichten dort gerade so den 8-Uhr-Bus zurück nach Puebla. Gegen Mitternacht standen wir wieder im Patio der Quinze und waren ziemlich stolz auf uns, dass wir diese verrückte Idee durhcgezogen hatten. In der Küche rechnete noch Nestor an Studienaufgaben. Er wirkte ziemlicj erleichtert, als er uns in der Tür entdeckte. Die WG hatte uns wohl vermisst und sich ein wenig Sorgen gemacht, weil wir einfach über den Morgen verschwunden waren. Aber als wir heute von unserem Spontan-Trip erzählten, meinten alle bloß, wir seien ganz schön verrückt. Bueno, ich hab heute zum Glück erst spät Uni, aber das ist in genau zehn Minuten. Also werd ich hier jetzt mal Schluss machen und mich auf den Weg in die Uni machen. Ich hoffe, Euch allen anderen in allen anderen Teilen der Welt gehts ähnlich gut, wie mir. Saludos y hasta la próxomima!

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