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Road-Trip an den Pazifik

Posted in Adios México, pacifico, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 30. Mai 2009 by Jakob

Vergangene Woche begannen bei mir, mehr und mehr Besucher einzutrOn the road to pacificoudeln und am Samstag Nacht waren wir dann auch alle so weit vollständig. Kathi war am Dienstag in Puebla angekommen, Daniel am Freitag und am Samstag Abend kam noch eine Freundin von Kathi nach und wir waren bereit für unseren geplanten kleinen Road-Trip für eine Woche an den Pazifik. Daniel und ich hatten uns am Samstag Abend noch auf eine Abschiedsparty einer Freundin hier in Puebla gemacht und hatten den Abend angesichts unserer Tourenpläne für Sonntag Morgen auch früh beendet.

ADurch die Berge von Puebla ins Oaxaca-Talm Sonntag Morgen dann packten wir unsere sieben Sachen und Daniel und ich holten den VW Jetta von einem kleinem Autoverleiher hier in Puebla. Und damit waren wir für unsere kleine Tour auf mexikanischer Tierra auch gut ausgerüstet, denn der Jetta ist der moderne Käfer Mexikos. Er wird ebenso in Puebla zusammengeschraubt und in einer eher einfachen Version hier ausgeliefert. Automatik ist drin, Airbags wurden aber wohl als überflüssig empfunden. So ist das nun mal, auf dem mexikanischen Markt.

Wir stiegen also gegen 11 in den Wagen, tankten ihn voll und machten uns auf den Weg nach Süden in Richtung Oaxaca. Mehrere Mautstationen mussten wir passieren, aber die Tarife waren übersichtlS1053207ich und die Zustände der Straßen in einem ausgesprochen gutem Zustand. Und so fuhren wir auch um 3 Uhr direkt oberhalb von Oaxaca in Monte Albán vor, wo wir noch zwei Stunden Zeit hatten, uns die Anlage anzuschauen. Für mich war es nun schon lange nicht mehr das erste Mal, aber trotzdem wieder schön. Und später quartierten wir uns in unserem Stamm-Hotel in Oaxaca ein. Der Wagen brauchte auch eine Pension für die Nacht, weil man in Mexiko leider nachts keine Autos auf der Strasse parken kann, wenn man es am nächsten Morgen vollständig weiterbenutzen möchte. Aber auch das war schnell gefunden und wir verbrachten den Abend auf der Dachterasse bei ein paar kühlen Dosen-Bit. Soetwas bekommt man nämlich in Oaxaca.

Oaxaca im MorgenlichtAm nächsten Morgen stiegen wir recht früh aus den Federn. Das Meer rief und Oaxaca wollten wir auch noch einmal bei Morgensonne genießen und so schlenderten wir zunächst ein wenig durch die koloniale Altstadt und genossen die bunt angemalten, alten Gemäuer.

Dann ging es wieder auf die Piste und wir rollten den Bergen, der Sierra, entgegen, die das Meer von Oaxaca mit Höhen über 3.000m trennt.

Nach zwei Stunden schraubten wir uns über enge Serpentinen nachMangos pflücken am Strassenrand oben und verbrachten dann drei Stunden in der Bergquerung, die durch die Kurven nicht der angenehmste Teil ist, zumindest für den Teil der Mitfahrer, die nicht hinterm Steuer sitzen.Wir machten einige, wenige Pausen, weil wir ja immer noch schnellstmöglich an den Pazifik wollten und um halb 5 Uhr Abends rollten wir dann auch in meinem Lieblings-Hütten-Hostel in Zipolite ein – im Lo Cosmico.

Wir wurden bereits erwartet, weil ich uns vorher angemeldet hatte und wir bekamen wieder wunderbare Meerblick-Hütten. Und kaum am Strand, kam mir auch schon ein bekanntes Weißbrot entgegengejoggt – Matthias, der Freund von Thaela, meiner Mitbewohnerin in Puebla.

Die beiden waren ein paar Tage zuvor in Zipolite eingetrudelt und hatten schon ordentlich Sonne getankt und bei ihnen verbrachten wir dann auch den Abend. Lecker Bierchen trinkend auf deren Terasse, die keine 20 Meter vom Meer entfernt für eine wunderbare Aussicht sorgte.

Am nächsten Morgen frühstückten die Beiden noch mit uns und machten sich dann schon wieder auf den Weg nach Puebla.

Wir verbrachten den Tag zwischen Hängematte und Str...mal wieder Schildkröten freilassenand und machten uns am Abend auf den Weg nach La Ventanilla, um einer Liberación von Schildkröten beizuwohnen. Ich hatte das ja bereits schon einmal im April gemacht und fand das aber so schön, dass ich das meinen vier Mitreisenden auf gar keinem Fall vorenthalten wollte.

Gegen Sieben schnappten wir uns jeder eine 2-Stunden-alte Schildkröte (unter Anleitung natürlich) und setzten sie auf ihren letzten Landgang in Richtung Meer in Bewegung. Bis sich die Sonne dann gänzlich im Strand eingegraben hatte, hatten es dann auch alle Sonnenuntergang über La Ventanilla - Blick von Punta CometaSchildkröten ins Meer geschafft und wir machten uns auf die Suche nach einem Restaurant. Das war in der vergangenen Woche schwerer, als ich je vermutet hätte. In Zipolite, Mazunte und San Augustinillo – das sind die drei Örtchen an der Küste direkt nebeneinander – war fast alles geschlossen. Kein Tourist weit und breit – und wir hatten, das war das gute daran – den Strand nahezu komplett für uns.

Auch am Mittwoch genossen wir den leeren Strand, verbrachten die Zeit mit Lesen und ein wenig Baden und am AbeDer Anfang der Mangroven-Tournd mit dem obligatorischen Sonnen-Untergangs-Schauen in Punta Cometa in Mazunte.

Am Donnerstag gingen es dann Daniel, Roman und ich ein wenig sportlicher an. Wir fuhren nach San Augustinillo, liehen uns ein paar Boogie-Boards und machten die Wellen in der Bucht vor Zipolite unsicher. Die Wellen waren sicherlich nicht die höchsten, aber wir hatten einen Mordsspaß und powerten uns im Wasser aus, bis wir (fast) nicht mehr konnten. Am Nachmittag, so hatte ich meinen Mitfahrern versprochen, stand die Krokotour anDie Hobby-Boogie-Boarder in Zipolite, bei der wir aus viel zu großer Nähe eigentlich uns Krokodile anschauen wollten. Aber diesmal war die Tour nur halb so spektakulär ausgefallen, als bei meiner Letzten und wir sahen nur zwei Krokos aus der Entfernung. Die Mangroven waren trotzdem wieder beeindruckend und für die Vielfalt der Vögel und Leguane hatte sich die Tour doch auf jeden Fall wieder gelohnt.

Gestern dann wollten wir den Tag ruhig angehen, Aufstehen, in Ruhe Frühstücken und dann noch einmal baden gehen und dann uns auf die Rückreise machen. Bis Oaxaca.Abschieds-Cocktail in Playa Zipolite. Photo Daniel Josten. Unser Plan ging am Ende aber besser auf, als wir dachten und so fuhren wir um halb 12 in Zipolite vom Hof und schraubten und ein wenig flinker als auf der Herfahrt in die Berge und beschlossen bald, bis Puebla durchzufahren. Um 17 Uhr rollten wir, nach einem unerklärlichen und scheinbar grundlosen Stau, in Oaxaca ein und bekräftigten unseren Beschluss, durchzufahren. Aus Oaxaca raus ging es wieder auf die ausgebauten und breiten Strassen in die Berge, die es noch einmal nach Puebla zu überqueren gilt und bei Einbruch der Rückfahrt durch die tropische Sierra MadreDunkelheit hatten wir bereits über die Hälfte der Strecke zwischen Oaxaca und Puebla im Sack. Blieben also nur noch anderthalb Stunden Nachtfahrt und die meisterten wir auch noch, so dass wir um 10 Uhr nachts wieder vor der Quinze in Puebla standen. Da parkten wir schnell den Wagen in einer Auto-Pension und heute Vormittag schaffte ich ihn dann wieder wohlbehalten zum Vermieter zurück und seitdem bin ich am Putzen, schrubben und Wienern in meiner Wohnung. Morgen ist Übergabe und bis dahin muss alles glänzen und dann gehen die letzten anderthalb Monate Nomadentum für mich los. zunächst mit Daniel in den Staate Veracruz nach El Tajín und dann mal schauen, wo es uns noch hinträgt.

5TVNZO

Al Pacífico… und ein unglaubliches Treffen.

Posted in Bienvenidos!, pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 12. August 2008 by Jakob

Mit Cola und Zwieback sitz ich vor meinem Notebook und versuche ein wenig den Magen zu beruhigen. So langsam scheint das auch zu klappen. Irgendwas hab ich mir gestern am Pazifik noch als Andenken eingesteckt. Und so konnte ich mich um so glücklicher schätzen, dass ich mit dem besten aller Nachtbusse von Puerto Escondido zurückfuhr. Einer, der ordentliche Toiletten hatte. Was bei anhaltenden Magenkrämpfchen schon wirklich was wert war. Aber der Reihe nach. Und bevor sich gleich wieder jemand Sorgen macht: Es ist nur der Magen – der bekommt sich schon wieder ein…

🙂

Am Mittwoch war ich letztendlich mit Martin in den Bus gestiegen. Es war erst gegen Abend Einer geworden, weil unsere Wäsche noch trocknen musste. Dann ging es knapp 5 Stunden nach Süden und am späten Abend fuhren wir in Oaxaca ein.

Oaxaca ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates und zum einen wegen des örtlichen Kunsthandwerkes, zum anderen wegen des nahe gelegenem Zeremonialzentrums Monte Albán (Bild links: Teil Monte Albáns) bekannt. Monte Albán war eine der ältesten Städte Mesoamerikas und einst lebten hier 200.000 Menschen. Heute ist das auf dem „weißen Berg“ gelegene Zeremonialzentrum ein Anziehungspunkt – und wohl eine der beeindruckendsten Pyramidenanlagen in Mexiko. Im Reiseführer hatte die gesamte Anlage ein wenig trist und trocken gewirkt, aber wir hatten offenkundig Glück (Vergleicht mal mit den Bildern bei Wikipedia – Link etwas weiter oben…).

Nach dem Aufstehen am Donnerstag (zugegeben nicht sooo früh) machten wir uns auf den Weg durch die Innenstadt Oaxacas (es ist müsig, zu erwähnen, dass diese natürlich auch auf der UNESCO-Welterbeliste steht – ebenso wie Monte Albán und eine Hand voll anderer Sehenswürdig- und Beeindruckenswürdigkeiten). Wir sprangen an einem Hotel in einen großen amerikanischen Van, der uns hinauf zur Anlage bringen sollte. Am Parkplatz wurden wir rausgeworfen und sollten in drei Stunden wieder abgeholt werden. Ich hatte anfangs geglaubt, dass wir niemals so viel Zeit auf dieser Anlage verbringen würden – am Ende erwies es sich allerdings als gerade so ausreichend. Wenn nicht zu kurz. Die gesamte Anlage zeigte sich uns in einem saftigen grün. Pyramiden, Tempel, Überreste von Sonnenuhren und Kalender zogen uns auf dem künstlich planierten Berg mit seinem ebenso nicht weniger beeindruckenen Panorama in seinen Bann. Um einen wenigstens kleinen Eindruck von der Größe der Anlage zu bekommen, habe ich ein kleines Panorama-Video (58 sek.) gedreht. Weitere photographische Eindrücke gibts auch in der flickr-Diashow hier als Teil der Mexico-Impressionen.

Nachdem wir wieder zurück in Oaxaca waren, verbrachten wir den Abend auf dem Zócalo. Eigentlich hatten wir uns nur für ein kleines Bierchen niedergelassen, dann aber doch so die Stimmung auf diesem wunderbaren Hauptplatz genossen, dass wir einfach eine halbe Ewigkeit sitzen blieben und das Personal sich wohl schon bald wunderte, ob wir denn je wieder gehen würden…

Der Nachtbus drängte uns dann zum Verlassen unseres entspannten Plätzchens in Oaxaca. Wir hatten nur einen Tag für das Städtchen geplant – im Nachhinein wären auch 2 oder 3 nicht zu viel gewesen – es hätte noch viel zu tun gegeben. Aber: Der Pazifik rief!

Also wieder 9 Stunden in Bussitze gedrückt und am nächsten Morgen in noch grünerer Landschaft aufgewacht. Gegen Acht erreichten wir dann unseren Zielort – Puerto Escondido. Ein kleines Städtchen, ein Surferparadies mit einer der längsten Wellen der Welt (da von meinen Lesern hier ja kaum einer surft, muss ich das wohl erwähnen – ich wusste es vorher auch nicht), viele Hostels, ein langer Strand und – baden verboten

🙂

Nunja, dass sollte uns den Spaß nicht nehmen. Es war Freitag Morgen und ein langes Wochenende lag vor uns. Wir hatten uns vorher natürlich keine Bleibe rausgesucht und ließen uns von einem Mädel am Terminal OCC (Busbahnhof) einen Flyer in die Hand drücken – El Barco del Armor – Más que un hostal… Die Preise klangen gut, die Ausstattung ebenso und es sollte direkt in der Nähe des Strandabschnittes sein, an dem man eben doch baden konnte. „Schwimmen verboten“ heißt in Mexiko ja noch lange nicht, dass man nicht ins Wasser darf. Also schnappten wir uns ein Taxi, dass uns weit in die Peripherie Pto. Escondidos fuhr und an besagtem Hostal ‚rauswarf. Ich brauchte keine 30 Sekunden und keinen Blick ins Hostel zu werfen, um zu entscheiden: Hier bleiben wir nicht – zu weit ab vom Schuss.

Also schlurften wir an den Strand und stapften durch den heißen Sand wieder in Richtung Stadt. Irgendwann fing dann wieder ein bißchen mehr Zivilisation an und wir fanden die Casa Bastin. Ein kleines familiengeführtes Hotel mit Apartements – einen feinen und warmen Pool und dem Surfer Miquele (17 Jahre, sonnengebleichtes, blondes lockiges Haar) – der schlicht und ergreifend alles und jeden in Pto. Escondido kannte. Wenn man was wissen musste – musste man ihn fragen – und man bekam den gewünschten Tipp.

Nachdem wir eingecheckt hatten gönnten wir uns ein Frühstück und den Rest des Tages verbrachten wir am Strand. Badender Weise. Schwimmen war auf Grund der hohen Wellen wirklich nicht drin und zu nahe sollte man ihnen auch nicht kommen, wenn sie brechen. Teils auf 5 Meter bäumen sie sich auf, saugen massenweise Sand vom Grund herauf und wirbeln dann alles was sich ihnen in den Weg stellt wie in einem Zementmischer durch die Gegend. Einmal hineingeraten, vergißt man schnell, wo oben und wo unten ist – man wartet einfach nur, dass die Gewalt nachlässt. Ein Mega-Wellenspaß – und nicht ganz ungefährlich.

Die Sonne brannte erbarmungslos und so war auch der einzige Ort, an dem man sich aufhalten konnte, entweder der Pazifik (mit vielleicht 27 Grad) oder der Pool (mit vielleicht 28 Grad Wassertemperatur).

In unserem Nachbar-Apartement weilten drei Jungs aus Puebla. Oder besser: Zwei aus Puebla und einer, der zwar Mexikaner war und in Puebla noch sein zu Hause hatte, aber seit Jahren in Kanada arbeitete – Roberto, der sich auch in der komfortablen Lage befand, eine kanadische Staatsbürgerschaft zu besitzen. Die acht  Jahre Kanada hatten auch schon sein Spanisch lädiert – ein Gringo-Akzent, und das als Mexikaner – schon fast eine Strafe. Die beiden anderen, David und Richy (auch Bob Marley genannt), machten den ganzen Tag nichts. N I C H T S. Na gut, morgens einen Joint, Mittags Zeug organisieren, rauchen, husten, chillen, Schlafen. An den Strand gehen. Rauchen. Schlafen. Roberto hatte kein Bock darauf (was ich gut nachvollziehen konnte) und wir boten ihm an, sich uns anzuschließen und so verbrachten wir die ganze Zeit eigentlich zu Dritt.

Samstag stiegen wir alle auf die Body-Boards und ließen uns stundenlang von den Wellen hin- und herwirbeln – genossen Schussfahrten auf brechenden Wellen und versuchten, uns nicht allzusehr die Haut zu verbrennen. Abends genossen wir Cocktails in der Bar Fly mit Roberto und ließen die Nacht in einer Tanz-Strand-Bar mit Feuerspektakel ausklingen. Leider mit dem Ergebnis einer offenen Lippe bei Roberto. Ein offenbar zu betrunkener Surfer hatte sich durch irgendetwas provoziert gefühlt und einfach mal draufgehauen – kein schönes Ende für einen schönen Abend – aber glücklicherweise war kein Doktor von Nöten. Jaja, das Temperament, der Alkohol, die Hitze und lateinamerikanisches Blut – da fliegt schon mal schnell eine Faust.

Am Sonntag entschied ich dann spontan, doch erst am Montag Abend die Küste zu velassen und dies erwies sich als gut. Ein Tag mehr Pool, Strand, schlafen, Entspannen, Nichtstun…. Mein Busticket für den Montag-Nachtbus schon in der Tasche bekam ich dann das Angebot, mit den Nachbarjungs wieder nach Puebla zu düsen – aber das Ticket für den Bus war zu teuer und die Jungs wollten irgendwo noch bei einem Dorf mit Zauberpilzen vorbei – also blieb ich bei Bus. Hinzukam, dass mich am Montag dann traf, was Martin seit Sonntag plagte – der Magen machte schlapp. Martin hatte es ein wenig heftiger erwischt – Montag mit ein wenig Fieber, hatte ich ein Erste-Hilfe-Set in der Farmacia gekauft und Electrolyte-Lösung. Martin wollte ohnehin noch an der Küste bleiben und so buchte er noch eine Nacht länger in unserem Doppelzimmer. Er wird dann weiter vom Pazifik in die Karibik fahren und dann wieder nach Puebla kommen – der Weg über Puebla wäre für ihn unsinnig gewesen.

Ich setzte mich am Nachmittag in ein Taxi und ließ mich zum Terminal bringen. Dort angekommen, kaufte ich mir eine große Flasche Wasser und Kekse und hatte zum Dritten mal in relativ kurzer Zeit eine unglaubliche Begegnung. Ein blondes Mädel saß, als ich ins Terminal kam, auf einer Bank und lächelte kurz. Nachdem ich mir ein Wasser gekauft hatte, kaufte sie sich ebenso eines und kam danach auf mich zu und fragte mich: „Sorry, where are you from?“ Ich antwortete knapp und kurz: „Germany!“ Ihr Lächeln wurde ein wenig breiter und sie fragte weiter: „Jakob?“ Ich: „Ähhmmm, ja! Nee, oder?!!?!“ – vor mir stand Alex. Sie hatte vor ungefähr zwei Jahren bei mir in Bonn übernachtet. Ich hatte sie als Gast über den Hospitalityclub bei mir aufgenommen. Sie war damals auf einer Konferenz in Bonn und hatte sich auch kurz vor Mexico noch einmal via Mail gemeldet. Sie wollte auf die AIDS-Konferenz nach D.F. und wir hatten dann aber nicht noch einmal Kontakt. Und plötzlich, mitten im nirgendwo an der Pazifikküste steht sie vor mir. Unglaublich. Ich wollte eigentlich einen Tag früher fahren, so wären wir uns nie begegnet und sie hatte sich gerade einmal eine halbe Stunde zur Weiterfahrt aufgehalten – wahnsinn, was der Zufall so alles kann …. Ja, wir freuten uns und konnten gar nicht so richtig glauben, dass wir uns jetzt sooo wiedergesehen hatten. Nach unserer kurzen Begegnung trennten sich wieder unsere Wege und ich ließ mich mit Magen über 16 Stunden zurück nach Puebla schaukeln.

Oder besser schütteln. Die Strassenverhältnisse schienen so schlecht, dass ich mir zeitweise wie auf der Ladefläche eines LKWs vorkam, der viel zu schnell über eine Schotterpiste raste. Nur der weiche Sitz federte das Ruckeln ein wenig ab. Heute wollte ich nun eigentlich endlich meine Tramites Migartorios machen – aber mein Magen hat mir zunächst Ruhe verordnet. Morgen ist auch noch ein Tag. Und wie sagt man so schön hier: Mañana, mañana! Und so brachte ich es heute außer vom Busbahnhof nur noch kurz zum Super – Kamillentee, Cola und Zwieback kaufen und auf Besserung hoffen. Der Kurztripp zum Pazifik war es dennoch wert. Aber das nächste Mal flieg ich. Hab grad gesehen, dass ich für das gleiche Geld (wie mein Busticket) von Puerto Escondido auch hättte zurückfliegen können. 16 Stunden Schaukel-Rumpel-Ersparniss – naja, danach ist man immer schlauer.

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