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Zum Jahresausklang: zwei Reportagen zu Mexiko

Posted in am Rande with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 14. Dezember 2010 by Jakob

Ich selbst vernachlässige in letzter Zeit ein wenig dieses Blog, was damit zusammenhängt, dass ich selbst nicht mehr in Mexiko lebe. Trotzdem möchte ich auf dieser Seite weiter mir interessant scheinende Nachrichten oder Artikel zu Mexiko posten. Auch alte Artikel von mir erfreuen sich noch großem Interesse, was mich auch freut. Allerdings kann es sein, dass inzwischen der ein oder andere Link nicht mehr aktuell ist. In diesem Fall würde es mich freuen, wenn Du mir einen Kommentar schreiben könntest, wenn Dir sowas auffällt.

Heute möchte ich eigentlich nur eine Sache zu Mexiko empfehlen:

SWR Report Mainz hat Hinweise auf illegale Waffenexporte aus Deutschland nach Mexiko aufgespürt. Der komplette Beitrag (Video) hier.

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Mal wieder DF. Und mein neues Auge.

Posted in mexico city, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 17. März 2009 by Jakob

Also, wie drunter angekündigt, kommt hier der Wochenendbericht.

Am Freitag, ich hatte mich am Donnerstag noch etwas grippig gefühlt, stieg ich mit meinem Mitbewohner Roman in den Bus und fuhr nach México, um dort die letzten zwei Tage mit Norman und Sally zu verbringen. Wir nahmen einen Bus am Vormittag und trafen und trafen uns, nachdem wir die obligatorischen Tacos al Pastor noch am Busbahnhof in uns hineinschoben, mit den beiden vor der Kathedrale. Der eigentliche Plan, ein Fußallspiel im Azteca zu sehen, war leider am Tag zuvor gestorben, weil man mir seitens des Stadions mitteilte, dass sämtliche Zweitligaspiele im Azteca „a puerta cerrada“, also ohne Publikum, stattfinden. Die Sicherheitskosten für das schließlich drittgößte Stadion der Welt wären wohl höher, als die Einnahmen. Auch das gibt es.

Lancha in XochimilcoAlso hatte ich einen Alternativpan ausgeheckt und, nachdem Roman und ich im Hotel eingecheckt hatten, fuhren wir zu viert nach Xochimilco im Süden von DF. Xochimilco, das sind wohl die Überreste des ursprünglichen Mexico Citys, wie es wohl aussah, noch bevor es jemals jemand so nannte, zu den glorreichen Zeiten der Azteken – eine Stadt im Wasser, in der man sich mit Booten und Flößen hin und her bewegte. In Xochimilco (sprich: Sotchi-milko) kann man das noch heute bewundern, und sich auf einer Lancha (Stechboot) durch die Kanäle schippern lassen, vorbei an Händlern, Musikern und anderen Party-Flößen und bei einem Bierchen die Seele baumeln lassen. Genauso taten wir das dann auch – mieteten uns eine Lancha samt Bootsjungen und ließen uns durch die Kanäle treiben.

Am Abend dann fuhren wir wieder zurück in die Stadt und trafen uns am Torre Latino mit Thaela, meiner weiteren deutschen Mitbewohnerin aus Puebla. Gemeinsam bestiegen wir in der Dämmerung das einstmals höchste Gebäude Lateinamerika und sahen dabei zu, wie die Sonne über der Millionenmetropole langsam das Licht ausknippste, und sich glühend hinter den Bergen verabschiedete.

Sonnenuntergang über México - oder Mordor hinter den Bergen :-)Wir hatten keine Zeit zum Bummeln auf dem Torre Latino, da mein eigentliches Alternativ-Programm zum Fußballspiel das mexikanische Wrestling sein sollte – die Lucha Libre. Und so saßen wir auch schon wenig später in der Arena Mexico und schauten maskierten Männern beim Tanz… ähm – beim Kampfe zu. Als Kampfsport mag das Ganze eher lächerlich sein, weil alles fingiert ist, aber artistisch wertvoll und ein bißchen lustig war es allemal. Und dank meiner am Eingang nicht entdeckten Kamera in der Hosentasche, konnte ich sogar ein kleines Filmchen drehen und es hier hineinstellen.

Der Samstag sollte als letzter Tag für Norman und Sally dann auch lang und voll werden. Damit auch wirklich alle Hebel in DF gezogen werden, entschieden wir uns für ein Frühstück in  Coyoacán mit einem Streifbesuch am Haus von Frida Kahlo vorbei und dann, mit allem Gepäck bereits, in die entgegengesetzte Himmelsrichtung nach Norden – zum Terminal del Norte, wo wir mit einem Bus zu den Pyramiden von Teotihuacán fahren wollten.

Teotihuacán - in der TrockenzeitAlso verstauten wir das Gepäck bei einem Guarda-Equipaje am Busbahnhof und fuhren mit dem nächsten Camion nach Teotihuacán. Mein bereits zweiter Besuch. Aber diesmal sollte es wieder anders sein. Nicht nur, dass wir weniger Zeit als bei meinem ersten Besuch hatten, dieser Besuch fiel auch in die Regenzeit – weshalb die Pyramiden in ausgetrockneter Vegetation stehen – ein neues Bild. Bei meinem ersten Besuch hatte die alte Olmekenstadt noch in saftigem grün gestanden (vergl. auch hier) – es war eben Regenzeit.

Unser Guide - "sprecke auk deutsss"Mit Norman, Sally und Roman leisteten wir uns einen englischsprachigen Führer, der uns knappe anderthalb Stunden durch die Anlage führte und mehr oder minder interessante Punkte ansprach. Um 5 packten wir uns zusammen und machten uns auf den Weg zum Rückbus. Der Flieger von N&S sollte um 21 Uhr abheben, und wir hatten von daher gegen 7 am Flughafen sein wollen.

Das Timing klappte faszinierend gut und pünktlich um 19 Uhr standen wir am IBERIA-Check-In und verabschiedeten Norman und Sally aus México.

Jakob, Sally, Norman und Roman auf der Mondpyramide - Photo: Von Romans KameraMit Roman fuhr ich dann wieder nach Puebla, wo ich weiter meine Erkältung kurierte, die ich heute fast schon hinter mir habe.

Die vergangenen drei Tage gingen dann auch recht ruhig zu. Ich habe bis Donnerstag keine Uni und somit die Zeit anderweitig genutzt. Seit gestern habe ich ein neues Spielzeug – eine Samsung S1050 – die meine pilzbefallene alte Camera ersetzt. Und dies, nach bisheriger, erster Erfahrung – großartig. Konnte ich an meiner alten Samsung Blende und Verschlusszeit manuell auswählen, gewährt mir diese Kamera jetzt auch manuelles fokussieren, was zu wirklich tollen Ergebnissen bei Nacht führt. Ein, zwei Beispiele drunter und bald dann mehr.

Kathedrale Puebla von meiner Terasse aus Zimmertür bei Nacht in meiner WG15 Poniente bei Nacht - von meiner Terasse aus fotografiert

An’s Meer

Posted in pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 11. März 2009 by Jakob

Wie ja schon im letzten Artikel ins kalte Deutschland angedroht, bin ich tatsächlich am Donnerstag in den Nachtbus gesprungen. Über eine elend lange Fahrt, auf der mir die brutal zufallende Busklotür auch noch den kleinen Finger einklemmte (Ihr wollt gar nicht an den Pazifik, ist alles nur Leiden, Schmerzen und Autsch!), kam ich endlich am Freitag gegen Mittag in Pochutla an, wo bereits meine zwei deutschen Reisenden, Norman und Sally, mit einem Schild in der Hand mit meinem Namen darauf auf mich warteten.

Sicht aufs Meer - von unserer Hütte ausWir sprangen geschwind auf den nächsten Pick Up und ließen uns durch die Mittagshitze die letzten 20 Kilometer hinunter nach Zipolite an den Pazifik bringen. Zielgerichtet, weil ja schon mal dagewesen, steuerte ich das Lo Cosmico an, ein malerisches Hostel mit kleinen Palmenhütten zu unvernünftig günstigen Preisen. Wir checkten ein, nahmen ein Hüttchen mit Meerblick und ca. 30 m bis zum Strand und wechselten sofort auf Kurz. Ich hatte nicht mit einer so langen Fahrt gerechnet und somit war ich obendrein hungrig. Wir einigten uns auf ein kurzen Sprung in den 26 Grad kühlen Pazifik, plantschten in den eher ungewöhnlich ruhigen Wellen und Sally bekam eine Antwort auf ihre Frage, die sie am Abend zuvor eher retorisch an Normi stellte: Kommt der Jagger nur jetzt für ein Badewochende an den Pazifik? Jepp – nur für ein Badewochenende – aber in paradiesischer Umgebung! Es war nun keine Frage mehr. Nachdem wir ausgiebig das Wasser getestet und festgestellt, dass es doch gar nicht so frisch war, suchten wir nach einem Restaurant, um den Hunger zu bekämpfen. Wir wurden nach einem „Stadtrundgang“ durch das Straßendorf (100m Länge) Zipolite recht schnell fündig und setzten uns in den Freisitz einer wirklich guten Pizzeria – der 7 de Diciembre. Hier verspeisten wir die leckersten Pizzen Mexicos, die obendrein auch noch von einem Mexikaner gebacken wurden und genossen den Abend. Die milde Luft. Und das Gefühl, keine Termine und nichts weiter zu tun zu haben. Mit ein paar (in meinen Augen zu wenigen) Mojitos verabschiedeten wir den Tag in einer Strandbar und schlichen uns in unsere Palmenhütte. Den Rückweg hatten wir über den Strand zurückgelegt.

Am Samstag klingelte kein Wecker, trotzdem blieben wir nicht ewig in den Federn. Gestärkt mit einem Frühstück gingen wir die paar Meter zum Strand und genossen das Plantschen in den Wellen.

Blick auf den paradiesischen Strand von MazunteSpaeter wollten wir herausfinden, wie es denn mit einer Waal- Beobachtungs-Tour ausschaut und machten uns auf den Weg in das uebernaechste Stranddoerfchen Mazunte. Dort hatte ich mit Enora im Dezember eine ziemlich gute Tour gebucht und auch eine Menge Wale, Delphine, Schildkroeten und Flugrochen gesehen.

Also steuerten wir den Strand in Mazunte an, sprangen ins Wasser, wieder raus und liefen in das RLa Ventanillaestaurant von Carmelo, bei dem ich das letzte Mal die Tour gebucht hatte. Er zeigte sich erfreut, dass ich mit neuen Leuten kam, wir machten die Tour fuer Sonntag Morgen um 8 Uhr klar und zogen an den naechsten Nachbarstrand, La Ventanilla. La Ventanilla, was nichts anderes heisst, als das Fensterchen, verdankt ihren Namen einer Felsformation, die auf der linken Seite des Strandes an den Felsen aus dem Wasser ragt, und einem Fensterchen aus Felsgestein dominiert wird.

Mangroven hinter dem Strand von La VentanillaUnser Ziel hier: Eine Bootstour durch die hinter dem Strand liegenden Mangroven-Suempfe. Wir fanden recht schnell jemanden, der uns eine solche Tour anbot, wir legten die Schwimmwesten an (die wohl mehr als Beissschutz vor den Krokodilen dienen, als uns beim Schwimmen unterstuetzen sollten) und stiegen in ein langes Boetchen. Mit uns an Bord war eine mexikanische Familie und die zwei Bootsjungs, die uns durch das Gebiet ruderten. Kaum hundert Meter unterwegs, entdeckten die beiden Chicos auch schon das erste Krokodil, dass seinen kaltbluetigen Koerper in der warmen Nachmittagssonne am Ufer an den Baeumen auf Temperaturen brachte. Nachdem es sich vom Schlagen eines Fliflops auf die Wasseroberflaeche voellig unbeeindruckt zeigte, zog einer der Jungs ein blutiges Stueck Fischfleisch durch das Wasser. Wir waren ungefaehr 10 Meter entfernt – und das wirkt. Das Krokodil liess sich ruhig rueckwaerts ins Wasser gleiten und steuerte auf unser Boot zu. „Keine Haende ins Wasser!“, lautete der Befehl unserer Jungen und das Kroko schwamm dicht an uns heran, stiess mit dem Kopf an unser Boot und beobachtete uns aus den Mr. Kroko zeigt Zähne - Photo: Norman DöhlertAugen, die neben einem wirklich furchteregenden Maul mit scharfen Zaehnen aus dem Wasser illerten. Die Laenge des gefraesigem Monstrums wurde uns eindrucksvoll klar, denn ungefaehr ein Meter hinter dem Kopf ragte ein zackiger Rückenkamm aus dem Wasser, der sich bis zum Schwanz ausdehnte. Rund 3 Meter war das Reptil lang – ein kleines Krokodil, stellte einer unserer (erfahrenen oder schlicht leichtsinnigen) Bootsjungen fest. Er warf nun dem Krokodil ein/zwei Fichfilets aufs Maul, und das Monster schnappt blitzschnell zu, gewährte uns einen kurzen Blick in seinen tiefen Rachen und auf die weiteren Messerscharfen Zähne und schlang die nicht wirklich kleinen Fischstücke herunter.

Ich hatte mich inzwischen von meinem Platz im Boot erhoben – die Bootswand trennte mich keinen halben Meter von diesem respekteinflößendem Tier und mit einem schnellen Schnapper hätte ich wahrscheinlich mindestens einen Arm weniger gehabt. Wenn es gut gekommen wäre. Ich stand also im Boot, und beobachtete die Fütterungszeremonie aus dem Stand. Weil mich das erste Schnappen nach dem Fisch doch ordentlich beeindruckt hatte, hatte ich ganz vergessen, auch auf den Auslöser der Kamera in meiner Hand zu drücken. Es lief mir anderes durch den Kopf.

Palmen und ein Vogel - in der Nähe von La VentanillaAls wolle er uns zeigen, wie ungefährlich diese wirklich niedlichen Tierchen seien, nahm der Jüngere der beiden Bootsjungen sein Ruder und drückte das Tier mit dem Ruder auf die Schnauze und eben jene samt Krokodilskopf unter Wasser. Ich bin mir sicher, dass das nur gut ging, weil Mr. Kroko einen verdammt guten Tag hatte. Ich an seiner Stelle hätte mir das Früchtchen von Bootsjungen geschnappt und ihm eine Lektion erteilt, dass er kuenftig den ordnungsgemäßen Abstand hält – sollte er nocheinmal dazu kommen, ein Ruder in den Arm zu nehmen.

Nachdem wir also unsere etwas zu nahe Krokodilbegegnung ohne Verluste hinter uns gebracht hatten, ruderten uns die zwei Jungs weiter in die Mangroven hinein. Mr. Kroko hatte inzwischen Gefallen an uns gefunden und schwamm unserem Boot seelenruhig hinterher – wahrscheinlich in der Hoffnung, dass noch jemand auf die Idee käme und sich im Wasser erfrischen wolle.

Wir nahmen einen Wasserweg, der durch die Mangroven immer enger Rote Mangroven - färben das Wasser schwarzwurde und sahen große, weiße Vögel an uns vorbeiziehen. Das Wasser war schwarz – gefärbt von den Wurzeln der roten Mangroven, die von den Ästen in das Wasser hängen und dort ihre Flüssigkeit an das Wasser abgeben. Wir machten hinter einem Termitennest halt und die Jungs meinten, wir könnten hier ein wenig auf den roten Mangroven herumklettern. Sally und ich ließen sich nicht lange bitten und zack waren wir raus aus dem Boot und standen auf den zerbrechlich wirkenden, aber ultraharten Wurzeln der Mangroven.

Später ließen wir uns weiter durch die Mangrovensümpfe rudern, sahen eine Süßwasserschildkröte, die sich den Panzer in der Sonne wärmte und zogen, mit Kroko im Schlepptau zurück zur Einstiegsstelle.

Mr. Kroko war ein wenig langsamer, als unsere Ruderjungs und so konnten wir uns sicher wieder an Land begeben. Wir schlenderten über den Strand Jakob, Sally und Normi auf Tour durch die Mangrovenschließlich wieder zurück und am Ausgang des Strandes hielt uns nocheinmal einer der Männer, die die Mangroventouren anbieten, an. Er hielt einen Magneten in der Hand und fragte uns, ob wir wüssten, warum der Strand hier so schwarz sei?! Wir verneinten und er ließ seinen Magneten in den Sand fallen. Blitzschnell sog der Magnet all die schwarzen Sandteilchen auf sich, sah nun aus, wie ein Stachelschwein und der Mann meinte: „Alles Metall.“ Fasziniert säuberten wir den Magneten und versuchten es selbst, und schau an – auch bei uns funktionierte es (Video guggen!). Wir zogen zurück nach Zipolite mit der Frage im Kopf: Warum machen die mit einem Mega-Magneten nicht einfach den Strand weiß?!

Punta Cometa - Am frühen Morgen vom Strand von Mazunte aus fotografiertAm Sonntag ging es früh raus. Wir steuerten zielstrebig unser Nachbardorf Mazunte an und begaben uns zum Treffpunkt mit Carmelo für die Waal-Tour. Die zwei weiteren Passagiere kamen nicht, also verscherbelte uns Carmelo an die Tour seiner Nachbarn und wir fuhren mit anderen Leuten aufs Meer. Zunächst ging es um Punta Cometa herum in Richtung Ventanilla und dort erblickten wir die ersten Schildkröten. Es waren bedeutend weniger, als bei meiner letzten Tour im Dezember. Danach steuerten wir das abgestürzte Flugzeugwrack am Strand von Ventanilla an, über das ich jetzt schon die dritte Story erfahren durfte (Einig sind sich alle, dass es 2005 Schildkröte im Pazifik vor La Escobillaabstürzte und wahrscheinlich zu Narcotrafikanten gehörte.). Danach begaben wir uns auf die Suche nach Walhaien, die sich ein wenig rar machten. Schließlich entdeckten wir zwei auf der gesamten Tour, sahen sie mehr aus der Ferne, und wenn mir mit tösendem Motoremlärm auf die Stellen zu fuhren, an denen sie gerade aufgetaucht waren, waren sie auch schon wieder weg. Ich hätte da als Waal auch kein Bock dauf!

Obligatorisch sprang noch einer unserer GuidesVogel entspannt auf dem Panzer einer Schildkröte ins Wasser, schnappte sich eine Schildkröte und ließ uns mit dem recht hilflosem Panzertier posieren. Ich sparte mir das Posieren, nutzte den Aufenthalt im Wasser, mich von der brennenden Hitze auf dem Boot zu erfrischen und mit einem Schnorchelögang in eher trüben Gewässern beendeten wir die Tour. Normi und Sally hatte es trotzdem gefallen und ich war froh, dass das so war.

Am Nachmittag liehen wir uns noch in San Augustinillo ein paar Boogie-Boards aus und versuchten eine Stunde lang, die Wellen herunterzureiten – was zuweilen auch mit mörderischem Spaß gelang.

Der Abend war für den Sonnenuntergang in Punta Cometa reserviert, der südlichste Punkt der Küste von Oaxaca. Wir genossen bei einem mitgebrachten Bierchen, wie die Sonne erst als roter Feuerball das Meer berüherte und dann recht schnell in den Fluten am Horizont verschwand.

Aufgeschreckte Vögel verlassen ihren "Kack"-Felsen der durch sie blendend weiß geworden istAm Montag frühstückten wir ein letztes Mal in einem Restaurant am Strand und machten uns auf den Rückweg. Um 12 Uhr stiegen wir in einen Van in Pochutla und ließen uns über die kurvenreiche Gebirgsstrecke sechs Stunden lang zurück nach Oaxaca Stadt fahren. Dort angekommen, suchten wir ein Hotel für Norman und Sally, fanden recht schnell ein preiswert und zentral Gelegenes und genossen das abendliche Treiben, Musik und Tanz auf dem Zócalo, während wir zu Abend aßen.

Ich machte mich kurz darauf in einem Taxi auf zum Busbahnhof, sprang in meinen Direktbus nach Puebla und kam schließlich gegen ein Uhr morgens wieder in Puebla an. Norman und Sally hatte ich in Oaxaca zurückgelassen, sie wollten sich gestern noch Monte Albán anschauen und Oaxaca noch ein wenig genießen, was sich ja auch in jedem Falle lohnt.

Gestern ging ich dann mal wieder in die Uni und freute mich, dass ich, dank Frühling am Pazifik - so schaut das aus, wenn alles zu blühen anfängtmeiner wirklich vorausschauenden Stundenplanung, für meinen Kurzurlaub keinen Tag blau machen musste. Heute schob ich mich dann morgens vergebens in die Uni. Erst war der Prof, der mir außergewöhnlicherweise in einer nächtlichen Mail (Privileg eines deutschen Austauschstudentens) noch zugesichert hatte, dass er sein Seminar geben würde, nicht zum Seminar erschienen, und dann ließen mich auch noch meine mexikanischen Studienkollegen sitzen, mit denen ich eigentlich an einer Gruppenarbeit feilen wollte. Egal, somit hatte ich Zeit, diesen Artikel zu schreiben und jetzt noch gleich ein Mittagsschläfchen zu halten, bevor Normi und Sally in Puebla am Abend wieder einreiten.

PS: Wer meine Bilder und Videos mag, kann mich gern mit einer kleinen Spende beim Kauf einer neuen Kamera unterstützen. Meiner Kamera hat das feuchte mexikanische Klima einen Linsenpilz (ja, gibts wirklich) versorgt, der nun für häßliche Flecken in den Photos sorgt und nicht zu bereinigen ist, weil er auf den Innenlinsen sitzt und sich stetig ausbreitet. Also muss ich mich nach einer neuen Knipse umschauen. Und das bei meinem schmalem Austauschstudentenbudget…

Bahn TV – oder einfach nur CHEPE fahr’n

Posted in Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 2. März 2009 by Jakob

Bevor Teil 2 des Reiseberichts kommt – kommt hier noch ein bißchen was zum Guggen! Einfach mal am Rechner CHEPE-Fahrn. Aprovecha!

web 2.0: Ungewöhnliche Erlaubnis.

Posted in am Rande with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 17. Februar 2009 by Jakob

Da hört man eine Menge Schauermärchen und eine Menge Tolles, welche Möglichkeiten uns allen das web 2.0 bietet. Immer wieder tauchen in den Medien Geschichten über Urheberrechtsverletzungen, Verletzung von Weiterverbreitungsrechten und und und  auf – und irgendwann steht beim armen Internetnutzer der Anwalt vor der Tür und wedelt mit einer einstweiligen Verfügung. Und man hat doch eigentlich gar nichts gemacht. Wollte kreativ sein. Und wurde mißverstanden. Aber nicht alles muss so ausgehen. Hier eine erfreulich andere Geschichte. Es dreht sich um mein Video, dass ich im Juli nach meinem Besuch der Casa Azul (Wohnhaus von Diego Rivera und Frida Kahlo in Mexico City) in Coyoacán in DF geschnitten habe, und in Youtube gestellt habe.

Ich hatte darin, Asche auf mein Haupt, Musik verwendet, die ich weder produziert noch komponiert noch in irgendeiner Form selbst erstellt hatte. Trotz allem hatte ich das Video hochgeladen, in mein Blog eingebunden und mir gedacht: Passiert schon nix.

Aber nee. So nich. Heute schließlich fand ich eine Mail in meinem Postfach vom Mangement der Künstlerin. Huiui, dachte ich, oh jeee. Aber nein, ein Ton, den ich so nicht erwartet hatte. Man bat mich, in das Video doch den Zuatz aufzunehmen, „Musik mit freundlicher Genehmigung von…. erschienen auf  dem Album…. in 2007 bei dieserundjener Produktionsfirma“. Man wies mich zwar auch, aber sehr freundlich, darauf hin, dass ich, sollte ich dies nicht tun, Ärger mit den Freunden von Sony BMG bekommen könnte, aber dies lediglich im PS.

Und ich? War baff! Da hatte also jemand aus dem Management mein Video gefunden, festgestellt, dass ich unerlaubter Weise die Musik von jener, wirklich bezaubernden, Künstlerin zur Untermalung meiner Bilder genutzt hatte, und schickte mir nun die Genehmigung frei Haus. Ich bin begeistert. Es ist eben doch nicht alles Jurispudenzzauber, was Musiker und ihr Mangementschlag kennen.

Und um wen drehte es sich? Laura Lopez Castro. Sie verfügt über eben jenes freundliche Mangement. Sympathisch! Und wohl kaum erwähnenswert, dass ich ihrem Wunsch, den Zusatz in mein Video einzufügen, wirklich gern nachkam. Und außerdem ist es ja auch toll, sagen zu dürfen, dass man wirklich die freundliche Genehmigung des Künstlers zur Verwendung hat. Die ganze Aktion verdient Respekt – und ein bißchen Werbung:

Mehr Musi von Laura kann man bei MySpace lauschen, kaufen und mehr erfahren über die Inhaberin dieser schönen Stimme kann man hier.

Leben und Leben lassen – das bessere Motto für das web 2.0.

Herzlichen Dank.

„La Quince“ – mejores recuerdos de 2008

Posted in puebla with tags , , , , , , , , , , , , , , , on 24. Januar 2009 by Jakob

Wir sind mitten in einem Abschiedsmarathon. Dienstag fiesta hier, Donnerstag fiesta da, Freitag clubben in Cholula und heute – Hamburger essen mit Rafa. Warum? Unsere chilenische Mitbewohnerin fliegt kommende Woche zurück auf ihren Planeten und wir nutzen noch einmal sämtliche Nächte, um mit so viel wie möglich 2008er-Leuten auf die Paucke zu hauen. Und dadurch fällt auch dieser Artkel recht kurz aus. Aber das beste dauert 11:36min. Agostina hat im Dezember an einem kleinen Erinnerungsvideo der 15 gebastelt – dass ich hier nun stolz präsentiere:

Para mis amigos en el mundo latino que no hablan el alemán: Agos (nuestra companera chilena de la Quince) nos hizó un regalo genial. Creó un video con los mejores y más chistosos recuerdos de 2008 en la famosa „Quince“ de Puebla. Aqui vamos y les presento orgullosamenta la peli: „La vecindad de la 15“ – Lloren, rían y recuerdense!!! Disfruten estos buenos momentos – y recuerdense – estos fueron los buenos tiempos en LA 15!!!!

Bloggisches – editorial, quasi.

Posted in am Rande with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 28. Juli 2008 by Jakob

Ich hab heute (ist ja Sonntag, und was sollte ich anderes tun) den Artikel von gestern noch einmal layoutmäßig überarbeitet – einige Bilder waren sehr unvorteilhaft in der Darstellung und außerdem habe ich ein Video der Voladores hinzugefügt.

Video. Womit ich eigentlich schon beim Thema „zusätzliche Medienangebot“ von El Mejicano wäre. Ich sammle sämtliche Videos, die ich hier in Mexico aufnehme, auf einer untergeordneten Seite auf diesem Blog. Unter „Seiten“ befindet sich ab sofort die Kategorie „Bewegte-Bilder“. Also falls man später nochmal ein Video anschauen möchte, aber den Artikel nicht umständlich (obwohl das auch recht einfach ist) suchen möchte, dann klickt man dahin.

Photos. Da ich in meinen Artikeln leider nicht übermäßig viele Photos unterbringen kann, und sie in der Darstellung auch meist recht klein geraten, habe ich auch hier zusätzliche Möglichkeiten eingebaut. Eine Auswahl von Bildern, in voller Größe und Qualität, befindet sich in Form von Dia-Shows bei Flickr. Diese Dia-Shows sind auch direkt verlinkt. Rechts in der Kategorie „…mehr Mexico!“. Nach dem Klicken bitte F11 drücken – dann switcht der Browser in den Vollbildmodus und man kann die Bilder in wirklich voller Größe geniessen. Klickt man mit der Maus auf das „i“ in der Mitte des Bildes, bekommt man kurze Beschreibungen dazugereicht. Ich empfehle ein Glas Wein dazu.

Sonstiges. Habe unter „Seiten“ noch eine Seite eingerichtet, auf der ich mal in der Schnelle alles zusammengeschrieben habe, was man so beachten muss, falls man mal in Mexico studieren möchte. „Mexico-Start-Tipps“ heißt die Seite und man findet dort den ein oder anderen, wie ich finde hilfreichen, Hinweis für Planung und Ausführung etwaiger Mexiko-Pläne.

Zusätzlich gibts die wichtigsten Links, die man in Mexico gebrauchen könnte in der Kategorie „…Mexi-Links“, von WG-Suche, über Bustickets bis hin zur Botschaft.

Ja, soweit zum editorialen Teil heute. Bei Fragen – fragen! Merci und weitermachen.

(PUHHH, na das war ja heut mal kurz?! Keine Sorge, der nächste Erlebniseintrag kommt bestimmt….:-) )

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