Archive for the Adios México Category

Acapulco und… schon Schluss.

Posted in Adios México, mexico city, pacifico, Viajando! with tags , on 13. März 2010 by Jakob

Jetzt war am Ende doch so wenig Zeit, sich vor den Rechner zu klemmen, und einen Artikel hier zu hinterlassen. Das erste Mal, seitdem ich jemals mexikanischen Boden unter den Füßen hatte, hatte ich mich in die pazifische Bade-  und Urlaubsmetropole Acapulco begeben.
Mit Enora hatte ich einen Nachtbus am vergangenen Freitag im Morgengrauen des Samstags genommen und nach 5 Stunden Fahrt waren wir endlich an der Küste, in der Sonne und am Meer angekommen. Aus dem Bus ausgestiegen kamuns ein Schwall warmer Luft entgegen und wir hatten Mühe richtig aufzuwachen – war es doch erst 10 vor 8, als uns der Bus am Terminal Central ausspuckte. Wir informierten uns an einem kleinen Schalter über günstige UNterkünfte und hatten uns damit auch sofort eine Begleiterin eingehandelt. De Dame, von der wir eigentlich nur eine Auskunft haben wollten, schloss ihren Schalter und wollte uns selbst zu den 3 oder 4 günstigen Hotels führen, die sie uns nannte. Nur kurz konnten wir sie loswerden, weil wir zuvor noch Toilette und Bankomaten aufsuchen wollten, aber eine Strasse allein gelaufen, tauchte sie auch schon wieder auf der gegenüberliegenden Strassenseite auf und winkte uns zu sich.
Wir schauten uns mit ihr 3 Hotels an und stiegen im letzten ab. Ein kleines, von einer Familie geführtes Hotelchen mit einem Pool im Hof in einer etwas ruhigeren Seitenstrasse nur einen Block vom Strand entfernt. Wir liessen unsere Rucksäcke im Hotel zurück, wechselten die Sachen auf „Sommer“ und machten uns auf den Weg zum Strand.
Acapulco ist malerisch gelegen. Eine Bucht, fast abgeschlossen und kreisrund, das Wasser blau, warm und still und im Hinterland erheben sich sofort grüne Hügel, die bis zu richtigen Bergen heranwachsen. Man hätte viel machen können, aus diesem wunderbar gelegenen Ort, aber offenkundig zug man es vor, das schnelle Geld zu machen, bei der Bebauung nicht auf die Landschaft zu achten und einfach einen Hotelklotz neben den nächsten an den Strand zu setzen. Immerhin: Der Strand ist immernoch für einen solchen Ort breit und nicht so abgeschnitten, wie beispielsweise in Cancún – aber man muss die Betonburgen ausblenden, um sich wohlzufühlen.
Auch wird man den Eindruck nicht los, dass die Stadt als Urlaubsort seine besten Tage bereits gesehen hat – oder dass man sich mehr vom Toursismus erwartet hatte. Überall bereits wieder geschlossene Geschäfte, Cafés und Bars – fast ausschließlich mexikanische Touristen.
Wir stellten schnell fest, dass wir nichts verpasst hatten, uns diese Stadt früher anzuschauen. Aber was wir wirklich wollten gab es. Strand, Sonne, Meer! Und das war das wichtigste in diesem Moment für uns. Schließlich hatten wir ja nur das Wochenende und mit 5 Stunden Busfahrt liegt Acapulco unschlagbar nah an DF. Wenn wir mal Veracruz, dass zwar als Stadt hübsch, aber als BAdeort am grauen Golf wenig taugt, ausblendet.
Wir verbrachten also den kompletten Samstag am Meer, ruhten uns aus und machten eigentlich nichts. Und am Strand liegend und die Augen auf das offene Ende der Bucht ausgerichtet, sahen wir auch nicht die Betonklötze.

Am Sonntag wollten wir an der Quebrada die Clavadistas – die legendären Klippenspringer von Acapulco – bei ihren tollkühnen Sprüngen beobachten. Wir suchten unseren Weg an die Klippen, mussten ein paar Blöcke durch das „alte“ Acapulco laufen und am Ende des Berges zeichnete sich ein leerer große Parkplatz ab. Von dort aus gingen einige betonene Aussichtsterrassen zum Meer hinab und wir mussten feststellen, dass die Klippenspringer nicht immer und zu jeder beliebigen Tageszeit ihrem wagemutigem Sport nachgingen, sondern nur zu bestimmten Zeiten und man zu diesen Zeiten dann Eintritt auf die Terrassen zahlen musste. Wir entschieden uns also am Montag wiederzukommen und erlebten dann eine mittelprächtige Vorstellung. 5 Springer stürzten sich von unterschiedlich hohen Felsen in die Fluten. Das ganze Spektakel dauerte kürzer, als wir auf die SPringer warten mussten und irgendwie war es fast spektakulärer, die Jungs die Felsen hinaufklettern, als sie da wieder runterflattern zu sehen.
Alles in allem bleibt für mich das Fazit: Acapulco ist in Mexico wirklich kein Muss! Aber wenn man in Mexico DF ist und schnell ans warme Wasser will – dann kann man da schon hinfahren. Wenn man aber mehr Zeit hat, sollte man sich definitiv schönere Orte aussuchen. Und die gibt es zu hauf – von der Pazifikküste, über die Küste des Mar de Cortés in Baja California und die Karibik.
Montag Nacht kamen wir wieder in DF an und ich nutzte die Woche in Mexico City, um noch ein paar Mitbringsel zu besorgen. Am Mittwoch lud ich zum Abschieds-Gulasch-Essen in Bernhard und Paolas Wohnung und am Donnerstag ging es weder mir, noch Enora besonders gut. Was allerdings nicht am Gulasch lag, der allen vorzüglich schmeckte. Ich hatte irgendwie nachts furchtbar schlecht geschlafen und mit „Rücken“ aufgewacht und Enora setzten am Tag ihre Allergien so sehr zu, dass sie von ihrer Arbeit nach Haus geschickt wurde. Wir nutzten den Tag, uns in eine ruhigere Ecke von DF zurückzuziehen und ich zeigte ihr die Ciudad Universitaria der UNAM – die Universitätsstadt von Mexico City. Wobei „Stadt“ eigentlich der faksche Ausdruck ist – bei der CU der UNAM handelt es sich eigentlich um ein riesiges Parkgelände, dass eine großes Ökoreservat mitten im Süden der Millionenmetropole umfasst. Ein Fleckchen, an dem man mal kein Hupen, Sirenenjaulen, Autobrummen, Hupen oder Gebrüll hört. Ein wahres Idyll der Ruhe. Nicht leicht sonst zu finden, mitten in Mexico City.
Gestern dann gönnten wir uns noch einen Besuch beinm Schamanen, der uns die Knochen langzog. Ein krätfige Massage ließ uns später wieder bedeutend besser fühlen und das dazugehörige Temazcal tat auch seine entspannende Wirkung.
Und so ging es mir schon wieder ganz gut, als ich gestern Abend in Mexico City wieder in den Flieger stieg und mich nach 5 Wochen mal wieder aus Mexico verabschiedete. Wieder einmal war es schön. Wieder einmal ist es schön zurckzukehren. Alles in Allem hatte ich ein bißchen zu viel DF und Großstadt und ein bißchen zu wenig Natur und Ruhe. Aber das nächste Mal Mexico werde ich bestimmt nicht soviel Zeit dem Distrito Federal widmen. Aber gut, diesmal ließ es sich auch nicht wirklich ändern – Enoras Praktikum ist nunmal dort und wahrscheinlich ist es eher kompliziert ein gutes Praktikum zu finden, dass irgendwo so plaziert ist, dass man nur wenige Meter zum Strand und hinter dem Haus die Berge hat 🙂 .

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Come on over…

Posted in Adios México, am Rande, Bienvenidos! with tags , , , , , , on 11. August 2009 by Jakob

…have some fun!

Hey, dieses Blog ist weitesgehend fertig, ist Geschichte und Erinnerung, aber auch sicherlich eine Fundgrube, um sich auf Mexiko vorzubereiten.

Vielen lieben Dank, daß Du mit mir gereist bist, und Dich für meine Bilder, Artikel und Töne interessiert hast. Aber jetzt geht es woanders weiter.

Muchísimas gracias por viajar conmigo por éste medio. Ahorita sigo escribiendo en otro lugar.

Thanks so much for reading my blog and for travelling with me through Mexico. But I continue somewhere else.

Wer weiter bei mir am Ball bleiben möchte, den lade ich ein, an der Nachbartür zu klingeln und ab und zu mal wieder unter http://news.jakobmueller.de vorbeizuschauen.

Ya se terminó mi blog sobre México, porque también se terminó mi estancia en este país. Casi ya no voy a escribir nuevos artículos aqui en esta página. Pero si te interesa lo que estoy haciendo ahorita – psss.. haz click en http://news.jakobmueller.de

This blog has come to an end. It will still be online but I won’t write any new articles here. Or almost not. But if you wanna know, what and how I’m doing – just come on over to  http://news.jakobmueller.de – that’s where I go on blogging. Have fun!

En casa.

Posted in Adios México with tags , , , , , , , , , , , , on 21. Juli 2009 by Jakob

Abajo se encuentra una versión castellana corta sobre mi regreso.

Die Sonne scheint, die Temperaturen klettern über 20 Grad, aber am Himmel sind Wolken. Es ist nicht heiß, aber auch nicht kalt – ich bin wieder im deutschen Sommer.

Nachdem ich mit meinem Vater noch am Mittwoch bei der Virgen de Guadelupe in DF war, hatten wir uns am frühen Abend in ein Taxi gesetzt, unsere Taschen aus Bernhard und Paolas Wohnung geschleppt und uns auf dem Weg zum Flughafen gemacht. Schneller als erwartet waren wir durch den Nachmittagsverkehr zum AICM gekommen und problemlos checkten wir bei der Lufthansa ein.

Nach einigem Warten machten wir uns auf den Weg zum Gate und dort stellte ich fest, dass wir überhaupt keine Migraciones passiert hatten. Ich musste also den ganzen Weg noch einmal zurücklaufen und den kleinen Migraciones-Stand aufsuchen, weil ich ja mit einem Einjahres-Visum unterwegs war, und solche Leute da eben vorbei müssen.

Die Dame dort hatte die Ruhe weg und warf mir zunächst einmal Urkundenfälschung vor, weil sich in meinem FM3 (Visum) und meinem Reisepass die Unterschriften nicht haargenau gleichten. Ich hätte mit einer anderen Unterschrift unterzeichnet, warf sie mir vor und obendrein auf einem Ausreisedokumt ebenso. Ich erneuerte das Ausreisedokument, füllte alles noch einmal aus und gab mir größte Mühe, meine Unterschrift so gleich wie möglich abzuliefern und nach einigem Tamm-Tamm und Tätterääää ließ sie mich, meines Visumdokuments erleichtert, meiner Wege ziehen und wir hoben ab.

Vor meinem Fenster - delante de mi casa.

In Frankfurt erwartete uns dann überraschenderweise meine Mama am Flughafen, so dass wir gleich ersteinmal zum Begrüßungshefe übergingen, bevor ich mich später mit meinem Bruder und mit meinem Mitbewohner Stefan traf, mit dem ich dann von Frankfurt in den Abend nach Bonn rollte.

Hier hatten mich bereits meine lieben Bonner Freunde in meiner Wohnung erwartet und wir feierten feuchtfröhlich meine Wiederkehr.

In den kommenden Tagen dümpelte ich so vor mich hin, der Jetlag ließ grüßen und stellte mir einen queren Tagesplan zusammen und so langsam bin ich doch wieder geerdet.

Queridos Amigos y güeyes,

Ya estoy de vuelta en Alemania y todo salió bien. Volé del DF a Frankfurto y ahí nos topamos sorprendientemente con mi madre que llegó para buscar a mi y mi padre.

Después de una cervecita me fui con mi companero de mi depa en Bonn a casa donde ya me esperaban otros amigos de aqui. Pues festejamos mucho mi regreso y creo que me fui a la cama un poquito borachito. Luego, los próximos días estuve tratando de acostumbrarme al horario alemán lo que no fue tan fácil. Ahor ya estoy un poco más aterrizado en Alemania y ya empezé de arreglar mi cuarto de otra vez y cosas asi.

Pues por qué lo escribo en espanol también? Es de… quería decir gracias a todos ustededes que se están quedando en México o en otros países latinos. Fue un tiempo chidísimo, aprendí un chingo y me gustó ….a huuuuuevo! 🙂 – aunque no siempre lucía asi. Lo se. Espero que nos vayamos a ver. Que les vaya todos muy muy bien, cuidense y hasta la próxima! Bye, ciaooo.

Unterwegs auf Tierra Chiapaneca & in der Riviera Maya

Posted in Adios México, Caribe, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 13. Juli 2009 by Jakob

Nun bin ich während des Südtrips gar nicht mehr zu weiteren Einträgen hier gekommBeschmierte Wände in Oaxaca - noch immer viel Ärger um die Politik im Staateen, aber das will ich jetzt, von DF aus, nachholen und mich dabei auch gewohnt kurz fassen.

🙂

Alle Orte, die auf unserer Route standen, hatte ich ja bereits schon einmal zuvor bereist, und so war es auch für mich ein wahres Heimspiel, mich vom Süden und den schönen Landschaften in Chiapas und später in Quintana Roo zu verabschieden.

Nachdem ich mit Vater am Sonntag Oaxaca angeschaut und den Arból de Tule besucht hatte, ging es am Montag noch einmal auf Monte Albán, wo die Landschaft dank Regenzeit schon wieder in saftigem Grün steht und nichts mehr vom Grau der Regenzeit zu finden war. Einige Stunden hielten wir uns auf dem „Weißen Berg“ der Zapoteken auf und am Abend traf ich mich noch am Zócalo mit Néstor, meinEin kleiner Junge in Oaxacaem alten Mitbewohner aus Puebla, der gerade von seinen Eltern zum Hausarrest nach Hause, nach Oaxaca gerufen worden war. Néstor hatte es mit ein paar Pillen ein wenig übertrieben, so daß seine Eltern in großer Sorge waren, und sein Studium in Puebla vorerst unterbrachen und ihn unter ständige Beobachtung im Hause stellten. Er selbst lebt damit ganz gut, findet sein Leben grad ein wenig langweilig, weil er nicht ausgehen und gewohnt Party machen kann, konzentriert sich aber dafür auf Schwimmen und Gitarrenunterricht.

Noch in der Nacht stiegen wir in einen Nachtbus nach San Cristóbal de las Casas, wo wir am Dienstag Morgen ankamen. San Cris - bunt und schön. Das ist Chiapas!Vater hatte den Berge der Sierra am Anfang der Fahrt nicht gut getan und er musste intensive Bekanntschaft mit dem Klo schließen, während sich der Bus heraus aus Oaxaca, vorbei am Istmus hinein nach Chiapas bewegte.

Schnell war in San Cris (mehr hier und hier) ein Hotel gefunden und wir verbrachten den Tag mit ausgiebigem Shopping auf dem wunderbar buntem Markt vor Santo Domingo. Mitbringsel füllten die Taschen, kleine und größere Sachen machten später unsere Rucksäcke doch um Einiges schwerer.

Für den Mittwoch hatten wir einen Ausflug in den SumDer Wasserfall Arból de navidad im Sumidero-Canyonidero-Canyon geplant und der begann mit viel Regen am Morgen, und am Bootsanleger mussten wir das gröbste zunächst abwarten, bevor wir unter einer dicken Wolkenschicht in den bis zu 1000m hohen und über 100 Meter tiefen (Wassertiefe) Canyon hineinschippern konnten. Glücklicherweise hatte es der Regengott weiterhin verschont und so blieb der Tag zwar Wolkenverhangen aber wenigstens trocken. Bis zum frühen Abend. Da wollte ich Vater noch das kleine, wunderschön urige Dorf San Juan Chamula zeigen, doch kaum dort angekommen, überraschte uns die nächste Dusche, so dass wir unsere Visite auf die alte Kirche beschränkten, in  der indianischer Glaube und Katholizismus im Reinform auf einanderprallen.

Donnerstag ging es mit einer Tagestour weiter zu den Tzeltal-Kinder in San Juan Chamulanächsten Ruinen. Über Agua Azul und Misol-Ha (Wasserfall) fuhren wir am Nachmittag in Palenque ein und schnupperten zunächst für zwei kurze Stunden in die Ruinen herein. Allerdings kürzte ein ausgewachsener Regenschauer unseren Besuch ab, so daß wir uns auf den Freitag mit einem Tagesbesuch verlegten und dann bei bestem Wetter die alte Maya-Städte erleben konnten.

Mit dem Nachtbus ging es an den Ort des große Finales. Tulúm! Karibik. Meer. Türkisblaues (ich hatte es schon lang nicht mehr erwähnt) Wasser. Was kann besser sein, um sich von México zu verabschieden, als sich ein so phantastischs Fleckchen dieses riesiegen Landes Der Palast mit Wachturm in Palenquezu suchen. Aber auch hier ließ der Regen nicht lang auf sich warten.

Am Samstag Morgen rollten wir an der Karibik ein, schnappten uns ein Taxi zum Strand und hatten binnen kürzester Zeit eine Hütte 15 Meter von der Wasserkante gemietet. Durch die Ritzen im Holz konnte man das türkisblau des Meeres sehen und die Wellen rauschten an den Strand.

Wir zogen bald los, Kurs am Strand entlang auf die RuiAussicht aus unserer malerischen Karibik-Hüttenen der Mayas zu. Es ist wohl eine der am malerischsten gelegenen archeologischen Städten Méxicos – unten der Strand, das blaue, wunderbar warme Wasser, und auf grauen Felsen ragen die alten Ruinen der Maya-Hafenstadt Tulúm in die Höhe.

Über dem karibischen Meer hatte sich bei Ankunft an den Ruinen bereits ein kapitales Unwetter zusammengebraut, so dass wir nach einer knappen Stunde auf dem Gelände bereits in einem strömenden und vom Meer her peitschendem Regenguss standen und Zuflucht an Mauern suchen mussten.

Als das Unwetter auch nach einer Stunde nVater und Sohn vor dem Unwetter in der Karibikicht abbrechen wollte und immernoch kräftig Wolken vom Meer aus auf die Halbinsel Yúcatan zujagten, beschlossen wir, die Ruinen für heute Ruinen sein zu lassen und machten uns auf dem Weg in unsere Hütte, in der bereits auch Pfützchen standen, weil die Ritzen im Holz eben nicht nur einen phantastischen Blick aufs Meer freigaben, sondern auch groß genug waren, um den waagerecht vom Meer kommenden Regen ins Innere zu treiben. Als sich das Wetter ein wenig beruhigte, setzten wir uns mit einem Bier in der Hand auf unseren Meerblick-Balkon und versuchten mit Taschenmessern eine Kokosnuss zu öffnen, was auch gelang. Aber mein Schweizer Messer seine Spitze kostete.Einfach genießen!

Gestern dann hatten wir noch den ganzen Tag am Meer zum Genießen. Vater war noch einmal zu den Ruinen von Tulúm geschlendert und ich gab mich mit dem warmen karibischem Meer zufrieden und aalte mich noch einmal in der Sonne, wohlwissend, dass ich soetwas in Deutschland wohl nicht so schnell wieder haben werde.

Am späten Nachmittag nahmen wir mit Colectivos Kurs auf Cancún und um 22Uhr stiegen wir in unsere Maschine, die uns am frühen heutigen Morgen wieder in DF ausspuckte.

Heute schaffte ich es dann doch, Vater noch das Zentrum von México zu zeigen und jetzt geht es wol gleich mit Bernhard und Paola zum Abschiedsessen – und zwar zum Argentinier. So ist das.

Eine spezielle Behandlung – zu Besuch beim Schamanen

Posted in Adios México, mexico city, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , on 5. Juli 2009 by Jakob

Ich war also in DF mit ziemlich ramponierten Fuessen angekommen und hatte noch am Abend mich mit Berhard und Paola ueber mein kleines Problemchen unterhalten. Zwar taten meine Fuesse dank des Arztbesuchs am Vormittag nicht mehr weh, aber okay waren sie auch noch nicht. Ich wusste, dass die Beiden sich bei Problemchen jeglicher gesundheitlicher Art haeufig von einem Freund, einem 70jaehrigen Schamanen helfen lassen, und Paola schlug auch gleich vor, dass ich mich am naechsten Morgen gleich beim ihm auf die Pritsche legen sollte.

Also entschieden wir, unseren Reiseplan um einen Tag nach hinten zu verschieben und ich einen Wellness-Tag beim Schamanen einzulegen. Am naechsten Morgen machte mir Paola einen Termin bei Ibán fest und fuhr mich auf dem Weg zu ihrer Arbeit bei ihm vorbei.

Ein grauhaariger, aelterer, aber im Gesichtsausdruck Kindgebliebener Mann empfing uns freundlich in seinem Haus, dass an den Berghaengen oberhalb von DF liegt, und Paola uebergab mich in seine Haende. Ibán war gerade von einem Spaziergang mit seinem spnaischen Freund Ramón wiedergekehrt und fuehrte mich nach oben, ueber eine schmale Wendeltreppe in ein kleines Zimmer unter dem Dach, in dem es ein wenig unaufgeraeumt wirkte und Raeucherstaebchen einen mystischen Duft verbreiteten. Dei Sicht von diesem Zimmer aus ueber die Millionenmetropole war trotz tief haengenden Regenwolken beeindruckend.

Wir nahmen auf zwei Holzbaenken an den Waenden Platz, Ibán setzte sich mir gegenueber und bat mich, meine Haende zu oeffnen und ihm meine Handflaechen zuzuwenden. Sogleich meinte er: Du bist viel gereist in Deinem Leben – viele Geschichten hast Du erlebt. Er begann mir aus meinem Leben zu erzaehlen, sprach darueber, was mein Sinn auf der Welt sei, was mich in meiner Zukunft erwarten wuerde und was ich tun sollte. Schreiben, meinte er, solle ich, vor allem ueber Sexualitaet um festgefahrene Ansichten der Menschen zu aendern. Es koennte also nur eine Frage der Zeit sein, bis das Karma Sutra oder eine neue Version von Feuchtgebiete von Jakob Mueller auf dem Ladentisch landen 🙂 .

Nachdem er mir aus den Haenden gelesen hatte, legten mich die beiden auf einen laenglichen Holztisch, der nur mit einem Laken bedeckt war und begannen mich zu massieren. Ibán widmete sich meinem Kopf, den Schultern, meinem Bauch und meinem Ruecken, waehrend mir Ramón die Beine und die Fuesse massierte. Eine viertel Stunde lag ich so da und liess mich durchkneten, und Ibán attestierte mir beste Gesundheit: Este chico no tiene nada!, sagte er.

In einem Ritual reinigten mich die Beiden mit ein paar Spritzern Wasser und gemeinsam schlugen wir danach auf eine Bongo ein, um unsere Wuensche und Traeume in die Sphaeren zu schicken. Ramón und ich trommelten im Takt auf die Bongo ein, waehrend Ibán mit einem Stoeckchen helle Toene mit einem Metallschuesselchen erzeugte.

Danach war ich bereit, fuer eine weiter Massage und das anschliessende Temazcal. Mit Ramón ging ich in den unteren Bereich des Hauses und waehrend er das Temazcal vorbereitete, bat er mich, mich meiner Kleindung zu entledigen und mich auf einer Liege vor dem Temazcal hinzulegen. Ich tat, wie mir geheissen, und er deckte mich mit drei Lagen Decken zu, und schwang die Decke immer nur dort zurueck, wo er gerade massierte. Es folgte eine Ewigkeit Massage. Zunaechst auf dem Ruecken liegend die Fuesse und die Beine, jedes selbstverstaendlich fuer sich, dann ein Arm nach dem anderen, die Haende, das Gesicht, der Kopf, die Brust und  der Bauch. Nach einer gefuehlten Stunde drehte ich mich auf den Bauch und die Prozedur begann von neuem und endete nach einer weiteren wunderbaren Ewigkeit. Das Temazcal, dass an sich wie eine Sauna mit Heilkraeutern vorstellen darf (aber nur in diesem Fall – die traditionelle Form findet auch in einem speziellen Temazcal-Gebaeude statt), hatte seine Temperatur erreicht und ich setzte mich in die kleine Kammer, die stark nach gesunden Kraeutern roch. Wenn mir zu heiss wurde, wechselte ich ueber eine kleine Verbindungstuer in die benachbarte Eisdusche und brachte das Blut in meinem Koerper ordentlich zum zirkulieren. Mehrere Mal wechselte ich zwischen Hitze- und Kaeltekammer hin und her, und als ich genug hatte, legte ich mich in der Wohnung in ein Bett, wurde erneut mit  mehreren Lagen Decken warm eingewickelt und sollte weiter entspannen, so lang ich mich eben wohlfuehlen wuerde.

Und so verliess ich das Haus des Schamanen Ibáns nach gut vier Stunden erst wieder und fuehlte mich wie neu geboren. Eine spezielle Fussbehandlung hatte er mir zwar nicht gegeben, aber das war auch nicht die Idee. Er meinte, dass etwas in meinem Koerper ins Ungleichgewicht geraten sei, was sich nun an den Fuessen reflektiere, und mit seiner Behalndlung versuche er, den Koerper wieder ins Gleichgewicht zu bringen, dass er selbst wieder die Kraefte entwickeln koenne, um sich selbst zu kurieren – eine sehr generalistische Behandlung – aber gut – fuer ein doch so spezielles Problemchen.

Seitdem, aber das koennte auch mit dem Arztbesuch zusammenhaengen, will ich troz allem einraeumen, geht es meinen Fuessen besser, wenn auch nach wie vor noch nicht perfekt, aber die Schmerzen sind weg.

Und so fuhr ich vorgester mit Vater weiter nach Puebla, holte in meiner Uni meine Noten ab, traf mich mit meiner gerade wieder eingereisten chilenischen Mitbewohnerin Agostina und feierte mit ihr und zwei drei anderen Freunden in der Nacht wiedersehen und Abschied.

Gestern Nachmittag reiste ich dann bereits nach Oaxaca weiter, wo ich mit Vater noch bis morgen bleiben werde, und mich auch hier, so langsam. von einer meiner Liebliengsstaedte in Mexiko verabschieden werde.

Al norte – la última vez: Magische Orte

Posted in Adios México, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 1. Juli 2009 by Jakob

Nun ist unsere kleine Nordtour auch schon wieder fast zu Ende, und ich nutze den schlechten Zustand meiner Beine, hier in Guanjuato wenigstens ein wenig Euch an meiner Reise teilhaben zu lassen.

Am Samstag nachmittag sinS1055253d wir 5 Stunden mit dem Bus heraus aus DF gefahren und am Abend in San Luis Potosí (SLP) eingerollt, wo wir uns schnell ein Hotel und etwas zu Beissen suchten. Wir hatten die Stadt nur als Zwischenstopp ueber Nacht vorgesehen, sahen aber noch bei einem kleinem naechtlichem Spaziergang, dass sich auch ein laengerer Aufenthalt gelohnt haette. Grosse Plaetze, liebevoll und praechtig sanierte Kirchen, grosse Gebaeude von ehemaligen Einkaufszentren und Banken verwiesen auf die reiche Silbergeschichte der Stadt, die bedeutend schoener, als ihr Ruf ist. Bernahrd hatte noch gemeint, mich wuerde eine Art Chihuahua erwarten – aber das traf absolut nicht zu. Kein Vergleich die beiden Staedte.

Doch schon am naechsten Morgen nach dem Fruehstueck packten wir wieder unsere kleinen Rucksaecke zusammen und machten uns mit dem naechsten Bus auf nach Matehuala – Zwischenstopp, um nach Real de Catorce zu kommen. Am Nachmittag und nach einer 25 Kilometer Holperstrecke ueber Feldsteinpflaster hinauf auf knapp 2800m erreichten wir den Ogarrío-Tunnel – ein alter in Fels geschlageneneDer Ogarrío-Tunnel nach Real de Catorcer, 2,5 km langer Tunnel, durch den man das Pueblo Mágico Real de Catorce erreicht. Noch vor dem Tunnel wurden wir von unserem Reisebus auf einen kleinen Stadtbus umgeladen, weil der Grosse nicht durch den Tunnel passt, und der Kleine brauchte dann auch gute fuenf Minuten, um den abenteuerlichen, nicht belueftenten und kaum beleuchteten Tunnel zu druchqueren und uns am Ortseingang von Real de Catorce auszuspucken.

Real ist nicht nur „Pueblo Mágico“ vom Namen her, es ist wirklich magisch, diese kleine Stadt in den kargen Bergen, die einst eine reiche Silberstadt mit 40.000 Einwohnern war, und heute nur nochh 1.500 Seelen beherbergt. Rund um das Staedtchen und auch im Staedtchen zeugen mehr eingefallene Gebaeude, alte Haeuser, Grundmauern aus Lehm und Stroh von der einstigen Groesse der Stadt, die vor rund 100 Jahren nahezu fluchtartig verlassen wurde, als Eine Straße in Real de 14die Minen aufhoerten, reich zu sprudeln. In der Umgebung sind ueberall die Ueberreste alter Minen und Schaechte im Berg zu erkennen, und nur wenige Gebaeude wurden wieder richtig hergerichtet und dienen heute als Hotels oder Restaurants in Real de Catorce. Denn der Tourismus ist die einzige Einkommensquelle, die heute das Doerfchen nach seiner Wiederbelebung hat. Viele Kuenstler und Ruhesuchende haben sich heute hier niedergelassen, sich alte Gemaeuer gekauft und sie versucht, vor dem kompletten Verfall zu retten. Die Stadt hat Cárisma, auch wenn sie fast an allen Enden zusammenfaellt – eine lebendige Geisterstadtatmosphaere.

Wir suchten das gesamte Dorf und jede noch steheReal de Catorce Panorama-Ansichtn gebliebene Mauer nach einem Hotel ab und am Ende von Real standen wir vor dem Rincón del Pintor – einem kleinen netten Hotelchen mit Blick über die Innenstadt.

Wir kauften uns ein Bierchen in der dazugehörigen Tiendita und genossen den Ausblick bei einem Indio.

Weil sich seit der Ankunft meine Füße nicht gut anfühlten, sah ich davon ab, noch auf eine weitere Entdeckungstour durch den Ort zu gehen und bestellte mir im Hotel stattdessen einen Eimer, damit ich mir ein Fußbad machen konnte. Seitdem ich aus dem Bus ausgestiegen war, konnte ich kaum auftreten und bewegte mich nur noch wie ein Opa fort, ständig nach irgendwas stützenden suchend.

Am Montag raffte ich dann trotzdem all meine Kräfte zusamWarten auf Kundschaft - vor den Souvernirläden in R d 14men, biß die Zähne zusammen und machte mich doch mit Vater auf eine kleine Entdeckungs-Wandertour rund um Real de Catorce. Ein alter, seit Ewigkeiten gepflasterter Weg führte uns oberhalb des Ogarrío- Tunnels nach oben in die Berge aus Real heraus, vorbei an weiteren alten Gemäuern, die meist unbewohnt wirkten, aber doch häufig noch jemanden beherbergten udn schlägelten uns immer weiter nach oben in die Höhe. Die wenigen, unbewohnt ausschauenden, aber denoch bewohnten Gemäuer, die wir aus der Entfernung oder in der Nähe passierten, schauten aus, als seien sie vor Jahren verlassen worden, aber dann fing auf einmDie Willys - sie waren mit die ersten Geländewagen in Real de 14al doch hinter einer Mauer ein Esel an zu brüllen und man sah noch irgendwo einen Wäscheleine oder andere Anzeichen eines (oder mehrerer) Bewohner in der Nähe.

Nach einer knappen Stunde erreichten wir auf dem Bergrücken, inzwischen auf vielleicht 3.000m eine alte Kupfer-Hacienda, die man bereits von unten aus Real heraus sehen konnte. Auch hier hatten inzwischen Kakteen und andere Sträucher und Büsche die Oberhand über die alten Gemäuer gewonnen und der Wind blies durch die alten Tor- und Fensterbögen, die wieder den Blick auf Real de Catorce freigaben. Die Dächer mussten schon lange vor uns verschwunden sein, aber die Mauern und einige Bögen hatten den widrigen Witterungsbedingungen über Jahrzehnte Stand gehalten.

Schon bald tauchte hinter der alten Kupferhacienda das Pueblo Fantasma, das Geisterdorf, auf. Auf der anderen Seite lag es am Hang und wir konnten es so eine Weile aus der Entfernung vom Wege aus betrachten, während wir uns auf unserem Weg ihm immer weiter näherten.

Auch hier waren nur noch Grundmauern stePueblo Fantasma - das Geisterdorf oberhalb von Realhengeblieben, eine alte Kirchenruine markierte immernoch die Ortsmitte und herum standen weitere Mauern, die auf teils große Gebäude anno dunnemals schließen ließen. Von hieraus konnte man Real nun nicht mehr sehen und wir schlichen uns durch die Ruinen und wunderten uns und bewunderten, wie die Natur sich Stück für Stück ein einst besiedeltes Stück Erde zurückholte. Und so alt, das muss man dazu sagen, waren auch diese Sachen noch nicht, vielleicht ein Jahrhundert ist vergangen, seitdem hier niemand mehr wohnte.

Auf dem Rückweg holte uns wieder ein kleiner RReal de Catorce - eine weitere Panoramaansichtegenschauer ein, der uns bereits am Anfang des Aufstiegs ein Wegbegleiter gewesen ist und wir beschleunigten so unseren Schritt nach unten und standen bald wieder in Real , wo wir einen kleinen Mittagsimbiss zu uns nahmen. Am Nachmittag spazierten wir noch in eine andere Talrichtun aus Real heraus und erkundeten noch eine andere alte Kupfermine, die uns gegenüber am Berghang von unserem Hotel aus schon aufgefallen war.

Auch hier das gleiche Bild: Nur noch Grundmauern, die Fenster von alten Eingang in den Berg - alte Silbermine in Real de CatorceBalken vom dem Einstürzen abgehalten und zwei alte Schächte, die noch immer offen und geheimnisvoll weit und dunkel in den Berg hineinreichten.

Ich war über den Tag mit meinen Füßen ganz gut zu recht gekommen und je weiter wir liefen, desto besser ging es auch. Aber als wir am Dienstag Real in der Morgendämmerung und im Nebel verließen, meldeten sie sich wieder und verschafften sich schmerzlich Gehör.

Nach mehreren Stunden Busfahrt und einigen Malen Umsteigen (ein Direktbus von Matehuala nach Guanajuato war uns leider nicht gegWarten auf den Bus - hinaus aus dem Pueblo Mágicoeben) kamen wir in der Spätnachmittagssonne im wunderschönen Bergstädtchen Guanajuato an. Italienisches Flair – dachten wir nahezu synchron. Kleine Plätzchen, viele Restaurants und Cafés mit Biergärten, enge, schmale Strassen und Gassen, bunte, alte Häuser und das Ganze in einem engen Tal gelegen, dass sich die Häuser an den steilen Hängen bis hoch nach oben an die Berge bunt schmiegten. Überflüssig zu erwähnen, dass Guanajuato Weltkulturerbe ist – schätze ich mal. Das Städtchen ist nur über Tunnel (kennen wir ja schon) zu erreichen, die offenkundig teilweise aus ihrer Silbervergangenheit herrühren und einem im engen Gewirr von Gassen und Sträßlein im Zentrum ans Tageslicht bringen.

Wir hatten uns von einem viel zu geschwätzigem Jungen am Busbahnhof ein Eine Placita in Guanajuato - "italienisches Flair"günstiges Hotel empfehlen lassen und checkten in eben jenem im Zentrum ein. Sein Preis ließ einen besseren Standart erwarten, als es dann schließlich gab, aber vielleicht hatten sich auch Preis und Qualität über die Jahre auseinandergelebt – ein Phänomen, dass man hier in einigen alten Hotels/Pensionen oder Posadas häufiger antrifft.

Meine Füße hatten mich inzwischen fast komplett aus dem Entdeckungsspiel genommen und nach einem kleinen Spaziergang zu einem Restaurant hatte ich mich bereits wieder zurück ins Hotel gezogen, weil ich beim besten Willen nicht mehr auftreten konnte. Vater hatte die Stadt also allein zu La Basilica in Guanajuatodurchqueren, während ich mich einfach nur ins Bett legte, und hoffte, dass dieser unerklärliche Schmerz in meinen Fersen nachließ.

Heute morgen dann aber, hatte der Schmerz immer noch nicht nachgelassen und ich beschloss, nach dem Frühstück einen Arzt aufzusuchen. Vater hatte ich auf weitere Entdeckungsspaziergänge durch das malerische Guanjuato geschickt, während ich mich von einer jungen Ärztin untersuchen ließ, die meinte, dass meine Sehnen ein wenig entzündet seien und ich am Besten die nächsten 5 bis 7 Tage NICHTS machte. Ich schlürfte über ein Internetcafe wieder in ein Hotel, rieb mir meine Füße mit dem frisch gekauftem Gel ein, schmiss mir eine Tablette ein und wartete, dass Vater vom Stadtrundgang wiederkam.

Am frühen Nachmittag verließen wir Guanajuato wieder mit dem Bus und fuhren 5 Stunden zurück nach DF, wo wir am Abend wieder bei Bernhard und Paola eincheckten.

Eine Kupferstadt wie im wilden Westen

Posted in Adios México, baja california, mexico city, pacifico, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 27. Juni 2009 by Jakob

Das Rathaus von Sta. RosalíaHolzhäuser, nicht mehr als zwei Etagen, eine große alte Kupferfabrik, die Sonne tief über den Bergen, die Santa Rosalía umgeben und eine staubig-heiße Luft. 40 Grad im Schatten und das am frühen Abend – wir sind also an unserem nördlichsten Punkt unserer Baja-Rundreise angekommen. Nach unserem kleinen Stelldichein mit den lokalen Rabauken von der Policia fanden wir nach einigem Suchen doch ein recht nettes Hotel und es stellte sich rasch heraus, dass es kaum mehr als zwei Restaurants gibt. Wir verbrachten den Abend in Ruhe, ich schrieb den vorhergehenden Artikel und am nächsten Morgen machten wir uns ein letztes Mal auf, weiter nach Norden, um unsere vorletzte Jesuiten-Mision zu sehen, die wir noch auf dem Plan hatten.

Los Bomberos - im Zeitalter der Kupferminen hängen geblieben

Am Vormittag stiegen wir ins Auto und bewegten uns recht schnell wieder weg vom Golf ins Halbinselinnere und kamen nach einer guten Stunde weiter in einem kleinem Dorf an, dass einen schattigen Zócalo hatte und Eine andere Perspektive auf San Ignaciodemgegenüber San Ignacio stand. Wir blieben einige Zeit in dem Dörfchen , sahen uns die alte Mission (in meinen anderen Artikeln findet man die spanische Schreibweise mit einem „s“ – war also kein Fehler) an und aßen einen Salat in einem Restaurantito gegenüber. Auf der Rückfahrt durchquerten qir erneut die karge Landschaft, aber machten einen kleinen Abstecher zum Vulkan Las Tres Virgenes, an den wir aber letztendlich doch nicht wirklich herankonnten. Unser Weg in die Wildnis endete an einer Hütte, die gerade für Öko-Tourismus aufgebaut wurde und die beiden Verantwortlichen schienen doch sehr erfreut über unseren unerwarteten Besuch und erklärten uns das Projekt.

Las Tres Virgenes - Vulkan nördlich von Sta. Rosalía

Am Abend schlenderten wir noch einmal durch das kleine Wild-West-Städtchen mit seiner von Gustav Eifel konzipierten Kirche und machten ein paar Fotos, bevor wir uns zur Ruhe betteten.

Und dann stand schon die Rückfahrt unserer Rundreise ins Haus. Über 1200 Kilometer hatten wir bereits auf dem Tacho, als wir uns am Dienstag morgen zu einem reinen Fahrtag aufmachten. La Paz sollte das Ziel erneut sein – 630 Kilometer durch karge Wüstenlandschaft, und vorher noch einen Badestopp in einer der einsamen Strände des warmen Golfes nahe Loreto.

Der Zahn der Zeit nagt an San Luis GonzagaAm frühen Abend kamen wir durch Ciudad Constitución und wenige Kilometer später jagten wir den kleinen Aveo noch einmal 80 Kilometer Off-Road durch die Wüste, Richtung unserer letzten Mision: San Luis Gonzaga. Ein kleines Kirchlein, daneben noch ein Gebäude, in dem das Dach halb heruntergekommen war, und ansonsten noch drei weitere Häuser zeugten davon, dass dieser Siedlungsort mitten in der Pampa wohl auch schon einmal bessere Zeiten und vor allem Leben gesehen hatte.

Wir fuhren zurück zur großen MEX 1 und spulten die letzten 160 Kilometer nach La Paz ab und checkten dort im Hotel Yeneka ein – ein Hotel, dass man auf jeden Fall weiterempfehlen kann. Nachdem man durch einen kleinen Durchgang die Rezeption hinter sich läßt, steht man in einem kleinen Patio, in dem sich die Sammlerleidenschaft des Besitzers widerspiegelt. An den Wänden hängen alte Pfluggeräte, Hammer, Eisenketten, Töpfe, Pfannen, Schöpfkellen, Pferdegeschirr, Öllampen und sogar ein altes Auto, wohl aus den 20er oder 30 Jahren. Zwischen dem ganzen „Schrott“ befinden sich die Eingänge zu den 20 großzügigen Zimmern, die einfach gehalten, aber nett eingerichtet sind.

Das alte Auto neben unserem Zimmereingang im Yeneka

Am Mittwoch fuhren wir dann auch aus La Paz raus und nahmen die Ostroute nach Los Cabos. In San Antonio, einem verschlafenem Nest, dass früher wohl im Silberbergbau blühte, heute aber weitesgehend vergessen wurde, aßen wir eine unverschämt teure Pizza und tranken dazu völlig überpreiste Cola aus Dosen – und zogen weiter, über einen letzten Meeresstopp in Los Barriles nach San José del Cabo.

Ein Kaktus - mal im Close-Up

Ich hatte ein völlig vom Tourismus umgestülptes Örtchen an der Südspitze Baja Californias erwartet, wurde aber positiv enttäuscht. Der Tourismus hatte sich wohl mehr in Cabo San Lucas, rund 30 Kilometer weiter, breit gemacht und dort seine unschönen Hotelkomplex-Auswüchse getrieben. In San José war ein kleines, nettes, historisches Zentrum übergelieben, ein kleines Kirchlein am Hauptplatz und die idyllische Optik des Platzes wurde lediglich durch ein überproportioniertes Krieger-Helden-Denkmal am Ende des Platzes gestört.

Wir checkten in ein kleines, unerwartet (für diese Breiten) günstiges Hotelchen ein und aßen lecker zu Abend.

Unsere 737 in SJCAm Donnerstag versuchten wir noch einmal das Meer zu sehen, aber unser versuch an den Strand zu fahren, endete in einer Sackgasse, die vor einem noch im entstehen befindlichen Hotel-Resort-Komplex endete. Also tankten wir unseren kleinen Kampf-Aveo noch ein letztes mal voll und fuhren ihn völlig verstaubt bei der Mietwagenfirma wieder vor. Trotz des Drecks waren die zufrieden mit dem Wagen und chauffierten uns die paar hundert Meter weiter zum Flughafen, wo wir später mit einer 737 in Richtung DF wieder abhoben.

Am Abend checkten wir wieder bei Bernhard und Paola ein und gestern gestaltete sich dann der Tag für mich ruhig. Vater hatte ich ins Anthropologische Museum geschickt, um in Ruhe die Planung der nächsten Wochen machen zu können und am Abend traf ich mich noch einmal mit einer meiner ehemaligen Puebla-15-Mitbewohnerinnen und machte mit ihr Party auf einer Fiesta in der Innenstadt.

So, heute, es ist schon wieder spät, aber mein Rucksack schon wieder gepackt, geht unsere Tour weiter, zunächst noch einmal in den Norden für ein paar Tage, bevor wir uns zur finalen Süd-Tournee in Richtung Oaxaca, Chiapas und Karibik aufmachen. Soweit – mein Bus wartet. Dran bleiben!

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