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WG-Revival, Pizzas und unglaublich klare Sicht

Posted in Bienvenidos!, Festejando!, mexico city, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , on 10. Februar 2010 by Jakob

Witzigerweise habe ich am Samstag Morgen nur ganz kurz meinen Jetlag bemerkt: Ich wachte pünktlich um 7 Uhr morgens auf und hätte sofort in den Tag starten können. Allerdings entschied ich mich dazu, ein bißchen zu lesen, was mich nach einer Stunde wieder ausreichend müde machte, um mich wieder umzudrehen und mich an die mexikanische Uhr zu gewöhnen.

Am späten Vormittag gings dann also doch aus dem Bett und Enora und ich machten uns auf den Weg zum TAPO, einem der großen Busterminal in D.F. Dort „frühstückten“ wir noch schnell im Taco Inn und schnappten uns den nächsten Bus nach Puebla. Der Verkehr raus aus D.F. war mal wieder unglaublich dick. Und dann kam es noch besser: Die Autobahn zwischen D.F. und Puebla ist dicht – sie ist auch von den heftigen Überschwemmungen der letzten Tage betroffen und wird wahrscheinlich auch so schnell nicht wieder aufgemacht. Wir fuhren also einen großen Umweg und brauchten so für die Strecke gut die doppelte Zeit. Das wunderbare: Die Luft ist in dieser Jahreszeit so klar, dass die Sicht auf die Berge rund um das Valle de México unglaublich beeindruckend ist. Wir genossen atemberaubende Blicke auf die beiden 5000er Ixta und Popo, die sich in der Abendsonne und schneebedeckt stolz präsentierten.

Wir fuhren erst am frühen Abend in Puebla ein und schnappten uns ein Taxi, daß uns direkt vor Agos Wohung im Zentrum absetzte. Und irgendwie fühlte sich das alles an, als wär ich erst gestern aus Puebla weg. Alle Straßen so vertraut, der Taxipreis noch im Kopf und irgendwie hat sich kaum etwas verändert, so dass man meinen könnte, man war doch nur kurz im Urlaub und kommt gerade wieder.

In der Wohnung erwarteten uns bereits Agostina, Luciana und Mónica. Wobei Mónica und Lula uns schon im Eingang abpassten und die Freude war riesig. Unglaublich! Wir alle nach einem guten Jahr wieder zurück und vereint in Puebla. Großartig. Enora und ich sprangen schnell zum OXXO, dem altbekannten 24/7-Laden mexikanischer Herkunft, und besorgten leckeren José Cuervo, zwei Six und Limetten beim Elote-Verkäufer (Maiskolben) im Hauseingang. Paulina stieß inzwischen auch zu uns und so war die alte WG aus 2008 auch schon fast vollständig. Néstor hatte aus irgendwelchen Gründen ab- bzw. nie so richtig zugesagt (man(oder besser frau) munkelte, er stehe jetzt unter gewissen Pantoffeln)  und Vivi blieb verhindert, weil sie mit ihrem Baby ein bißchen weniger flexibel geworden ist. Wir tranken also Chelas und Tequila, spaßten, erzählten lachten viel und später holten uns Freunde von Pau mit dem PickUp ab – auf in eine Bar. Dort machten wir das weiter, was wir schon den ganzen Abend getan hatten. Spät fuhren uns die beiden Jungs wieder in Agos‘ Wohnung, wir sprangen von der Ladefläche und fielen in die Betten.

Am Sonntag gönnten wir uns dann erstmal ein klassisch mexikanisches Frühstück in der brennenden Sonne des Zócalos. Huevos a la mexicana – Rührei also mit verschiedenen Chillisorten, schön pikant und verpackt in Tortillas, begleitet vom üblichen Bohnenbrei.

Danach sprangen wir in einen Colectivo und rumpelten über die Straßen Pueblas stadtauswärts nach Tonantzintla. Tonantzintla ist bekannt für seine reich dekorierte Kirche, die allerdings nicht dem üblichen katholischen Verzierungsregeln gehorcht, sondern komplett nach indianischer Tradition gestaltet wurde. Und so sind die Gewölbe mit tausenden indianischen Figuren, Gesichtern, Chilis, Kaffee, Heiligen und anderen Bildern verziert, bunt angemalt und wunderschön zu betrachten. Ein Kirche, in der auch dann nicht langweilig wird, wenn die Predigt mal wieder zu lang ausfällt.

Nach diesem kurzen Stop wanderten wir quer über Felder auf einen kleinen Hügel, wo das Haus von Mónicas Freund steht – wir wurden dort zum Pizzabacken erwartet. Schon auf dem Weg zum Hügel bot sich uns wieder ein majestätischer Blick – rundrum schneebedeckt Popocatépetl, Ixtaccíhuatl, der Citlaltépetl (auch Pico de Orizaba – Mexicos höchste Spitze mit 5747m) und mein persönlicher Hausberg La Malinche.

Bei Toño angekommen war der Steinofen bereits angefeuert, die Beläge geschnipselt und die ersten Pizzaböden wurden dem Ofen bereits wieder entzogen – bereit dafür belegt zu werden. Wir machten uns also alle an die Arbeit, belgten die Pizzen nach Herzenslust, eine nach der anderen wanderte in den Ofen und kam nach 3 Minuten knusprig wieder heraus. Bestimmt zehn Pizzen schoben wir durch den Ofen und am Ende schafften wir gut zwei Drittel. In der Nachmittagssonne machten Lula, Móni, Enora, Negro (Mónis Hund) und ich einen kleinen Verdauungsspaziergang über den Hügel und genossen die wunderbare Aussicht.

Am Abend wollte Toño uns dann mit seinem alten VW-Bus wieder nach Puebla bringen. Allerdings machte der gute alte Bulli nach wenigen Kilometern die Hufe hoch, so daß wir schlussendlich doch mit dem Colectivo zurück zum Busbahnhof und später nach DF weiterreisen mussten. Auch die Rückfahrt dauerte wieder 4 Stunden und so kamen Enora und ich erst spät wieder in D.F. an – den ersten Sonnenbrand im Gepäck.

Montag und Dienstag hab ich eher ruhig verbracht, gestern bin ich mal wieder ins Zentrum, hab nachgeschaut, ob der Zócalo, die Kathedrale und der Präsidentenpalast, Bellas Artes und der Torre Latino noch steht – und ja – es steht noch. Und es fühlt sich wirklich an, als wär man zu Haus. Die komplette Orientierung ist da, das Metrosystem vertraut (wenn auch jetzt einen Peso teurer, also 3 Peso pro Untergrund-aufenthalt) und die Freunde wohnen um die Ecke. Hatt‘ ich ganz vergessen: Bernhard und Paola, welche mich ja zu Anfang meines Mexiko-Aufenthaltes 2008 und zum Ende vergangenes Jahr sehr lange beherbergt hatten, wohnen von uns hier nur zwei Straßen entfernt, so dass wir vorgestern Abend mit Ihnen Essen waren und danach noch bei ihnen auf ein Weinchen vorbeischauten. Ist schon wunderbar und ich genieße es sehr, wieder hier zu sein.

So. Jetzt aber Kaffee und Frühstück, der Magen knurrt.

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Mitten im mexikanischen Spring Break.

Posted in Festejando!, pacifico, Viajando! on 9. April 2009 by Jakob

Nachdem ich am Dienstag noch mit einem Moped die Gegend und die Berge rund um Oaxaca erkundet habe, bin ich nach einem Sonnenaufgangsbesuch in Monte Albán weiter an den Pazifik gefahren. Hier wollte ich mich mit Néstor und Freunden von ihm treffen, und ich stuerzte dann in eine der vollsten kleinen Kuestenstaedtchen am mexikanischen Pazifik.

Traditionsgemaess sind die Woche nach Weihnachten und die Woche vor Ostern die denkbar Schlechtesten, um in Mexiko in Ruhe zu reisen. In diesen zwei Wochen sind alle, aber auch wirklich alle Mexikaner (!) im Urlaub und draengeln sich wie Sardinen an die Kueste. Dass es allerdings so voll werden wuerde, im sonst so vertraeumten Puerto Escondido, haette auch ich nach zwei Besuchen nicht erwartet.

Schon als ich gestern mit dem Van hier ankam, war im Stadtzentrum ein selten dichter Verkehrswust. Ich setzte mich in das naechste Taxi und liess mich zur Playa Zicadela fahren, wo ich in einem Hotel Néstor und seine Leute treffen wollte.

Ich traf sie dort auch, aber im Hotel war bereits nichts mehr frei und ich machte mich auf die Suche, nach einem Bett. Ich schlenderte an der Kueste entlang stadteinwaerts, und in allen Hotels hoerte ich die selbe Antwort: No, no hay nada disponible! Nach ueber einer guten Stunde mit nahezu durchweg abschlaegigen Antworten fand ich dann endlich ein Hostel. Eine billige Surfer-Absteige, die vorruebergehend zur Teenie-Absteige geworden ist. Das Bett besonders guenstig, dafuer aber auch besonders einfach und básico das Dorm.

Am Abend traf ich mich dann mit Néstor und seinen Leuten wieder und wir waren mit mehreren tausend Menschen zusammen auf der Strasse. Die Bar, in der ich im Dezember noch mit Enora Besucher vermisst hatte, brach aus allen Naehten und gegen 2 verliessen wir sie, weil sich mehrere tausend Leute am Strand versammelt hatten und die Party dort weiter ging. Bis um 4 Uhr war der Strad so voll, wie ein Nordseestrand nur in der hoechsten Hochsaison mitten am Tag sein kann – und noch ein bisschen voller. Ueberall Jugendliche, manchmal noch ganz schoene Milchgesichter, die sich nur zu einem Zweck hier versammelt haben: Aus Mega-Bierflaschen und Riesenbechern Alkohol in sich reinkippen und abzustuerzen. Abstuerzen sahen wir dann dementsprechend auch so einige – immer wieder taumelten uns Gestalten entgegen, die kaum mehr faehig schienen, sich auf den eigenen zwei Beinen gerade zu haltenm dei Augen glasig oder auf Halbmast und die Aufnahmefaehigkeit sowie alkoholisch als auch mental ausgereizt.

Spring Break auf mexikanisch - Pt. Escondido in der Semana Santa

Auch als ich dann heute am spaeten Vormittag meinen Weg aus dem Bett fand, machte im Hostel schon wieder ein Teufelsgebraeu die Runde und sorgte fuer fruehe Opfer. Puenktlich um 2 Uhr stuerzte das erste Maedel ueber eine Zeltleine und schaffte es von selbst nicht merh nach oben, auch ihre vorherigen Bewegungen versuchten mehr das Umfallen zu verhindern, als sie durch Laufen nach Vorn zu bringen.  Es ist der Wahnsinn und ich muss sagen, ich freu mich schon auf die naechste Woche, wenn der Spuk vorbei und die tausenden von Besoffenen wieder abgereist sind.

Auch am Strand gab es heut kein anderes Bild: die Lifeguards sind nur darauf bedacht, dass die Besoffenen nicht zu weit in die ueberaus gefaehrliche Brandung gehen – die schon im nuechternen Zustand mit ihren Me4gawellen lebensbedrohlich ist. Nicht umsonst gilt Pt. Escondido als einer der top Surfspots  weltweit. In dieser Woche surft aber kaum jemand – es stehen andere Sachen im Vordergrund.

Tausende von glasigen Augen suchen nach dem naechsten Bier oder Cocktail, um dann, gemeinsam mit ihren Besitzern in den Sand zu fallen, liegen zu bleiben und den Rausch auszuschlafen. Jetzt ist bereits schon wieder Nacht, ich werde mich wohl heute nicht mehr mit Néstorund seinen Kollegen treffen und eher einen ruhigen Abend verbringen – so weit das eben hier moeglich ist.

Das Azteken-Stadion bebt.

Posted in Festejando!, mexico city, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 29. März 2009 by Jakob

In den vergangenen Wochen hatte ich immer wieder die einschlägigen Verkaufsseiten für Fußballtickets abgegrast und nach Eintrittskarten für die WM-Quali Mexico gegen Costa Rica gesucht – und: Nichts gefunden. Am Freitag Morgen dann kam die Wende. Ohne große Hoffnung surfte ich mal wieder den Ticketmaster an und baffff: Sie hatten Eintrittskarten freigeschaltet! Mit Roman machte ich mich auf den Weg, die Tickets zu sichern und mit einer gehörigen Portion Glück grifffen wir uns am Ticketschalter in Puebla die letzten fünf Eintrittsttickets für $158 PES – umgerechnet 8,31 €.

Gestern Mittag dann zog ein Hauptteil der Quince los: Thaela und ihr Freund Matthias, der ein paar Tage zu Besuch ist, Roman, Enora und ich. Mit dem Bus gings direkt nach México-Sur, dem Terminal, das am nächsten zum drittgrößten Stadion der Welt liegt – dem Estadio Azteca.

Mit einem Mikro näherten wir uns der Mega-Schüssel, die immerhin 105 000 Fußballfans Platz bietet. Vor dem Stadion wurde es ein wenig dränglig – bevor wir hineinstürmten mussten wir uns noch entprechend einkleiden. An Trikot-Ständen, Fahnenverkäufern und Stirnbandanbietern mangelte es nicht – die Fakes der Trikot waren mal besonders billig verarbeitet, mal ganz gut gemacht – und für $100 PES war die Uniform für alle perfekt: Gruppe Marquéz mit der Nummer 4 zog ins Stadion ein. Nunr fünf Minuten vor Anpfiff bezogen wir die Ränge und genossen den Blick auf das nahezu komplett gefüllte Aztekenstadion. Eine Stimmung – unglaublich – ein Lärm – göttlich – und wenn man nur einen Moment lang inne hielt und auf die Räneg achtete: Das Stadion bebte tatsächlich.

Der Fußball-Tag in Bildern. (Zwei davon sind von Roman)

Die Partie ging ein wenig lahm los, México vergab mehrere Tor-Chancen und setzte die Kugel dann aber doch noch nach einer halben Stunde in das Costa Ricanische Tor und ging mit 1:0 in die Halbzeitpause.

Auch nach der Pause floppten viele Pässe der Mexikaner, keine besonders gute Show, der Torwart war aber sichtlich gut drauf und beschützte das mexikanische Tor vor möglichen Gegentreffern – die allerdings auch nicht gerade zu häufig drohten. Mit einem Foul im Strafraum kassierte Costa Rica beim Elfer den nächsten Treffer und mit 2:0 ging das Spiel dann auch zu Ende. Aus Angst, in rund 100 000 Fans unterzugehen und nicht mehr den Weg nach Puebla zurückzufinden, gingen wir füfn Minuten vor Shcluss und mussten uns so nur mit rund 10.000 Fans wieder auf den Weg ins Zentrum machen.

Gegen halb 11 waren wir wieder in der Quince -dressten uns lange Hosen an und zogen nun mit dem gesamten Haus in einem Taxi (wie immer – da passen doch locker 7 Leute rein) auf eine Studi-Party. Das ging lang und entsprechend lang blieb es heute Morgen dann auch ruhig – in unserem Haus.

…Feiern, Sonne und Pyramiden

Posted in Festejando!, mexico city, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 23. März 2009 by Jakob

Nachdem meine Woche noch ruhiger zu Ende gegangen war, als ich mir das eigentlich gewünscht hatte, stand ein Wochenende voller Feier ins Haus der Quince. Ich hatte letztendlich nicht ein Seminar in der vergangenen Woche und war damit auch bei allen Kräften, in eben jenes Wochenende zu starten.

Der Geburtstag meines kolumbianischen Mitbewohners Pedro stand an – und wir hatten einiges vor. Schon Donnerstag Abend hatte Norma, meine Mitbewohnerin aus Nordmexiko, Besuch von einem Freund von ihr bekommen und damit kam langsam Leben in die Quinze.

Am Freitag Abend hatten sich Roman, Enora, Thaela und ich zusammengefunden, um Pedros Geschenk zu bauen, oder besser: Zu basteln. NPedro mit seinem Poker-Geschenkeben einer Fotocollage wollten wir Pedro ein Poker-Spiel zukommen lassen, und weil die Fertig-Sets in Mexiko recht kostspielig und obenrein schwer zu bekommen sind, entschieden wir uns, Karten und Chips einzeln zu kaufen und ein Set selbst zusammenzustellen. Wir kreierten also eine nette Box für Karten und Chips und mir kam die Aufgabe zu, den Spielteppich professionell zu gestalten. Punkt Mitternacht hatten wir alles fertig und belagerten das Zimmer von Pedro, der gerade beim 24-h-Shop OXXO ums Eck Bier kaufen war. Die Überraschung gelang, Pedro war hin und weg über das Gschenk und wir feierten noch ein wenig in seinem Zimmer. Allerdings nicht übermäßig lang, wollten wir doch den Samstag in Teotihuacán auf den Pyramiden verbringen, um dort den Frühlingsanfang mit eine Menge weiterer Sonnenanbeter dort zu feiern.

Ixtazíhuatl im Morgengrauen aus dem Bus heraus nach DFAlso fielen wir bereits am Samstag um halb 5 wieder aus den Betten und die gesamte Quince machte sich auf den Weg nach DF, wo wir gegen 9 mit einem weiteren Bus zu den Pyramiden weiterfuhren.

Die Pyramiden muteten an diesem Tag an, als gäbe es ein Lokal-Derby zwischen Fußballmannschaften, deren Fans sich überhaupt nicht ausstehen könnten: Die mexikanische Polizei zeigte unangenehm und über Gebühr Präsenz, um „Sicherheit“ bei dem starken Andrang auf die archeologische Anlage beim Frühlingsanfang zu gewähren. Also tat sie, was sie immer tut, und was siMex Polizei in Vollmontur auf den Pyramiden, Devise: Abschrecken, Angst machen!e offenbar am Besten kann: Mit großen Waffen herumlungern, böse gucken, als wären die Besucher Verbrecher, die jederzeit einen Anschlag verüben würden und mit gezogenem Schlagstock dafür sorgen, dass man sich an keinem Ort zuviel Zeit für Fotos ließ. Die Schilder, die sie bei sich trugen habe ich bislang noch nicht erwähnt, aber ich denke, man kann sich ganz gut vorstellen, dass es sich unter diesen sicherheitspolitischen Vorkehrungen so richtig wohlfühlen ließ, auf den Pyramiden.

Um auf die Sonnenpyramide zu gelangen, mussten wir uns ungefähr zwei Stunden lang in einer Schlange anstellen. Einige tausend Menschen wollteSchlange stehen vor der Sonnenpyramide - wir sind nicht die einzigen, die rauf wollenn an diesem Tag auf die Pyramide, weil man sagt, dass man dort am Besten die Energie der Frühlingssonne empfangen würde. Wir standen uns also die Beine in den Bauch und kamen nur zögerlich voran und nach oben. Ich persönlich hielt unser gesamtes Vorhaben, an jenem Tag nach Teotihuacán zu fahren, von anfang an für ein wenig übertrieben und hielt auch die tausenden von Sonnenanbeter, die ihre Handflächen der Sonne entgegen reckten, für wunderliche Gesellen. Mir persönlich gefällt Teotihuacán an jedem aEnora und ich auf der Sonnenpyramide mit Blick auf jene des Mondesnderen Tag im Jahr besser, als wenn es überfüllt und mit schwer bewaffneten Polizisten belagert ist – aber gut, Pedro hatte sich den Besuch zum Geburtstag mit uns zusammen gewünscht, also hieß es: Durch da!

Als wir dann endlich oben anlangten, sorgten weitere Polizisten und Anlagenaufseher dafür, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, in dem sie nervös im Sekundentakt zur Eile antrieben und der Polizist genervt seinen Schlagstock auf die Handfläche schlug. Lustige Gesellen – da bin ich Mensch…..

Also war ich letztendlich auch gar nicht so bös, als wir das alles wieder hinter uns gelassen hatten, und nach einem indianischen Tanzspektakel vor Indianer präsentierten ihre Tänze vor den Pyramidenden Pyramiden und langsam gen Puebla wieder aufmachten. Vorher speisten wir noch in einem Strassenrestaurant (Hase – klein, aber lecker!) und fuhren mit dem Bus nach México zurück. Von Da sprangen wir in den nächsten Direktbus nach Puebla, wo wir recht müde gegen 7 Abends aus dem Bus fielen. Alles in allem war es eine witzige Aktion gewesen – aber ich würde keinem empfehlen, es uns gleich zu tun. Auch wenn die Vorhersagen unseres Guides, der uns eine Woche zuvor über die Anlage führte, nicht eintraten und man die angekündigten 2 Millionen Menschen nicht so wirklich auffinden konnte, war es doch genug. Und ohne die mexikanischen Rambos sieht die Anlage auch schöner aus und man fühlt sich irgendwie auch sicherer.

Die gesamte Runde am Ende unseres Sonnen-Anbetungs-Ausflug: Norma, Pedro, Enora, Jakob, Roman, Thaela, Karla, ChristianAm Abend stand dann noch Pedros Geburtstagsfeier an, die entsprechend müde begann. Wir waren alle schon viel zu lange auf, um irgendwie aufgeweckt in Partystimmung zu sein, aber Wodka und Bacardi taten nach einigen Stunden das Ihre und schaukelten noch die Party auf ein sinnvolles Feierniveau.

Heute waren dann alle medium-erschlagen und der Sonntag verlief entsprechend ruhig. Nachdem ich mit Roman einige Raubkopie-DVD-Märkte (Stopp: Es gibt doch gar keine anderen…. hmmpf) abgeklapperte hatte,  schmiss ich mich mit Enora vor den Rechner und fröhnte mit ihr unserer neuen Sucht: LOST (TV-Serie).

La despedida…

Posted in Festejando!, puebla with tags , , , , , , , , on 6. Dezember 2008 by Jakob

Tränenreich und feuchtfröhlich haben wir gestern die letzte große Party mit der alten Mannschaft aus der Quince gefeiert. Lang gings, um 4 Uhr 30 schob ich die letzten (inzwischen schon sehr) alkoholisierten Gäste aus der Tür und kroch auch in mein Bett. Schön war’s, ein bissl traurig auch – aber vor allem lustig. Ein paar Eindrücke:

Pizza en „La Quince“

Posted in Festejando!, puebla with tags , , , , , on 14. Oktober 2008 by Jakob

Seit langem mal wieder ein Pizza-Abend in der Quince – lecker war’s, und lustich.

Einheitsfeier, Manu Chao und die UDAL

Posted in Festejando!, mexico city, puebla, uni, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 9. Oktober 2008 by Jakob

Nachdem ich hier schon seit einer Woche nichts mehr hab von mir hören lassen, will ich mal wieder ein Lebenszeichen von mir aus Puebla geben.

Nachdem wir ausführlich die Nationalfeiertage Mexicos und Chiles gefeiert hatten, stand am Freitag die Deutsche Einheit zur Feier an. Eine kleine Deutschlandfahne hatte unsere Küche geschmückt und am Abend wollten wir in eine Bar gehen, in der es angeblich deutsches Bier geben sollte. Hach was hatte ich mich auf ein echtes Pils oder ein wunderbar schmackhaftes Weißbier gefreut und dann wurde ich schließlich doch enttäuscht. Die Bar, nicht weit von unserer Quince entfernt und unter belgischer Flagge betrieben, hatte alle internationalen Biere im Angebot, außer: genau! Das Deutsche war aus. Und schon seit zwei Wochen nicht mehr geliefert worden. Also mussten wir notgedrungen belgisches und holländisches Bier trinken, welches aber immernoch bedeutend mehr Geschmack hatte, als das flüssig-wässrige Sol oder Indio.

Später zog ich mit Viviana, Agostina und Enora weiter in eine kleine Bar im Zentrum. Dort wechselten sich ungefähr zehn junge Musiker an den verschiedensten Instrumenten ab. Einen Musiker hatten wir bereits in der Bar kennengelernt, in der wir den chilenischen Nationalfeiertag gefeiert hatten. Und weil er, Leon, uns nicht wiedererkannte, lud er uns später, als die Bar schließen wollte, zu sich nach Hause ein, um dort weiterzufeiern. Also packten sich alle Musiker und wir in diverse Taxen und wir fuhren ein paar Blocks durch die Nacht zu Leons Wohnung. Eines großzügiges Apartment in einem kolonialen Haus, mindestens 100 Quadratmeter, kaum Möbel, aber jede Menge Platz für Gäste, Party und Feiern. Nach einer Weile trafen die letzten Gäste ein und brachten Sixpacks mit, die der Spontanparty die Trockenheit rauben sollten. In der Runde wurde weiter munter die Gitarre rumgereicht, einer nach dem anderen gab teils selbstkomponierte Stücke und Lieder zum Besten und die Feier dauerte ungeplanterweise bis weit in den Morgen hinein.

Das machte uns dann am Samstag das Aufstehen nicht leicht. Wir wollten am Vormittag nach DF durchstarten, um dort am Abend bei Manu Chao vor der Bühne zu stehen. Müde machten sich Enora und ich auf den Weg zum CAPU (Busbahnhof) und schnappten uns den nächsten Service nach DF. Gegen 2 kamen wir an und schlugen uns mit der Metro nach Condesa durch. Dort wohnt eine Freundin von Enora, mit der sie in Frankreich zusammen studiert hat, und sie sollte unsere Gastgeberin für die kommende Nacht werden. Dort warteten bereits die Freundin und zwei weitere Französinnen auf unser Ankommen, damit wir gemeinsam in Richtung Foro Sol (Konzertstadium in DF, dass eigens für große Konzerte gebaut wurde, heute aber auch für Baseball genutzt wird) starten wollten. Es gesellten sich weitere 5 Franzosen zu uns und wir starteten noch in ein anderes Viertel, um dort auf noch mehr Konzertgänger zu stoßen. In einer Wohnung tranken wir einen Schluck und machten uns dann in Hordenstärke auf den Weg ins Foro Sol. Kaum angekommen, zog eine schwarze Wand auf. Punkt 18 Uhr brach dann einer der heftigsten Gewitterstürme los, den ich bislang hier in Mexico erlebt habe. Es schüttete aus Fässern, Bindfäden wurden zu Seilen oder gar zu Tauen, Blitze zuckten rund um das Stadion und schlugen immer wieder in der Nähe ein. Wir hatten uns an die Seiten unter das Dach eines Hamburgerstand geflüchtet und warteten dort auf das nicht absehbare Ende des Unwetters. Schon fast in den Glauben, dass das Konzert bei diesem Wetter abgesagt werden würde, stieg dann doch um 8 Uhr die Vorband auf die Bühne und fing an, den durchweichten Fanaticos, die trotz Blitzen und Regen vor der Bühne ausgeharrt hatten, einzuheizen. Für uns hatte es nach wie vor noch zu sehr geregnet, um sich der Bühne weiter zu nähern und so fädelten wir uns erst mit dem Auftritt von Manu selbst in die Massen ein. Durchweicht und in der Kälte der Nacht wurden dann doch unsere Erwartungen ein wenig enttäuscht und gegen Mitternacht machten wir uns wieder auf den Heimweg.

Am Sonntag bummelten wir dann nicht lang in DF herum und machten uns recht bald auf den Rückweg nach Puebla, wo uns die Sonne hell strahlend erwartete. Na bitte, es geht doch.

Am Montag war ich dann mal wieder als assistierender Dozent in der UDAL. Die UDAL ist die Universidad de América Latina und sitzt unweit der Quince. Einer meiner Kommilitonen hatte mich vor Wochen bereits gefragt, ob ich seinem Bruder, der Deutsch-Prof an der UDAL ist, nicht ein wenig zur Hand gehen könnte. Ich hatte zugesagt und seitdem bereits zwei Mal in seinen Kursen den Unterricht geschmissen. Am Montag wurde ich dann zunächst mit Studenten aus dem 1. Semester konfrontiert, die kaum ein Wort auf Deutsch sprachen. Der Sinn war hier mehr, dass sie so früh wie möglich mal mit einem Muttersprachler in Kontakt kommen, ein wenig Deutsch hören können und sich dann mit mir über Deutschland und alles Mögliche unterhalten können. Nach einer Stunde stand der übliche Fototermin mit vorrangig weiblichen Studentinnen an, die gern ein Foto mit „dem Deutschen“ haben wollten. In der darauffolgenden Stunde gesellten sich Stundenten aus dem dritten Semester dazu und die Runde erhöhte sich auf rund 50 Personen. Paco, der Prof, hatte sich weitesgehend zurückgezogen und sich darauf verlassen, dass ich den Unterricht schmeiße. Die Jungs und Mädels aus dem Dritten hatten dann auch ein paar mehr Worte drauf und ich hielt die Stunde komplett auf Deutsch. Fragte nach Vorurteilen, musste die Deutschen erneut gegen das (in Mexico erstaunlicherweise) allgegenwärtige Rassismusvorurteil verteidigen, Fragen zu Oktoberfest und Nazideutschland, aber auch zu Ausbildung und Austauschmöglichkeiten beantworten. Danach stand erneut der obligatorische Fototermin an und ich machte mich auf den Weg in meine Uni, um dort Seminare zu hören.

An der UDAL werde ich in Zukunft öfter sein und dort mit den Studenten ein wenig Deutsch praktizieren. Der Kontakt, der Paco so verdammt wichtig ist, scheint auch seine Berechtigung zu haben. Die Stundenten haben kaum die Möglichkeit, mit Deutschen zu sprechen, kennen kaum Ausländer und sind auch nicht gerade die Engagiertesten, wenn es darum geht, sich deutsche Medien beispielsweise im Internet zu suchen. Allerdings schien ihnen bislang die Stunden mit mir gefallen zu haben und ich stelle fest, dass es den Jungs und Mädels jedes Mal ein wenig leichter fällt, Hemmungen abzulegen und zu sprechen. Die wichtigsten Fragen für die weiblichen Studentinnen fehlten bislang zumindest noch nie: Bist Du solo? Suchst Du eine Freundin? Wier findest Du die mexikanischen Frauen? Wobei ich bei der letzten Frage immernoch an einer charmant-diplomatischen Antwort feile… 🙂

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