Archiv für puebla

Zurück im Großstadtlärm

Posted in am Rande, mexico city, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , on 4. März 2010 by Jakob

Nach einer Woche Playa, Palmen, Sonne und Entspannung bin ich nun schon seit Sonntag wieder in DF und arbeite hier ein wenig an meiner Hausarbeit weiter. Das ging an der Küste natürlich wesentlich leichter von der Hand, weil dort nicht nur nahezu absolute Ruhe und sanftes Wellenrauschen vorherrschte, sondern auch, weil als Belohnung immer ein wenig Entspannung am Strand wartete.

Am Samstag bin ich allerdings recht frühzeitig aus dem Paradies abgereist, mit einem kleinen Van-Shuttle in 5 Stunden über die Sierra Madre nach Oaxaca geschaukelt worden (es ist immernoch nichts für empfindliche Magen – aber meiner hat mal wieder gehalten) und bin dort gleich in den nächsten Bus nach Puebla gesprungen. Nach gut 12 Stunden Reise war ich bei Mónica zu Hause angekommen, wo unsere 15-Mannschaft sich ein letztes Mal in großer Zahl versammelt hatte, um noch einmal beisammen zu sein, bevor die ersten wieder gen Heimat abreisen.

Ich selbst war ein wenig müde von der Reise und die Stimmung wurde ein wenig von den Nachrichten aus Chile getrübt. Das verheerende Erdbeben hatte die Familie von Agos, unserer chilenischen Mitbewohnerin heftig zugesetzt. Gesundheitlich blieben zwar alle heil – aber das Dach über dem Kopf zerstörte das Erdbeben – lange gab es nicht einmal Nachrichten von ihren Verwandten und so wurden über verschiedenste Länder, in denen gerade Bekannte von ihr sind, Mails ausgetauscht und Informationen weitergegeben. Ihre Oma wohnte in der Küstenregion direkt neben dem Epizentrum, was dort nicht das Erdbeben aus den Verankerungen riss, schwemmte die anschließende Flutwelle weg. Die Menschen, und so auch ihre Oma, mussten in die Berge flüchten – eine Region, die vorher wenige Probleme hatte, wurde auf einem Schlag zu einer Katastrophenzone. Es gibt kein Trinkwasser, und wenn doch, wird es zu horrend teuren Preisen verkauft, Supermärkte, oder das, was von ihnen übrig blieb, wurden geplündert – nach der Naturkatastrophe setzt nun das Chaos den Menschen in Chile zu. Kein Wunder, dass auch Agos nicht wirklich zum Feiern zu Mute war.

Am Sonntag dann reiste ich am Nachmittag wieder nach DF und hier läute ich nun meinen letzten zwei Wochen ein. Am Montag gibg es mit Enora zu einer etwas kruden Filmpremiere ihrer Produktionsfirma inklusive der Anwesenheit des Regiesseurs und der Hauptdarstellerin, die allerdings in den Nachfragen nach dem Film nur wenig glänzen konnten.

Gestern habe ich mir endlich nun noch Avatar angeschaut und war von den realistischen 3D-Bilderwelten fasziniert und heute setze ich mich wieder einmal an die Arbeit – die Zeit läuft, und wenn ich aus Mexico wiederkomme, ist auch schon fast Abgabetermin.

Am Wochenende geht es noch einmal raus aus der Großstadt. Wir wollen uns ein Wochenende am Strand in Acapulco gönnen und so nun auch endlich nach weit über einem Jahr diese Stadt noch kennenlernen und den harten Jungs bei ihren atemberaubenden (hoffentlich!) Sprüngen von den Klippen zuschauen. Außerdem tut Sonne und ein wenig Strand nach einer Woche DF auf jeden Fall schon wieder not.

Paradies.

Posted in pacifico, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , on 23. Februar 2010 by Jakob

Unweit von meinem Balkon brandet das Meer an. Die Wellen prallen auf den weißen Sand, es rauscht, braust, kracht. Am Himmel rennen die weißen Wolken am hellen Mond vorbei, der sie in ein weißlich-gelbes Licht taucht und am Strand sorgt der Wind da oben für ein rasches Licht-Schatten-Spiel auf dem sandigen Boden. Durch die Palmen weht der warme, abendliche Seewind, es ist so warm, dass ein T-Shirt überflüssig ist und ich liege in der Hängematte auf meinem Balkon und genieße den Abend bei einer frischen und kühlen Flasche Modelo Especial.

Endlich bin ich wieder in Zipolite und auch diesmal habe ich mich in meinem Lieblings-Hostel niedergelassen. Ein bißchen fühle ich mich schon wie ein Stammgast – als ich gestern nacht hier auftauchte, und ich die Treppen hoch durch den parkähnlichen Palmengarten zur Reception ging, strecke mir freudig Toño den Kopf aus dem Häuschen entgegen – ihm und seiner Frau gehört das kleine Paradies hier, sie haben es geschaffen. Erinnerte sich noch an mich und freute sich mich wiederzusehen – ich freute mich auch, wieder da zu sein und auch ihn wiederzusehen. Es ist jetzt knapp ein Jahr her, na gut, drei Monate fehlen dafür noch, dass ich hier war – und es ist noch genau so paradiesisch. Der Strand weit, lang und heiß, unter den Palmen des Lo Cosmico ist es angenehm im Schatten und das Dörfchen hat sich auch nicht wesentlich verändert. Man könnte meinen, die Zeit findet hier keine Anwendung – sie steht hier schlicht still.

Am Montag hatte ich mich von Puebla aus über Oaxaca auf die Reise in mein kleines Paradies gemacht und nach knapp 12 Stunden stand ich da, wo ich hinwollte.

Das Wochenende hatte ich mit Enora und den ehemaligen Mitbewohnern aus unserer Puebla-Wg, der famosen 15, in Puebla weitsgehend feiernd verbracht. Am Freitag waren wir auf den Geburtstag eines Freundes von Lula eingeladen, am Samstag im Haus von Paulinas Eltern zum mexikanischen Asado – von 14 Uhr bis 4 Uhr morgens. Viele Erinnerungen wurden ausgetauscht, neue Leute kamen hinzu, es wurde gespielt (und ich gewann gegen Agos im Jenga und bin damit offizieller Quinze-Jenga-Maestro 2010!) und getanzt.

Am Sonntag fuhren wir dann ins Nachbarstädtchen Cholula, wo der traditionelle Karneval seinen großen Höhepunkt mit viel Gewehrsalven, Musik, Tanz und als Europäer verkleideten Cholultecen fand. Eine interessante Tradition, in denen sich die meisten in Engländer, bzw. Franzosen verkleiden, Gesichtsmasken von Weißen aufhaben und wild in der Gegend mit Salutsalven, die wahrlich durch Mark und Bein gehen, sich über die Europäer lustig machen, natürlich vor dem Hintergrund der Kolonialzeit, und, mehr noch, vor dem Hintergrund der blutigen Schlacht bei Puebla im Jahr 1862.

Kleine Szene vom ruhigeren Teil des Karnevals – der Einzug der Truppen.

Es ihre Art, der Geschichte die Ehre zu erweisen und sie tut weh, in den Ohren. Der Tag fühlte sich an, als hätten wir ihn auf dem Schlachtfeld verbracht – richtig zum Feiern wurde mir vor lauter zusammenzucken unter den Salven nicht zu Mute und meine Ohren hatten auch leiden müssen. Nichts destotrotz – ein sehenswertes Spektakel, auch wenn ich es aus dieser Nähe meinen Ohren nicht unbedingt noch einmal zumuten möchte. Mexikaner sind da Lärmresistenter.

Und nun: Erhole ich mich hier in meinem kleinen Paradies. Werde arbeiten und auspannen miteinander verknüpfen und mich ab morgen wieder in die Politischen Wissenschaften stürzen und in diesem paradiesischen Ambiente versuchen, eine Arbeit für die Uni zu schreiben. Was sollte ich sonst hier tun – und was könnte es besseres geben, als einfach ins Meer springen, wenn man nicht mehr tippen möchte.

Vielleicht werde ich in den nächsten Tagen auch noch ein paar Bilder hinzufügen – momentan kommt mir die Internetverbindung dafür hier zu langsam vor – aber ich denke, ich konnte auch schon mit Worten einigermaßen ein Bild dieses herrlichen Fleckchen Erdes geben.

Soweit, bis bis.

WG-Revival, Pizzas und unglaublich klare Sicht

Posted in Bienvenidos!, Festejando!, mexico city, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , on 10. Februar 2010 by Jakob

Witzigerweise habe ich am Samstag Morgen nur ganz kurz meinen Jetlag bemerkt: Ich wachte pünktlich um 7 Uhr morgens auf und hätte sofort in den Tag starten können. Allerdings entschied ich mich dazu, ein bißchen zu lesen, was mich nach einer Stunde wieder ausreichend müde machte, um mich wieder umzudrehen und mich an die mexikanische Uhr zu gewöhnen.

Am späten Vormittag gings dann also doch aus dem Bett und Enora und ich machten uns auf den Weg zum TAPO, einem der großen Busterminal in D.F. Dort „frühstückten“ wir noch schnell im Taco Inn und schnappten uns den nächsten Bus nach Puebla. Der Verkehr raus aus D.F. war mal wieder unglaublich dick. Und dann kam es noch besser: Die Autobahn zwischen D.F. und Puebla ist dicht – sie ist auch von den heftigen Überschwemmungen der letzten Tage betroffen und wird wahrscheinlich auch so schnell nicht wieder aufgemacht. Wir fuhren also einen großen Umweg und brauchten so für die Strecke gut die doppelte Zeit. Das wunderbare: Die Luft ist in dieser Jahreszeit so klar, dass die Sicht auf die Berge rund um das Valle de México unglaublich beeindruckend ist. Wir genossen atemberaubende Blicke auf die beiden 5000er Ixta und Popo, die sich in der Abendsonne und schneebedeckt stolz präsentierten.

Wir fuhren erst am frühen Abend in Puebla ein und schnappten uns ein Taxi, daß uns direkt vor Agos Wohung im Zentrum absetzte. Und irgendwie fühlte sich das alles an, als wär ich erst gestern aus Puebla weg. Alle Straßen so vertraut, der Taxipreis noch im Kopf und irgendwie hat sich kaum etwas verändert, so dass man meinen könnte, man war doch nur kurz im Urlaub und kommt gerade wieder.

In der Wohnung erwarteten uns bereits Agostina, Luciana und Mónica. Wobei Mónica und Lula uns schon im Eingang abpassten und die Freude war riesig. Unglaublich! Wir alle nach einem guten Jahr wieder zurück und vereint in Puebla. Großartig. Enora und ich sprangen schnell zum OXXO, dem altbekannten 24/7-Laden mexikanischer Herkunft, und besorgten leckeren José Cuervo, zwei Six und Limetten beim Elote-Verkäufer (Maiskolben) im Hauseingang. Paulina stieß inzwischen auch zu uns und so war die alte WG aus 2008 auch schon fast vollständig. Néstor hatte aus irgendwelchen Gründen ab- bzw. nie so richtig zugesagt (man(oder besser frau) munkelte, er stehe jetzt unter gewissen Pantoffeln)  und Vivi blieb verhindert, weil sie mit ihrem Baby ein bißchen weniger flexibel geworden ist. Wir tranken also Chelas und Tequila, spaßten, erzählten lachten viel und später holten uns Freunde von Pau mit dem PickUp ab – auf in eine Bar. Dort machten wir das weiter, was wir schon den ganzen Abend getan hatten. Spät fuhren uns die beiden Jungs wieder in Agos‘ Wohnung, wir sprangen von der Ladefläche und fielen in die Betten.

Am Sonntag gönnten wir uns dann erstmal ein klassisch mexikanisches Frühstück in der brennenden Sonne des Zócalos. Huevos a la mexicana – Rührei also mit verschiedenen Chillisorten, schön pikant und verpackt in Tortillas, begleitet vom üblichen Bohnenbrei.

Danach sprangen wir in einen Colectivo und rumpelten über die Straßen Pueblas stadtauswärts nach Tonantzintla. Tonantzintla ist bekannt für seine reich dekorierte Kirche, die allerdings nicht dem üblichen katholischen Verzierungsregeln gehorcht, sondern komplett nach indianischer Tradition gestaltet wurde. Und so sind die Gewölbe mit tausenden indianischen Figuren, Gesichtern, Chilis, Kaffee, Heiligen und anderen Bildern verziert, bunt angemalt und wunderschön zu betrachten. Ein Kirche, in der auch dann nicht langweilig wird, wenn die Predigt mal wieder zu lang ausfällt.

Nach diesem kurzen Stop wanderten wir quer über Felder auf einen kleinen Hügel, wo das Haus von Mónicas Freund steht – wir wurden dort zum Pizzabacken erwartet. Schon auf dem Weg zum Hügel bot sich uns wieder ein majestätischer Blick – rundrum schneebedeckt Popocatépetl, Ixtaccíhuatl, der Citlaltépetl (auch Pico de Orizaba – Mexicos höchste Spitze mit 5747m) und mein persönlicher Hausberg La Malinche.

Bei Toño angekommen war der Steinofen bereits angefeuert, die Beläge geschnipselt und die ersten Pizzaböden wurden dem Ofen bereits wieder entzogen – bereit dafür belegt zu werden. Wir machten uns also alle an die Arbeit, belgten die Pizzen nach Herzenslust, eine nach der anderen wanderte in den Ofen und kam nach 3 Minuten knusprig wieder heraus. Bestimmt zehn Pizzen schoben wir durch den Ofen und am Ende schafften wir gut zwei Drittel. In der Nachmittagssonne machten Lula, Móni, Enora, Negro (Mónis Hund) und ich einen kleinen Verdauungsspaziergang über den Hügel und genossen die wunderbare Aussicht.

Am Abend wollte Toño uns dann mit seinem alten VW-Bus wieder nach Puebla bringen. Allerdings machte der gute alte Bulli nach wenigen Kilometern die Hufe hoch, so daß wir schlussendlich doch mit dem Colectivo zurück zum Busbahnhof und später nach DF weiterreisen mussten. Auch die Rückfahrt dauerte wieder 4 Stunden und so kamen Enora und ich erst spät wieder in D.F. an – den ersten Sonnenbrand im Gepäck.

Montag und Dienstag hab ich eher ruhig verbracht, gestern bin ich mal wieder ins Zentrum, hab nachgeschaut, ob der Zócalo, die Kathedrale und der Präsidentenpalast, Bellas Artes und der Torre Latino noch steht – und ja – es steht noch. Und es fühlt sich wirklich an, als wär man zu Haus. Die komplette Orientierung ist da, das Metrosystem vertraut (wenn auch jetzt einen Peso teurer, also 3 Peso pro Untergrund-aufenthalt) und die Freunde wohnen um die Ecke. Hatt‘ ich ganz vergessen: Bernhard und Paola, welche mich ja zu Anfang meines Mexiko-Aufenthaltes 2008 und zum Ende vergangenes Jahr sehr lange beherbergt hatten, wohnen von uns hier nur zwei Straßen entfernt, so dass wir vorgestern Abend mit Ihnen Essen waren und danach noch bei ihnen auf ein Weinchen vorbeischauten. Ist schon wunderbar und ich genieße es sehr, wieder hier zu sein.

So. Jetzt aber Kaffee und Frühstück, der Magen knurrt.

Eine spezielle Behandlung – zu Besuch beim Schamanen

Posted in Adios México, mexico city, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , on 5. Juli 2009 by Jakob

Ich war also in DF mit ziemlich ramponierten Fuessen angekommen und hatte noch am Abend mich mit Berhard und Paola ueber mein kleines Problemchen unterhalten. Zwar taten meine Fuesse dank des Arztbesuchs am Vormittag nicht mehr weh, aber okay waren sie auch noch nicht. Ich wusste, dass die Beiden sich bei Problemchen jeglicher gesundheitlicher Art haeufig von einem Freund, einem 70jaehrigen Schamanen helfen lassen, und Paola schlug auch gleich vor, dass ich mich am naechsten Morgen gleich beim ihm auf die Pritsche legen sollte.

Also entschieden wir, unseren Reiseplan um einen Tag nach hinten zu verschieben und ich einen Wellness-Tag beim Schamanen einzulegen. Am naechsten Morgen machte mir Paola einen Termin bei Ibán fest und fuhr mich auf dem Weg zu ihrer Arbeit bei ihm vorbei.

Ein grauhaariger, aelterer, aber im Gesichtsausdruck Kindgebliebener Mann empfing uns freundlich in seinem Haus, dass an den Berghaengen oberhalb von DF liegt, und Paola uebergab mich in seine Haende. Ibán war gerade von einem Spaziergang mit seinem spnaischen Freund Ramón wiedergekehrt und fuehrte mich nach oben, ueber eine schmale Wendeltreppe in ein kleines Zimmer unter dem Dach, in dem es ein wenig unaufgeraeumt wirkte und Raeucherstaebchen einen mystischen Duft verbreiteten. Dei Sicht von diesem Zimmer aus ueber die Millionenmetropole war trotz tief haengenden Regenwolken beeindruckend.

Wir nahmen auf zwei Holzbaenken an den Waenden Platz, Ibán setzte sich mir gegenueber und bat mich, meine Haende zu oeffnen und ihm meine Handflaechen zuzuwenden. Sogleich meinte er: Du bist viel gereist in Deinem Leben – viele Geschichten hast Du erlebt. Er begann mir aus meinem Leben zu erzaehlen, sprach darueber, was mein Sinn auf der Welt sei, was mich in meiner Zukunft erwarten wuerde und was ich tun sollte. Schreiben, meinte er, solle ich, vor allem ueber Sexualitaet um festgefahrene Ansichten der Menschen zu aendern. Es koennte also nur eine Frage der Zeit sein, bis das Karma Sutra oder eine neue Version von Feuchtgebiete von Jakob Mueller auf dem Ladentisch landen 🙂 .

Nachdem er mir aus den Haenden gelesen hatte, legten mich die beiden auf einen laenglichen Holztisch, der nur mit einem Laken bedeckt war und begannen mich zu massieren. Ibán widmete sich meinem Kopf, den Schultern, meinem Bauch und meinem Ruecken, waehrend mir Ramón die Beine und die Fuesse massierte. Eine viertel Stunde lag ich so da und liess mich durchkneten, und Ibán attestierte mir beste Gesundheit: Este chico no tiene nada!, sagte er.

In einem Ritual reinigten mich die Beiden mit ein paar Spritzern Wasser und gemeinsam schlugen wir danach auf eine Bongo ein, um unsere Wuensche und Traeume in die Sphaeren zu schicken. Ramón und ich trommelten im Takt auf die Bongo ein, waehrend Ibán mit einem Stoeckchen helle Toene mit einem Metallschuesselchen erzeugte.

Danach war ich bereit, fuer eine weiter Massage und das anschliessende Temazcal. Mit Ramón ging ich in den unteren Bereich des Hauses und waehrend er das Temazcal vorbereitete, bat er mich, mich meiner Kleindung zu entledigen und mich auf einer Liege vor dem Temazcal hinzulegen. Ich tat, wie mir geheissen, und er deckte mich mit drei Lagen Decken zu, und schwang die Decke immer nur dort zurueck, wo er gerade massierte. Es folgte eine Ewigkeit Massage. Zunaechst auf dem Ruecken liegend die Fuesse und die Beine, jedes selbstverstaendlich fuer sich, dann ein Arm nach dem anderen, die Haende, das Gesicht, der Kopf, die Brust und  der Bauch. Nach einer gefuehlten Stunde drehte ich mich auf den Bauch und die Prozedur begann von neuem und endete nach einer weiteren wunderbaren Ewigkeit. Das Temazcal, dass an sich wie eine Sauna mit Heilkraeutern vorstellen darf (aber nur in diesem Fall – die traditionelle Form findet auch in einem speziellen Temazcal-Gebaeude statt), hatte seine Temperatur erreicht und ich setzte mich in die kleine Kammer, die stark nach gesunden Kraeutern roch. Wenn mir zu heiss wurde, wechselte ich ueber eine kleine Verbindungstuer in die benachbarte Eisdusche und brachte das Blut in meinem Koerper ordentlich zum zirkulieren. Mehrere Mal wechselte ich zwischen Hitze- und Kaeltekammer hin und her, und als ich genug hatte, legte ich mich in der Wohnung in ein Bett, wurde erneut mit  mehreren Lagen Decken warm eingewickelt und sollte weiter entspannen, so lang ich mich eben wohlfuehlen wuerde.

Und so verliess ich das Haus des Schamanen Ibáns nach gut vier Stunden erst wieder und fuehlte mich wie neu geboren. Eine spezielle Fussbehandlung hatte er mir zwar nicht gegeben, aber das war auch nicht die Idee. Er meinte, dass etwas in meinem Koerper ins Ungleichgewicht geraten sei, was sich nun an den Fuessen reflektiere, und mit seiner Behalndlung versuche er, den Koerper wieder ins Gleichgewicht zu bringen, dass er selbst wieder die Kraefte entwickeln koenne, um sich selbst zu kurieren – eine sehr generalistische Behandlung – aber gut – fuer ein doch so spezielles Problemchen.

Seitdem, aber das koennte auch mit dem Arztbesuch zusammenhaengen, will ich troz allem einraeumen, geht es meinen Fuessen besser, wenn auch nach wie vor noch nicht perfekt, aber die Schmerzen sind weg.

Und so fuhr ich vorgester mit Vater weiter nach Puebla, holte in meiner Uni meine Noten ab, traf mich mit meiner gerade wieder eingereisten chilenischen Mitbewohnerin Agostina und feierte mit ihr und zwei drei anderen Freunden in der Nacht wiedersehen und Abschied.

Gestern Nachmittag reiste ich dann bereits nach Oaxaca weiter, wo ich mit Vater noch bis morgen bleiben werde, und mich auch hier, so langsam. von einer meiner Liebliengsstaedte in Mexiko verabschieden werde.

Über El Tajín zum Golf und zurück

Posted in Adios México, El Golfo, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 4. Juni 2009 by Jakob

Das Leben in Puebla ist vorbei. Mein Leben in Puebla ist nach gut zehn Daniel und ich über PapantlaMonaten am Wochenende endgültig zu Ende gegangen.Und jetzt, gerade als ich das hier schreibe, sitze ich wieder im Bus nach México, DF – zwei große Reisetaschen im unterem Stauraum und dazu einen großen Trekkingrucksack. Regen prasselt an die Frontscheibe unseres Primera-Clase-Busses und wir fahren in den Abend hinein in die Hauptstadt. Meine Sachen, die nach einem Jahr Mexico mit nach Deutschland wollen, sollen hier zunächst eine Interimsbleibe bekommen. Bei Bernhard und Paola. Die beiden, die mir bereits bei meinem Mexiko-Start im Juli vergangenen Jahres als Startbasis so hilfreich waren.

Und der Plan bei den beiden aufzuschlagen, sollte eigentlich erst am FreitaDas etwas heruntergerockte Terminal von Papantlag eintreten, aber meine kleine Golfküsten-Tour mit Daniel hat sich als schneller herausgestellt, als geplant, und so sind wir heute bereits wieder aus Veracruz raus, haben in Puebla einen Gepäck-Aufnehm-Stopp gemacht und werden die kommenden Tage in und um DF verbringen. Wenig zu tun ist da ja auch nicht.

Am Sonntag, nachdem ich problemlos meine Wohnung, bzw. mein Zimmer wieder zurückgegeben hatte, waren Daniel und ich in einen Bus nach Poza Rica gestartet. Poza Rica, dass ist eine Mega-Raffinerie mit einer 160tausend-Einwohner Stadt rundrum, mitten in den Bergen des nördlichen Veracruz (Staat) und lohnt laut LP keine Übernachtung. Wir schenkten den Ausführungen des LP glauben und setzten uns, kaum an einem recht minimalistisch, aber groß anmutenden Busterminal angekommen, in den nächsten Bus nach Papantla. Das ein Städtchen in der Nähe und ganz nah dran an El Tajín, eine spEl Tajin - im tropischen Wald verstecktektakuläre archeologische Stätte der Totonaken. Allerdings mussten wir auch in Papantla feststellen, dass die Nachfahren der Totonaken wohl nicht mehr so große Städtebauer waren, wir ihre Vorfahren und so stellte sich auch Papantla als verdreckte, stinkende kleine Stadt heraus, in der überall der Gestank von Kompost und frittiertem Essen in der Luft lag und ihm zuweilen eine Prise Hund oder Urin beigemischt wurde. Ganz aus diesem Bild fiel der völlig blitzblank und hübsch herausgeputzte Zócalo – der so gar nicht in das Bild passen wollte, dass sich uns ergabm wenn man ihn einfach über eine Seitenstrasse hinter sich ließ.
Wir checkten in einem der besten (was nicht „sauber“ und „hübsch“ und auch nicht „teuer“ heißen soll) Hotels ein, handelten den Preis ein wenig herunter (zum Glück, denn den vollen wäre dieses Zimmer wirklich nicht wert gewesen) und genossen ein Bierchen auf einer Restaurant-Terasse mit Blick über den Zócalo. Das Klima war bereits wieder tropisch, heiß und feucht, auch in der Nacht, ganz so, wie wir es von der vergangenen Woche vom Pazifik gewohnt waren.

Am Montag wollten wir uns El Tajín, die alte Stadt der Totonaken in der Nähe anschauen, und wir hatten guten Grund zu hoffen, dass die Stätte nicht überlaufenDie Nieschen-Pyramide sein wird. Seit der Schweinegrippen-Panik ist in Mexiko eigentlich keine Touristenattraktion mehr überlaufen – was gut für uns, aber schlecht für das Land ist.

Wir starteten am Dienstag morgen mit einem Frühstück auf dem Markt und einem großen Saft, checkten aus unserem Zimmer aus und parkten unsere kleinen Rucksäcke im Hotel. Dann schnappten wir uns einen kleinen Mikrobus, der uns nach 20 Minuten direkt vor den Ruinen herauswarf. Der Eingangbereich ist architektonisch gewagt, monumental mit viel Beton und irgendwann war das wohl auch mal modern.
Auf dem Platz vor dem Haupteingang waren totonakische Nachfahren gerade damit beschäftigt, ihr Voladores-Ritual an einem metallernen Pfahl vorzuführen und wir setzten uns in den Schatten und schauten ihnen bei ihrem fliegenden Tanz um den Mast zu. Die Voladores, ich hattte bereits am Anfang meiner mexikanischen Zeit einmal über eine Gruppe in Cholula berichtet, sind hier in Papantla eigentlich zu Haus und bei ihrem kleinen fliegendem Musik-Spektakel dreht es sich um ein Fruchtbarkeitsritual heranwachsender junger Männer.

Nachdem uns einer der Jungs fürs Zugucken eine nicht ganz freiwillige, weil obligatrorische Spende in einer von ihm festgesetzten Höhe abgefordert hatte, verschwanden wir im Haupteingang und machten uns daran, die Stadt zu erkunden. El Tajín, dass ist eine vergleichsweise große Ansammlung von Pyramiden und Ballspielplätzen (17 hat man bislang gefunden), die in vielen Fällen weitesgehend restauriert wurden und immernoch von einer beeindruckenden und gewaltigen Architektur zeugen. Die größe der Bauwerke sollte auch die Macht der jeweiligen Herrscher widerspiegeln, und wenn man durch diese Anlage läuft, bekommt man eine entfernte Ahnung davon, dass die Totonaken in ihrer Region wohl bis ins 12. Jh. keine unbedeutende Rolle zwischen Golf und Inland spielten. Und dazu kommt, dass bis heute nur ein geringer Prozentsatz der Anlage freigelegt und erschlossen ist.

Das wunderbare optisch, aber auch sonst erfrischende an der Anlage ist, dass sie im völligen Grünen liegt, umgeben vom einem dichten, buschartigen, tropischen Wald und die Pyramidenstümpfe ragen über eine kurze, saftig-grüne Wiese.

Die bekannteste Pyramide der Anlage ist die „Piramide de los nichos“, die „NiscVersteckt im Dschungel - El Tajinhenpyramide“, die sich heute auch noch auf den Autokennzeichen des Bundesstaates Veracruz wiederfindet. Sie ist zwischen 20 und 30 Meter hoch, und am kompletten Körper von Nischen durchsetzt. Und wenn man vor ihr steht und sie so vor diesem dichten, grünen Wald stehen sieht, hat man das Gefühl, mal wieder in einem Indiana Jones-Film zu sein. Alles in Allem, und das hätte ich vorher nicht gedacht, empfand ich die gesamte El Tajín-Anlage als so beeindruckend, dass sie ohne Weiteres in die Liste Teotihuacan, Palenque, Monte Albán und Chíchen Ítza mit aufgenommen werden muss, wenn man gefragt wird, welche archeologische Stätten man sich in Mexiko auf jeden Fall anschauen müsste.

Am Nachmittag, und weil wenig Schatten auf den Pyramiden auch mit ein wenig mehr Farbe, rollten wir mit einem Taxi zurück ins unangenehm riechende Papantla und schnappten uns (dummerweise) einen 2.Klasse-Bus nach Veracruz. Dummerweise deshalb, Veracruz - PEMEX-Tower und Hafenweil der Bus alle fünfzig Meter Passagiere aufnahm, lange Stopps machte und so das Doppelte der normalen Fahrzeit in die wichtigste Hafenstadt Mexikos, nämlich 6 Stunden, benötigte.

Wir hatten uns zunächst überlegt, einen Strandtag am Golf einzulegen, dass aber angesichts der nicht vorhandenen Schönheit der Golfstrände dann doch schnell verworfen und hatten uns so direkt nach Veracruz durchgeschlagen.

Hier stiegenAlte Pracht - das Zivilregister aus den Glanzzeiten wir spät in der Nacht in einem günstigem und passablem Hotel ab und wollten den nächsten Tag ein wenig die Stadt und den Hafen erkunden. Wir starteten am Vormittag und etwas später als am Vortag in den Tag und wechselten zunächst das Hostel. Eine Ecke weiter betrieb ein Galizier das Casa Blanca, dass nicht nur bedeutend aufgeräumter, sondern auch wirklich einen gemütlichen Charme und obendrein über eine Dachterasse verfügte.

Dann machten wir uns auf Erkundungstour. Die Besichtigung des Fort Ulúa, dDaniel und ich auf einer der Hafenkais in Veracruzass den Spaniern als wichtige Ankunftsstation während der Kolonialzeit und der mexikanischen Diktatur unter Porfirio Díaz als Gefängnis diente, musste ausfallen, weil das Zubringerboot, von dem uns die Touristinfo berichtet hatte, einfach nicht fahren wollte. Also durchliefen wir den Hafen, spazierten über lange Molen und sparten uns so am Ende die auch eher weniger spektakuläre Hafenrundfahrt, die man allerdings wesentlich spektakulärer gesGlanz vergangener Zeiten - koloniale Häuser verfallen in Veracruztalten könnte, wenn man dies als Tourismusanbieter auch wollen würde. Aber gut.

Am Nachmittag, nachdem wir uns nocheinmal unseren Teint um 2 Stufen abgedunkelt (oder gerötet) hatten, schlürften wir eine Coronita auf unserer Terasse und beschlossen, der Hitze mit einem Bad im Golf Abhilfe zu verschaffen. Der Himmel hatte sich bereits bedrohlich zu einem Gewitter zugezogen, dass bereits am Morgen die Straßen mit Wasser gefüllt hatte, aber die Tropfen wollten nicht fallen. Wir starteten an einen der eher schmutzigen, öffentlichen Srtände, die eigentlich noch viel zu nah am Übersee-Hafen liegen und „erfrischten“ uns in lauwarmen Golfwasser. Und froren, als wir herauskamen, weil das Wasser wirklich an Badewanne erinnerte.

Am Abend machten wir Nägel mit Köpfen. Wir studierten die Mexikokarte und den Lonely Planet und kamen zu dem Schluss, genug von Veracruz gesehen zu haben. Also packten wir uns huete morgen wieder Das Travelteam beim Frühstück im Hotelbett :-)zusammen und machten uns auf, die Golfküste und das feucht-heiße, tropische Klima wieder zu verlassen. Und so sitzen wir jetzt noch immer im Bus, kommen Mexiko City immer näher, während sich die Nacht inzwischen vollständig über Mexiko ausgebreitet hat.
Und in den kommenden Tagen steht uns ein Mix aus Kultur, Geschichte, Sightseeing, Natur und Freizeitspaß (Six Flags) bevor.

So weit.

Road-Trip an den Pazifik

Posted in Adios México, pacifico, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 30. Mai 2009 by Jakob

Vergangene Woche begannen bei mir, mehr und mehr Besucher einzutrOn the road to pacificoudeln und am Samstag Nacht waren wir dann auch alle so weit vollständig. Kathi war am Dienstag in Puebla angekommen, Daniel am Freitag und am Samstag Abend kam noch eine Freundin von Kathi nach und wir waren bereit für unseren geplanten kleinen Road-Trip für eine Woche an den Pazifik. Daniel und ich hatten uns am Samstag Abend noch auf eine Abschiedsparty einer Freundin hier in Puebla gemacht und hatten den Abend angesichts unserer Tourenpläne für Sonntag Morgen auch früh beendet.

ADurch die Berge von Puebla ins Oaxaca-Talm Sonntag Morgen dann packten wir unsere sieben Sachen und Daniel und ich holten den VW Jetta von einem kleinem Autoverleiher hier in Puebla. Und damit waren wir für unsere kleine Tour auf mexikanischer Tierra auch gut ausgerüstet, denn der Jetta ist der moderne Käfer Mexikos. Er wird ebenso in Puebla zusammengeschraubt und in einer eher einfachen Version hier ausgeliefert. Automatik ist drin, Airbags wurden aber wohl als überflüssig empfunden. So ist das nun mal, auf dem mexikanischen Markt.

Wir stiegen also gegen 11 in den Wagen, tankten ihn voll und machten uns auf den Weg nach Süden in Richtung Oaxaca. Mehrere Mautstationen mussten wir passieren, aber die Tarife waren übersichtlS1053207ich und die Zustände der Straßen in einem ausgesprochen gutem Zustand. Und so fuhren wir auch um 3 Uhr direkt oberhalb von Oaxaca in Monte Albán vor, wo wir noch zwei Stunden Zeit hatten, uns die Anlage anzuschauen. Für mich war es nun schon lange nicht mehr das erste Mal, aber trotzdem wieder schön. Und später quartierten wir uns in unserem Stamm-Hotel in Oaxaca ein. Der Wagen brauchte auch eine Pension für die Nacht, weil man in Mexiko leider nachts keine Autos auf der Strasse parken kann, wenn man es am nächsten Morgen vollständig weiterbenutzen möchte. Aber auch das war schnell gefunden und wir verbrachten den Abend auf der Dachterasse bei ein paar kühlen Dosen-Bit. Soetwas bekommt man nämlich in Oaxaca.

Oaxaca im MorgenlichtAm nächsten Morgen stiegen wir recht früh aus den Federn. Das Meer rief und Oaxaca wollten wir auch noch einmal bei Morgensonne genießen und so schlenderten wir zunächst ein wenig durch die koloniale Altstadt und genossen die bunt angemalten, alten Gemäuer.

Dann ging es wieder auf die Piste und wir rollten den Bergen, der Sierra, entgegen, die das Meer von Oaxaca mit Höhen über 3.000m trennt.

Nach zwei Stunden schraubten wir uns über enge Serpentinen nachMangos pflücken am Strassenrand oben und verbrachten dann drei Stunden in der Bergquerung, die durch die Kurven nicht der angenehmste Teil ist, zumindest für den Teil der Mitfahrer, die nicht hinterm Steuer sitzen.Wir machten einige, wenige Pausen, weil wir ja immer noch schnellstmöglich an den Pazifik wollten und um halb 5 Uhr Abends rollten wir dann auch in meinem Lieblings-Hütten-Hostel in Zipolite ein – im Lo Cosmico.

Wir wurden bereits erwartet, weil ich uns vorher angemeldet hatte und wir bekamen wieder wunderbare Meerblick-Hütten. Und kaum am Strand, kam mir auch schon ein bekanntes Weißbrot entgegengejoggt – Matthias, der Freund von Thaela, meiner Mitbewohnerin in Puebla.

Die beiden waren ein paar Tage zuvor in Zipolite eingetrudelt und hatten schon ordentlich Sonne getankt und bei ihnen verbrachten wir dann auch den Abend. Lecker Bierchen trinkend auf deren Terasse, die keine 20 Meter vom Meer entfernt für eine wunderbare Aussicht sorgte.

Am nächsten Morgen frühstückten die Beiden noch mit uns und machten sich dann schon wieder auf den Weg nach Puebla.

Wir verbrachten den Tag zwischen Hängematte und Str...mal wieder Schildkröten freilassenand und machten uns am Abend auf den Weg nach La Ventanilla, um einer Liberación von Schildkröten beizuwohnen. Ich hatte das ja bereits schon einmal im April gemacht und fand das aber so schön, dass ich das meinen vier Mitreisenden auf gar keinem Fall vorenthalten wollte.

Gegen Sieben schnappten wir uns jeder eine 2-Stunden-alte Schildkröte (unter Anleitung natürlich) und setzten sie auf ihren letzten Landgang in Richtung Meer in Bewegung. Bis sich die Sonne dann gänzlich im Strand eingegraben hatte, hatten es dann auch alle Sonnenuntergang über La Ventanilla - Blick von Punta CometaSchildkröten ins Meer geschafft und wir machten uns auf die Suche nach einem Restaurant. Das war in der vergangenen Woche schwerer, als ich je vermutet hätte. In Zipolite, Mazunte und San Augustinillo – das sind die drei Örtchen an der Küste direkt nebeneinander – war fast alles geschlossen. Kein Tourist weit und breit – und wir hatten, das war das gute daran – den Strand nahezu komplett für uns.

Auch am Mittwoch genossen wir den leeren Strand, verbrachten die Zeit mit Lesen und ein wenig Baden und am AbeDer Anfang der Mangroven-Tournd mit dem obligatorischen Sonnen-Untergangs-Schauen in Punta Cometa in Mazunte.

Am Donnerstag gingen es dann Daniel, Roman und ich ein wenig sportlicher an. Wir fuhren nach San Augustinillo, liehen uns ein paar Boogie-Boards und machten die Wellen in der Bucht vor Zipolite unsicher. Die Wellen waren sicherlich nicht die höchsten, aber wir hatten einen Mordsspaß und powerten uns im Wasser aus, bis wir (fast) nicht mehr konnten. Am Nachmittag, so hatte ich meinen Mitfahrern versprochen, stand die Krokotour anDie Hobby-Boogie-Boarder in Zipolite, bei der wir aus viel zu großer Nähe eigentlich uns Krokodile anschauen wollten. Aber diesmal war die Tour nur halb so spektakulär ausgefallen, als bei meiner Letzten und wir sahen nur zwei Krokos aus der Entfernung. Die Mangroven waren trotzdem wieder beeindruckend und für die Vielfalt der Vögel und Leguane hatte sich die Tour doch auf jeden Fall wieder gelohnt.

Gestern dann wollten wir den Tag ruhig angehen, Aufstehen, in Ruhe Frühstücken und dann noch einmal baden gehen und dann uns auf die Rückreise machen. Bis Oaxaca.Abschieds-Cocktail in Playa Zipolite. Photo Daniel Josten. Unser Plan ging am Ende aber besser auf, als wir dachten und so fuhren wir um halb 12 in Zipolite vom Hof und schraubten und ein wenig flinker als auf der Herfahrt in die Berge und beschlossen bald, bis Puebla durchzufahren. Um 17 Uhr rollten wir, nach einem unerklärlichen und scheinbar grundlosen Stau, in Oaxaca ein und bekräftigten unseren Beschluss, durchzufahren. Aus Oaxaca raus ging es wieder auf die ausgebauten und breiten Strassen in die Berge, die es noch einmal nach Puebla zu überqueren gilt und bei Einbruch der Rückfahrt durch die tropische Sierra MadreDunkelheit hatten wir bereits über die Hälfte der Strecke zwischen Oaxaca und Puebla im Sack. Blieben also nur noch anderthalb Stunden Nachtfahrt und die meisterten wir auch noch, so dass wir um 10 Uhr nachts wieder vor der Quinze in Puebla standen. Da parkten wir schnell den Wagen in einer Auto-Pension und heute Vormittag schaffte ich ihn dann wieder wohlbehalten zum Vermieter zurück und seitdem bin ich am Putzen, schrubben und Wienern in meiner Wohnung. Morgen ist Übergabe und bis dahin muss alles glänzen und dann gehen die letzten anderthalb Monate Nomadentum für mich los. zunächst mit Daniel in den Staate Veracruz nach El Tajín und dann mal schauen, wo es uns noch hinträgt.

5TVNZO

Grippe weg, Wetter schlecht, Besucher da.

Posted in Adios México, puebla with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 22. Mai 2009 by Jakob

Grau, trüb und ziemlich verregnet. Klingt nicht besonders nach Mexiko, aber  so präsentiert sich aktuell hier das Wetter in Puebla und ich muss mich meinem Besuch gegenüber entschuldigen, dass das Wetter momentan überhaupt nicht mitmacht. In meiner gesamten Mexiko-Zeit hab ich bislang nicht soo miserables Wetter erlebt und ich hoffe, daß sich das sofort ändert.

Denn: am Dienstag Abend ist mein erster Besuch eingetrudelt und heute nachmittag soll Daniel auch in Mexiko landen. Und während das Auswärtige Amt schon nicht mehr wegen der Grippewelle von Reisen nach Mexiko „dringend abrät“, fange ich gleich an, wegen akut schlechtem Wetter vor „nicht unbedingt erforderlichen Reisen“ nach Mexiko abzuraten. Aber Spaß bei Seite.

Ich bin wirklich froh darüber, dass ich Recht behalten habe, und das Auswärtige Amt (und die Grippe) sich so verhalten haben, wie ich mir das schon vor drei Wochen gedacht habe. Damals hatte ich noch ängstliche Mails beantworten müssen, ob man denn jetzt wirklich mich noch besuchen kommen könnte, und ich sagte: Klar fliegst Du – in 3 Wochen erinnert sich hier keiner mehr an die Panik von Anfang Mai. Und genauso ist es jetzt auch und ich kann meinen Besuchern ein von Touristen leergefegtes Mexiko präsentieren. Mich störts nicht. Und der paradiesischen Ruhe an der Küste kommt das nur zu Gute.

In den vergangenen Tagen war ich mit Thaela und ihrem Freund (auch trotz aller Grippewarnungen und „Du wirst sterben müssen!“ nach Mexiko gekommen – und lebt noch) mal wieder bei der Lucha Libre und am Dienstag sind wir in vollständiger deutscher WG-Runde auf Safari in den Süden von Puebla gegangen. Mit einem Taxi ließen wir uns durch den Africam-Safari-Park kutschieren und fuhren in nur wenigen Metern Entfernung an Begalischen Tigern, Löwen, Gazellen, Giraffen, Bisons und Kamelen vorbei. Alles in allem hatte ich mir die Anlage ein wenig natürlicher vorgestellt – aber für gute Fotos hatte die Safari alle mal gereicht. Auch ein kleiner Zoo, der am Ende zu Fuß zu durchlaufen war, war echt nett gemacht und unser kleiner Ausflug auf ein kleines Fleckchen Afrika mitten in Mexiko hatte sich gelohnt (siehe Photo-Auswahl).

In den nächsten Tagen war ich damit beschäftigt, wenn es nicht gerade regnete, Kathi Puebla und Cholula zu zeigen. Nicht so einfach, die Stadt und das Land besonders schön erscheinen zu lassen, wenn man jeden Nachmittag dabei eingeregnet wird. Aber während ich das hier schreibe, schaut die Sonne schon wieder durchs Fenster und ich hoffe, dass sie sich jetzt endlich halten wird. Aber gut, der See-Urlaub ist ja auch keine 3 Tage mehr entfernt.

Kathi ist inzwischen heute Morgen auf DF-Entdeckungstour gegangen und kommt hoffentlich morgen Abend gesund und munter gemeinsam mit ihrer Freundin (die morgen Abend landet) wieder nach Puebla zurück, damit wir alle gemeinsam am Sonntag morgen in den Leihwagen steigen können und Richung Küste brausen können. Ach, watt freu ich mich auf Sonntag – ich muss raus aus Puebla. Weg hier. Zum Strand. Zur Sonne.

%d Bloggern gefällt das: