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WG-Revival, Pizzas und unglaublich klare Sicht

Posted in Bienvenidos!, Festejando!, mexico city, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , on 10. Februar 2010 by Jakob

Witzigerweise habe ich am Samstag Morgen nur ganz kurz meinen Jetlag bemerkt: Ich wachte pünktlich um 7 Uhr morgens auf und hätte sofort in den Tag starten können. Allerdings entschied ich mich dazu, ein bißchen zu lesen, was mich nach einer Stunde wieder ausreichend müde machte, um mich wieder umzudrehen und mich an die mexikanische Uhr zu gewöhnen.

Am späten Vormittag gings dann also doch aus dem Bett und Enora und ich machten uns auf den Weg zum TAPO, einem der großen Busterminal in D.F. Dort „frühstückten“ wir noch schnell im Taco Inn und schnappten uns den nächsten Bus nach Puebla. Der Verkehr raus aus D.F. war mal wieder unglaublich dick. Und dann kam es noch besser: Die Autobahn zwischen D.F. und Puebla ist dicht – sie ist auch von den heftigen Überschwemmungen der letzten Tage betroffen und wird wahrscheinlich auch so schnell nicht wieder aufgemacht. Wir fuhren also einen großen Umweg und brauchten so für die Strecke gut die doppelte Zeit. Das wunderbare: Die Luft ist in dieser Jahreszeit so klar, dass die Sicht auf die Berge rund um das Valle de México unglaublich beeindruckend ist. Wir genossen atemberaubende Blicke auf die beiden 5000er Ixta und Popo, die sich in der Abendsonne und schneebedeckt stolz präsentierten.

Wir fuhren erst am frühen Abend in Puebla ein und schnappten uns ein Taxi, daß uns direkt vor Agos Wohung im Zentrum absetzte. Und irgendwie fühlte sich das alles an, als wär ich erst gestern aus Puebla weg. Alle Straßen so vertraut, der Taxipreis noch im Kopf und irgendwie hat sich kaum etwas verändert, so dass man meinen könnte, man war doch nur kurz im Urlaub und kommt gerade wieder.

In der Wohnung erwarteten uns bereits Agostina, Luciana und Mónica. Wobei Mónica und Lula uns schon im Eingang abpassten und die Freude war riesig. Unglaublich! Wir alle nach einem guten Jahr wieder zurück und vereint in Puebla. Großartig. Enora und ich sprangen schnell zum OXXO, dem altbekannten 24/7-Laden mexikanischer Herkunft, und besorgten leckeren José Cuervo, zwei Six und Limetten beim Elote-Verkäufer (Maiskolben) im Hauseingang. Paulina stieß inzwischen auch zu uns und so war die alte WG aus 2008 auch schon fast vollständig. Néstor hatte aus irgendwelchen Gründen ab- bzw. nie so richtig zugesagt (man(oder besser frau) munkelte, er stehe jetzt unter gewissen Pantoffeln)  und Vivi blieb verhindert, weil sie mit ihrem Baby ein bißchen weniger flexibel geworden ist. Wir tranken also Chelas und Tequila, spaßten, erzählten lachten viel und später holten uns Freunde von Pau mit dem PickUp ab – auf in eine Bar. Dort machten wir das weiter, was wir schon den ganzen Abend getan hatten. Spät fuhren uns die beiden Jungs wieder in Agos‘ Wohnung, wir sprangen von der Ladefläche und fielen in die Betten.

Am Sonntag gönnten wir uns dann erstmal ein klassisch mexikanisches Frühstück in der brennenden Sonne des Zócalos. Huevos a la mexicana – Rührei also mit verschiedenen Chillisorten, schön pikant und verpackt in Tortillas, begleitet vom üblichen Bohnenbrei.

Danach sprangen wir in einen Colectivo und rumpelten über die Straßen Pueblas stadtauswärts nach Tonantzintla. Tonantzintla ist bekannt für seine reich dekorierte Kirche, die allerdings nicht dem üblichen katholischen Verzierungsregeln gehorcht, sondern komplett nach indianischer Tradition gestaltet wurde. Und so sind die Gewölbe mit tausenden indianischen Figuren, Gesichtern, Chilis, Kaffee, Heiligen und anderen Bildern verziert, bunt angemalt und wunderschön zu betrachten. Ein Kirche, in der auch dann nicht langweilig wird, wenn die Predigt mal wieder zu lang ausfällt.

Nach diesem kurzen Stop wanderten wir quer über Felder auf einen kleinen Hügel, wo das Haus von Mónicas Freund steht – wir wurden dort zum Pizzabacken erwartet. Schon auf dem Weg zum Hügel bot sich uns wieder ein majestätischer Blick – rundrum schneebedeckt Popocatépetl, Ixtaccíhuatl, der Citlaltépetl (auch Pico de Orizaba – Mexicos höchste Spitze mit 5747m) und mein persönlicher Hausberg La Malinche.

Bei Toño angekommen war der Steinofen bereits angefeuert, die Beläge geschnipselt und die ersten Pizzaböden wurden dem Ofen bereits wieder entzogen – bereit dafür belegt zu werden. Wir machten uns also alle an die Arbeit, belgten die Pizzen nach Herzenslust, eine nach der anderen wanderte in den Ofen und kam nach 3 Minuten knusprig wieder heraus. Bestimmt zehn Pizzen schoben wir durch den Ofen und am Ende schafften wir gut zwei Drittel. In der Nachmittagssonne machten Lula, Móni, Enora, Negro (Mónis Hund) und ich einen kleinen Verdauungsspaziergang über den Hügel und genossen die wunderbare Aussicht.

Am Abend wollte Toño uns dann mit seinem alten VW-Bus wieder nach Puebla bringen. Allerdings machte der gute alte Bulli nach wenigen Kilometern die Hufe hoch, so daß wir schlussendlich doch mit dem Colectivo zurück zum Busbahnhof und später nach DF weiterreisen mussten. Auch die Rückfahrt dauerte wieder 4 Stunden und so kamen Enora und ich erst spät wieder in D.F. an – den ersten Sonnenbrand im Gepäck.

Montag und Dienstag hab ich eher ruhig verbracht, gestern bin ich mal wieder ins Zentrum, hab nachgeschaut, ob der Zócalo, die Kathedrale und der Präsidentenpalast, Bellas Artes und der Torre Latino noch steht – und ja – es steht noch. Und es fühlt sich wirklich an, als wär man zu Haus. Die komplette Orientierung ist da, das Metrosystem vertraut (wenn auch jetzt einen Peso teurer, also 3 Peso pro Untergrund-aufenthalt) und die Freunde wohnen um die Ecke. Hatt‘ ich ganz vergessen: Bernhard und Paola, welche mich ja zu Anfang meines Mexiko-Aufenthaltes 2008 und zum Ende vergangenes Jahr sehr lange beherbergt hatten, wohnen von uns hier nur zwei Straßen entfernt, so dass wir vorgestern Abend mit Ihnen Essen waren und danach noch bei ihnen auf ein Weinchen vorbeischauten. Ist schon wunderbar und ich genieße es sehr, wieder hier zu sein.

So. Jetzt aber Kaffee und Frühstück, der Magen knurrt.

Über El Tajín zum Golf und zurück

Posted in Adios México, El Golfo, puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 4. Juni 2009 by Jakob

Das Leben in Puebla ist vorbei. Mein Leben in Puebla ist nach gut zehn Daniel und ich über PapantlaMonaten am Wochenende endgültig zu Ende gegangen.Und jetzt, gerade als ich das hier schreibe, sitze ich wieder im Bus nach México, DF – zwei große Reisetaschen im unterem Stauraum und dazu einen großen Trekkingrucksack. Regen prasselt an die Frontscheibe unseres Primera-Clase-Busses und wir fahren in den Abend hinein in die Hauptstadt. Meine Sachen, die nach einem Jahr Mexico mit nach Deutschland wollen, sollen hier zunächst eine Interimsbleibe bekommen. Bei Bernhard und Paola. Die beiden, die mir bereits bei meinem Mexiko-Start im Juli vergangenen Jahres als Startbasis so hilfreich waren.

Und der Plan bei den beiden aufzuschlagen, sollte eigentlich erst am FreitaDas etwas heruntergerockte Terminal von Papantlag eintreten, aber meine kleine Golfküsten-Tour mit Daniel hat sich als schneller herausgestellt, als geplant, und so sind wir heute bereits wieder aus Veracruz raus, haben in Puebla einen Gepäck-Aufnehm-Stopp gemacht und werden die kommenden Tage in und um DF verbringen. Wenig zu tun ist da ja auch nicht.

Am Sonntag, nachdem ich problemlos meine Wohnung, bzw. mein Zimmer wieder zurückgegeben hatte, waren Daniel und ich in einen Bus nach Poza Rica gestartet. Poza Rica, dass ist eine Mega-Raffinerie mit einer 160tausend-Einwohner Stadt rundrum, mitten in den Bergen des nördlichen Veracruz (Staat) und lohnt laut LP keine Übernachtung. Wir schenkten den Ausführungen des LP glauben und setzten uns, kaum an einem recht minimalistisch, aber groß anmutenden Busterminal angekommen, in den nächsten Bus nach Papantla. Das ein Städtchen in der Nähe und ganz nah dran an El Tajín, eine spEl Tajin - im tropischen Wald verstecktektakuläre archeologische Stätte der Totonaken. Allerdings mussten wir auch in Papantla feststellen, dass die Nachfahren der Totonaken wohl nicht mehr so große Städtebauer waren, wir ihre Vorfahren und so stellte sich auch Papantla als verdreckte, stinkende kleine Stadt heraus, in der überall der Gestank von Kompost und frittiertem Essen in der Luft lag und ihm zuweilen eine Prise Hund oder Urin beigemischt wurde. Ganz aus diesem Bild fiel der völlig blitzblank und hübsch herausgeputzte Zócalo – der so gar nicht in das Bild passen wollte, dass sich uns ergabm wenn man ihn einfach über eine Seitenstrasse hinter sich ließ.
Wir checkten in einem der besten (was nicht „sauber“ und „hübsch“ und auch nicht „teuer“ heißen soll) Hotels ein, handelten den Preis ein wenig herunter (zum Glück, denn den vollen wäre dieses Zimmer wirklich nicht wert gewesen) und genossen ein Bierchen auf einer Restaurant-Terasse mit Blick über den Zócalo. Das Klima war bereits wieder tropisch, heiß und feucht, auch in der Nacht, ganz so, wie wir es von der vergangenen Woche vom Pazifik gewohnt waren.

Am Montag wollten wir uns El Tajín, die alte Stadt der Totonaken in der Nähe anschauen, und wir hatten guten Grund zu hoffen, dass die Stätte nicht überlaufenDie Nieschen-Pyramide sein wird. Seit der Schweinegrippen-Panik ist in Mexiko eigentlich keine Touristenattraktion mehr überlaufen – was gut für uns, aber schlecht für das Land ist.

Wir starteten am Dienstag morgen mit einem Frühstück auf dem Markt und einem großen Saft, checkten aus unserem Zimmer aus und parkten unsere kleinen Rucksäcke im Hotel. Dann schnappten wir uns einen kleinen Mikrobus, der uns nach 20 Minuten direkt vor den Ruinen herauswarf. Der Eingangbereich ist architektonisch gewagt, monumental mit viel Beton und irgendwann war das wohl auch mal modern.
Auf dem Platz vor dem Haupteingang waren totonakische Nachfahren gerade damit beschäftigt, ihr Voladores-Ritual an einem metallernen Pfahl vorzuführen und wir setzten uns in den Schatten und schauten ihnen bei ihrem fliegenden Tanz um den Mast zu. Die Voladores, ich hattte bereits am Anfang meiner mexikanischen Zeit einmal über eine Gruppe in Cholula berichtet, sind hier in Papantla eigentlich zu Haus und bei ihrem kleinen fliegendem Musik-Spektakel dreht es sich um ein Fruchtbarkeitsritual heranwachsender junger Männer.

Nachdem uns einer der Jungs fürs Zugucken eine nicht ganz freiwillige, weil obligatrorische Spende in einer von ihm festgesetzten Höhe abgefordert hatte, verschwanden wir im Haupteingang und machten uns daran, die Stadt zu erkunden. El Tajín, dass ist eine vergleichsweise große Ansammlung von Pyramiden und Ballspielplätzen (17 hat man bislang gefunden), die in vielen Fällen weitesgehend restauriert wurden und immernoch von einer beeindruckenden und gewaltigen Architektur zeugen. Die größe der Bauwerke sollte auch die Macht der jeweiligen Herrscher widerspiegeln, und wenn man durch diese Anlage läuft, bekommt man eine entfernte Ahnung davon, dass die Totonaken in ihrer Region wohl bis ins 12. Jh. keine unbedeutende Rolle zwischen Golf und Inland spielten. Und dazu kommt, dass bis heute nur ein geringer Prozentsatz der Anlage freigelegt und erschlossen ist.

Das wunderbare optisch, aber auch sonst erfrischende an der Anlage ist, dass sie im völligen Grünen liegt, umgeben vom einem dichten, buschartigen, tropischen Wald und die Pyramidenstümpfe ragen über eine kurze, saftig-grüne Wiese.

Die bekannteste Pyramide der Anlage ist die „Piramide de los nichos“, die „NiscVersteckt im Dschungel - El Tajinhenpyramide“, die sich heute auch noch auf den Autokennzeichen des Bundesstaates Veracruz wiederfindet. Sie ist zwischen 20 und 30 Meter hoch, und am kompletten Körper von Nischen durchsetzt. Und wenn man vor ihr steht und sie so vor diesem dichten, grünen Wald stehen sieht, hat man das Gefühl, mal wieder in einem Indiana Jones-Film zu sein. Alles in Allem, und das hätte ich vorher nicht gedacht, empfand ich die gesamte El Tajín-Anlage als so beeindruckend, dass sie ohne Weiteres in die Liste Teotihuacan, Palenque, Monte Albán und Chíchen Ítza mit aufgenommen werden muss, wenn man gefragt wird, welche archeologische Stätten man sich in Mexiko auf jeden Fall anschauen müsste.

Am Nachmittag, und weil wenig Schatten auf den Pyramiden auch mit ein wenig mehr Farbe, rollten wir mit einem Taxi zurück ins unangenehm riechende Papantla und schnappten uns (dummerweise) einen 2.Klasse-Bus nach Veracruz. Dummerweise deshalb, Veracruz - PEMEX-Tower und Hafenweil der Bus alle fünfzig Meter Passagiere aufnahm, lange Stopps machte und so das Doppelte der normalen Fahrzeit in die wichtigste Hafenstadt Mexikos, nämlich 6 Stunden, benötigte.

Wir hatten uns zunächst überlegt, einen Strandtag am Golf einzulegen, dass aber angesichts der nicht vorhandenen Schönheit der Golfstrände dann doch schnell verworfen und hatten uns so direkt nach Veracruz durchgeschlagen.

Hier stiegenAlte Pracht - das Zivilregister aus den Glanzzeiten wir spät in der Nacht in einem günstigem und passablem Hotel ab und wollten den nächsten Tag ein wenig die Stadt und den Hafen erkunden. Wir starteten am Vormittag und etwas später als am Vortag in den Tag und wechselten zunächst das Hostel. Eine Ecke weiter betrieb ein Galizier das Casa Blanca, dass nicht nur bedeutend aufgeräumter, sondern auch wirklich einen gemütlichen Charme und obendrein über eine Dachterasse verfügte.

Dann machten wir uns auf Erkundungstour. Die Besichtigung des Fort Ulúa, dDaniel und ich auf einer der Hafenkais in Veracruzass den Spaniern als wichtige Ankunftsstation während der Kolonialzeit und der mexikanischen Diktatur unter Porfirio Díaz als Gefängnis diente, musste ausfallen, weil das Zubringerboot, von dem uns die Touristinfo berichtet hatte, einfach nicht fahren wollte. Also durchliefen wir den Hafen, spazierten über lange Molen und sparten uns so am Ende die auch eher weniger spektakuläre Hafenrundfahrt, die man allerdings wesentlich spektakulärer gesGlanz vergangener Zeiten - koloniale Häuser verfallen in Veracruztalten könnte, wenn man dies als Tourismusanbieter auch wollen würde. Aber gut.

Am Nachmittag, nachdem wir uns nocheinmal unseren Teint um 2 Stufen abgedunkelt (oder gerötet) hatten, schlürften wir eine Coronita auf unserer Terasse und beschlossen, der Hitze mit einem Bad im Golf Abhilfe zu verschaffen. Der Himmel hatte sich bereits bedrohlich zu einem Gewitter zugezogen, dass bereits am Morgen die Straßen mit Wasser gefüllt hatte, aber die Tropfen wollten nicht fallen. Wir starteten an einen der eher schmutzigen, öffentlichen Srtände, die eigentlich noch viel zu nah am Übersee-Hafen liegen und „erfrischten“ uns in lauwarmen Golfwasser. Und froren, als wir herauskamen, weil das Wasser wirklich an Badewanne erinnerte.

Am Abend machten wir Nägel mit Köpfen. Wir studierten die Mexikokarte und den Lonely Planet und kamen zu dem Schluss, genug von Veracruz gesehen zu haben. Also packten wir uns huete morgen wieder Das Travelteam beim Frühstück im Hotelbett :-)zusammen und machten uns auf, die Golfküste und das feucht-heiße, tropische Klima wieder zu verlassen. Und so sitzen wir jetzt noch immer im Bus, kommen Mexiko City immer näher, während sich die Nacht inzwischen vollständig über Mexiko ausgebreitet hat.
Und in den kommenden Tagen steht uns ein Mix aus Kultur, Geschichte, Sightseeing, Natur und Freizeitspaß (Six Flags) bevor.

So weit.

…ya de vacaciones!

Posted in puebla, Viajando! with tags , , , , , , , , , , on 6. April 2009 by Jakob

Nachdem die vergangene Woche recht ruhig verlaufen ist, kommt dieser Artikel schon wieder mal aus Oaxaca. Am lDie Vorhut in Monte Alban - noch dominiert Trockenheitetzten Montag lief in der Uni nicht viel, weil allgeimeine Trauer angesagt war. Einer meiner Kommillitonen war am Freitag vergangener Woche auf der Ausfallstrass, die vor der Fakultaet zu ueberqueren ist, von einem Auto ueberollt worden. All das war leider nur eine Frage der Zeit, hatte man, wie ueblich in Mexiko, wegen Bauarbeiten an der 6-spurigen Strasse die Fussgaengerbrueck ersatzlos abgerissen und fuer keinerlei Verkehrsregulierung gesorgt. Immerhin, seit seinem Tod stehen an der Stelle Verkehrpolizisten und regeln den Verkehr.

Der Rest der Woche war weiter entspannDie Runde und Roman mit einem kleinem Geschenk meinerseits in Oaxacat, in Relaciones Publicas hielt ich einen Vortrag ueber Deutschland und schaffte es sogar, meine sonst so ungeduldigen Mitstudenten fuer ueber 40 min Ruhe abzugewinnen und sich fuer mein Land zu interessieren.Am Ende schaffte ich es nicht, meine Praesentation fertig zu bringen und werde nach den Osterferien noch deutsche Staedte, vor allem aber Leipzig und Bonn, vorstellen.

Am Freitag wurde es dann in der Quinze wieder voll – Theala und Roman bekamaFruehstueck an einem der aeltesten Baeume der Weltn Besuch und mit Roman und seiner deutschen Freundin streifte ich en wenig durch Puebla. Mein Plan fuer die Osterferien stand so gut wie noch nicht, nur war klar, dass ich mit ihm, seiner Freundin, Thaela und ihrer Freundin am Samstag Morgen Richtung Oaxaca aufbrechen wuerde und dort das Wochenende verbringen wuerde. Und so kamen wir am Samstag Nachmittag in Oaxaca an und ich fuehrte die illuestre Runde auf Monte Alban. Am Abend kam Enora nachgereist und wir trafen uns mit unserem Mitbewohner Nestor, der in Oaxaca heimisch ist. Nach ein paar Bierchen verabredeten wir uns fuer den Sonntag Morgen und kurz ach Neun holte uns Nestor mit dem Pickup seiner Mama am Hotel ab. Wir wollten den Tag ueber durch das Oaxaca-Tal cruisen und uns das ein oder andere Sehenswerte anschauen – was schlussendlich einer der besten Tagesausfluege ever wurde. In Tule, am ueber 2000 Jahre altem, und damit einem der aeltesten Baeume der Welt, fruehstueckHierve el Agua - mitten in Oaxaca (Staat)ten wir, bevor wir uns, weil zu siebt zur Haelfte auf der Ladeflaeche, weiter auf der Ladeflaeche nach Hierve el Agua in die Sierra schraubten. Vor Mittag erreichten wir die sprudelnten Quellen von Hierve el Agua und verbrachten dort fqst den gesamten Tag. Mal auf der Suche nach guten Auddichtspunkten, mal badend hoch ueber den Bergen in den natuerlichen Pools von Herve el Agua.

Unser Besuch von Mitla, einer weiteren Zapotekenstadt im Tal, scheiterte an der Uhrumstellung und wir standen am Abend vor einer verschlossenen archeologischen Ausgrabungsstaette, die ich im Dezember bereits besucht hFreuhling in Yagulatte. Allerdings hatten Nestund ich eine Alternative zur Hand und so fuhren wir wieder in Richtung Oaxaca und machten noch an einer weiteren Staette Halt. Diese war zwar offiziell ebenso schon dicht – allerdings liegt jene so abgelegen, dass man sie noch nicht einmal einzaeunte und wir so ueber die Mauern klettern und von da aus nocheinmal eine grandiose Aussicht auf das ausgetrocknete Oaxaca-Tal geniessen konnten.

Am Abend luden wir Nestor, der uns den ganzen Tag chauffiert hatte, zum Essen ein und trennten uns.Roman und seine Freundin fuhren noch in der Nacht nach San Cris weiter und Thaela und ihre Freundin verliessen  und heute am Nachmittag. Enora hat diese Woche einen Doku-Workshop in Oaxaca und so bin ich erstmal noch ein weing geblieben und werde erst am Mittwoch vor ihr an die Pazifikkueste reisen. Mit Nestor und seinen Freunde werde ich in Puerto Escondido Sonne und Strand geniessen, bevor ich mich dann mDie gesamte Bande: Jakob, Enora, Thaele, Steffi, Roxanne, Roman, Nestor und Victorit Enora am Sonntag wieder in Zipolite fuer eine gute Woche Osterferien treffe.

Fuer morgen frueh habe ich mir einen Motorroller reserviert, mit dem ich nocheinmal ein wenig auf eigene Faust das Oaxaca-Tal erkunden werde und dann geht es ans Meer. Ist ja auch schon wieder einen knappen Monat her. Das sind Ferien!

PS: Da zu spaet auch noch auf diesem, hochoffiziellem Wege: Alle Gute zum Geburtstag, Daniel (und hier in Aktion!)!

Erste Ergebnisse und doch keine neue Wohnung!

Posted in puebla with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 3. Dezember 2008 by Jakob

Mir scheint, ich werde zum Mittwochsblogger. Viele meiner letzten, zuegegeben etwas weniger gewordenen, Artikel, habe ich an einem Mittwoch geschrieben und heute ist mal wieder so weit.

Ich bin nun endlich richtig in den Ferien und kann nun wirklich mich auf Reisepläne und Freizeitaktivitäten konzentrieren. Am Mittag gab ich meine letzte Hausarbeit ab, und meine Großkolumbien-Arbeit habe ich bereits am Montag mit einem „Muy bien!“ zurückbekommen. Es läuft also Uni-technisch und ich kann mich nun in die Ferien verabschieden. Nach wie vor ist zwar unklar, wann die Kurse wieder beginnen (ich hatte das bereits im vorhergehenden Artikel erwähnt, dass der akademische Kalender 2009 an der BUAP immer noch nicht raus ist) aber ich werde schon rechtzeitig wieder in Puebla sein. No me preocupo mucho de estas cosas.

Ein weiteres Problem hat sich inzwischen auch in Luft aufgelöst. Ich hatte mir in den letzten Tagen immer wieder Wohnungen und WGs angeschaut, mit dem Ziel, die Quince zu verlassen. Mein Vermieter wollte die ohnehin schon hohe Miete noch einmal um 10 Prozent erhöhen und ich wollte dies nicht einfach so mitmachen. Allerdings musste ich feststellen, dass nahezu alles, was ich mir vorher angeschaut hatte, wirklich in schlechteren Konditionen war – auch wenn die Miete dann teils nur noch halb so viel kostete. Balkon, Gärten und Terassen hatte ich vergeblich in Innenstadtnähe gesucht und so waren die meisten Zimmer, die ich sah, dann meist auch dunkel und teils gar nicht möbliert.

Heute schließlich telefonierte ich dann mit meinem Vermieter, um auszuloten, was für den neuen Vertrag ab 2009 machbar ist. Und recht schnell wurden wir uns einig: ich bot an, meinen Vertrag ohne Wenn und Aber zu verlängern, allerdings zu den alten Konditionen. Er willigte ohne Diskussion ein, und so werd ich wohl morgen für weitere 5 Monate in der Quince unterschreiben. Die Konditionen bleiben gleich, und ich muss mein, inzwischen doch recht liebevoll eingerichtetes, Zimmer nicht ausräumen und gegen ein anderes tauschen. Mir war wohl nicht zuletzt zu Gute gekommen, dass sich bereits einige aus der Quince verabschiedet haben, und es meinem Vermieter wohl bislang noch nicht gelang, die Zimmer neu zu vermieten. Zu teuer, war häufig die Antwort, wenn er den Leuten die Zimmer zu den 2009er Preisen anbot.

Für mich bedeutet das, dass ich weiter meine schöne große Terasse habe, 7 Minuten vom Zócalo wohnen bleibe und mit einer bunten Mischung an Studenten aus México und Gott-weiß-woher zusammenwohne. Ich habe damit auch ein Problem weniger und kann mich umso mehr auf meine Reise konzentrieren, wissend, dass, wenn ich wiederkomme, ich in mein zu Hause wiederkomme. Auch ein schönes Gefühl.

Und damit ihr nicht denkt, dass ich jetzt schon gar keine Bilder mehr in die Artikel einfüge, sei an dieser Stelle versprochen – ab Montag oder Dienstag bin ich auf der Reise – und dann regnet es wieder Bilder im Blog und auch bei Flickr.

Bis dahin, sag ich ciao und ich meld mich vielleicht nocheinmal nach unserer großen Party am Freitag hier wieder – aber ansonsten spätestens von auf-der-Reise.

Tranquilo no más!

Posted in Festejando!, puebla, uni with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 1. September 2008 by Jakob

Nun gut, wenn die Uni eben nicht so richtig will, dann muss man eben andere Sachen machen. Am Donnerstag war mein einziges Seminar, dass ich Donnerstags habe, ausgefallen. Der Profe hatte wohl andere Sachen zu tun, teilten mir meine Kommillitonen mit, als ich mit halbstündiger Verspätung (was hier vollkommen unter Pünktlichkeit fällt) in die Uni kam. Okay, ich war also einmal mehr sinnlos in die Uni gelaufen – aber die BUAP ist wohl bekannt für solcherlei Fälle. Also bin ich wieder nach Hause und habe auf dem Dach entspannt. Später bin ich dann mit Néstor und Enora aus meiner WG in ein Taxi gesprungen und wir sind auf die Piste in Cholula gezogen. Dort trafen wir Freunde von Néstor und später noch Paulina aus unserer WG und zogen weiter mit ihnen um die Häuser.

Allerdings trennten sich Enora und ich von der Gruppe, als wir gegen 3 in einen Club gehen wollten und der Einlaß ein etwas sehr seltsames T-Shirt trug. Ein rotes Band verlief quer über sein Shirt und endete in einem Hakenkreuz. Auf dem roten Untergrund stand: „Just because it’s cool!“ – ein bißchen viel für unseren Geschmack. Ich fragte den Typen, ob er wisse, was sein T-Shirt zu bedeuten hätte und ob er eine Ahnung hätte, woher das Hakenkreuz stamme. Er hatte von Nichts eine Ahnung. Und er erklärte mir, dass das T-Shirt einfach „cool“ sei. Nun, Enora und ich versuchten ihm ein wenig klar zu machen, was das Hakenkreuz symbolisiere und wir zogen mehr und mehr die Aufmerksamkeit auf uns. (Photo: Einlass-Junge mit Hakenkreuz-Shirt „Just because it’s cool“) Andere Jungs vom Einlaß kamen zu uns und fragten uns, warum wir ein Problem damit hätten. Ein ganz Schlauer vermutete, dass wir wahrscheinlich aus Deutschland kämen und deswegen ein wenig „fest“ in dieser Thematik seien. Als zumindest ich bejahte, lachte er nur und meinte, dass das doch nichts Schlimmes sei. Nun ja, sagen wir mal so, die Jungs interessierten sich zwar dafür, warum uns das Hakenkreuz störe, aber verstanden auch nach der Erklärung, dass es für Millionen Tote, für Völkermord, Rassismus und für eines der schlimmsten Verbrechen in der Menschheitsgeschichte stünde, nicht, dass es uns schlicht abstieß, in diesen Club zu gehen. Wir blieben konsequent und schnappten uns ein Taxi zurück nach Puebla. Bleibt mir nur anzufügen, dass es in Mexico nichts unnormales ist, dass Jugendliche das Hakenkreuz als Symbol für Rebellion oder Coolheit tragen – in D.F. hatte zuerst Stände gesehen, an denen Hakenkreuze an Ketten verkauft wurden – für mich ein wenig schockierend – und um so schlimmer, dass sie nicht wissen, was es eigentlich bedeutet.

Am Freitag dann, mein zweistündiges Seminar hatte eine ermüdende halbe Stunde gedauert, gingen wir dann mit der gesamten WG aus. Eine Cantina stand auf dem Plan. Cantinas, das sind ziemlich große Orte, wo man am frühen Abend isst, später gibt es Livemusik und Clubmusik im Wechsel. Wir tanzten so ziemlich die gesamte Nacht durch und kamen erst am frühen Morgen zurück in die Quinze.

(La fiesta con la Quinze – Photos: Enora M., Luciana Ghiotto y otros…)

Der Samstag folgte dann mit Regen. Den ganzen Tag. Ein klassischer Fall für’s Bett. Nach spätem Aufstehen und ein bißchen Einkaufen gehen stand nicht viel mehr auf der Liste. Der Abend verlief dann ähnlich ruhig und heute folgte dann ein wahrer Sonn-Tag in Puebla. Lecker Frühstück mit frischen Saft (hatte ich schon erwähnt, dass eine der ersten Sachen, die ich mir gekauft habe, eine Saftmaschine war?! – Geile schei**! Und Naranjas, also Apfelsinen, kosten hier 1 Euro drei Kilo!), Eiern und Cafecito – was will man mehr an einem Sonntag morgen…

Am Nachmittag machten sich dann Enora, Luciana und ich auf den Weg in die Stadt. Eigentlich hatten wir einen Mercado gesucht, aber leider nicht gefunden. Stattdessen spazierten wir durch die Strassen, schauten uns den Paseo Bravo an (ein Boulevard mit einem breiten Grünstreifen, wie ein Park in der Mitte), spazierten zur Avenida Juárez und kehrten in ein nettes, an Hundertwasser erinnerndes, Restaurant ein und ließen es uns bei Garnelen und Ceviche gut gehen.

(Paseo del Domingo)

Jetzt stehen so langsam ein paar Vorbereitungen für die Uni auf dem Plan und mal schauen, was die nächste Woche so bringt… Uni? Oder Ausfall? Oder Verspätung? Bueno lo que sea… asi se pasa la vida mexicana…

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