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Unistart.

Posted in Bienvenidos!, uni with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 15. August 2008 by Jakob

Schüsse hallen über die Dächer. Immer und immer wieder. Seit heute morgen um sechs geht das so. Paff Paff – Paff Pafff – Echo echo….! Nervig! Bis gerade eben wusste ich noch nicht so richtig, was das Ganze zu bedeuten hat. Augostina, meine chilenische Mitbewohnerin, klärte mich auf, dass die Poblaner mal wieder irgendeinen Heiligen feiern, Ehren, oder eben erschießen. Naja, und da die Poblaner schon fast anstrengend religiös sind, was sich nicht nur in der Vielzahl von Arten der Heiligenvereehrung widerspiegelt, sondern auch in der Unzahl der Kirchen und Feste (meist kleinere) kommt das hier fast täglich zu Salutschüssen. Und es ist nicht wirklich so, dass drei oder fünf Salutschüsse genügen würden. Nein! Der Poblaner an sich ballert den ganzen Tag. Was mir gerade auch ein wenig die Ruhe auf meiner Terasse zum Lesen raubt.

Aber gut, so versuche ich wenigstens genug Konzentration aufzubringen, um diesen Artikel zu schreiben. Seit dieser Woche läuft offiziell die Uni und gestern waren die Einschreibungen. Bei dieser Gelegenheit muss ich gleich mal die Informationspolitik des Büros für Internationale Beziehungen in die Kritik nehmen. Direkt nach meiner Ankunft hatte ich mich bei denen gemeldet, mir meine Aufnahmebestätigungen für die Philosophische und die Kommunikationsfakultät geholt und mich informiert, wann es wie losgeht. Dort sagte man mir, dass ich mich am 14. August zu den Einschreibungen melden müsste. Gestern blickte ich gemeinsam mit meiner französischen Mitbewohnerin (Enora) dann in erstaunte Augen einer Universitätssekretärin. Diese hatte uns gefragt, ob wir denn noch nicht in den Kursen gewesen seien, die wir gerade auswählen würden? Wir mussten einstimmig verneinen. Die Kurse hatten bereits ohne unser Wissen begonnen.

Das System ist wohl folgendes hier: Die Uni beginnt erstmal. Ähnlich wie in Deutschland, der eine Prof gönnt sich mehr Urlaub und fängt später an, andere sind pflichtbewusst und fangen früher an. Wie dem auch sei, so beginnen in jedem Fall die Kurse VOR der Einschreibung. Ein Woche lang blickt man rein und weiß danach, was einen erwartet. Macht in sofern Sinn, weil es, außer einer Liste mit den Titeln der Veranstaltungen, keine einzige Beschreibung zu den Inhalten der Kurse gibt. Und manche Titel nehmen sich sehr großzügig aus. Beispiel: Nahuatl. Ist so viel wie Aztekisch. Mehr gibt es nicht, als diesen Titel. Nun kann sich der geneigte Student überlegen, ob es sich um die Geschichte der Sprache, ihre Wurzeln, ihr Verbreitungsgebiet, das Erlernen ihrerselbst oder gar nur das Verstehen der Sprache geht. Bueno – also alles in allem: Kein Aussagekräftiges Vorlesungs- oder Kursverzeichnis. Gut, und als wir dann gestern die Frage der Sekretärin verneinten, dass wir noch nicht in der Uni waren, informierte sie uns darüber, dass die Kurse bereits liefen. Bueno gracias, Relaciones Internacionales – kein Ausländer hat davon etwas gewusst. Zumindest von den Neuankömmlingen. Aber gut, sonst hätte ich auch weniger Zeit am Pazifik gehabt, wenn ich dies früher gewußt hätte.

Ich bin danach mit Enora zu den Unianwälten gegangen. Por favor nein, nicht, weil wir uns auf diesem Wege beschweren wollten. Sind doch keine Juristen. Ich wollte vielmehr meinen Pass wieder in Empfang nehmen und sie hatte noch alles Migrationssachen vor sich. Sie ist bislang mit einem Toursitenvisum unterwegs und muss jetzt den ganzen Migrationsspaß hier in Mexco machen – kostet mehr Schmott, als in Deutschland, scheint aber dank der Unianwälte, die außer dem Ziehen von Kopien alles an Arbeit übernehmen, nicht zuuu kompliziert zu werden.

Ahja – ich bekam meinen Pass wieder und wow – man kennt bereits meinen Namen bei den Anwälten. Und dass, ohne in meinen Pass schauen zu müssen. Ich bin begeistert. Ich selbst darf erstmal in den nächsten anderthalb Monaten Mexico nicht mehr verlassen. Maximal im äußersten Notfall. Aber dann müssten die Unianwälte eine Sondergenehmigung beantragen. Warum? Naja, mein mexikanisches Migrationsdokument (FM3) liegt jetzt bei den Behörden. Und ohne dieses Dokument, darf ich mich nur im Land aufhalten. Bei Ein- und Ausreise müsste ich es für die Mexikaner stempeln lassen und das ist zur Zeit nicht möglich, weil die jetzt anderhalb Monate benötigen, um meine neue Adresse, einen Stempel und eine Unterschrift einzutragen. Naja, die Behörden arbeiten hier eben auch nicht schneller, als jene in Deutschland.

Später bin ich dann zum Kommunikations-Campus gefahren. Wollte schauen, wie weit der draussen ist, und entschied nach der „Reise“, in diesem Semester vorläufig keine Kurse dort zu nehmen. Nach einer 40minütigen Odysee durch den dicken Verkehr Pueblas mit einem kleinen, voll bepackten Camión stand ich vor den Toren der Stadt. Die BUAP fand es wohl besonders chique, einen modernen Campus neben das größte Einkaufszentrum der Stadt zu setzen. Rundrum wir nur gebohrt, gehämmert, gebaggert und weiter gebaut. Der Campus selbst ist über eine gefährlich zu überquerende, vierspurige Schnellstrasse zu erreichen – er ist klein, sauber, modern, hat eine Cafeteria und bueno – ist Ar***weit draussen. Auf der grünen Wiese. Da kam mir nur ein Gedanke: Die spinnen! Naja, auf jeden Fall wissen die jetzt in dieser Fakultät auch Bescheid, dass ich da bin und dass ich dieses Semester nix bei ihnen machen werde. Hab jetzt eine Hand voll Kurse an der PhilFak im Zentrum, die jeweils 4 Stunden lang sind.

Heute sollte eigentlich dann mein erster Kurs stattfinden. 12 Uhr – gute Zeit. Ich trappste in meine koloniale Fakultät, wartete ein wenig, erkundigte mich schließlich im Sekretariat der Geschichtswissenschaften und ein Typ stellte mich meinen Prof vor. Der teilte mir dann mit, dass er noch nicht anfangen würde, sondern erst nächste Woche. Bueno. Relajado. Also bin ich wieder nach Hause, hab mir eine Cola geöffnet, mich auf meine Terasse gesetzt und ein wenig gelesen. So weit das hier überhaupt möglich ist. Bei der völlig übertriebenen Heiligenverehrung mit Rumgeballer.

Auf Sendung. El principio.

Posted in 5 vor Flug with tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , on 14. Juli 2008 by Jakob

So, jetzt hab ich doch glatt so viel Zeit in Frankfurt, dass ich mich in ein Starbucks (eigentlich mag ich die ja gar nicht – aber sie haben Hot-Spots 🙂 ) gesetzt habe, mir eine große Cafe Latte habe machen lassen und nun noch ein zwei Worte zu Anfang hier schreiben kann.

Wenn sich’s nicht müde anfühlt….. dann war’s wohl kein rechter Abschied. Gestern Abend habe ich über Bonn das letzte Mal für dieses Jahr mit Stefan, Maike, Jonas und Gunnar auf dem Kreuzberg rumgesessen, Wein und Bier geschlürft und den Blick über Bonn und Köln genossen. Und da so ein Abschied ja nicht so schnell über die Bühne geht, lag ich dann auch erst um 4 im Bett. Sieben Uhr brüllte dann der Wecker und versuchte mich aus einem tiefen, traumlosen und vielleicht auch ein wenig alkoholischen Schlaf zu holen. Nach einer halben Stunde war ihm das dann auch gelungen und ich parkte meinen Körper erstmal unter der Dusche. Das tat gut und war schwer notwendig, damit ich mich dann doch frisch geduscht in den InterCity nach Frankfurt setzen konnte.

Um 9.14 Uhr gings dann auch los und ich genoß die schönste Strecke Deutschlands vorbei an der Loreley nach Frankfurt. Am Flughafen traf ich kurz Olli an der Condor, der mir dankenswerterweise meine Sachen abnahm, und sie mir heute Abend dann mitbringt. Ich düste sofort weiter in die Innenstadt und schaffte erst die S-Bahn um halb Eins. Aber wie sagt man so schön: Nichts ist so eilig, als das man es nicht durch ein bißchen Warten noch ein klein wenig eiliger machen könnte. Um Eins sollte das Generalkonsulat schließen. Und ich stand 5 vor in der Tür. Einen rechten Daumenabdruck musste ich abgeben, und eine Unterschrift leisten und dann bekam ich meinen Reisepass mit dem Visum und ein Migrationsheftchen. So und dann hatte ich einen Kaffee nötig. Und den genieß ich jetzt. Später werd ich mir mal noch ein ruhigeres Plätzchen suchen und irgendwo noch ein wenig entspannen.

Aber so schauts bislang aus. Hätte zwar nicht gedacht, dass ich noch von FRA einen Eintrag mache –  aber damit steht der erste wirkliche Reiseeintrag auch wirklich am Start der Reise.

Morgen gehts dann over the ocean und dann startet la aventura so richtig durch.

Ich freu mich drauf und hoffe, Ihr bleibt dran und lest fleißig mit! Freu mich über Kommentare und Grüße.

In diesem Sinne, ciao ciao und auffigehts!

Die letzten Dinge

Posted in 5 vor Flug with tags , , , , , , , , on 9. Juli 2008 by Jakob

Mexiko rückt immer näher und so langsam aber sicher, ich hatte das vorher schon einmal geschrieben, wird das auch wirklich fühlbar. Für heute aber nur kurz: Ich habe für mich heute das Sommersemester erfolgreich in Bonn beendet. Den nächsten Uni-Kontakt gibts für mich erst in Mexiko.

Nachdem ich am Montag noch ein Referat in Politik halten musste, stand heute noch die letzte meiner Zwischenprüfungen an. Medienwissenschaft. Mit viel Stress, hatte ich mich nur wenige (und wie ich anfangs glaubte, zuuu wenige) Tage darauf vorbereitet. Die Prüfung war ein muss. Deshalb der Druck auch so hoch. In der vergangenen Nacht parkte dann die ganze Zeit in Jumbo auf meiner Brust und ich konnte kaum schlafen.

Bis 11 Uhr durchhalten, dachte ich mir, dann weißt Du Bescheid. Ich musste ein wenig länger durchhalten, aber Viertel vor 12 war ich raus. Mit dem besten meiner drei Zwischenprüfungsergebnisse. Wow – so freu ich mich noch viel mehr auf Mexiko!

Heute werde ich mich dann noch von der Eifel verabschieden gehen, am Freitag sind die Freunde dran und am Montag gehts schon nach Frankfurt. Und dort, wie mir aus dem Generalkosulat von Mexiko mitgeteilt wurde, wartet dann ab morgen schon mein Reisepass, der seit April einsam dort war. Ich werd ihn Montag holen und Dienstag startet das Abenteuer!

Flexibilität: Keine.

Posted in Planung with tags , , , , , , , , , , , , , , on 26. Juni 2008 by Jakob

Die Bahn kommt. Sagte man mal so. Oder besser, sagte dieses Unternehmen mal so. Aber das sind die gleichen, die mal sagten: Stadtmitte ist da, wo der Bahnhof ist. Und dann Jahre später alles daran setzten, dass Fernzüge lieber nur die Flughafenbahnhöfe anfahren, zwecks schneller Passagierausschüttung, und dann an den eigentlichen Stadtzentren vorbeirauschen. Aber gut. Das sollte hier eigentlich kein Grundsatzkritik-Bahn-Artikel werden, sondern er sollte schon irgendwie irgendwo irgendwas mit meiner Mexiko-Sache zu tun haben. Und das hat er auch. Also uffn Punkt.

Mein Reisepass liegt immer noch in Frankfurt bei den Mexikaner. Den brauch ich aber bald. Spätestens bei Abflug. Und so dachte ich, weil ich ja im Flugticket eine Bahnfahrt habe, leg ich die doch einen Tag nach vorn, hol mein Visum samt Schnüffelpässchen und bleib einfach bis zum nächsten Tag in FRA. Also um Umbuchung gebeten. Antwort: Nicht möglich. Weil eigentlich Flug. Also der Zug. Ist ein Flug. Klar, benutz ihn ja auch mit Flugticket. Aber realistisch muss man doch eingestehen: Der Zug ist Zug ist ein Zug und kein (!) Flug. Oder? Ja. Und wer stellt sich eigentlich quer? Der Kranich ist es nicht. Die Bahn hat ein Problem damit, weil ich ja nun einmal auf den ICE gebucht sei. Ah ja, gebucht also. Mit Sitznummer und so. Hab ich eine? Nein, selbstverständlich hab ich keine. Sitzplatzreservierung? Nix da. Also sollte es doch eigentlich kein Problem darstellen, mit dem Ticket einen Tag früher nach FRA zu reisen. Ist es aber. Und das find ich, jetzt mal gelinde gesagt, doof. Weil mich kostet es eine Fahrt mehr. Und die Bahn kriegt eine Fahrt geschenkt. Na wenn ich das nicht mal gern mache…

Geht’s ein bisschen früher..?

Posted in Planung with tags , , , , , , , , , , , , , on 14. Mai 2008 by Jakob

Nachdem ich nun beim mexikanischen Generalkonsulat einmal nach dem Verlauf meines Visumantrags gefagt habe, habe ich auch prompt Antwort erhalten. Leider eine nicht so überwältigend-erfreuliche. Das Konsulat meint, sie wollen mir mein Visum so spät wie möglich ausstellen, weil es ab dem Ausstellungsdatum genau ein Jahr gültig ist. Aktuelles Angebot der Ausfertigung: 23. Juli. 23. Juli? 23. Juli.

Aber, ähm, ich mein……. ich flieg doch schon am 15. …?!

Post aus Puebla

Posted in Planung with tags , , , , , , , , , , on 13. Mai 2008 by Jakob

FELICIDADES! me es muy grato dartela más cordial bienvenida a nuestra Benemérita Universidad…. so beginnt ein Briefchen, dass nun vor zehn Tagen in meinem Briefkasten lag. Nachdem es die Mexikaner bislang vorzogen, gescannte Dokumente mir via Mail zur Verfügung zu stellen, haben sie sich jetzt doch durchgerungen, mir das ein oder andere wichtige Dokument auf dem klassisch-postalischen Weg zukommen zu lassen. Sehr fein.

Was auf Uni-Seiten gut läuft, scheint auf der anderen Seite im Generalkonsulat ein wenig zu hapern. Schließlich liegt mein Reisepass jetzt schon länger in Frankfurt, als die Bundesdruckerei brauchte, um ihn herzustellen. Auf der Seite des Generalkonsulats der Mexikaner ist zu lesen, dass die Regeldauer für eine Visumbeantragung wohl 10 Arbeitstage benötigt. Also müsste es eigentlich fertig sein. Aber ich habe bislang nichts gehört. Und auf meine Mail, wie ich davon erführe, wenn das Visum fertig sei, hat sich keiner gezuckt. Ich geh also nach wie vor davon aus, dass mich die Embamex (Embajada de México) irgendwie darüebr informiert, dass ich meinen Pass wiederhaben kann. Wär eigentlich ganz schön.

Derweil habe ich es nun auch geschafft, endlich mein Zimmer für mein Auslandssemester im Internet feilzubieten und hoffe jetzt auf eine schnelle und unkomplizierte Vermietung. Die To-Do-Liste für Mexiko wird damit zunehmend kürzer: Was bleibt?

+ Urlaubssemester beantragen (geht erst im Juli)

+ Auslands-Krankenversicherung besorgen (geht spontan und schnell)

+ eine Hausarbeit und ein Referat in diesem Semester runterrocken

+ ein Zwischenprüfungsproblem klären…

Soweit, so gut. Vielleicht darf ich ja noch in dieser Woche nach Frankfurt und meinen Reisepass samt Visum abholen…. Warten wir geduldig und harren der Dinge die da kommen mögen.

Mi pasaporte – Sicherheitstechnologie im Zweifel

Posted in am Rande with tags , , , , , , , , , , , , , on 3. Mai 2008 by Jakob

Eigentlich wollte ich über eine weitere kleine Entwicklung in meiner Mex-Planung berichten, aber weil ich gerade einen Artikel in einem anderen Blog gefunden habe, der sich auf meine Zweifel an der RFID-Technologie im neuen ePass bezieht, wollte ich diesen hier kurz verlinken und überhaupt jenes Blog, „The new old: diploma project“ als „interessant“, „lesenswert“ und durchaus „durchdacht“ empfehlen.

…und hier der Artikel über meine Bedenken.

Und morgen: mehr zur mexikanischen Entwicklung. 😉 Sonnigen Tach!

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